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Artikel von wallstreet-online | 8. Juli 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Fragt man derzeit die Aktienanalysten nach ihrer Meinung zur Börsenentwicklung für das zweite Halbjahr 2019, dann gehen die meisten davon aus: Das Beste für das laufende Jahr ist bereits gelaufen! Aber, ist es das wirklich? Nicht unbedingt! Denn die kommenden Monate können durchaus für positive Überraschungen sorgen.

Gewinnerwartungen deutlich gesenkt

Nun gut, das erste Halbjahr 2019 hielt für Investoren ein Wechselbad der Gefühle bereit. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA schwelte weiter und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus, im weiteren Verlauf aber auch wieder für Angst bei den Investoren. Immerhin haben US-Präsident Trump und Chinas Regierungschef Xi in Osaka eine Art Waffenstillstand geschlossen. Das bedeutet zwar keine Lösung im Konflikt, aber Trump wäre nicht Trump, würde er den Handelskrieg einfach so im Sande verlaufen lassen. Doch selbst ihm dürfte klar sein, dass er den Bogen nicht überspannen darf, sonst leidet die US-Wirtschaft noch mehr, als sie dies jetzt schon tut. Dass sich hier bereits einiges zum Schlechten gewendet hat, zeigen die Erwartung der Analysten für die anstehende Berichtssaison. Sie hatten ihre Gewinnerwartungen schon im Juni deutlich gesenkt, nun scheinen die Unternehmen dies zu bestätigen. Denn in der sogenannten Vorberichtssaison müssen sie wesentliche Abweichungen der zu berichtenden Quartalszahlen von den Analystenschätzungen bekanntgeben. Das Resultat: In den USA fielen zwei Drittel der bisherigen Warnungen negativ aus! Dabei kamen überdurchschnittlich viele dieser Warnungen aus den Sektoren IT, zyklischer Konsum sowie Gesundheit. Sollte sich also die Berichtssaison als Enttäuschung erweisen, könnte dies wegen der aktuell hohen Bewertungen für einen Rücksetzer beim Dow Jones und dem S&P 500 sorgen. Dem können sich dann auch DAX, Eurostoxx 50 & Co. schwerlich entziehen.

Wirtschaft verliert weiter an Kraft

Hinzu kommt besonders in Deutschland, dass die Wirtschaft immer weiter an Kraft verliert. Das macht nicht nur der ifo-Index Monat für Monat deutlich. Auch das KfW-Mittelstandsbarometer bestätigte zuletzt den schwachen Ausblick besonders für das verarbeitende Gewerbe: Kleine und mittelgroße Unternehmen schätzen die Geschäftsaussichten so schlecht ein wie seit 2012 nicht mehr. Nimmt man dann noch einige Branchen hinzu, wird das Bild nicht besser. So hat der Chemieverband VCI seine Prognose für das zweite Halbjahr weiter zurückgenommen, wovon auch DAX-Werte wie BASF und Covestro nicht unberührt bleiben dürften.

Notenbanken stehen auf der Seite der Börsianer

Nun, alles schlecht? Nimmt man noch den anstehenden Brexit mit hinzu, der möglicherweise ein „No Deal“-Austritt wird, kann es einem als Anleger schon Angst und Bange werden … wären da nicht die Notenbanken. Auf die können sich die Börsianer anscheinend fest verlassen. So hat EZB-Chef Mario Draghi die Hoffnung genährt, dass die Europäische Zentralbank auf eine noch lockerere Geldpolitik zusteuert, als sie es sowieso schon tut. Und von der designierten neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird erwartet, dass sie Draghis Erbe der „ewigen Nullzinspolitik“ weiterführen wird. Auch von der FED scheint kein Gegenwind zu kommen. So will der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, vorerst zwar auf Zinssenkungen verzichten. Falls es mit der Wirtschaft aber schlechter laufe, könne sich das jederzeit ändern. Auf die Notenbanken scheint also Verlass zu sein.

Hoffnungen für das zweite Halbjahr

Was spricht noch für einen positiven Börsenverlauf im zweiten Halbjahr? Zum einen könnte sich im Handelsstreit zwischen den USA und China eine Lösung anbahnen, die den Märkten weiter Auftrieb geben wird. Damit würden sich für einige Branchen die Sorgenfalten wieder glätten. Dann hat die sich abschwächende Konjunktur bereits dafür gesorgt, dass sich viele Unternehmen den anstehenden Herausforderungen stellen und Anpassungen vornehmen, wie etwa der geplante Stellenabbau bei Bayer, Ford oder Schaeffler zeigt. Und: Wird der Brexit wirklich so schlimm wie befürchtet? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Wir glauben aber, dass sich die ein oder andere Hoffnung in Realität umwandelt. Deshalb halten wir bei unserem weltweit anlegenden Aktienfonds Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auch die relativ hohe Aktienquote für angebracht. Wir werden weiter auf Unternehmen wie den portugiesischen Windenergiebetreiber EDP Renováeis, das chinesische Internetunternehmen Alibaba, den Altersheimbetreiber Ryman Healthcare, den britischen Pflegedienstleister Mears Group und den deutschen Waschanlagenhersteller Washtec setzen. Sie sollen dabei helfen, dass die Performance des Fonds besser wird, als dies im ersten Halbjahr der Fall war.

Börse: Aussichten, Überraschungen und das Wechselbad der Gefühle | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11586466-boerse-aussichten-ueberraschungen-wechselbad-gefuehle





Das erste Halbjahr 2019 hielt für Investoren ein Wechselbad der Gefühle bereit. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA schwelte weiter und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus, im weiteren Verlauf aber wieder für Angst bei den Investoren. Trotz der Liquiditätsimpulse der Notenbanken bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild getrübt. Aufgrund der anhaltenden politischen Risiken behielt der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Halbjahr überwiegend eine neutrale Positionierung bei und erzielte insgesamt eine Wertentwicklung von -0,5 Prozent.

Den höchsten Beitrag zur Performance des Fonds im ersten Halbjahr 2019 lieferten der portugiesische Windenergiebetreiber EDP Renováeis, der deutsche Handelskonzern Metro und das chinesische Internetunternehmen Alibaba. Der Anbieter von erneuerbaren Energien Montauk Holdings, der britische Pflegedienstleister Mears Group und der britische Softwareentwickler Plus 500 lieferten die niedrigsten Ergebnisbeiträge.

Unter den Unternehmen, die im ersten Halbjahr 2019 neu in das Portfolio aufgenommen wurden, sind mit Ryanair Holdings PLC und Admiral Group PLC auch zwei Werte aus Großbritannien. Da viele Investoren das Vereinigte Königreich aus Sorge um einen harten Brexit meiden, bieten sich langfristig orientierten Investoren hier interessante Kaufgelegenheiten. Die Fluggesellschaft Ryanair ist einer der Kostenführer der Luftfahrtindustrie. Das Geschäftsmodell ist komplett auf Effizienz angelegt. Gleichzeitig weist Ryanair aufgrund der modernen Flugzeuge und der engen Bestuhlung eine vergleichsweise niedrige CO2-Belastung auf. Der Direktversicherer Admiral Group ist Kostenführer bei KfZ-Versicherungen in Großbritannien. Dieser Bereich dürfte nach unserer Auffassung von den wirtschaftlichen Konsequenzen eines harten Brexits relativ unberührt bleiben.

Das erste Quartal 2019 im Rückblick: Notenbanken befeuern die Erholung

Die Signale der US-Notenbank Fed Anfang 2019, ihre Normalisierungspolitik zunächst aufzuschieben, sowie die angekündigte Verlängerung des TLTRO-Programms der EZB, führten an den Kapitalmärkten nach dem Katastrophenmonat Dezember 2018 zu einer deutlichen V-förmigen Erholung. So konnte der MSCI World im Januar um gut acht Prozent zulegen. Gleichzeitig sorgte die Erwartung einer Lösung im Handelsstreit für positive Stimmung, die durch die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Stützung der Konjunktur noch gefestigt wurde. Die Impulse waren stark genug, um die latenten Konjunktur- und Brexitsorgen in den Hintergrund zu drängen. Das positive Umfeld führte dazu, dass im ersten Quartal fast alle Anlageklassen zweistellige Renditen erzielen konnten.

Da wir vor allem die politische Situation weiter für unberechenbar gehalten haben, waren wir im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Quartal mit einer Nettoaktienquote von zunächst 22 Prozent im Januar und 56 Prozent im Februar zu defensiv aufgestellt und konnten entsprechend von der positiven Aktienmarktentwicklung nur gering profitieren. Auch einzelne Unternehmen in Sondersituationen belasteten die Wertentwicklung des Fonds. Das Ziel dieser Investitionen war es, in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld unabhängiger von Marktentwicklungen zu agieren. Ein Beispiel für diese Investments ist die Telecom Italia. Wir hatten bei der Aktie positive Effekte aus der Deregulierung des italienischen Telekommunikationsmarktes erwartet. Die Rhetorik, der im Juni 2018 neu gebildeten italienischen Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung führte jedoch dazu, dass sich diese Erwartungen nicht erfüllt haben und der Kurs der Aktie einbrach. Die Belastungen wirkten noch bis ins erste Quartal 2019.

Aufgrund der defensiven Positionierung und der Effekte durch die Unternehmen in Sondersituationen erzielte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Quartal 2019 eine Performance von 0,94 Prozent.

Das zweite Quartal 2019: Enttäuschte Hoffnungen, deutlicher Marktrückgang im Mai

Die Gemengelage aus Brexit-Chaos, dem anhaltenden Handelskonflikt und dem Streit um mögliche Autozölle mit der EU trübten die Stimmung im Laufe des zweiten Quartals ein. Nicht zuletzt in Folge des Handelskonfliktes ist der Welthandel in einem Umfang eingebrochen, den man sonst nur aus Rezessionsphasen kennt. Die aggregierten Einkaufsmanagerindizes entwickelten sich im April und Mai rückläufig. Durch das Aufflammen der Handelsstreitigkeiten geriet die konjunkturelle Stabilisierung seit Jahresanfang ins Stocken, was zu einem Rückgang an den Aktienmärkten führte. Der MSCI World verlor im Mai über 5 Prozent, europäische Nebenwerte im MSCI Europe Small Cap fast 6 Prozent. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen erzielt im April und Juni mit 2,3% und 1,33% eine positive Performance welche hauptsächlich durch vielversprechende Einzeltitel getrieben wurde.

Die negative Performance im Mai wurde am stärksten durch Alibaba belastet, welche sich auch in der Gesamtperformance des zweiten Quartals wiederfinden (Q2 -1,42 Prozent). Im zweiten Quartal war der Fonds mit eine Brutto/ Netto Aktienquote von um die 75 Prozent nicht abgesichert. Das USD-Währungsexposure hingegen blieb auch im zweiten Quartal vollständig abgesichert.

Zum Ende des Quartals verliehen die Notenbanken den Märkten neuen Schwung. So spekulierte EZB-Präsident Draghi über die Notwendigkeit eines zusätzlichen Stimulus, sollte sich der wirtschaftliche Ausblick nicht verbessern. Auch Fed-Chef Jerome Powell signalisierte die Bereitschaft zu Zinssenkungen, wenn die konjunkturelle Lage das erfordere. Die Erwartung einer Geldschwemme sorgte für eine gute Stimmung an den Märkten, der DAX markierte ein neues Jahreshoch, der S&P 500 sogar ein neues Rekordhoch. Auch der der Wechsel an der Spitze der EZB von Draghi zu Lagarde wird nichts an der expansiven Politik der Notenbank ändern, da die Wachstumsdaten weltweit eher enttäuschend sind. Vor diesem Hintergrund erwarten wir in den kommenden Wochen eine anhaltende Volatilität und schließen temporäre Rückschläge nicht aus, auch wenn aktuell der Markt intakt aussieht.

Die relative schlechtere Wertentwicklung von europäischen Value Nebenwerten gegenüber großen Aktien und besonders US-Unternehmen zieht sich wie ein roter Faden seit 18 Monaten hin. Wir sind davon überzeugt, dass sich diese Schere auch wieder schließen wird. Daher gibt es auch keinen Anlass zu Veränderungen, ganz im Gegenteil investieren wir unverändert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben und Sicherheitsmarge, wie wir es seit mehr als 10 Jahren erfolgreich getan haben. Beispielsweise haben wir Titel wie Washtec oder Freenet mit hohen einstelligen Dividendenrenditen im Portfolio. Für uns als Value-Investoren bietet ein solches Umfeld immer wieder Gelegenheiten, attraktive Aktien zu günstigen Preisen zu erwerben. Wir haben deshalb im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im Juni die Cash-Quote erhöht und die Bruttoaktienquote auf 71 Prozent reduziert, um bei interessanten Value-Titeln mit Potential nachzukaufen und die entsprechende Liquidität zu haben.  Es ist nach wie vor so: Es gibt keine wirkliche Alternative zu Aktien.

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Das erste Halbjahr 2019 hielt für Investoren ein Wechselbad der Gefühle bereit. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA schwelte weiter und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus, im weiteren Verlauf aber wieder für Angst bei den Investoren. Trotz der Liquiditätsimpulse der Notenbanken bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild getrübt.

In diesem Umfeld wurde die Wertentwicklung des Frankfurter Stiftungsfonds vor allem von seiner Säule 1, dem Aktienportfolio belastet, welches im ersten Halbjahr eine negative Wertentwicklung von -1,76 Prozent verzeichnete. Für die Long-Positionierung der Säule 1 wird zu einem großen Teil in Aktien investiert, die nach der Anlagephilosophie auch seit Jahren erfolgreich im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen allokiert sind. Dadurch ergibt sich in diesem Teilportfolio sowohl ein Schwerpunkt im Small- und Mid Cap-Segment als auch bei Value-Titeln. Seit Mitte des letzten Jahres entwickeln sich europäische Value-Nebenwerte tendenziell schwächer als US-Large Caps, was sich belastend auf die Wertentwicklung der Säule 1 ausgewirkt hat (siehe Grafik).

Quelle: Bloomberg, Stand: 28.06.2019

Ein Teilportfolio von rund 20 Titeln, die sich relativ unabhängig vom Markt bewegen, entwickelte sich trotz der allgemeinen Markterholung im ersten Quartal leicht negativ und belastete auch die dahinter liegenden Absicherungen.

Die schwache Entwicklung der Aktienmärkte im zweiten Quartal wirkte sich ebenfalls negativ auf die Ertragssäule 2 „Volatilitätsstrategien“ aus. Aufgrund der schwächeren Aktienmärkte sind Optionen, mit denen Volatilitätsstrategien umgesetzt werden, ins Geld gelaufen und verloren leider an Wert. Die Säule 2 wies im ersten Halbjahr 2019 eine Wertentwicklung von -1,09 Prozent bei einer Volatilität von 1,79 Prozent auf.

Angesichts der Entspannung im Handelskonflikt wurden in der Säule 3, den Makro-Strategien, im März Positionen aufgebaut, die von einer zyklischen Erholung der Weltwirtschaft und entsprechend sukzessive steigenden Zinsen profitieren sollten. Die Signale der US-Notenbank Fed, ihre Normalisierungspolitik zunächst aufzuschieben, sowie die angekündigte Verlängerung des TLTRO-Programms der EZB, liefen diesen Positionen entgegen und beeinträchtigten im März die Entwicklung der Säule 3. Trotzdem lieferte die Säule 3 im ersten Halbjahr eine positive Wertentwicklung von 1,09 Prozent.

Enttäuschte Hoffnungen und Sorgen um ein Wiederaufflammen des Handelsstreits führten im Mai zu einem Rückgang der Aktienmärkte. Der MSCI World verlor 5,2 Prozent. Die defensive Ausrichtung des Frankfurter Stiftungsfonds erwies sich in dieser Situation als stabilisierend, so dass der Fonds seine Verluste im Mai auf 2,1 Prozent reduzieren konnte.

Insgesamt erzielte der Frankfurter Stiftungsfonds im ersten Halbjahr 2019 eine Wertentwicklung von -1,78 Prozent.

Auf das zweite Halbjahr werden wir den Fonds weiterhin deutlich defensiver als den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ausrichten. Ebenso wie dieser sollte der Frankfurter Stiftungsfonds von einer Erholung der europäischen Nebenwerte und der zu erwartenden weiterhin expansiven Notenbankpolitik profitieren. Die relative schlechtere Wertentwicklung von europäischen Value Nebenwerten gegenüber großen Aktien und besonders US Unternehmen zieht sich wie ein roter Faden seit 18 Monaten hin. Wir sind davon überzeugt, dass sich diese Schere auch wieder wird. Daher gibt es auch keinen Anlass zu Veränderungen, ganz im Gegenteil investieren wir unverändert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben und Sicherheitsmarge, wie wir seit mehr als 10 Jahren erfolgreich getan haben.

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Artikel von wallstreet-online | 27. June 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Noch ist nichts geschehen, aber allein die Bemerkung von EZB-Chef Mario Draghi, ein „zusätzlicher Stimulus“ sei notwendig, nährte die Hoffnung der Anleger, dass die Europäische Zentralbank auf eine noch lockerere Geldpolitik zusteuert, als sie es sowieso schon seit einer gefühlten Ewigkeit tut. Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, so Draghi, sei eine zusätzliche Lockerung notwendig. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar, sie gehörten zum Instrumentenkasten der EZB. Daraufhin kündigte dann auch noch der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, an, zunächst auf Zinssenkungen zu verzichten. Falls es mit der Wirtschaft aber schlechter laufe, könne sich das jederzeit ändern. Damit waren die meisten Marktteilnehmer zufrieden. Das war das Beste, was sie erwarten konnten. An den Börsen war in Erwartung einer weiteren Geldschwemme wieder Kauflaune angesagt. Der DAX markierte ein neues Jahreshoch, und auch der Dow Jones und der S&P 500 verbuchten zum Teil kräftige Kursgewinne. Der S&P 500 markierte sogar ein neues Rekordhoch.

Konjunktursorgen bleiben

Was jedoch bleibt sind die Sorgen um die weltweite Konjunktur. Das wissen auch Draghi und Powell. Der FED-Chef machte deutlich, dass die Wachstumsdaten auf der ganzen Welt enttäuschend seien. Und auch die Entwicklungen im Handel würden zu mehr Unsicherheit führen.

Zum Handelskrieg kommt jetzt noch ein Währungskrieg

Hier betritt nun US-Präsident Donald Trump die Bühne. Es wettert gegen die FED, diese habe „keine Ahnung“. Die Zinsen seien viel zu hoch. Und auch EZB-Chef Marion Draghi bekam sein Fett weg. Trump twitterte: „Mario Draghi hat gerade angekündigt, dass weiterer Stimulus kommen könnte, was den Euro gegenüber dem Dollar sofort fallen ließ. Sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten!“ Nun, ob Trump der richtige Mann ist, um über Fairness zu reden, sei mal dahingestellt. Seine Handelsstreitigkeiten mit der halben Welt haben immerhin zu einem erheblichen Teil dazu beigetragen, dass sich die weltweite Konjunktur abgeschwächt hat. Hier stellt sich Trump die Frage nicht, ob dies fair ist oder nicht. Aber seine Reaktion auf die jüngsten Notenbankbemerkungen machen eines deutlich: Trump befindet sich nicht nur in einem Handelskrieg, er wähnt sich auch in einem Währungskrieg, der ihm sein weiteres Vorgehen in den Handelsauseinandersetzungen erschwert.

Aktien bleiben weiterhin attraktiv

Was bedeutet die Notenbankpolitik aber für die Märkte? Der Chef von Union Investment, Hans Joachim Reinke, trifft es unserer Meinung nach auf den Punkt. Er sagte: „Die Empfehlung nach der Draghi-Rede lautet: Aktien und Immobilien.“ Nun, Immobilien sind nicht unsere Sache, aber das billige Geld wird die Aktienmärkte weiter beflügeln. Und was noch dazu kommt: Es herrscht noch viel Angst im Markt. Die jüngste Umfrage von Bank of America Merrill Lynch bei Fondsmanagern weltweit zeigte nämlich sehr deutlich, dass diese so pessimistisch sind, wie seit der Finanzkiese nicht mehr. Die Umfrage wurde jedoch vor den Äußerungen des Notenbanker erhoben. Vielleicht wurden viele von ihnen ja auf dem falschen Fuß erwischt und die Kurse laufen ihnen davon. Kehren diese Pessimisten in den Markt zurück, kommt noch mehr Schwung in die Kurse.

So haben auch wir bei den meisten unserer Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen die Aktienquote erhöht und die Absicherungen aufgelöst. Zu unseren Top-Holdings gehören weiterhin EDP Renovaveis, ein portugiesisches Unternehmen der Alternative Energien mit Schwerpunkt Windenergie, Chinas Internet-Gigant Alibaba, der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk sowie der MDAX-Titel Metro. Denn wenn die Party jetzt neuen Schwung bekommt, sollen unsere Anleger mit dabei sein.

Börse: Notenbanken geben der Party neuen Schwung | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11556060-boerse-notenbanken-party-schwung





Artikel von wallstreet-online | 13. June 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Investoren an der Wall Street waren geschockt. Die US-Behörden haben begonnen, die großen US-Tech-Konzerne Amazon, Facebook und Alphabet unter Druck zu setzen. Nach Recherchen des „Wall Street Journals“ kann die Federal Trade Commission (FTC) in Zukunft Verstöße gegen die Privatsphäre von Nutzern prüfen. Und auch bei Alphabet darf das Justizministerium in Zukunft Suchergebnisse und das Smartphone-Betriebssystem Android durchleuchten. Daraufhin verloren die Aktien von Amazon, Alphabet, Facebook und Apple zusammen rund 133 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Und das an einem einzigen Tag. Das ist fast so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung von SAP, Deutschlands wertvollstem Unternehmen.

Amerikanische und chinesische Konzerne dominieren den Markt

Das verdeutlicht aber auch die Größenordnung, in denen sich die FAANG-Riesen, also Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet bewegen. Und schaut man sich die 20 größten Internetunternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung an, so sind dies ausschließlich amerikanische und chinesische Konzerne. 11 US-Konzerne stehen 9 chinesische gegenüber, darunter hierzulande weitgehend unbekannte Größen wie Toutiao, Xiaomi, JD.com und Didi Chuxing. Geht man noch einen Schritt weiter und betrachtet die global wertvollsten Internet-Plattformen, ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier sind es neben den FAANG-Unternehmen vor allem chinesische Unternehmen wie Baidu, Alibaba und Tencent (BAT), die vorherrschend sind. Deshalb haben Analysten schon den großen amerikanisch-chinesischen Kampf um die Zukunft im Internet ausgerufen. FAANG vs. BAT lautet die einfache Formel. Dabei gilt Tencent als Chinas Antwort auf Facebook, Alibaba auf Amazon und Baidu auf Google/Alphabet. Und Baidu deckt Netflix mit seiner Video-Plattform iQiyi gleich mit ab.

Ungleiche Voraussetzungen

Der direkte Vergleich der beiden Gruppen hinkt aber. Sind die amerikanischen Tech-Giganten rund um die Welt aktiv, profitieren die BAT-Riesen vor allem von ihrem gigantischen Heimatmarkt. Schon heute besitzen mehr als 770 Millionen Chinesen ein Smartphone – Tendenz weiter stark steigend. Das hilft vor allem Unternehmen wie Tencent, das mit Blockbustern wie dem Online-Rollenspielen „Perfect World“ oder dem Mobile-Game „King of Honor“ eine gigantische Gelddruckmaschine aufgebaut hat. Ein weiteres Geschäftsfeld von Tencent sind Cloud-Dienste, deren Markt aber noch von Alibaba dominiert wird. Derweil ist das Kerngeschäft von Baidu seine Suchmaschine. Und mit iQiyi besitzt das Unternehmen zudem Chinas größte Video-Plattform. Besonders dieser Bereich verzeichnet ein enormes Wachstum. Zudem hat Baidu als erste unter den chinesischen Internet-Firmen in Künstliche Intelligenz investiert. Kurzum: Dynamik aller Orten, denn Chinas Konsumenten sind äußerst internetaffin und haben darüber hinaus eine komplett freigiebige Einstellung zur Privatsphäre und zum Datenschutz, was bei westlichen Verbrauchern undenkbar wäre.

Problemfelder Datenschutz und Zensur

Zwar haben Chinas Internet-Giganten kein Problem mit dem Datenschutz, sie leiden auf der anderen Seite aber unter einer strikten Zensur und der Einflussnahme der Zentralregierung in Peking. Das hat zum einen dafür gesorgt, dass sich Amerikas Konzerne vom Land der Mitte bisher fernhalten, auf der anderen Seite kann es aber auch für chinesische Unternehmen unangenehme Folgen haben. So hatte Peking kurzer Hand beschlossen, keine neuen Online-Spiele mehr zuzulassen. Da sich dieses Verbot über Monate hinzog, wurde der Aktienkurs von Tencent in dieser Zeit schwer belastet, ohne dass das Unternehmen etwas dagegen hätte machen können. Der laxe Umgang mit dem Datenschutz wird Chinas Unternehmen aber auch bei ihrer geplanten Expansion noch einige Kopfschmerzen bereiten. So hatte Alibaba ja schon vor Monaten angekündigt, in Europa vor allem Amazon Konkurrenz machen zu wollen. Bisher ist noch nichts in dieser Richtung geschehen. Das dürfte auch an den für Chinas Internetriesen ungewohnten Gesetzen, Auflagen und Richtlinien in Europa liegen. Diese stellen derzeit noch hohe Hürden dar.

US-Konzerne kontern mit Übernahmen und Innovationen

Derweil schläft aber auch die US-Konkurrenz nicht. So hat Alphabet gerade erst den Datenanalyse-Anbieter Looker für 2,6 Milliarden US-Dollar erworben. Und Amazon will schon in ein paar Monaten über „Prime Air“ Drohnen für die schnelle Auslieferung von Paketen einzusetzen. Diese Neuerungen und Innovationen werden sich fortsetzen. Deshalb ist es für Anleger zwar nicht risikolos, aber durchaus lohnend, in beiden Welten engagiert zu sein. Wir haben in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen unter anderem Alibaba und JD.com im Portfolio, auf der anderen Seite aber auch Alphabet. Denn wir sehen hier langfristig größere Chancen als Risiken.

Börse: Der ungleiche Kampf der BAT- und FAANG-Giganten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11518015-boerse-ungleiche-kampf-bat-faang-giganten





PRESSEMITTEILUNG – Frankfurt, 29. Mai 2019

Shareholder Value Management AG Verstärkt Vertrieb

  • Clara Menzel übernimmt Betreuung von Kunden aus dem Banken- und Sparkassensektor

Die Shareholder Value Management AG hat ihre Vertriebskapazitäten weiter ausgebaut. Seit dem 1. April 2019 verstärkt Clara Menzel (35) als Relationship Managerin das Team des Frankfurter Vermögensverwalters. Frau Menzel kommt von der SEB, wo sie seit 2010 verschiedene Positionen im Vertrieb und im Investment Banking innehatte. Zuletzt war sie als Sales Executive im Asset Management für Kunden aus dem Wholesale-Bereich zuständig. In ihrer neuen Funktion wird Clara Menzel schwerpunktmäßig Kunden aus dem Banken- und Sparkassensektor betreuen.

Clara Menzel berichtet an Philipp Prömm, der als Vorstand und Head of Sales das Marketing und den Vertrieb der Shareholder Value Management AG verantwortet. Er sagt: „Wir freuen uns, dass Clara Menzel zu unserem Team gestoßen ist. Mit ihr können wir die Betreuung unserer Kunden und Vertriebspartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz breiter aufstellen und die von uns gewohnte Servicequalität weiter verbessern.“

Pressekontakt:

Shareholder Value Management AG

Neue Mainzer Straße 1

D-60311 Frankfurt am Main

www.shareholdervalue.de

Philipp Prömm
Vorstand
philipp.proemm@shareholdervalue.de
Tel. +49 (0)69 66 98 30 18