Artikel von wallstreet-online | 02. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Wenn es um Fußball geht, erreichen die Umsätze der Klubs immer neue Höhen. So schüttete der europäische Fußballverband UEFA in der vergangenen Saison allein in der Champions League gut 2 Milliarden Euro an die Teilnehmer aus. Wird jetzt die Eliteklasse ab der Saison 2024/2025 reformiert, fließt noch mehr Geld auf das Konto der Spitzenvereine. Dazu soll ab 2021 die neue Klub-WM kommen – und wieder öffnet sich der Geldhahn. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis Vereine wie Real Madrid, der letztjährige Krösus mit einem Umsatz von 751 Millionen Euro, die Milliardengrenze überspringen. Auch bei Bayern München dürfte es nicht mehr lange dauern, bis aus den aktuell 629 Millionen Euro Jahresumsatz die Milliarde wird. Da wird man sich Transferausgaben wie die aktuell 80 Millionen Euro für Lucas Hernandez von Atletico Madrid bald noch häufiger leisten können. Dass der Transfer sich mit den Jahresgehältern für Hernandez über fünf Jahre auf insgesamt rund 150 Millionen Euro belaufen wird, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Oligarchen, Scheichs und andere Milliardäre

Doch wer profitiert von dem warmen Geldregen? Es sind in erster Linie die Spieler und Eigner der Clubs. Und genau diese Eigentümer haben es gar nicht nötig, auf die Rendite ihrer Fußballengagements zu achten. Sie sind zumeist Milliardäre, Scheichs oder Oligarchen, die sich ihr „Spielzeug“ eher extreme Summen kosten lassen, als auf die Erlöse durch TV-Vermarktung, Ticket-Preise und Catering im Stadion achten zu müssen. Financial Fair Play hin oder her, ihnen geht es allein um Trophäen, Meisterschaften und Pokale. Man ist unter sich.

Krösus Lionel Messi

Und die Spieler? Die verdienen von Jahr zu Jahr mehr. Spitzenreiter ist Lionel Messi, der von seinem Arbeitgeber, dem FC Barcelona, jährlich sagenhafte 106 Millionen Euro überwiesen bekommt (laut Spiegel). Mit weitem Abstand auf Platz zwei rangiert Christiano Ronaldo, der auf ein Jahresgehalt von 56,4 Millionen kommt. Da ist Mesut Özil mit seinen 19,2 Millionen Euro im Jahr geradezu ein armer Schlucker. Aber auch in der Bundesliga kann man gut verdienen, wie Bayernstürmer Robert Lewandowski mit 15,6 Millionen Euro pro Jahr zeigt. Wohl gemerkt: Dies sind nur die Gehälter. Die Einnahmen aus Werbung kommen noch oben drauf. Und wie sieht es bei den Anlegern aus? Die meisten Clubs in Europa sind in privater Hand, lediglich 23 Vereine sind an der Börse notiert. In Deutschland ist es bekanntermaßen nur Borussia Dortmund, das aber mittlerweile immerhin im SDAX notiert ist und eine Marktkapitalisierung von 742 Millionen Euro aufweisen kann. Ansonsten sind es vor allem türkische Clubs, die den Sprung aufs Parkett gewagt haben, wie Galatasaray, Besiktas und Fenerbahce Istanbul, oder Trabzonspor. Dazu kommen als bekannte Vertreter Celtic Glasgow, Ajax Amsterdam oder auch die italienischen Vertreter Lazio und AS Rom und Juventus Turin. In Portugal sind es die Traditionsvereine Benfica und Sporting Lissabon.

Juventus und eine mazedonische Fußball-Perle

Aus Investorensicht stellt sich die Frage, ob sich ein Engagement bei diesen Vereinen lohnt. Oder sind Fußballaktien nur etwas für Fans und Liebhaber? Wer auf Dividenden setzt, ist mit Fußballaktien schlecht beraten. Bei Borussia Dortmund gibt es gerade mal 6 Cent. Bei den meisten anderen Clubs geht man sogar ganz leer aus. Wenn man allerdings das richtige Timing hinbekommen hat, konnte man in den letzten Jahren schöne Gewinne einstreichen. So hat die Aktie von Juventus Turin in den vergangen 5 Jahren über 500 Prozent zulegen können. Allein über die vergangenen 12 Monate waren es durch den Christiano Ronaldo-Coup mehr als 110 Prozent. Und auch die Aktionäre von Borussia Dortmund konnten sich freuen. In den letzten 12 Monaten legte das BVB-Papier mehr als 50 Prozent zu, über die letzten 5 Jahre war die Aktie ein glatter Verdoppler. Doch die Überraschung schlechthin ist die Aktie von Teteks Tetovo! Die konnte über die vergangenen 5 Jahre über 400 Prozent zulegen. Wer noch nie von Teteks Tetovo gehört hat, hier die Auflösung: Der FK Teteks Tetovo ist ein mazedonischer Fußballverein, der 1953 gegründet wurde. Der Verein hat es in den letzten Jahren immer mal wieder geschafft, sich für die Europa League zu qualifizieren. Hier kam man zwar nie über die 3. Qualifikationsrunde hinaus, aber durch TV- und UEFA-Einnahmen konnte man den Wert des Clubs so sehr steigern, dass es sich auch an der Börse bemerkbar gemacht hat.

Fußballaktien: Millionen für die Spieler – was bleibt dem Aktionär? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
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