Das 3. Quartal 2019 war von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf der einen und einer zunehmend expansiven Notenbankpolitik auf der anderen Seite geprägt. Der Handelsstreit mit China liegt als Dauerbelastung auf den Märkten und bremst das Wachstum. Dabei wechseln sich Zeichen der Entspannung mit scharfen Tönen und einer weiteren Eskalation ab. Hinzu kommt eine Vielzahl größerer und kleinerer globaler Konfliktherde, wie die Drohnen-Angriffe auf Saudi-Arabien, die Unruhen in Hongkong, die Finanzkrise in Argentinien und natürlich das Endlos-Drama des Brexits, das zunehmend auf ein „No-Deal“-Szenario hinsteuert. Das konjunkturelle Bild ist weltweit uneinheitlich. Während sich die US-Wirtschaft hinsichtlich privaten Verbrauchs und Beschäftigungszahlen vergleichsweise gut hält, wird das Wachstum in Europa vor allem von der Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland sind die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe Ende September auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2012 gerutscht, hier stellt der Transformationsprozess in der Automobilindustrie eine zusätzliche Belastung dar.

Die Notenbanken versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen (Fed) und einer Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms (EZB) gegenzusteuern. Allerdings können auch sie nur begrenzt das schwache konjunkturelle Umfeld kompensieren und nicht alle Auswirkungen des Handelsstreits ausbügeln. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die EZB klar wird, dass diese an den Grenzen des Machbaren angelangt ist. Vor diesem Hintergrund war das dritte Quartal an den Aktienmärkten durch starke Schwankungen und einen schwachen August geprägt. Zwar konnten die Verluste des Vormonats im September wieder weitgehend kompensiert werden, aber die Unsicherheit bleibt bestimmend.

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Die Investitionsquote des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im 3. Quartal spiegelt das uneinheitliche Stimmungsbild wider. Lag die Nettoaktienquote nach Absicherung zu Quartalsbeginn im Juli bei rund 71 % wurde sie im weiteren Verlauf angesichts der sich weiter eintrübenden Konjunktur und des sich verschärfenden Handelskonfliktes durch Absicherungen bis auf 48 % abgesenkt, wodurch der Fonds die Schwankungen des Marktes abfedern konnte. Zum Quartalsende waren wir der Meinung, bei der Konjunktur das Schlimmste hinter uns zu haben. Die vorsichtige Stimmungsaufhellung, verbunden mit der anhaltenden Liquiditätsflut der Notenbanken hat uns bewogen, offensiver zu werden, so dass die Aktienquote (brutto und netto) Ende September wieder bei rund 85 % und damit über ihrem historischen Durchschnitt von 70 % lag.

Wir haben das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im vergangenen Quartal verstärkt auf weniger zyklische Qualitätstitel ausgerichtet. Zu den Neuzugängen zählt das Diagnostikunternehmen Thermo Fisher Scientific Inc. Wir erwarten, dass der Diagnostikmarkt weiterwachsen wird, auch wenn die Wirtschaft sich insgesamt schwächer entwickeln sollte. Aus dem gleichen Grund haben wir unsere Position bei Croda International PLC ausgebaut. Croda ist im Life-Science-Bereich aktiv, auch in diesem Markt sehen wir weiter gutes Wachstum, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Ebenfalls zugekauft haben wir beim britischen KfZ-Versicherer Admiral Group PLC. Unter den Verkäufen im Quartal ist SolarEdge, ein Produzent von Photovoltaiksystemen. Der Kurs der Aktie hat sich seit dem Kauf fast verfünffacht, damit ist die Sicherheitsmarge nicht mehr gegeben.

Die Wertentwicklung des Fonds im 3. Quartal betrug -0,11 %. Die Werte mit dem größten positiven Performancebeitrag im Quartal waren Sunrise Communications AG, Ryman Healthcare Ltd. und Alphabet Inc. Am stärksten belastet haben WashTec AG, Bertrandt AG und METRO AG.

Ausblick

Ersten Frühindikatoren, wie der Citi US Economic Surprise Index zeigen, dass die Erwartungen an die Konjunktur langsam aber sicher nach oben gehen und sich Unsicherheiten sowie der Abbau von Lagerbeständen durch die Unternehmen dem Ende nähern. Zudem stellen EZB und Fed dem Markt verstärkt Liquidität zur Verfügung. Dieses Liquiditätsumfeld sowie ein potenziell möglicher „Fake-Deal“ zwischen Donald Trump und Xi Jinping sollten sich positiv auf die Märkte auswirken und die Börsen anschieben. Viele Investoren sind derzeit unterpositioniert und es herrscht Angst an den Märkten. In solchen Momenten ist es gut zu kaufen und verstärkt am Aktienmarkt investiert zu sein. Daher ist der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aktuell offensiver positioniert. Zudem haben wir einige Titel im Fonds, die voraussichtlich kurz vor Sondersituationen stehen und sich noch im vierten Quartal auswirken können. Verhalten optimistisch gehen wir dementsprechend auf das Jahresende zu und erwarten, dass wir dieses positiv schließen können, sofern keine negativen externen Faktoren hinzutreten.

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