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Artikel von wallstreet-online | 12. November 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Geht die Rally an den Börsen weiter? Es spricht einiges dafür, dass DAX, Dow Jones & Co. noch nicht ihr volles Potential ausgeschöpft haben. Da sind zum einen die deutlich verbesserten Konjunkturerwartungen – insbesondere in China und Deutschland. Zum anderen ist mit Blick auf den Brexit und den Handelskonflikt zwischen den USA und China besonders von institutionellen Investoren sehr viel Cash aufgebaut worden, der potentiell investiert werden kann. Aber auch die meisten Privatanleger haben sich erst zuletzt wieder aus der Reserve locken lassen. Der Brexit, aber vor allem der Handelsstreit, haben zuletzt stark auf dem Sentiment der Marktteilnehmer gelastet. In diesem Umfeld wurde kaum investiert. Daher gibt es am Markt eine Überinvestition bei Anleihen, REITs und defensiven Aktien. Gleichzeitig sind zyklische Aktien historisch gesehen unterinvestiert. Die verbesserten Sentix Konjunkturerwartungen zeigen aber, dass sich dieser Pessimismus langsam auflöst. Auf der anderen Seite sind sich vor allem die institutionellen Investoren darüber im Klaren, dass die fundamentalen Differenzen zwischen Peking und Washington grundsätzlich noch eine ganze Weile anhalten dürften, auch wenn sich erste Annäherungen immer deutlicher abzeichnen.

Als wesentlicher Treiber für die positiveren Aussichten an den Börsen ist aber auch die erneute Bilanzausweitung der Notenbanken zu nennen. Für die Anlage der Liquidität bietet die Bondseite aufgrund der Bewertungen keine zufriedenstellende Alternative. Von daher bieten nur noch Aktien eine vernünftige Rendite.

Value-Werte deutlich unterbewertet

Bei der Liquidität gibt es also kaum Probleme. Wir als Value Investoren sehen aber auch noch andere Chancen. In Bezug auf Value-Titel waren wir in den letzten Jahren ja nicht gerade von Erfolg verwöhnt. Seit knapp zehn Jahren hält die Underperformance von Value- gegenüber Growth-Aktien inzwischen schon an. Derzeit spricht aber aus unserer Sicht einiges dafür, im Value-Bereich engagiert zu sein, denn der Spread beim Kurs-Buchwert-Verhältnis zwischen europäischen Value- und Growth-Aktien zeigt, dass Value deutlich unterbewertet ist. Gleichzeitig bieten europäische Value-Aktien mit rund vier Prozent eine attraktive Dividendenrendite. Deshalb finden wir mit Blick auf die insgesamt niedrigere Verschuldung klassische Value-Titel eher in Europa als in den USA.

Qualität und „economic moat“

Neben den häufig auch zyklischen, klassischen „Benjamin Graham Style“ Value Titeln mit hoher Dividendenrendite, wie etwa der Freenet AG, liegt der Fokus bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zunehmend auf den eigentümergeführten Qualitätstiteln mit strukturellem Wettbewerbsvorteil. Diese Qualitätsaktien zeichnen sich durch hohe Kapitalrenditen und einen stetig wachsenden Free Cash Flow aus. Zu solchen Titeln gehört z.B. auch die im Fonds hoch gewichtete Novo Nordisk Aktie, ein globaler Marktführer im Diabetesbereich. Novo Nordisk ist – unabhängig von der Bewertung – für uns übrigens ein Musterbeispiel für einen Value-Qualitätstitel. Denn die Anzahl der Diabetespatienten steigt aufgrund der Ernährungsgewohnheiten und dem Bewegungsmangel vieler Menschen weiter deutlich an. Novo Nordisk hat einen Marktanteil von knapp 50 Prozent bei Insulin und verfügt mit seinen Patenten über strukturelle Wettbewerbsvorteile. Die Dänen haben also einen sogenannten „economic moat“, das heißt  einen Burggraben um Ihr Geschäftsmodell aufbauen können, um es  vom Wettbewerb zu schützen.

Alibaba mit doppeltem Netzwerkeffekt

Auch beim chinesischen Internetgiganten Alibaba, ein Titel, der im Fonds ebenfalls vergleichsweise hoch gewichtet ist, steht dieser Wettbewerbsvorteil im Vordergrund. Dabei geht es vor allem um den seltenen doppelten Netzwerkeffektes. Sowohl die Produktanbieter und Händler wie auch die Kunden nutzen die Plattform. Dieser doppelte Netzwerkeffekt führt damit zu einem besonders breiten und tiefen Burggraben. Aufgrund des China/US Handelskrieges wurde bei Alibaba das zukünftige Wachstum im dynamischen chinesischen E-Commerce-Markt unserer Meinung nach in der Vergangenheit nicht richtig vom Markt eingepreist. Und genau das ist es ja, wonach wir beim Value-Investing suchen.

Börse: Geht die Rally weiter? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11895494-boerse-rally-weiter/all





Artikel von wallstreet-online | 28. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

An den Märkten scheint vorübergehend wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Wie zu hören ist, gibt es in den Gesprächen zwischen Washington uns Peking „signifikante Fortschritte“, der Brexit ist zwar noch nicht erledigt, aber die Hoffnung, dass es noch zu einer wie auch immer gearteten Einigung kommt, lebt weiter. Von Seiten der Konjunktur ist zwar keine Besserung in Sicht, aber, so die Hoffnung, das scheint mittlerweile eingepreist. Das ist zwar gefährlich, doch die Marktteilnehmer konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Zahlen zum dritten Quartal. Die sind zwar im Schnitt nicht berauschend, aber auch nicht so schlimm, wie von einigen befürchtet. Der DAX notiert in der Nähe seines Jahreshochs und an der Wallstreet herrscht noch etwas Uneinigkeit ob der laufenden Berichtssaison. Aber insgesamt ist die Börsenstimmung nicht schlecht.

Qualität entscheidet

Also Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das sind die Zahlen der Unternehmen. Wir als Value-Investoren schauen da besonders genau hin. Gibt es Unternehmen, die trotz einer vorübergehenden Schwäche vom Markt zu hart abgestraft wurden? Sind einzelne Aktien auf Grund unserer Analyse unterbewertet? Doch eine Unterbewertung allein ist noch kein Kaufargument. Die Unternehmen müssen auch eine gewisse Qualität aufweisen, bevor sie in das Portfolio des ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘ aufgenommen werden. Im Idealfall sind es Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis.

Aber: Was zeichnet eine Qualitätsaktie aus? Für uns gibt da klare Parameter. Die Unternehmen müssen nachhaltig schneller als das GDP wachsen, ihr Geschäftsmodell muss eine hohe Markteintrittsbarriere aufweisen, den sogenannten „Economic Moat“. Und schließlich legen wir Wert darauf, dass die Unternehmen einen „Business Owner“ haben, also einen starken Ankeraktionär, wie etwa eine Familie oder einen Hauptaktionär mit einer wertsteigernden Kapitalallokation. Wesentliche Merkmale sind hier hohe Kapitalrenditen („capital-light“), konsistent hohes Wachstum und ein Multiple oberhalb des Marktes. Wenn wir diese Aktien dann auch noch zu einem günstigen Preis bekommen, in unserem Sinne mit einer Sicherheitsmarge, dann haben wir einen starken BMW zum Preis eines Opels im Portfolio. Beispiele für diese Art von Unternehmen sind etwa der Pharmakonzern Novo Nordisk, das britische Spezialchemieunternehmen Croda, oder auch der neuseeländische Seniorenheim- und Klinikbetreiber Ryman Heathcare.

Eine diversifizierte Value-Strategie und der Faktor Zeit versprechen langfristig hohe Erträge

Und dann sollte man den Zeitfaktor nicht vergessen. Echte Qualitätsaktien rentieren sich vor allem langfristig, frei nach dem Motto „The time is the friend of good business”. Denn die Aktionärsrendite kommt zum größten Teil aus der fundamentalen Wertgenerierung durch Gewinn- und Cashflow-Wachstum, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe und weniger über die Bewertung.

Auf der anderen Seite sollten aber auch die „klassischen“ Value-Aktien wie etwa eine Sunrise, Hornbach, Metro oder Freenet nicht vergessen werden. Diese Strategie erfordert aber einen höheren Portfolioumschlag und eine größere Diversifikation. Value-Aktien sollte man nämlich verkaufen, wenn sie ihren fairen Wert erreicht haben. Der größte Teil der Aktienrendite wird bei solchen Aktien dann durch Bewertungseffekte, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe generiert.

Sowohl Investments in Qualitätsaktien als auch in „klassische“ Value-Titel sind für uns Value-Investing. Dies gilt allerdings nur, wenn die Aktien mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge gekauft werden und eine Aktionärsrendite versprechen, die deutlich über der Marktrendite liegt. Im aktuellen Marktumfeld, bei dem man auf dem derzeitigen Niveau durchaus Rückschläge einkalkulieren muss, sind dies entscheidende Faktoren.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11848364-boerse-bmw-preis-opels

„Manche Wette war einfach zu riskant“

Interview mit FONDS professionell | 1. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Mitten in die Finanzkrise von 2008 hinein aufgelegt, entwickelte sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen vom ursprünglichen Geheimtipp schnell zu einem der Topseller in der Branche. Zu Recht, wie dessen Portfolio manager Frank Fischer durch überdurchschnittliche Performanceergebnisse über die unterschiedlichsten Zeiträume mehrfach unter Beweis gestellt hat. Noch heute gehört der bei Morningstar in der Peergroup Mischfonds Euro flexibel geführte Fonds unter die Top Drei seiner Gruppe, was die längerfristige Per formance über zehn Jahre angeht. Was den Fonds und seinen Manager auszeichnet, ist das unbeirrbare Festhalten an einem value orientierten Managementansatz, der von einer tiefen Überzeugung geprägt ist. Frank Fischer selbst gehört zu den Pilgern von Omaha, die jedes Jahr zur Hauptversammlung der von Value-Legende Warren Buffett gemanagten Berkshire Hathaway reisen, um ihrem Vorbild wenigstens einmal im Jahr so nah wie möglich zu sein. Seit Anfang 2018 leidet der Fonds allerdings unter einer merklichen Perfor manceschwäche. Während Fischer in nahezu jedem Jahr davor nicht nur die Benchmark, sondern auch seine Peergroup hinter sich ließ, hinkt der Fonds auch im laufenden Jahr noch deutlich hinterher. Das hat auch beim verwalteten Fondsvolumen Spuren hinterlassen, das von seinen Höchstständen bei drei Milliarden Euro auf inzwischen noch 1,8 Milliarden Euro zurückgegangen ist. Wir wollten wissen, wie es dazu kommen konnte, und haben Frank Fischer zu einem gemein samen Analyse gespräch mit Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, gebeten.
Hans Heuser (FONDS professionell): Herr Fischer, 2016 und 2017 waren für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen durchaus erfolgreiche Jahre. 2018 kam dann der große Einbruch, von dem sich Ihr Fonds bis heute nicht recht erholt hat. Was ist passiert?

Frank Fischer (Shareholder Value Management): Der Zeitraum, den Sie ansprechen, war durchaus von einer ganzen Reihe von Verwerfungen geprägt. Angefangen von der Brexit-Entscheidung über die Wahl von Donald Trump bis hin zu immer noch weiter anhaltenden Zinssenkungen durch die Notenbanken. Fast schon typisch für uns ist der Impuls, genau in solchen Phasen die eine oder andere attraktiv bewertete Aktie zu kaufen. Wir haben solche Phasen in der Vergangenheit immer wieder gut nutzen können, eben weil wir von unserer Positionierung her in der Regel eine relativ hohe Cashposition halten. Das hat uns in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet, und das hat uns auch den hohen Zuspruch gebracht, den wir über weite Strecken gehabt haben. Im vergangenen Jahr haben wir das nicht gut gemacht. Dazu müssen wir einfach stehen, denn als Fondsmanager muss man meiner Ansicht nach auch einmal freimütig einräumen, wenn man falsch gelegen hat statt zu versuchen, die Entschuldigung bei jemand anders oder in der Marktentwicklung zu suchen. Dabei hatten wir die Zeit nach der Trump-Wahl sogar sehr gut genutzt. Dadurch sind wir sogar sehr viel besser als andere ins Jahr 2018 gestartet und haben das erste Quartal so gut abgeschlossen, dass wir uns erlaubt haben, in stärker aktivistische Anlageideen hineinzugehen.

Aber damit fing eigentlich die Schwächephase erst so richtig an?

Wir sind bis in den September vergangenen Jahres hinein insgesamt durchaus positiv für die Aktienmärkte geblieben, unter anderem weil die Sentiment-Indikatoren, die wir nutzen, uns signalisiert haben, dass die Anleger tatsächlich mehr Aktien haben wollten angesichts der schon damals extrem niedrigen Zinsen. Entsprechend sind wir im Oktober vergangenen Jahres regelrecht auf dem falschen Fuß erwischt worden, als es mit den Kursen nach unten ging an den Märkten. Ich habe an anderer Stelle gesagt: Wir haben richtig eins auf die Mütze bekommen. Was wir falsch eingeschätzt haben: Es fehlte die Marktbreite für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Von daher war sicher manche Wette, die wir eingegangen waren, zu riskant.

Detlef Glow (Refinitiv): Was muss man „aktivistisch“ in diesem Zusammenhang verstehen? Geben Sie uns ein Beispiel?

Der wichtigste Titel, den wir im Bereich solcher aktivistischen Ideen umgesetzt haben, war das Investment in die Telecom Italia. Wir waren von der Idee durchaus begeistert und hatten auf eine Abspaltungdes wertvollen Glasfasernetzes in Italien gesetzt. Allerdings hatten wir den Ausgang der Parlamentswahlen so nicht auf dem Zettel. Die Kombination aus einer linkspopulistischen und einer rechtsradikalen Regierung hat schließlich dazu geführt, dass aus der Abspaltung bisher nichts geworden ist. Dadurch konnte das Unternehmen weder seine Schulden reduzieren noch die von uns erhoffte Dividende zahlen.. Inzwischen ist die Position fast vollständig verkauft, denn die Entscheidung hat sich letztlich als Fehler herausgestellt. Wir waren überhaupt im vergangenen Jahr zu stark investiert. Denn auch andere Investments haben sich letzten Endes nicht so positiv entwickelt wie wir es erwartet hatten. Unsere Position in John Menzies, dem Flugzeugabfertiger zum Beispiel. Hier sind wir allerdings bis heute engagiert geblieben, weil wir eine deutliche Verbesserung unter einem neuen Management erwarten.

Heuser: Was haben Sie in der Zwischenzeit unternommen, um den Fonds wieder in ein besseres Fahrwasser zu bringen?

Wir haben sowohl auf der personellen Ebene als auch in Bezug auf unsere strategische Aufstellung Vieles neu justiert. Seit Anfang des Jahres ist Ralph Baumann der Leiter für unser Aktien-Research. Außerdem ist ein sehr talentierter Analyst mit dem Schwerpunkt Großbritannien, Irland und Skandinavien zu uns gestoßen. Als überzeugte Value-Investoren ist für uns eine eigene, detaillierte Unternehmensanalyse nach wie vor durch nichts zu ersetzen. In dieser Beziehung habe ich außerdem eine interessante Idee mit Blick auf unsere strategische Aufstellung aus Omaha mitgebracht, wo ich auch in diesem Jahr wieder die Hauptversammlung von Warren Buffetts Berkshire Hathaway besucht habe.

Glow: Das hört sich interessant an?

Diese Idee basiert auf einem Sparringsgespräch, wie es Warren Buffett beispielsweise mit seinem Partner Charlie Munger oder auch mit seinen beiden jüngeren Investment Managern, Todd Combs oder Ted Weschler, regelmäßig führt. Wie in einer Art Pro und Contra-Gespräch argumentiert der eine für ein Investment in eine Aktie, der andere versucht, möglichst viele und gute Argumente zu finden, die gegen dieses Investment sprechen. Das hat bei uns nicht auf die gleiche Weise funktioniert, aber wir haben es jetzt in etwas anderer Art umgesetzt.

Heuser: Was heißt in anderer Art?

Ursprünglich war meine Vorstellung, dass sich jeder meiner Mitstreiter hier im Haus, die ja zum Teil auch schon lange an Bord sind, eine bestimmte Branche vornimmt, und dann vor einem entsprechenden Investmentvorhaben den Gegenpart zu dem jeweiligen Aktienwert aus dieser Branche übernehmen sollte. Ich musste aber schnell feststellen, dass die Bereitschaft, sich auf eine bestimmte Branche zu konzentrieren beziehungsweise zu spezialisieren auf keine große Gegenliebe gestoßen ist. Die Idee an sich setzen wir dennoch um, wenn auch in anderer Form. Das heißt, wir kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung als Teilgruppe zusammen und jeder kann sich freiwillig und fallweise entscheiden, zu welcher Aktie und welcher Branche er aufgrund seiner Expertise diesen Gegenpart übernehmen will. Das läuft jetzt viel besser.

Ihrer Äußerung eben kann man entnehmen, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung eines überzeugten Value-Investors nichts geändert hat?

Warum sollten wir das tun? Nur weil wir gerade einmal eine etwas schwierige Phase durchlaufen? Ganz sicher nicht, denn an unserer grundlegenden Philosophie hat sich ja überhaupt nichts geändert. Wir setzen nach wie vor auf drei wesentliche Prinzipien bei unseren Investments. Als Erstes sollte eine Sicherheitsmarge vorhanden sein in dem Wert, den wir für den Fonds kaufen. Anders gesagt, der Einstandspreis sollte deutlich unter dem inneren Wert einer Aktie liegen. Wir nutzen Ausverkaufspreise um möglichst nur 60 Cent für einen Euro Wert bezahlen. Die Devise heißt günstig einkaufen, und dann auch die Geduld aufbringen, auf eine entsprechend erwartete Wertsteigerung zu warten. Man sollte nie den Wert des geduldigen Nichtstuns unterschätzen, aber auch nicht den Zeitpunkt verpassen, bei einem entsprechenden Kursgewinn auch wieder zu verkaufen. Dennoch: Der Preis allein ist für uns nach wie vor nicht das einzige Kriterium!

Glow: Und die beiden anderen Prinzipien?

Unsere zweite Prämisse ist, vor allem auf familien- und eigentümergeführte Unternehmen zu setzen. Auch das bietet natürlich kurzfristig keinen Schutz vor einem zeitweisen Kursrückgang. Man kann aber auf mittlere Sicht ziemlich sicher sein, dass die dahinter stehenden Menschen für ihre Miteigentümer (Aktionäre) arbeiten um nachhaltiggute Erträge zu erwirtschaften versuchen. Auch hier muss man unter Umständen die Geduld mitbringen, diese Wertsteigerung auch zu erleben. Und drittens achten wir darauf, dass es einen sogenannten Burggraben um ein Unternehmen herum gibt, in das wir investieren. Wir betrachten die Firma als eine Burg, die es durch einen strukturellen Wettbewerbsvorteil einem Wettbewerber schwer macht, in ihr jeweiliges Geschäftsfeld einzudringen.

Heuser: Wie sieht so ein Wettbewerbsvorteil aus?

Das können zum Beispiel Netzwerkeffekte sein, etwa bei einem Internetportal oder einem Software-Entwickler. Google ist als Quasimonopol für die Internetsuche das beste Beispiel dafür. Es gibt kaum ein Projekt in Bezug auf das Thema künstliche Intelligenz, an dem Google nicht in irgendeiner Form selbst forscht oder daran beteiligt wäre. Beispiele für einen solchen Burggraben können aber auch hohe Wechselkosten sein, etwa in der Medizintechnik oder bei speziellen Software-Anwendungen wie im ERP Bereich.

Glow: Wo finden Sie denn aktuell Werte, die ihren Prinzipien entsprechen?

Im Verlauf des ersten Halbjahrs haben wir zwei neue Werte ins Portfolio aufgenommen. Zum einen ist das der britische Kfz-Direktversicherer Admiral, am ehesten vergleichbar mit der hierzulande aktiven Cosmos Direct. Seit 10 Jahren investiert Admiral in das nun eintretende profitable Auslandswachstum. Was die Admiral Group auszeichnet, ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil der Kostenführerschaft. Besonders interessant ist, es dass 70 Prozent der Mitarbeiter selber Aktionäre sind. Der Gründer selbst hat vor kurzem aus Altersgründen seinen Rücktritt als CEO erklärt, hält aber selbst weiterhin knapp 11 Prozent an dem Unternehmen, und wird den Teufel tun, sich zur Ruhe zu setzen. Der Mann brennt regelrecht für sein Unternehmen und will nun die Expansion in die USA vorantreiben.

Und der zweite Wert?

Das ist ein neuseeländisches Gesundheitsunternehmen namens Ryman Healthcare, das mit einem Anteil von rund 3,5 Prozent am Fondsvermögen mittlerweile zu unseren Top-Fünf-Positionen gehört. Das auf Alters-Pflegedienste spezialisierte Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, als Entwickler und Betreiber von Seniorenheimen typische Missstände, wie sie in der Pflegebranche vorkommen, auszumerzen. Am besten drückt sich das in einem Grundsatz von Ryman Healthcare aus, wonach das eigene Angebot beziehungsweis die eigene Dienstleistung „gut genug für Mutti“ sein muss. Aber nicht nur das, auch die hoch gesteckten wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens überzeugen: Ryman Healthcare will alle fünf Jahre seinen Gewinn verdoppeln, was bedeutet, dass es rund 15 Prozent pro Jahr erwirtschaften muss und dies in den letzten 2 Jahrzehnten auch geliefert hat. Außerdem haben die Neuseeländer gerade ihre Expansion nach Australien in Angriff genommen.

Heuser: Wie gehen Sie im Fonds mit dem immer wichtiger werdenden Thema Nachhaltigkeit um?

Unsere potentiellen Investments für den Fonds werden nicht nur im Hinblick auf die Qualität des Geschäftsmodells, der Gewinnerwartungen und der Bewertung analysiert, sondern auch unter Einbeziehung von ESG- oder Nachhaltigkeitskriterien untersucht. In unserer schon 6-jährigen Zusammenarbeit mit Sustainalytics, einem auf Nachhaltigkeitsresearch spezialisierten Unternehmen, haben wir einen Katalog von Ausschlusskriterien festgelegt. Anhand dieser Filterkriterien wird sichergestellt, dass das Fondsvermögen nur in Unternehmen investiert wird, die ihrer ESG-Verantwortung nachkommen.

Ihr Ausblick aufs vierte Quartal?

Die konjunkturelle Entwicklung ist durch den USA/China Handelskrieg eingetrübt und dies macht sich in der Gewinnentwicklung einiger zyklischer Aktien bemerkbar, deren Kurse dies aber teilweise mit Ausverkaufspreisen reflektieren. Wir befinden uns heute in den USA nahe am all- time-high, aber der große Unterschied im Vergleich zum Vorjahr ist die geänderte Politik der Notenbanken. Sowohl die FED wie auch die EZB haben von restriktiv auf expansiv geschaltet, das sieht also supergesund aus. Unsere aktuelle Netto-Aktienquote liegt bei 80 %. Sobald wir durch den Oktober durch sind, könnten Anleger mangels Alternativen an den Zinsmärkten durchaus wieder vermehrt in die Aktien investieren Fallende Zinsen und gute Liquidität sind regelmäßig der Auslöser für eine positive Aktienmarktenwicklung.

Inwiefern?

Fischer: Fallende Zinsen bringen z.B. eine Entlastung für Hypothekenbesitzer. Geld, das nicht für die Finanzierung einer Immobilie gebraucht wird, kann in den Konsum fließen. Aktuell sind schon die ersten Anzeichen für den Wechsel aus den Growth- hin zu den Value-Titeln spürbar, getrieben von der Hoffnung auf eine verbesserte Konjunktur.

Vielen Dank für das Gespräch.
Hans Heuser

Interview mit Frank Fischer: „Manche Wette war einfach zu riskant“| fondsprofessionell.de:
https://www.fondsprofessionell.de/news/uebersicht/headline/frank-fischer-manche-wette-war-einfach-zu-riskant-156518/newsbild/1/

Analystenurteil: „Ein Basisinvestment für alle Investoren“
Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (DE000A0M8HD2) wird seit seiner Auflage am 15. Januar 2008 von dem erfahrenen Fondsmanager Frank Fischer nach den Prinzipien des wertorientierten Investierens (Value Investing), gemanagt. Trotz seines Namens richtet sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen an alle Investorengruppen. Neben den für Value-Investoren üblichen Bewertungs kriterien wurde von der Shareholder Value Management AG in Kooperation mit Sustainalytics ein Katalog von nachhaltigen, sozial verträglichen und umweltbezogenen Ausschlusskriterien definiert, die bei der Titelauswahl – zusätzlich zu den ökonomischen Auswahlkriterien – zum Einsatz kommen.
Frank Fischer ist als Fondsmanager für seine stringente Umsetzung des Value-Investings bekannt. Er achtet bei den ökonomischen Auswahlkriterien (Bewertungs- und Finanzkennzahlen) insbesondere auf die sogenannte Sicherheitsmarge (Margin of Safety), also den Discount zwischen dem Preis für die einzelnen Teile eines Unternehmens und dem Preis, der für das Unternehmen an der Börse gezahlt werden muss. Da diese Kennzahl nicht in den Reportings der Unternehmen enthalten ist, wird sie von den Analysten der Shareholder Value Management AG mithilfe von selbst entwickelten Bewertungsmodellen berechnet. Zudem bevorzugt Fischer eigentümergeführte Unternehmen und solche, die über einen strukturellen Wettbewerbsvorteil verfügen. Das Ziel des Portfoliomanagements ist neben der Generierung von langfristig überdurchschnittlichen Renditen auch die Reduzierung von Verlusten. Um dies zu erreichen, wird die Aktienquote des Fonds, durch den Einsatz von Cash, Rentenpapieren oder Derivaten flexibel an das Marktumfeld angepasst. Auch wenn es sich bei sogenannten Value-Fonds um grundsätzlich eher defensive Aktieninvestments handelt, müssen Investoren, die in einen solchen Fonds investieren wollen, über eine entsprechende Risikotragfähigkeit verfügen. Ebenso sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass auch Value-Fonds sich dem allgemeinen Markt umfeld nicht entziehen können und somit in negativen Marktphasen auch Verluste aufweisen können. Hinzu kommt, dass Fonds, die nach einem bestimmten Anlagestil gemanagt werden, im Vergleich zu ihrem Zielmarkt längere Phasen mit einer Underperformance aufweisen können.

Das 3. Quartal 2019 war von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf der einen und einer zunehmend expansiven Notenbankpolitik auf der anderen Seite geprägt. Der Handelsstreit mit China liegt als Dauerbelastung auf den Märkten und bremst das Wachstum. Dabei wechseln sich Zeichen der Entspannung mit scharfen Tönen und einer weiteren Eskalation ab. Hinzu kommt eine Vielzahl größerer und kleinerer globaler Konfliktherde, wie die Drohnen-Angriffe auf Saudi-Arabien, die Unruhen in Hongkong, die Finanzkrise in Argentinien und natürlich das Endlos-Drama des Brexits, das zunehmend auf ein „No-Deal“-Szenario hinsteuert. Das konjunkturelle Bild ist weltweit uneinheitlich. Während sich die US-Wirtschaft hinsichtlich privaten Verbrauchs und Beschäftigungszahlen vergleichsweise gut hält, wird das Wachstum in Europa vor allem von der Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland sind die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe Ende September auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2012 gerutscht, hier stellt der Transformationsprozess in der Automobilindustrie eine zusätzliche Belastung dar.

Die Notenbanken versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen (Fed) und einer Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms (EZB) gegenzusteuern. Allerdings können auch sie nur begrenzt das schwache konjunkturelle Umfeld kompensieren und nicht alle Auswirkungen des Handelsstreits ausbügeln. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die EZB klar wird, dass diese an den Grenzen des Machbaren angelangt ist. Vor diesem Hintergrund war das dritte Quartal an den Aktienmärkten durch starke Schwankungen und einen schwachen August geprägt. Zwar konnten die Verluste des Vormonats im September wieder weitgehend kompensiert werden, aber die Unsicherheit bleibt bestimmend.

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Die Investitionsquote des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im 3. Quartal spiegelt das uneinheitliche Stimmungsbild wider. Lag die Nettoaktienquote nach Absicherung zu Quartalsbeginn im Juli bei rund 71 % wurde sie im weiteren Verlauf angesichts der sich weiter eintrübenden Konjunktur und des sich verschärfenden Handelskonfliktes durch Absicherungen bis auf 48 % abgesenkt, wodurch der Fonds die Schwankungen des Marktes abfedern konnte. Zum Quartalsende waren wir der Meinung, bei der Konjunktur das Schlimmste hinter uns zu haben. Die vorsichtige Stimmungsaufhellung, verbunden mit der anhaltenden Liquiditätsflut der Notenbanken hat uns bewogen, offensiver zu werden, so dass die Aktienquote (brutto und netto) Ende September wieder bei rund 85 % und damit über ihrem historischen Durchschnitt von 70 % lag.

Wir haben das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im vergangenen Quartal verstärkt auf weniger zyklische Qualitätstitel ausgerichtet. Zu den Neuzugängen zählt das Diagnostikunternehmen Thermo Fisher Scientific Inc. Wir erwarten, dass der Diagnostikmarkt weiterwachsen wird, auch wenn die Wirtschaft sich insgesamt schwächer entwickeln sollte. Aus dem gleichen Grund haben wir unsere Position bei Croda International PLC ausgebaut. Croda ist im Life-Science-Bereich aktiv, auch in diesem Markt sehen wir weiter gutes Wachstum, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Ebenfalls zugekauft haben wir beim britischen KfZ-Versicherer Admiral Group PLC. Unter den Verkäufen im Quartal ist SolarEdge, ein Produzent von Photovoltaiksystemen. Der Kurs der Aktie hat sich seit dem Kauf fast verfünffacht, damit ist die Sicherheitsmarge nicht mehr gegeben.

Die Wertentwicklung des Fonds im 3. Quartal betrug -0,11 %. Die Werte mit dem größten positiven Performancebeitrag im Quartal waren Sunrise Communications AG, Ryman Healthcare Ltd. und Alphabet Inc. Am stärksten belastet haben WashTec AG, Bertrandt AG und METRO AG.

Ausblick

Ersten Frühindikatoren, wie der Citi US Economic Surprise Index zeigen, dass die Erwartungen an die Konjunktur langsam aber sicher nach oben gehen und sich Unsicherheiten sowie der Abbau von Lagerbeständen durch die Unternehmen dem Ende nähern. Zudem stellen EZB und Fed dem Markt verstärkt Liquidität zur Verfügung. Dieses Liquiditätsumfeld sowie ein potenziell möglicher „Fake-Deal“ zwischen Donald Trump und Xi Jinping sollten sich positiv auf die Märkte auswirken und die Börsen anschieben. Viele Investoren sind derzeit unterpositioniert und es herrscht Angst an den Märkten. In solchen Momenten ist es gut zu kaufen und verstärkt am Aktienmarkt investiert zu sein. Daher ist der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aktuell offensiver positioniert. Zudem haben wir einige Titel im Fonds, die voraussichtlich kurz vor Sondersituationen stehen und sich noch im vierten Quartal auswirken können. Verhalten optimistisch gehen wir dementsprechend auf das Jahresende zu und erwarten, dass wir dieses positiv schließen können, sofern keine negativen externen Faktoren hinzutreten.

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Das 3. Quartal 2019 war von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf der einen und einer zunehmend expansiven Notenbankpolitik auf der anderen Seite geprägt. Der Handelsstreit mit China liegt als Dauerbelastung auf den Märkten und bremst das Wachstum. Dabei wechseln sich Zeichen der Entspannung mit scharfen Tönen und einer weiteren Eskalation ab. Hinzu kommt eine Vielzahl größerer und kleinerer globaler Konfliktherde, wie die Drohnen-Angriffe auf Saudi-Arabien, die Unruhen in Hongkong, die Finanzkrise in Argentinien und natürlich das Endlos-Drama des Brexits, das zunehmend auf ein „No-Deal“-Szenario hinsteuert. Das konjunkturelle Bild ist weltweit uneinheitlich. Während sich die US-Wirtschaft hinsichtlich privaten Verbrauchs und Beschäftigungszahlen vergleichsweise gut hält, wird das Wachstum in Europa vor allem von der Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland sind die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe Ende September auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2012 gerutscht, hier stellt der Transformationsprozess in der Automobilindustrie eine zusätzliche Belastung dar.

Die Notenbanken versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit Zinssenkungen (Fed) und einer Neuauflage des Wertpapierkaufprogramms (EZB) gegenzusteuern. Allerdings können auch sie nur begrenzt das schwache konjunkturelle Umfeld kompensieren und nicht alle Auswirkungen des Handelsstreits ausbügeln. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die EZB klar wird, dass diese an den Grenzen des Machbaren angelangt ist. Vor diesem Hintergrund war das dritte Quartal an den Aktienmärkten durch starke Schwankungen und einen schwachen August geprägt. Zwar konnten die Verluste des Vormonats im September wieder weitgehend kompensiert werden, aber die Unsicherheit bleibt bestimmend.

Der Frankfurter Stiftungsfonds war während des 3. Quartals 2019 aufgrund der sich weiter eintrübenden Konjunktur und des sich verschärfenden Handelskonfliktes auf der Aktienseite insgesamt eher defensiv positioniert. Die Nettoaktienquote war im Verlauf des Quartals teilweise negativ und bewegte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die vorsichtige Stimmungsaufhellung, verbunden mit der anhaltenden Liquiditätsflut der Notenbanken hat uns bewogen, vorsichtig offensiver zu werden, so dass die Nettoaktienquote zum Quartalsende bei rund 26 % lag. Im 3. Quartal 2019 betrug die Performance des Fonds -0,74 %. Die Säule 1 erwirtschaftete einen positiven Performancebeitrag, während die Säulen 2 und 3 aufgrund ihrer negativen Wertentwicklung belastend wirkten.

Die insgesamt unbefriedigende Wertentwicklung des Frankfurter Stiftungsfonds in diesem Jahr (-2,61 % YTD) hat uns zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Anlagestrategie des Fonds bewogen. Im Ergebnis ist vorgesehen, den Frankfurter Stiftungsfonds zukünftig als defensiv ausgerichteten Multi-Asset-Fonds zu positionieren. Dabei bleiben als Kernbestandteile die drei Säulen erhalten. Die Säule 1 wird zu einem konzentrierten Aktienportfolio, welches sich aus ausgewählten Titeln des SVM-Anlageuniversums zusammensetzt. In der zweiten Säule werden auch weiterhin Optionsstrategien umgesetzt, um Volatilitätsprämien zu vereinnahmen. Säule 1 und 2 können je nach Marktlage durch Futures abgesichert werden. Die dritte Säule wird stabilisierende Elemente für das Gesamtportfolio, insbesondere Anleihen und Edelmetalle sowie Makro-Ideen, enthalten.

Diese optimierte Anlagestrategie hat zum Ziel dem Anleger langfristig attraktive Renditen zu bieten und dabei weiterhin den defensiven Charakter des Frankfurter Stiftungsfonds beizubehalten. Weitere Details werden im nächsten Investment-Update mit Frank Fischer und Ulf Becker am 5. November 2019 erläutert. Anmeldungen sind über anmelden.org/investment_update_mit_frank_fischer_und_ulf_becker möglich. Wie gewohnt, steht im Nachgang eine Aufzeichnung über unseren YouTube Channel Shareholder Value TV zur Verfügung.

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Artikel von wallstreet-online | 14. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Da war er wieder: Kaum hatte sich US-Präsident Donald Trump positiv über den Verlauf der neuen Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China geäußert, schossen die Kurse an den Börsen weltweit in die Höhe. Die Gespräche seien „wirklich gut“, sagte Trump. Und ein erstes, kleines Teilabkommen konnte auch vereinbart werden. Allein diese kleine Annäherung im Zollstreit geben Dow Jones, S&P 500, DAX & Co. neuen Auftrieb. Stellt sich nur die Frage: Ist das Ganze auch verlässlich? Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt: Nein!

Hoffen und Bangen gehören mit zur Börse. Aber ein vernünftiges Risikomanagement kann nicht auf täglich neuen Tweets basieren. Was passiert, wenn sich Trump mal wieder über irgendetwas ärgert, oder es nicht genau so läuft, wie er sich das verstellt. Dann folgt der nächste Wutausbruch – und alle Kursgewinne sind wieder dahin. Natürlich darf man die Stimmung an den Märkten nicht außer Acht lassen. Dafür ist „Mr. Market“ zu wichtig. Sich aber allein auf den Wankelmut des Marktes zu verlassen, ist auch nicht die Lösung.

Risikomanagement in unruhigen Börsenphasen

Zumindest für uns nicht. Klar gibt es Momentum-Strategien, die funktionieren. Gleiches gilt für einige Trendfolgemodelle. Wir setzen aber auf die fundamentale Analyse der einzelnen Werte im Portfolio unseres Mandats, dem ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘. Und hier halten wir weiterhin an den Prinzipien des Value Investing fest: Wir achten auf die Unterbewertung der einzelnen Titel, die sogenannte Sicherheitsmage, dass also das Risiko für einzelne Aktien nach unten hin begrenzt ist. Dann darauf, dass die Geschäftsmodelle der Unternehmen einen ‚Burggraben‘ gewährleisten, also einen strategischen Wettbewerbsvorteil haben. Schließlich auf einen disziplinierten Investmentprozess und dass unsere strengen Nachhaltigkeitsprinzipien eingehalten werden. Natürlich auch auf „Mr. Market“, denn es ist und war schon immer töricht, sich komplett gegen den Markt zu stellen, auch wenn wir lieber antizyklisch investieren. Hinzu kommt eine aktive Absicherungs- und Derivatestrategie, schließlich wollen wir die Einlagen unserer Kunden mehren und sie langfristig vor einem Vermögensverlust schützen.

Aktien, die stürmischen Zeiten standhalten

Dass Value-Aktien in letzter Zeit nicht gut gelaufen sind ist bedauerlich, aus unserer Sicht aber eine temporäre Angelegenheit, die (hoffentlich) bald wieder überwunden ist. Dieser Ansicht ist übrigens auch das ‚Wall Street Journal‘, das vor Kurzem titelte: „Die Jagd auf billige Aktien liegt wieder im Trend“. Wir würden sagen, in unterbewertete Aktien. Und dafür gibt es gute Gründe. Lange Zeit waren Wachstumstitel die Lieblinge der Anleger. Doch in Zeiten wachsender Unsicherheit, einer konjunkturellen Abschwächung rund um den Globus, dazu die schon angesprochenen Handelsbeschränkungen – all das treibt die Volatilität. In solchen Zeiten werden wieder unterbewertete Substanzwerte gesucht, die stürmischen Zeiten zumeist besser standhalten, als reine Wachstumswerte. Wenn solche Substanzwerte dann auch noch eigentümergeführt sind, bzw. das Management stark am Unternehmen beteiligt ist, dann sind das aus unserer Sicht die besten Voraussetzungen. Denn dann werden die Unternehmen nicht nur von Quartal zu Quartal gemanagt, sondern mit einer langfristigen Perspektive. Das minimiert das Risiko eines permanenten Vermögensverlustes. Deshalb halten wir auch an Unternehmen wie Novo Nordisk, Berkshire Hathaway oder Rayman Healthcare fest. Alles Werte, die eine solide Performance liefern. Dass für die Anlagephilosophie des Value Investing manchmal etwas Geduld nötig ist, muss man als Anleger leider in Kauf nehmen.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
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