„Manche Wette war einfach zu riskant“

Interview mit FONDS professionell | 1. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Mitten in die Finanzkrise von 2008 hinein aufgelegt, entwickelte sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen vom ursprünglichen Geheimtipp schnell zu einem der Topseller in der Branche. Zu Recht, wie dessen Portfolio manager Frank Fischer durch überdurchschnittliche Performanceergebnisse über die unterschiedlichsten Zeiträume mehrfach unter Beweis gestellt hat. Noch heute gehört der bei Morningstar in der Peergroup Mischfonds Euro flexibel geführte Fonds unter die Top Drei seiner Gruppe, was die längerfristige Per formance über zehn Jahre angeht. Was den Fonds und seinen Manager auszeichnet, ist das unbeirrbare Festhalten an einem value orientierten Managementansatz, der von einer tiefen Überzeugung geprägt ist. Frank Fischer selbst gehört zu den Pilgern von Omaha, die jedes Jahr zur Hauptversammlung der von Value-Legende Warren Buffett gemanagten Berkshire Hathaway reisen, um ihrem Vorbild wenigstens einmal im Jahr so nah wie möglich zu sein. Seit Anfang 2018 leidet der Fonds allerdings unter einer merklichen Perfor manceschwäche. Während Fischer in nahezu jedem Jahr davor nicht nur die Benchmark, sondern auch seine Peergroup hinter sich ließ, hinkt der Fonds auch im laufenden Jahr noch deutlich hinterher. Das hat auch beim verwalteten Fondsvolumen Spuren hinterlassen, das von seinen Höchstständen bei drei Milliarden Euro auf inzwischen noch 1,8 Milliarden Euro zurückgegangen ist. Wir wollten wissen, wie es dazu kommen konnte, und haben Frank Fischer zu einem gemein samen Analyse gespräch mit Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, gebeten.
Hans Heuser (FONDS professionell): Herr Fischer, 2016 und 2017 waren für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen durchaus erfolgreiche Jahre. 2018 kam dann der große Einbruch, von dem sich Ihr Fonds bis heute nicht recht erholt hat. Was ist passiert?

Frank Fischer (Shareholder Value Management): Der Zeitraum, den Sie ansprechen, war durchaus von einer ganzen Reihe von Verwerfungen geprägt. Angefangen von der Brexit-Entscheidung über die Wahl von Donald Trump bis hin zu immer noch weiter anhaltenden Zinssenkungen durch die Notenbanken. Fast schon typisch für uns ist der Impuls, genau in solchen Phasen die eine oder andere attraktiv bewertete Aktie zu kaufen. Wir haben solche Phasen in der Vergangenheit immer wieder gut nutzen können, eben weil wir von unserer Positionierung her in der Regel eine relativ hohe Cashposition halten. Das hat uns in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet, und das hat uns auch den hohen Zuspruch gebracht, den wir über weite Strecken gehabt haben. Im vergangenen Jahr haben wir das nicht gut gemacht. Dazu müssen wir einfach stehen, denn als Fondsmanager muss man meiner Ansicht nach auch einmal freimütig einräumen, wenn man falsch gelegen hat statt zu versuchen, die Entschuldigung bei jemand anders oder in der Marktentwicklung zu suchen. Dabei hatten wir die Zeit nach der Trump-Wahl sogar sehr gut genutzt. Dadurch sind wir sogar sehr viel besser als andere ins Jahr 2018 gestartet und haben das erste Quartal so gut abgeschlossen, dass wir uns erlaubt haben, in stärker aktivistische Anlageideen hineinzugehen.

Aber damit fing eigentlich die Schwächephase erst so richtig an?

Wir sind bis in den September vergangenen Jahres hinein insgesamt durchaus positiv für die Aktienmärkte geblieben, unter anderem weil die Sentiment-Indikatoren, die wir nutzen, uns signalisiert haben, dass die Anleger tatsächlich mehr Aktien haben wollten angesichts der schon damals extrem niedrigen Zinsen. Entsprechend sind wir im Oktober vergangenen Jahres regelrecht auf dem falschen Fuß erwischt worden, als es mit den Kursen nach unten ging an den Märkten. Ich habe an anderer Stelle gesagt: Wir haben richtig eins auf die Mütze bekommen. Was wir falsch eingeschätzt haben: Es fehlte die Marktbreite für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Von daher war sicher manche Wette, die wir eingegangen waren, zu riskant.

Detlef Glow (Refinitiv): Was muss man „aktivistisch“ in diesem Zusammenhang verstehen? Geben Sie uns ein Beispiel?

Der wichtigste Titel, den wir im Bereich solcher aktivistischen Ideen umgesetzt haben, war das Investment in die Telecom Italia. Wir waren von der Idee durchaus begeistert und hatten auf eine Abspaltungdes wertvollen Glasfasernetzes in Italien gesetzt. Allerdings hatten wir den Ausgang der Parlamentswahlen so nicht auf dem Zettel. Die Kombination aus einer linkspopulistischen und einer rechtsradikalen Regierung hat schließlich dazu geführt, dass aus der Abspaltung bisher nichts geworden ist. Dadurch konnte das Unternehmen weder seine Schulden reduzieren noch die von uns erhoffte Dividende zahlen.. Inzwischen ist die Position fast vollständig verkauft, denn die Entscheidung hat sich letztlich als Fehler herausgestellt. Wir waren überhaupt im vergangenen Jahr zu stark investiert. Denn auch andere Investments haben sich letzten Endes nicht so positiv entwickelt wie wir es erwartet hatten. Unsere Position in John Menzies, dem Flugzeugabfertiger zum Beispiel. Hier sind wir allerdings bis heute engagiert geblieben, weil wir eine deutliche Verbesserung unter einem neuen Management erwarten.

Heuser: Was haben Sie in der Zwischenzeit unternommen, um den Fonds wieder in ein besseres Fahrwasser zu bringen?

Wir haben sowohl auf der personellen Ebene als auch in Bezug auf unsere strategische Aufstellung Vieles neu justiert. Seit Anfang des Jahres ist Ralph Baumann der Leiter für unser Aktien-Research. Außerdem ist ein sehr talentierter Analyst mit dem Schwerpunkt Großbritannien, Irland und Skandinavien zu uns gestoßen. Als überzeugte Value-Investoren ist für uns eine eigene, detaillierte Unternehmensanalyse nach wie vor durch nichts zu ersetzen. In dieser Beziehung habe ich außerdem eine interessante Idee mit Blick auf unsere strategische Aufstellung aus Omaha mitgebracht, wo ich auch in diesem Jahr wieder die Hauptversammlung von Warren Buffetts Berkshire Hathaway besucht habe.

Glow: Das hört sich interessant an?

Diese Idee basiert auf einem Sparringsgespräch, wie es Warren Buffett beispielsweise mit seinem Partner Charlie Munger oder auch mit seinen beiden jüngeren Investment Managern, Todd Combs oder Ted Weschler, regelmäßig führt. Wie in einer Art Pro und Contra-Gespräch argumentiert der eine für ein Investment in eine Aktie, der andere versucht, möglichst viele und gute Argumente zu finden, die gegen dieses Investment sprechen. Das hat bei uns nicht auf die gleiche Weise funktioniert, aber wir haben es jetzt in etwas anderer Art umgesetzt.

Heuser: Was heißt in anderer Art?

Ursprünglich war meine Vorstellung, dass sich jeder meiner Mitstreiter hier im Haus, die ja zum Teil auch schon lange an Bord sind, eine bestimmte Branche vornimmt, und dann vor einem entsprechenden Investmentvorhaben den Gegenpart zu dem jeweiligen Aktienwert aus dieser Branche übernehmen sollte. Ich musste aber schnell feststellen, dass die Bereitschaft, sich auf eine bestimmte Branche zu konzentrieren beziehungsweise zu spezialisieren auf keine große Gegenliebe gestoßen ist. Die Idee an sich setzen wir dennoch um, wenn auch in anderer Form. Das heißt, wir kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung als Teilgruppe zusammen und jeder kann sich freiwillig und fallweise entscheiden, zu welcher Aktie und welcher Branche er aufgrund seiner Expertise diesen Gegenpart übernehmen will. Das läuft jetzt viel besser.

Ihrer Äußerung eben kann man entnehmen, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung eines überzeugten Value-Investors nichts geändert hat?

Warum sollten wir das tun? Nur weil wir gerade einmal eine etwas schwierige Phase durchlaufen? Ganz sicher nicht, denn an unserer grundlegenden Philosophie hat sich ja überhaupt nichts geändert. Wir setzen nach wie vor auf drei wesentliche Prinzipien bei unseren Investments. Als Erstes sollte eine Sicherheitsmarge vorhanden sein in dem Wert, den wir für den Fonds kaufen. Anders gesagt, der Einstandspreis sollte deutlich unter dem inneren Wert einer Aktie liegen. Wir nutzen Ausverkaufspreise um möglichst nur 60 Cent für einen Euro Wert bezahlen. Die Devise heißt günstig einkaufen, und dann auch die Geduld aufbringen, auf eine entsprechend erwartete Wertsteigerung zu warten. Man sollte nie den Wert des geduldigen Nichtstuns unterschätzen, aber auch nicht den Zeitpunkt verpassen, bei einem entsprechenden Kursgewinn auch wieder zu verkaufen. Dennoch: Der Preis allein ist für uns nach wie vor nicht das einzige Kriterium!

Glow: Und die beiden anderen Prinzipien?

Unsere zweite Prämisse ist, vor allem auf familien- und eigentümergeführte Unternehmen zu setzen. Auch das bietet natürlich kurzfristig keinen Schutz vor einem zeitweisen Kursrückgang. Man kann aber auf mittlere Sicht ziemlich sicher sein, dass die dahinter stehenden Menschen für ihre Miteigentümer (Aktionäre) arbeiten um nachhaltiggute Erträge zu erwirtschaften versuchen. Auch hier muss man unter Umständen die Geduld mitbringen, diese Wertsteigerung auch zu erleben. Und drittens achten wir darauf, dass es einen sogenannten Burggraben um ein Unternehmen herum gibt, in das wir investieren. Wir betrachten die Firma als eine Burg, die es durch einen strukturellen Wettbewerbsvorteil einem Wettbewerber schwer macht, in ihr jeweiliges Geschäftsfeld einzudringen.

Heuser: Wie sieht so ein Wettbewerbsvorteil aus?

Das können zum Beispiel Netzwerkeffekte sein, etwa bei einem Internetportal oder einem Software-Entwickler. Google ist als Quasimonopol für die Internetsuche das beste Beispiel dafür. Es gibt kaum ein Projekt in Bezug auf das Thema künstliche Intelligenz, an dem Google nicht in irgendeiner Form selbst forscht oder daran beteiligt wäre. Beispiele für einen solchen Burggraben können aber auch hohe Wechselkosten sein, etwa in der Medizintechnik oder bei speziellen Software-Anwendungen wie im ERP Bereich.

Glow: Wo finden Sie denn aktuell Werte, die ihren Prinzipien entsprechen?

Im Verlauf des ersten Halbjahrs haben wir zwei neue Werte ins Portfolio aufgenommen. Zum einen ist das der britische Kfz-Direktversicherer Admiral, am ehesten vergleichbar mit der hierzulande aktiven Cosmos Direct. Seit 10 Jahren investiert Admiral in das nun eintretende profitable Auslandswachstum. Was die Admiral Group auszeichnet, ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil der Kostenführerschaft. Besonders interessant ist, es dass 70 Prozent der Mitarbeiter selber Aktionäre sind. Der Gründer selbst hat vor kurzem aus Altersgründen seinen Rücktritt als CEO erklärt, hält aber selbst weiterhin knapp 11 Prozent an dem Unternehmen, und wird den Teufel tun, sich zur Ruhe zu setzen. Der Mann brennt regelrecht für sein Unternehmen und will nun die Expansion in die USA vorantreiben.

Und der zweite Wert?

Das ist ein neuseeländisches Gesundheitsunternehmen namens Ryman Healthcare, das mit einem Anteil von rund 3,5 Prozent am Fondsvermögen mittlerweile zu unseren Top-Fünf-Positionen gehört. Das auf Alters-Pflegedienste spezialisierte Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, als Entwickler und Betreiber von Seniorenheimen typische Missstände, wie sie in der Pflegebranche vorkommen, auszumerzen. Am besten drückt sich das in einem Grundsatz von Ryman Healthcare aus, wonach das eigene Angebot beziehungsweis die eigene Dienstleistung „gut genug für Mutti“ sein muss. Aber nicht nur das, auch die hoch gesteckten wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens überzeugen: Ryman Healthcare will alle fünf Jahre seinen Gewinn verdoppeln, was bedeutet, dass es rund 15 Prozent pro Jahr erwirtschaften muss und dies in den letzten 2 Jahrzehnten auch geliefert hat. Außerdem haben die Neuseeländer gerade ihre Expansion nach Australien in Angriff genommen.

Heuser: Wie gehen Sie im Fonds mit dem immer wichtiger werdenden Thema Nachhaltigkeit um?

Unsere potentiellen Investments für den Fonds werden nicht nur im Hinblick auf die Qualität des Geschäftsmodells, der Gewinnerwartungen und der Bewertung analysiert, sondern auch unter Einbeziehung von ESG- oder Nachhaltigkeitskriterien untersucht. In unserer schon 6-jährigen Zusammenarbeit mit Sustainalytics, einem auf Nachhaltigkeitsresearch spezialisierten Unternehmen, haben wir einen Katalog von Ausschlusskriterien festgelegt. Anhand dieser Filterkriterien wird sichergestellt, dass das Fondsvermögen nur in Unternehmen investiert wird, die ihrer ESG-Verantwortung nachkommen.

Ihr Ausblick aufs vierte Quartal?

Die konjunkturelle Entwicklung ist durch den USA/China Handelskrieg eingetrübt und dies macht sich in der Gewinnentwicklung einiger zyklischer Aktien bemerkbar, deren Kurse dies aber teilweise mit Ausverkaufspreisen reflektieren. Wir befinden uns heute in den USA nahe am all- time-high, aber der große Unterschied im Vergleich zum Vorjahr ist die geänderte Politik der Notenbanken. Sowohl die FED wie auch die EZB haben von restriktiv auf expansiv geschaltet, das sieht also supergesund aus. Unsere aktuelle Netto-Aktienquote liegt bei 80 %. Sobald wir durch den Oktober durch sind, könnten Anleger mangels Alternativen an den Zinsmärkten durchaus wieder vermehrt in die Aktien investieren Fallende Zinsen und gute Liquidität sind regelmäßig der Auslöser für eine positive Aktienmarktenwicklung.

Inwiefern?

Fischer: Fallende Zinsen bringen z.B. eine Entlastung für Hypothekenbesitzer. Geld, das nicht für die Finanzierung einer Immobilie gebraucht wird, kann in den Konsum fließen. Aktuell sind schon die ersten Anzeichen für den Wechsel aus den Growth- hin zu den Value-Titeln spürbar, getrieben von der Hoffnung auf eine verbesserte Konjunktur.

Vielen Dank für das Gespräch.
Hans Heuser

Interview mit Frank Fischer: „Manche Wette war einfach zu riskant“| fondsprofessionell.de:
https://www.fondsprofessionell.de/news/uebersicht/headline/frank-fischer-manche-wette-war-einfach-zu-riskant-156518/newsbild/1/

Analystenurteil: „Ein Basisinvestment für alle Investoren“
Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (DE000A0M8HD2) wird seit seiner Auflage am 15. Januar 2008 von dem erfahrenen Fondsmanager Frank Fischer nach den Prinzipien des wertorientierten Investierens (Value Investing), gemanagt. Trotz seines Namens richtet sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen an alle Investorengruppen. Neben den für Value-Investoren üblichen Bewertungs kriterien wurde von der Shareholder Value Management AG in Kooperation mit Sustainalytics ein Katalog von nachhaltigen, sozial verträglichen und umweltbezogenen Ausschlusskriterien definiert, die bei der Titelauswahl – zusätzlich zu den ökonomischen Auswahlkriterien – zum Einsatz kommen.
Frank Fischer ist als Fondsmanager für seine stringente Umsetzung des Value-Investings bekannt. Er achtet bei den ökonomischen Auswahlkriterien (Bewertungs- und Finanzkennzahlen) insbesondere auf die sogenannte Sicherheitsmarge (Margin of Safety), also den Discount zwischen dem Preis für die einzelnen Teile eines Unternehmens und dem Preis, der für das Unternehmen an der Börse gezahlt werden muss. Da diese Kennzahl nicht in den Reportings der Unternehmen enthalten ist, wird sie von den Analysten der Shareholder Value Management AG mithilfe von selbst entwickelten Bewertungsmodellen berechnet. Zudem bevorzugt Fischer eigentümergeführte Unternehmen und solche, die über einen strukturellen Wettbewerbsvorteil verfügen. Das Ziel des Portfoliomanagements ist neben der Generierung von langfristig überdurchschnittlichen Renditen auch die Reduzierung von Verlusten. Um dies zu erreichen, wird die Aktienquote des Fonds, durch den Einsatz von Cash, Rentenpapieren oder Derivaten flexibel an das Marktumfeld angepasst. Auch wenn es sich bei sogenannten Value-Fonds um grundsätzlich eher defensive Aktieninvestments handelt, müssen Investoren, die in einen solchen Fonds investieren wollen, über eine entsprechende Risikotragfähigkeit verfügen. Ebenso sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass auch Value-Fonds sich dem allgemeinen Markt umfeld nicht entziehen können und somit in negativen Marktphasen auch Verluste aufweisen können. Hinzu kommt, dass Fonds, die nach einem bestimmten Anlagestil gemanagt werden, im Vergleich zu ihrem Zielmarkt längere Phasen mit einer Underperformance aufweisen können.

Das 3. Quartal 2019 war von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf der einen und einer zunehmend expansiven Notenbankpolitik auf der anderen Seite geprägt. Der Handelsstreit mit China liegt als Dauerbelastung auf den Märkten und bremst das Wachstum. Dabei wechseln sich Zeichen der Entspannung mit scharfen Tönen und einer weiteren Eskalation ab. Hinzu kommt eine Vielzahl größerer und kleinerer globaler Konfliktherde, wie die Drohnen-Angriffe auf Saudi-Arabien, die Unruhen in Hongkong, die Finanzkrise in Argentinien und natürlich das Endlos-Drama des Brexits, das zunehmend auf ein „No-Deal“-Szenario hinsteuert. Das konjunkturelle Bild ist weltweit uneinheitlich. Während sich die US-Wirtschaft hinsichtlich privaten Verbrauchs und Beschäftigungszahlen vergleichsweise gut hält, wird das Wachstum in Europa vor allem von der Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland sind die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe Ende September auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2012 gerutscht, hier stellt der Transformationsprozess in der Automobilindustrie eine zusätzliche Belastung dar.

Die Notenbanken versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen (Fed) und einer Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms (EZB) gegenzusteuern. Allerdings können auch sie nur begrenzt das schwache konjunkturelle Umfeld kompensieren und nicht alle Auswirkungen des Handelsstreits ausbügeln. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die EZB klar wird, dass diese an den Grenzen des Machbaren angelangt ist. Vor diesem Hintergrund war das dritte Quartal an den Aktienmärkten durch starke Schwankungen und einen schwachen August geprägt. Zwar konnten die Verluste des Vormonats im September wieder weitgehend kompensiert werden, aber die Unsicherheit bleibt bestimmend.

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Die Investitionsquote des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im 3. Quartal spiegelt das uneinheitliche Stimmungsbild wider. Lag die Nettoaktienquote nach Absicherung zu Quartalsbeginn im Juli bei rund 71 % wurde sie im weiteren Verlauf angesichts der sich weiter eintrübenden Konjunktur und des sich verschärfenden Handelskonfliktes durch Absicherungen bis auf 48 % abgesenkt, wodurch der Fonds die Schwankungen des Marktes abfedern konnte. Zum Quartalsende waren wir der Meinung, bei der Konjunktur das Schlimmste hinter uns zu haben. Die vorsichtige Stimmungsaufhellung, verbunden mit der anhaltenden Liquiditätsflut der Notenbanken hat uns bewogen, offensiver zu werden, so dass die Aktienquote (brutto und netto) Ende September wieder bei rund 85 % und damit über ihrem historischen Durchschnitt von 70 % lag.

Wir haben das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im vergangenen Quartal verstärkt auf weniger zyklische Qualitätstitel ausgerichtet. Zu den Neuzugängen zählt das Diagnostikunternehmen Thermo Fisher Scientific Inc. Wir erwarten, dass der Diagnostikmarkt weiterwachsen wird, auch wenn die Wirtschaft sich insgesamt schwächer entwickeln sollte. Aus dem gleichen Grund haben wir unsere Position bei Croda International PLC ausgebaut. Croda ist im Life-Science-Bereich aktiv, auch in diesem Markt sehen wir weiter gutes Wachstum, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Ebenfalls zugekauft haben wir beim britischen KfZ-Versicherer Admiral Group PLC. Unter den Verkäufen im Quartal ist SolarEdge, ein Produzent von Photovoltaiksystemen. Der Kurs der Aktie hat sich seit dem Kauf fast verfünffacht, damit ist die Sicherheitsmarge nicht mehr gegeben.

Die Wertentwicklung des Fonds im 3. Quartal betrug -0,11 %. Die Werte mit dem größten positiven Performancebeitrag im Quartal waren Sunrise Communications AG, Ryman Healthcare Ltd. und Alphabet Inc. Am stärksten belastet haben WashTec AG, Bertrandt AG und METRO AG.

Ausblick

Ersten Frühindikatoren, wie der Citi US Economic Surprise Index zeigen, dass die Erwartungen an die Konjunktur langsam aber sicher nach oben gehen und sich Unsicherheiten sowie der Abbau von Lagerbeständen durch die Unternehmen dem Ende nähern. Zudem stellen EZB und Fed dem Markt verstärkt Liquidität zur Verfügung. Dieses Liquiditätsumfeld sowie ein potenziell möglicher „Fake-Deal“ zwischen Donald Trump und Xi Jinping sollten sich positiv auf die Märkte auswirken und die Börsen anschieben. Viele Investoren sind derzeit unterpositioniert und es herrscht Angst an den Märkten. In solchen Momenten ist es gut zu kaufen und verstärkt am Aktienmarkt investiert zu sein. Daher ist der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aktuell offensiver positioniert. Zudem haben wir einige Titel im Fonds, die voraussichtlich kurz vor Sondersituationen stehen und sich noch im vierten Quartal auswirken können. Verhalten optimistisch gehen wir dementsprechend auf das Jahresende zu und erwarten, dass wir dieses positiv schließen können, sofern keine negativen externen Faktoren hinzutreten.

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Das 3. Quartal 2019 war von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf der einen und einer zunehmend expansiven Notenbankpolitik auf der anderen Seite geprägt. Der Handelsstreit mit China liegt als Dauerbelastung auf den Märkten und bremst das Wachstum. Dabei wechseln sich Zeichen der Entspannung mit scharfen Tönen und einer weiteren Eskalation ab. Hinzu kommt eine Vielzahl größerer und kleinerer globaler Konfliktherde, wie die Drohnen-Angriffe auf Saudi-Arabien, die Unruhen in Hongkong, die Finanzkrise in Argentinien und natürlich das Endlos-Drama des Brexits, das zunehmend auf ein „No-Deal“-Szenario hinsteuert. Das konjunkturelle Bild ist weltweit uneinheitlich. Während sich die US-Wirtschaft hinsichtlich privaten Verbrauchs und Beschäftigungszahlen vergleichsweise gut hält, wird das Wachstum in Europa vor allem von der Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland sind die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe Ende September auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2012 gerutscht, hier stellt der Transformationsprozess in der Automobilindustrie eine zusätzliche Belastung dar.

Die Notenbanken versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen (Fed) und einer Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms (EZB) gegenzusteuern. Allerdings können auch sie nur begrenzt das schwache konjunkturelle Umfeld kompensieren und nicht alle Auswirkungen des Handelsstreits ausbügeln. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die EZB klar wird, dass diese an den Grenzen des Machbaren angelangt ist. Vor diesem Hintergrund war das dritte Quartal an den Aktienmärkten durch starke Schwankungen und einen schwachen August geprägt. Zwar konnten die Verluste des Vormonats im September wieder weitgehend kompensiert werden, aber die Unsicherheit bleibt bestimmend.

Der Frankfurter Stiftungsfonds war während des 3. Quartals 2019 aufgrund der sich weiter eintrübenden Konjunktur und des sich verschärfenden Handelskonfliktes auf der Aktienseite insgesamt eher defensiv positioniert. Die Nettoaktienquote war im Verlauf des Quartals teilweise negativ und bewegte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die vorsichtige Stimmungsaufhellung, verbunden mit der anhaltenden Liquiditätsflut der Notenbanken hat uns bewogen, vorsichtig offensiver zu werden, so dass die Nettoaktienquote zum Quartalsende bei rund 26 % lag. Im 3. Quartal 2019 betrug die Performance des Fonds -0,74 %. Die Säule 1 erwirtschaftete einen positiven Performancebeitrag, während die Säulen 2 und 3 aufgrund ihrer negativen Wertentwicklung belastend wirkten.

Die insgesamt unbefriedigende Wertentwicklung des Frankfurter Stiftungsfonds in diesem Jahr (-2,61 % YTD) hat uns zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Anlagestrategie des Fonds bewogen. Im Ergebnis ist vorgesehen, den Frankfurter Stiftungsfonds zukünftig als defensiv ausgerichteten Multi-Asset-Fonds zu positionieren. Dabei bleiben als Kernbestandteile die drei Säulen erhalten. Die Säule 1 wird zu einem konzentrierten Aktienportfolio, welches sich aus ausgewählten Titeln des SVM-Anlageuniversums zusammensetzt. In der zweiten Säule werden auch weiterhin Optionsstrategien umgesetzt, um Volatilitätsprämien zu vereinnahmen. Säule 1 und 2 können je nach Marktlage durch Futures abgesichert werden. Die dritte Säule wird stabilisierende Elemente für das Gesamtportfolio, insbesondere Anleihen und Edelmetalle sowie Makro-Ideen, enthalten.

Diese optimierte Anlagestrategie hat zum Ziel dem Anleger langfristig attraktive Renditen zu bieten und dabei weiterhin den defensiven Charakter des Frankfurter Stiftungsfonds beizubehalten. Weitere Details werden im nächsten Investment-Update mit Frank Fischer und Ulf Becker am 5. November 2019 erläutert. Anmeldungen sind über anmelden.org/investment_update_mit_frank_fischer_und_ulf_becker möglich. Wie gewohnt, steht im Nachgang eine Aufzeichnung über unseren YouTube Channel Shareholder Value TV zur Verfügung.

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Artikel von wallstreet-online | 14. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Da war er wieder: Kaum hatte sich US-Präsident Donald Trump positiv über den Verlauf der neuen Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China geäußert, schossen die Kurse an den Börsen weltweit in die Höhe. Die Gespräche seien „wirklich gut“, sagte Trump. Und ein erstes, kleines Teilabkommen konnte auch vereinbart werden. Allein diese kleine Annäherung im Zollstreit geben Dow Jones, S&P 500, DAX & Co. neuen Auftrieb. Stellt sich nur die Frage: Ist das Ganze auch verlässlich? Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt: Nein!

Hoffen und Bangen gehören mit zur Börse. Aber ein vernünftiges Risikomanagement kann nicht auf täglich neuen Tweets basieren. Was passiert, wenn sich Trump mal wieder über irgendetwas ärgert, oder es nicht genau so läuft, wie er sich das verstellt. Dann folgt der nächste Wutausbruch – und alle Kursgewinne sind wieder dahin. Natürlich darf man die Stimmung an den Märkten nicht außer Acht lassen. Dafür ist „Mr. Market“ zu wichtig. Sich aber allein auf den Wankelmut des Marktes zu verlassen, ist auch nicht die Lösung.

Risikomanagement in unruhigen Börsenphasen

Zumindest für uns nicht. Klar gibt es Momentum-Strategien, die funktionieren. Gleiches gilt für einige Trendfolgemodelle. Wir setzen aber auf die fundamentale Analyse der einzelnen Werte im Portfolio unseres Mandats, dem ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘. Und hier halten wir weiterhin an den Prinzipien des Value Investing fest: Wir achten auf die Unterbewertung der einzelnen Titel, die sogenannte Sicherheitsmage, dass also das Risiko für einzelne Aktien nach unten hin begrenzt ist. Dann darauf, dass die Geschäftsmodelle der Unternehmen einen ‚Burggraben‘ gewährleisten, also einen strategischen Wettbewerbsvorteil haben. Schließlich auf einen disziplinierten Investmentprozess und dass unsere strengen Nachhaltigkeitsprinzipien eingehalten werden. Natürlich auch auf „Mr. Market“, denn es ist und war schon immer töricht, sich komplett gegen den Markt zu stellen, auch wenn wir lieber antizyklisch investieren. Hinzu kommt eine aktive Absicherungs- und Derivatestrategie, schließlich wollen wir die Einlagen unserer Kunden mehren und sie langfristig vor einem Vermögensverlust schützen.

Aktien, die stürmischen Zeiten standhalten

Dass Value-Aktien in letzter Zeit nicht gut gelaufen sind ist bedauerlich, aus unserer Sicht aber eine temporäre Angelegenheit, die (hoffentlich) bald wieder überwunden ist. Dieser Ansicht ist übrigens auch das ‚Wall Street Journal‘, das vor Kurzem titelte: „Die Jagd auf billige Aktien liegt wieder im Trend“. Wir würden sagen, in unterbewertete Aktien. Und dafür gibt es gute Gründe. Lange Zeit waren Wachstumstitel die Lieblinge der Anleger. Doch in Zeiten wachsender Unsicherheit, einer konjunkturellen Abschwächung rund um den Globus, dazu die schon angesprochenen Handelsbeschränkungen – all das treibt die Volatilität. In solchen Zeiten werden wieder unterbewertete Substanzwerte gesucht, die stürmischen Zeiten zumeist besser standhalten, als reine Wachstumswerte. Wenn solche Substanzwerte dann auch noch eigentümergeführt sind, bzw. das Management stark am Unternehmen beteiligt ist, dann sind das aus unserer Sicht die besten Voraussetzungen. Denn dann werden die Unternehmen nicht nur von Quartal zu Quartal gemanagt, sondern mit einer langfristigen Perspektive. Das minimiert das Risiko eines permanenten Vermögensverlustes. Deshalb halten wir auch an Unternehmen wie Novo Nordisk, Berkshire Hathaway oder Rayman Healthcare fest. Alles Werte, die eine solide Performance liefern. Dass für die Anlagephilosophie des Value Investing manchmal etwas Geduld nötig ist, muss man als Anleger leider in Kauf nehmen.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11811010-boerse-trump-gebremste-risiko





Der Innere Wert der Shareholder Value Beteiligungen AG zum 30. September 2019 betrug 109,97 € pro Aktie. Dies ist ein Anstieg von 7,39% seit Jahresbeginn (31.12.2018: 102,40 €).

Zum Portfolio:

Im positiven Börsenmonat September konnte ebenso unsere Gesellschaft weiter zulegen. Die größten positiven Beiträge lieferten die Sixt Leasing SE (WKN: A0DPRE) sowie die Immunodiagnostic Systems Holdings plc (WKN: A0D9MS).

Erneut durfte Secunet Security Networks AG (WKN: 727650) die Prognose für das Geschäftsjahr 2019 anheben, da sich nach dem hervorragenden ersten Halbjahr nun auch im zweiten Halbjahr 2019 noch größere Projekte realisieren lassen.

Im Berichtsmonat September gab es keine Dispositionen.

Shareholder Value Beteiligungen AG

Frank Fischer

Telefon +49 (69) 66 98 30 0

Email: ir@shareholdervalue.de

www.shareholdervalue.de

Zum Unternehmen:

Die Shareholder Value Beteiligungen AG legt eigene Mittel überwiegend in börsennotierte Aktiengesellschaften an. Im Jahre 2000 wurde das Unternehmen mit der klaren Zielsetzung gegründet, den Wunsch der Investoren nach hohen und stabilen Renditen bei gleichzeitig vertretbarem Verlustrisiko zu erfüllen. Die Anlagestrategie der Shareholder Value Beteiligungen AG richtet sich deshalb streng nach den Prinzipien des Value-Investing. Wir investieren in unterbewertete Aktien mit einer hohen Sicherheitsmarge, um so das Risiko für die Anleger zu minimieren, gleichzeitig aber auch die Renditechancen hoch zu halten. Dabei legen wir den Fokus auf Nebenwerteaktien im deutschsprachigen Raum, da mit Small und Mid Caps historisch die höchsten Erträge erwirtschaftet wurden.

Der Innere Wert ist die zentrale Ziel- und Steuerungsgröße für unseren Erfolg als Summe aus Kursentwicklung und Dividenden der Beteiligungen nach Kosten und Steuern. Wir sehen unsere Hauptaufgabe in der langfristigen Erhaltung und im Aufbau des Vermögens unserer Aktionäre. Unsere jahrelange Erfahrung zeigt, dass eigene, intensive Analysen und ein konsequent eingehaltener Investmentstil langfristig zum Erfolg führen. Stabile Renditen bei begrenztem Risiko – darin sehen wir unsere Verpflichtung gegenüber den Anlegern.

Die Aktie der Shareholder Value Beteiligungen AG (ISIN DE000A168205, WKN A16820) notiert im Open Market.

Weitere Informationen zur Shareholder Value Beteiligungen AG finden Sie im Internet unter www.shareholdervalue.de

Sitz: Frankfurt am Main

Amtsgericht: Frankfurt am Main HRB 51069

Vorstand: Frank Fischer, Simon Pliquett

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Helmut Fink

Disclaimer:

Der innere Wert pro Aktie ergibt sich aus dem Verkehrswert des Gesellschaftsvermögens, vermindert um Verbindlichkeiten und Rückstellungen für zukünftige Verbindlichkeiten der Gesellschaft, dividiert durch die Anzahl der Aktien. Wir haben den Inneren Wert der Aktie der Shareholder Value Beteiligungen AG sorgfältig ermittelt. Wir weisen darauf hin, dass der hier ermittelte Wert nicht auf geprüften Abschlusszahlen basiert. Abweichungen können sich u.a. aus der steuerlichen Einordnung von Geschäftsvorfällen ergeben. Vergangenheitswerte erlauben keine Prognosen für die Zukunft.

Artikel von wallstreet-online | 30. September 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es ist eines der ganz großen Themen unserer Zeit: der Klima- und Umweltschutz! Klima-Gipfel, Klima-Aktionsplan, das Klimapaket der Bundesregierung, Greta Thunbergs Wutrede vor den Vereinten Nationen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht der Klima- und Umweltschutz die globalen Schlagzeilen beherrscht. Völlig zurecht, denn es ist unbestritten – außer von US-Präsident Donald Trump – dass der Schutz unserer Umwelt eines der dringendsten, globalen Herausforderungen unserer Zeit ist. Doch man darf dabei nicht vergessen: der Klima- und Umweltschutz ist nur einer von drei Bereichen, wenn man Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachten will. Es ist nur das „E“ von ESG (Environment – Social – Governance), mehr nicht. Es muss aber um alle Bereiche gehen, also um den Umwelt- und Klimaschutz, eine soziale Verantwortung und eine gute, nachhaltige Unternehmensführung. So machen wir das auch bei unserem global investierenden Mischfonds, den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen.

EU: „Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen“

Und um eine ganzheitliche Betrachtung wird es sich auch in Zukunft bei der Geldanlage in Europa drehen. Geht es nämlich nach den Plänen der Europäischen Union, dann sollen private Investoren jährlich rund 180 Milliarden Euro in nachhaltige Investments stecken. Nur so könnten die Klimaziele der EU noch erreicht werden, heißt es aus Brüssel. Um mehr privates Kapital zu locken, sollen deshalb einheitliche Definitionen und Vorgaben her.

Die Proteste der „Fridays for Future“-Bewegung und die Wahlerfolge der Grünen haben für eine gesellschaftliche und politische Dynamik gesorgt, die bis in Fragen der Geldanlage hineinreicht. Und so hängt sich inzwischen fast jeder Anbieter von Geldanlagen ein „grünes Mäntelchen“ um. Viele Anleger stehen diesen Offerten aufgeschlossen gegenüber. Einigkeit herrscht insofern bei dem diffusen Wunsch, neben Renditeerwartungen weitere, nachhaltige Kriterien bei Produkten der Geldanlage zunehmend zu berücksichtigen. Gleichwohl herrscht auf Anbieterseite als auch bei Investoren eine Verunsicherung wenn es um die konkrete Umsetzung dieses Anliegens geht. Diese beruht im Wesentlichen auf mangelnder Standardisierung und damit auch Vergleichbarkeit der einschlägigen Kriterien. Deshalb werden die Rufe nach allgemeingültigen Regeln immer lauter. Dem will die EU so bald wie möglich mit ihrem „Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen“ Rechnung tragen. Dies wird künftige Investments in DAX-, MDAX- und alle andere Unternehmen stark beeinflussen.

„E“, „S“ und „G“ am Beispiel Novo Nordisk

Jeder Vermögensverwalter und jede Fondsgesellschaft sind derzeit noch frei, wie ernst sie ihre Verpflichtungen nehmen wollen. Wir gehen bei unseren Mandaten den eher „harten“ Weg: Im ersten Schritt lassen wir unser Anlageuniversum von der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics anhand fixer Kriterien überprüfen und einschränken. Doch das ist uns nicht weitreichend genug. So haben wir ein internes ESG-Analysesystem aufgebaut, dass sich noch intensiver mit den einzelnen Unternehmen auseinandersetzt. Am Beispiel des dänischen Pharma-Konzerns Novo Nordisk wird dies deutlich. So interessieren wir uns nicht nur für den aktuellen Zustand des nachhaltigen Wirkens eines Unternehmens, sondern auch für die künftige Geschäftspolitik. So finden wir es überzeugend, dass Novo Nordisk ab 2020 in seinen weltweiten Produktionsstätten ausschließlich Ökostrom verwenden wird und so sein aktuelles Klimaziel erreichen will – mit Solarmodulanlagen in den USA, Windkraft in Europa und China, sowie Wasserkraft Brasilien. Damit wird Novo Nordisk das erste Pharmaunternehmen sein, das seine gesamte Produktion mit erneuerbaren Energien betreibt. Klimaziel 2030: Null CO2-Emissionen! Im Rahmen der „Circular for Zero“-Strategie setzt Novo Nordisk auch auf mehr Kreislaufwirtschaft in drei Schwerpunktbereichen: Den unnötigen Verbrauch von Ressourcen minimieren, den Umweltschutz in der gesamten Lieferkette fördern und ständig nach Lösungen für die Wiederverwendung von Produkten suchen. Dass Novo Nordisk auch noch das „S“ von ESG, also soziale Komponenten in den Vordergrund rückt, ist umso überzeugender. So bietet das Unternehmen mit dem Hilfsprogramm „Changing Diabetes in Children“ Kindern mit Typ 1 Diabetes in Entwicklungsländern Zugang zur Diabetesbehandlung und kostenfreiem Insulin. 20.000 Kinder werden bis 2020 davon profitieren! Und last but not least das „G“: Novo Nordisk lebt von der Unternehmensführung her den Nachhaltigkeitsgedanken vor. Sie legt Wert auf ökologische und soziale Leistungen, ohne die finanziellen Aspekte zu vernachlässigen. Diese sind uns als Aktionären natürlich auch wichtig. Wie gesagt, Novo Nordisk ist nur ein Beispiel, um zu zeigen, was uns in puncto Nachhaltigkeit wichtig ist.

Klimawandel und Performance

Zum Schluss noch mal zurück zum Klimawandel: Die Deutsche Bank hat jüngst untersucht, wie sich die Klimadebatte auf Aktienkurse auswirkt. Hierzu wurden mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz fünf Millionen Seiten Geschäftsberichte von 1.600 Unternehmen weltweit sowie alle veröffentlichten Nachrichten-Artikel von Dow Jones der vergangenen zwei Jahrzehnte analysiert. Die Ergebnisse: Die Aktienkurse von Unternehmen, bei denen die positive Berichterstattung rund um das Thema Klimawandel besonders zunahm, schnitten über die vergangenen 20 Jahre im Schnitt 26 Prozentpunkte besser ab als der MSCI-World-Index. Das ist pro Jahr mehr als ein Prozent. Das ist zwar keine große Outperformance. Wenn man die Zahlen aber als Teil der Risikoreduzierung betrachtet, so haben nachhaltige Faktoren eine positive Wirkung auf ein breit gestreutes Portfolio.

Börse & Nachhaltigkeit: ESG: Das „E“ alleine reicht nicht! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11777932-boerse-nachhaltigkeit-esg-e-alleine-reicht-nicht

Artikel von wallstreet-online | 16. September 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Darauf mussten Value-Investoren wie wir lange warten. Aber jetzt war es soweit: An der Wall Street verkauften Anleger in der letzten Woche massiv Momentum-Aktien, also Titel, die sich in den letzten Monaten besonders gut entwickelt hatten. Vorwiegend sind dies Dividenden- beziehungsweise Wachstumstitel wie Versorger oder Technologiewerte. Umgeschichtet wurde vorwiegend in günstig bewertete Aktien, also Value-Titel. Nach Berechnungen der Deutschen Bank wurde vor allem in zyklischen Sektoren wie Hardware, Grundstoffe und Finanzen investiert. Dabei verloren allein in der vergangenen Woche Momentum-Titel mehr als zehn Prozent, während Value-Werte rund sechs Prozent zulegen konnten. Damit wurde die Outperformance von Momentum-Werten innerhalb von nur wenigen Tagen egalisiert. Ausgelöst wurde der Umschwung, so die Analyse der Deutschen Bank, durch eine Mischung aus unterstützender Geldpolitik, politischer Entspannung in Italien, Hongkong und im Handelsstreit zwischen den USA und China, sowie einer stark überhöhten Positionierung vieler Anleger bei zum Teil sehr ambitioniert bewerteten Wachstumswerten.

Value wird wiederentdeckt

Value-Titel werden vom Markt immer dann „wiederentdeckt“, wenn sich die Konjunktur erholt und sich in den volkswirtschaftlichen Daten entsprechend niederschlägt. Nun wird aber gerade jetzt eine global immer weiter nachgebende Konjunktur beklagt. Entsprechend reagieren die Notenbanken. So hat die EZB ihre Geldpolitik noch weiter gelockert, indem sie die Einlagenzinsen für die Banken auf minus 0,5 Prozent festsetzte. Dazu wurden erneut weitreichende Anleihekäufe beschlossen. Und für diese Woche wird erwartet, dass auch die amerikanische Notenbank FED ihre Geldpolitik weiter lockert. Doch: Ist es wirklich so schlimm um die Konjunktur bestellt? Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält die jüngsten EZB-Beschlüsse für „über das Ziel hinausgeschossen“. Und ergänzte: „Die wirtschaftliche Lage ist nicht wirklich schlecht, die Löhne steigen deutlich und die Gefahr einer Deflation, also dauerhaft sinkender Preise und Löhne, ist nicht zu erkennen“.
Zu dieser Einschätzung kommt hinzu: Die USA scheinen noch weit von einer Rezession entfernt. Für den Euroraum rechnet der IWF mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandprodukts von immerhin 1,3 Prozent. Vor allem Frankreich hält sich wegen der Macron‘schen Reformen gut. Allein Italien und Deutschland haben wirkliche Probleme. Die deutsche Wirtschaft wird wohl in eine Rezession schlittern, wenn wohl auch nur in eine technische und eher „kleine“. Nach zehn Jahren Hausse ist dies nicht wirklich überraschend. Auch die vielen Gewinn- und Umsatzwarnungen der letzten Monate sollten dazu führen, dass sich die Restrukturierungsmaßnahmen der Unternehmen in absehbarer Zeit auszahlen. Das alles nimmt die Börse derzeit vorweg und sollte den Value-Werten weiterhin zu Gute kommen

Abverkauf von hochbewerteten Tech-Werten sollte sich fortsetzen

Nach einer Auswertung des Fernsehsenders CNBC waren es vor allem Tech-Titel wie Microsoft, Intuit, Adobe und Pay Pal, die unter dem Abverkauf der letzten Tage gelitten haben. Noch ist nicht klar, ob sich dieser Trend auch kurzfristig fortsetzen wird. Mittelfristig deutet aber Vieles darauf hin. Sollte dem so sein, sind wir sind mit unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen sehr gut vorbereitet und positioniert, wenn sich diese Verschiebung zu Gunsten von Value.-Werten fortsetzt. Dann hätte sich die Geduld, die man als Value-Investor immer mitbringen muss, ausgezahlt.

Börse: Value-Titel setzen zum großen Sprung an | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11742680-boerse-value-titel-grossen-sprung

Der Innere Wert der Shareholder Value Beteiligungen AG zum 31. August 2019 betrug 106,93 € pro Aktie. Dies ist ein Anstieg von 4,42% seit Jahresbeginn (31.12.2018: 102,40 €).

Zum Portfolio:

Im Berichtsmonat August verkündete die EP Global Commerce, dass Ihr freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Metro AG (WKN: BFB001) zu 16 EUR je Stammaktie an der Mindestannahmeschwelle von 67,5% gescheitert ist. Der Markt preiste daraufhin die Übernahmefantasie zunächst wieder aus.

Darüber hinaus nahmen wir an einer kleinen Barkapitalerhöhung der Acceleratio Topco S.C.A., der ehemaligen GFK, teil.

Shareholder Value Beteiligungen AG

Frank Fischer

Telefon +49 (69) 66 98 30 0

Email: ir@shareholdervalue.de

www.shareholdervalue.de

Zum Unternehmen:

Die Shareholder Value Beteiligungen AG legt eigene Mittel überwiegend in börsennotierte Aktiengesellschaften an. Im Jahre 2000 wurde das Unternehmen mit der klaren Zielsetzung gegründet, den Wunsch der Investoren nach hohen und stabilen Renditen bei gleichzeitig vertretbarem Verlustrisiko zu erfüllen. Die Anlagestrategie der Shareholder Value Beteiligungen AG richtet sich deshalb streng nach den Prinzipien des Value-Investing. Wir investieren in unterbewertete Aktien mit einer hohen Sicherheitsmarge, um so das Risiko für die Anleger zu minimieren, gleichzeitig aber auch die Renditechancen hoch zu halten. Dabei legen wir den Fokus auf Nebenwerteaktien im deutschsprachigen Raum, da mit Small und Mid Caps historisch die höchsten Erträge erwirtschaftet wurden.

Der Innere Wert ist die zentrale Ziel- und Steuerungsgröße für unseren Erfolg als Summe aus Kursentwicklung und Dividenden der Beteiligungen nach Kosten und Steuern. Wir sehen unsere Hauptaufgabe in der langfristigen Erhaltung und im Aufbau des Vermögens unserer Aktionäre. Unsere jahrelange Erfahrung zeigt, dass eigene, intensive Analysen und ein konsequent eingehaltener Investmentstil langfristig zum Erfolg führen. Stabile Renditen bei begrenztem Risiko – darin sehen wir unsere Verpflichtung gegenüber den Anlegern.

Die Aktie der Shareholder Value Beteiligungen AG (ISIN DE000A168205, WKN A16820) notiert im Open Market.

Weitere Informationen zur Shareholder Value Beteiligungen AG finden Sie im Internet unter www.shareholdervalue.de

Sitz: Frankfurt am Main

Amtsgericht: Frankfurt am Main HRB 51069

Vorstand: Frank Fischer, Simon Pliquett

Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Helmut Fink

Disclaimer:

Der innere Wert pro Aktie ergibt sich aus dem Verkehrswert des Gesellschaftsvermögens, vermindert um Verbindlichkeiten und Rückstellungen für zukünftige Verbindlichkeiten der Gesellschaft, dividiert durch die Anzahl der Aktien. Wir haben den Inneren Wert der Aktie der Shareholder Value Beteiligungen AG sorgfältig ermittelt. Wir weisen darauf hin, dass der hier ermittelte Wert nicht auf geprüften Abschlusszahlen basiert. Abweichungen können sich u.a. aus der steuerlichen Einordnung von Geschäftsvorfällen ergeben. Vergangenheitswerte erlauben keine Prognosen für die Zukunft.

Artikel von wallstreet-online | 3. September 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Börsenweisheiten haben sich schon oft als richtig erwiesen, schließlich beruhen die meisten auf statistischen Erfahrungen. Ob es in diesem Jahr aber richtig ist, dem Spruch „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ zu folgen, muss sich erst noch erweisen. Denn die Zeichen stehen für die globalen Aktienmärkte nicht gerade gut. Und ganz abgesehen davon ist gerade der September speziell für den DAX der – laut Statistik – schlechteste Monat des Jahres. Seit 1959 hat der Index in diesem Monat im Schnitt immer knapp zwei Prozent an Wert eingebüßt. Abergläubische Anleger bleiben also in Deckung.

Neue Strafzölle dämpfen die Stimmung

Es gibt aber auch genügend Grund zur Vorsicht. Gleich mit dem ersten Tag haben sich die USA und China gegenseitig mit weiteren Strafzöllen belegt. Und die nächste Eskalationsstufe ist für Dezember schon geplant. Auch wenn US-Präsident Donald Trump nicht einsehen mag: China ist nicht Mexiko, welches man mit einem Handelskrieg schnell in die Knie zwingen kann. Peking ist ein ganz anderes Kaliber. Und da auch Trump langsam merkt, dass die eigene Wirtschaft unter dem Konflikt leidet, hat er schnell schon einen Sündenbock auserkoren, der im Zweifelsfall für die Folgen seiner Politik verantwortlich ist: die amerikanische Notenbank FED, die er zu weiteren Zinssenkungen zwingen will. Ob das gelingt?

Belastung durch Boris Johnson und die AfD

Es gibt aber noch andere Faktoren, die auf den Märkten liegen. So steht der Brexit vor der Tür. Doch wie das Schauspiel ausgeht, ist weiterhin fraglich. Premierminister Boris Johnson will zwar das britische Parlament „aussperren“, um seinen No-Deal nicht zu gefährden. Doch der Widerstand – selbst in seiner eigenen Partei – wächst. Vielleicht wird am 14. Oktober ja nochmals gewählt. Auch hier bleibt das Ende offen. Und in Deutschland? Bei den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg konnten die etablierten Parteien gerade noch abwenden, dass die AfD in einem der beiden Parlamente zur stärksten Fraktion wurde. Der Warnschuss für die Berliner Koalition war laut und deutlich. Ob und ggf. wie man an der Spree darauf reagiert ist fraglich. Bleibt die Konjunktur. In Deutschland droht eine technische Rezession. Es wäre die erste seit 2013. Im produzierenden Gewerbe ist die Rezession bereits da. Der Branchenverband VDMA berichtet seit sieben Monaten sinkende Auftragseingänge, die Industrieproduktion war seit November jeden Monat rückläufig. Die Wirtschaft schrumpf also und die Exporte gehen zurück. Das Ende des zehnjährigen Booms ist damit eingeläutet. Auch international sieht es nicht besser aus. Der Handelskrieg hinterlässt überall seine Spuren.

Die Hoffnung liegt wieder mal auf der EZB

Bleibt mal wieder nur die Hoffnung auf eine weitere, geldpolitische Lockerung durch die EZB. Auf die konnten sich die Anleger in der Vergangenheit immer verlassen. Auch jetzt scheint es wieder so, dass die Zinsen noch weiter sinken werden und das nächste Ankaufprogramm der EZB nur noch auf seinen Startschuss wartet. Auch wenn die Kritik an der EZB lauter wird, scheinen die Zentral-Banker ihren einmal eingeschlagenen Kurs nicht ändern zu wollen. Das wiederum erfreut die Anleger in DAX, MDAX & Co.

Defensive Ausrichtung unserer Mandate

Uns ist das ganze Szenario weiterhin nicht geheuer. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten sind wir weiter leicht defensiv positioniert und haben im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen derzeit eine Absicherung von ca. 25 Prozent, wobei auch die Aktienquote insgesamt zurückhaltend ausgerichtet ist. Denn man sollte nicht vergessen: Nach dem September folgt der eigentlich als Crashmonat verschriene Oktober! Doch statistisch gesehen, ist das ein Fehlurteil, denn der DAX verbuchte im Schnitt der letzten Jahre ein Plus von o,4 Prozent. Und für den Dow Jones sind es immerhin noch 0,2 Prozent. Auch Börsenweisheiten haben so ihre Tücken.

Börse: Verkehrte Welt? Weisheiten auf dem Prüfstand | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:

Interview mit Fundplat | 13. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, in den vergangenen Tagen konnte man in den Zeitungen lesen, dass die Value-Ikone Warren Buffett Schwierigkeiten habe, im derzeitigen Umfeld attraktive Investment­gelegen­heiten zu finden. Auch Sie sind überzeugter Value-Investor. Stehen Sie vor ähnlichen Schwierigkeiten?
Man muss das präzisieren. Es ist nicht so, dass es schwierig ist, attrak­tive Unter­nehmen zu finden. Ich würde sagen, eher im Gegen­teil. Die Unter­nehmen sind da, wir haben einige inte­ressante Namen auf unserer Watch­list. Was uns aber zurück­haltend agieren lässt, ist der Preis. Der Mangel an Alter­nativen hat die Bewer­tungen vieler Aktien nach oben getrieben. Da liegt die Heraus­forderung, auch bei Warren Buffett. Ich sehe das allerdings weniger als Problem, denn Geduld und das Warten auf den richtigen Moment gehören beim lang­fristigen Inves­tieren dazu.

Als Value-Investor investieren Sie mit einer Sicherheits­marge, einem möglichst hohen Abstand zum inneren Wert einer Aktie. Die hohen Bewertungen drücken also auf diese Marge?
Die Sicherheitsmarge ist neben dem wirtschaft­lichen Burg­graben, dem «economic moat», über den unsere Unter­nehmen verfügen sollten und der Führung durch den Eigen­tümer eines der drei Kern­elemente unserer Value-Philo­sophie. Die klassische Value-Aktie nach den Kriterien von Benjamin Graham hat vielleicht nur einen kleinen Burg­graben, aber sie ist vor allem günstig und bietet eine hohe Sicher­heits­marge. Graham selber hat die Sicher­heits­marge bei rund 33 Prozent ange­setzt, sie dient als Puffer gegen Kurs­rück­schläge. Aktien, die aktuell eine Sicher­heits­marge bieten, sind beispiels­weise eine Freenet AG mit einer wunder­baren Divi­denden­rendite, oder eine Metro, bei der sich die Bilanz durch die Verkäufe von Immo­bilien und anderen Werten verbessern lässt. Wenn in vergleich­baren Fällen auch unsere übrigen Kriterien erfüllt sind, ist die Wahrschein­lich­keit, dass wir in diese Titel inves­tieren, hoch.

Daneben gibt es Unter­nehmen, bei denen die gute Qualität eine niedrige Sicher­heits­marge recht­fertigt. Wir nennen das «growth at a reasonable value». Unter­nehmen wie Ryman Health­care, Alibaba oder Alphabet zeichnen sich durch ein erhöhtes Umsatz­wachstum und eine starke Preis­setzungs­macht aus, haben aber auch ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Auch hier müssen dann die weiteren Kriterien erfüllt werden, es hängt also immer vom einzelnen Unter­nehmen in seiner Gesamt­heit ab.

Das hohe Kursniveau dürfte nicht anhalten, wir haben in den vergangenen Tagen erste Erschütterungen gesehen. Das sollte doch Chancen schaffen?
Die Frage ist wann. Das konjunkturelle Umfeld trübt sich in Folge des Handels­konflikts zwischen den USA und China stark ein. Der Welt­handel ist so stark einge­brochen wie zuletzt in den Rezessions­phasen Anfang der 2000er Jahre und nach der Finanz­krise. Die Einkaufs­manager­indizes des verarbei­tenden Gewerbes haben den Rück­wärts­gang eingelegt. Das zweite Quartal 2019 hat uns die schwächste Berichts­saison seit langem beschert. Das sind alles Faktoren, die für eine Korrektur am Aktien­markt sprechen.

Auf der anderen Seite haben wir aber die Noten­banken. Die Fed senkt möglicher­weise die Zinsen weiter, die EZB begibt neue TLTROs, senkt wahr­scheinlich den Einlagen­satz abermals und nimmt womöglich auch die Käufe von Anleihen wieder auf. In Deutschland wird über die Ausweitung von Negativ­zinsen der Geschäfts­banken diskutiert. Das macht Aktien aus Inves­toren­sicht grund­sätzlich attrak­tiver. Nicht zuletzt sollte US-Präsident Trump, der in den vergan­genen Monaten einer der grössten Unsicher­heits­faktoren für die Börsen war, mit Blick auf seine Wieder­wahl eigentlich ein grosses Interesse daran haben, das der Handels­konflikt nicht weiter eskaliert. Auch das wäre für die Aktien­märkte eine Unter­stützung. Die Frage ist jetzt, welches Szenario sich durch­setzt. Bis das Bild klarer wird, ist unserer Ansicht nach Vorsicht geboten.

Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld?
Bei uns kommt noch der eine oder andere Sonderfaktor hinzu. Unsere DNA liegt von Haus aus bei deutschen und euro­päischen Value-Neben­werten. Dieses Segment hat seit Mitte vergan­genen Jahres deutlich schwächer performed als etwa Standard- oder gar Growth-Werte aus den USA. Wir haben deshalb in den vergan­genen Monaten unseren Blick­winkel verbreitert und zum einen ausge­wählte Large Caps hinzu­gefügt, gleich­zeitig den geogra­phischen Horizont auf Länder wie die USA, Kanada oder Neu­seeland ausge­weitet. Ryman Health­care ist dafür ein Beispiel. Das Unter­nehmen betreibt Senioren-Resi­denzen und Alten­pflege­heime in Neu­seeland und nun auch in Australien. Rymann Health­care hat eine einzig­artige Kultur und geniesst in der Branche einen hervor­ragenden Ruf. Entsprechend lang sind die Warte­listen. Die Gewinne wachsen mit 15 Prozent pro Jahr. Wenn dann eine hinrei­chende Sicher­heits­marge gegeben ist, sind das typische Unter­nehmen, die wir suchen.

Aktuell sind wir allerdings eher zurück­haltend posi­tioniert, da wir aus unseren Indi­katoren heraus entspre­chende Warn­signale bekommen haben. Die hohe Cash-Quote resultiert unter anderem daraus, dass wir im Lauf der vergan­genen Monate Posi­tionen aufgelöst haben, die ihre Ziel­kurse erreicht hatten. Jetzt dient sie uns als Puffer gegen Rück­schläge, gleich­zeitig wollen wir natürlich auch unser Pulver trocken halten. Denn wie eingangs gesagt, haben wir einige inte­ressante Unter­nehmen im Fokus. Wenn deren Kurse wieder auf ein attrak­tives Niveau zurück­gehen, kaufen wir.