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Artikel von procontra | Ausgabe 02|19

Interview mit Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Text von Julia Groth | ProContra | www.procontra-online.de

Frank Fischer ist Chef der Investmentboutique Shareholder Value Management, die unter anderem den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen verwaltet. Im Interview spricht er über Chancen bei Korrekturen und die Zukunft von Value-Strategien.

Frank Fischer: Ich betrachte Rücksetzer als Chance | procontra-online.de – Vollständiger Artikel unter:
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Artikel von wallstreet-online | 13. Mai 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es war wie immer eine große Show: laut, bunt, ein riesiges Gewusel. Die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway war wie in den letzten Jahren ein großes Fest mit mehr als 40.000 Aktionärsgästen, die sich an den Süßigkeiten von See’s Candies erfreuten und regen Kontakt zu all den Unternehmen aus dem weiten Reich der Berkshire-Beteiligungen suchten, die rund um die Veranstaltung ausgestellt hatten.

Man konnte sich austauschen, und Neues von den diesmal 67 deutschen Value Investoren lernen. Diese waren nicht alle Asset Manager oder institutionelle Investoren, sondern zum Teil auch private Anleger aus den USA und Kanada – die deutschen Wurzeln führten uns zusammen. Und das in einen viel zu kleinen, stickigen Raum, der für die deutsche Kolonie reserviert war. Trotzdem: es hat einfach Spaß gemacht.

Beeindruckend waren aber auch die eher leisen Töne, die zwischen den Zeilen zu hören waren. Auch beim großen Auftritt von Warren Buffett und Charlie Munger, den beiden Hauptprotagonisten dieser gigantischen Veranstaltung. Die beiden alten Herrn waren wie immer bester Laune, beantworteten analytisch und gleichzeitig auf äußerst unterhaltsame Art die vielen Fragen ihrer Aktionäre. Vor allem der mittlerweile 95-jährige Charlie Munger war beeindruckend. Auch wenn er inzwischen zum großen Teil an seinen Rollstuhl gefesselt ist und auch im Trubel der Hauptversammlung mal das ein oder andere Nickerchen einlegte – scharfzüngig, hellwach im Kopf und jeder Zeit zu bitter-süßen Kommentaren bereit, war es eine große Freude, diesen Mann auf der Bühne zu erleben.

Nachfolger stehen bereit

Derweil wirkte Buffett an einigen Stellen nachdenklicher als sonst und offener für Veränderungen als je zuvor. Mehrmals lässt er Greg Abel und Ajit Jain zu Wort kommen, um Fragen der Aktionäre zu beantworten. Abel ist für Berkshires Energiegeschäft verantwortlich und Jain für die die Versicherungssparte. Im vergangenen Jahr wurden beide zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs befördert, was allgemein als Zeichen dafür gesehen wird, dass sie eines Tages die Führung des Konzerns von Buffett und Munger übernehmen könnten.

Buffett hat beide bei mehreren Gelegenheiten aufgefordert, die Fragen der Aktionäre zu beantworten. Dabei saßen beide aber noch vor dem Podium auf Höhe des Publikums. Es würde nicht verwundern, wenn Greg Abel und Ajit Jain im kommenden Jahr zu den beiden Alten aufs Podium aufrücken würden. Dann hätten Buffett und Munger, „die beiden knorrigen Alten vom Balkon der Muppet Show“, wie sie auch spaßeshalber genannt werden, Gesellschaft auf ihrem „Balkon“. Die Nachfolge scheint geregelt.

Der Umgang mit Fehlern und Fehleinschätzungen

Was bei Buffett beeindruckte war derweil sein Umgang mit Fehlern und fehlgeschlagenen Einschätzungen. So erklärte er ganz nüchtern, was bei Kraft Heinz schiefgegangen ist. Er verwies darauf, dass er mit dem Partner 3G, der für beide das Engagement managt, einen Vertrag geschlossen habe, „der gerade mal eine Seite umfasst“, so Buffett. Er habe aber weiterhin volles Vertrauen in 3G, schließlich habe der brasilianische PE-Investor eine extreme Cost-Cutting Historie und folge dabei dem „zero-based-budgeting“-Prinzip. Was nicht anderes bedeutet, als dass das Unternehmen jedes Jahr wieder seine Kosten nachweisen müsse. Jedes Jahr! Und immer wieder aufs Neue.

Auf der anderen Seite gab Buffett offen zu, die Entwicklung und Stärke von Alphabet, also Google, falsch eingeschätzt zu haben. Und das, obwohl die Berkshire-Beteiligung Geico, Amerikas größter Autoversicherer, über Jahre hinweg Kunde bei Google war. Buffett nennt dies einen „error of emission“, also einen ‚Fehler des Auslassens‘, der ihm nicht hätte passieren dürfen.

Investitionen in Amazon & Co.

Deshalb hat er jetzt auch spät, aber nach seinen Worten nicht zu spät, in Amazon investiert. „Das ist die Aktie mit dem größten und weitesten Burggraben, die wir im Portfolio haben“, erklärte er dazu. „Amazon ist eine Aktie, die in ihrem Bereich noch über viele Jahre den Markt beherrschen wird.“ Dabei betonte Buffett auch, dass er wohl in absehbarer Zeit noch in andere Tech-Unternehmen investieren werde.

Dass Berkshire Hathaway aber nicht nur perspektivisch, sondern auch schnell und entschlussfreudig ist, zeigt das jüngste 10-Milliarden-US-Dollar-Engagement bei der Öl-Firma Occidential Petroleum, die in einer Übernehmeschlacht um den Konkurrenten Anadarko steckt. Diese Entscheidung war im Laufe eines Wochenendes gefallen, ließ Buffett wissen. „Charlie and I, we are still tap dancing to work“, beschreibt Buffett die Freude an der gemeinsamen Arbeit. Auch wenn Charlie Munger heute die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt – man glaubt es beiden aufs Wort.

Börse: Omaha: Bevorstehende Wachablösung bei der „Muppet Show“ | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11449284-boerse-omaha-bevorstehende-wachabloesung-muppet-show/all





Artikel von wallstreet-online | 29. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Lange war das Thema Öl aus dem Fokus der Börsianer mehr oder weniger verschwunden. Doch der Kampf ums schwarze Gold nimmt wieder Fahrt auf und wird immer härter ausgefochten. Und das gleich auf mehreren Ebenen, zum einen politisch, und dann entbrennen heftige Auseinandersetzungen und Übernahmekämpfe um neue Ölquellen und Reserven.

Trump treibt es wieder auf die Spitze

Besondere Brisanz bietet mal wieder die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Denn ab Mai dürfen auch die acht Länder, wie etwa die Türkei, kein Erdöl mehr aus dem Iran kaufen, denen die USA dies bisher mit einer Ausnahmeregelung gewährt hatte. Ansonsten drohen (mal wieder) US-Sanktionen. Die USA wollen dem Iran den Ölhahn zudrehen und die Zeichen stehen im Moment auf Verhärtung. Das Erdöl macht rund 60 Prozent der Exporte des Irans aus, daher dürfte das Ende der Ausnahmeregelung die iranische Wirtschaft schwer treffen. Die eigentliche Gefahr liegt aber woanders: Größter Abnehmer des Iran war zuletzt China mit über 600.000 Barrel pro Tag von insgesamt knapp 1,7 Millionen, die der Iran exportierte. Bleibt die Frage, wie sich die totalen Ölsanktionen auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China auswirken. Denn bisher ist noch kein Ankommen zwischen Washington und Peking unterzeichnet – die neuen Sanktionen könnten sich hier als neuerliches Hemmnis erweisen und die Hoffnungen der Börsianer auf ein Ende des Handelskrieges zunichtemachen. Eine heftige Korrektur an den Märkten wäre wohl die Folge.

Milliarden-Schlacht ist wohl erst der Anfang einer Übernahmewelle

Und dann der Kampf um neue Ölquellen und Reserven. Hier geht es um Milliarden von US-Dollar, wie der jüngste Bieterkampf um den texanischen Ölkonzern Anadarko zeigt. Eigentlich hatte Chevron, der zweitgrößte Ölkonzern der USA, die Übernahme für rund 50 Milliarden US-Dollar schon in trockenen Tüchern geglaubt, da legte der deutlich kleinere Konkurrent Occidental Petroleum ein Angebot über 57 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Und das für ein Unternehmen, das zu den kleineren in der Branche zählt, denn Anadarko hat im vergangenen Jahr gerade mal einen Gewinn von 615 Millionen US-Dollar ausgewiesen, und das bei einem Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Ob das schon das letzte Gebot ist, bleibt abzuwarten, schließlich würde der Deal für Chevron einen guten Zugang zu den umfangreichen Schieferölvorkommen im Permian Basin bedeuten, einer großen Ölabbauregion im Südwesten der USA. Analysten gehen davon aus, dass die „Schlacht um Anadarko“ erst der Anfang einer Übernahmewelle in der Branche ist. Als mögliche Ziele einer Übernahme werden bereits Conoco Resources, Diamondback und Noble Enegry genannt. Aber auch der spanische Ölkonzern Repsol könnte in den Fokus der Global Player rücken. Schließlich ist der Konzern in größerem Stil in Südamerika, aber auch in Kanada und Alaska engagiert. Das könnte Begehrlichkeiten wecken. Was auch dafür sprechen würde: Die Aktie der Spanier ist in Relation zu den US-amerikanischen Konkurrenten relativ günstig bewertet.

Vorboten einer Korrektur

Für unsere Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen haben diese Übernahmen aber eher eine geringe Bedeutung, da unsere Nachhaltigkeitskriterien ein Engagement bei den meisten dieser Unternehmen ausschließen. Wir achten vor allem auf die politischen Dimensionen und die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Hier liegt unserer Meinung nach ein viel größeres Risiko für die Börsen, als viele Marktteilnehmer dies möglicherweise berücksichtigt haben. Dass es im Zuge einer sich abschwächenden Weltkonjunktur und der gleichzeitigen Party an den Märkten in absehbarer Zeit wohl zu einer Korrektur kommen kann, sei hier nur am Rande vermerkt.

Öl & Börse: Der Kampf ums schwarze Gold wird immer härter! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11412056-oel-boerse-kampf-ums-schwarze-gold-haerter





Artikel von wallstreet-online | 16. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

„Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!“

Anleger neigen oft zu zwei Arten von Ängsten: Da ist zum einen die Angst, die guten Zeiten an der Börse zu verpassen. Und dann ist da die Angst vor Verlusten, wenn die Märkte mal wieder sehr volatil sind. Doch diese beiden Ängste stehen in einem Nullsummenverhältnis zu rationalen Entscheidungen. Je mehr man von diesen Ängsten beherrscht wird, desto weniger rational ist man.

Zugegeben, es gibt oft gute Gründe nervös zu werden. Derzeit ist es der Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump mit China vielleicht bald lösen wird, aber mit den Europäern wohl einen neuen Schauplatz eröffnet. Das nicht enden wollende Brexit-Chaos, das uns zumindest bis Ende Oktober weiter beschäftigen wird – wenn nicht gar noch länger. Denn diese Frist ist zu lang, um wirklich Druck auszuüben und zu kurz für Neuwahlen. Nicht zu vergessen die sich immer weiter abschwächende Konjunktur, vor der jetzt auch mit dramatischen Worten der IWF und EZB-Präsident Draghi warnt. Doch: Sind das Gründe für Angst? Nicht für längerfristig orientierte Anleger.

Was aber können Investoren tun, um sich in Richtung maximaler Rationalität zu bewegen? Ein Value-Kollege aus den USA, Vitaly Katsnelson, hat einen guten Rat parat, dem ich mich aus Überzeugung anschließe: Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!

Anleger haben oft zu wenig Geduld!

Denn: was bewegt die Aktienmärkte? Zunächst einmal sind es Menschen. Menschen mit sehr unterschiedlichen Zeithorizonten. Sie investieren direkt in Einzelaktien oder in Investmentfonds, haben dabei aber oft die Geduld von Fünfjährigen, nämlich gar keine. Sie traden hin und her und achten nur auf kurzfristige Entwicklungen, statt den Unternehmen zu vertrauen, in die sie investieren. Denn was machen Unternehmen? Sie investieren in die Zukunft. Langfristig und über Jahrzehnte hinaus. Mit Geduld und Weitsicht, wenn sie denn gut geführt sind.

Immer häufiger sind die Trader aber nicht einmal mehr Menschen, sondern Computeralgorithmen, die auf Variable reagieren, die wenig oder nichts mit den Geschäftsmodellen der Unternehmen zu tun haben, in das sie investieren – diese Spieler haben einen Zeithorizont von Millisekunden.

Anders, aber nicht viel besser sind passive Investments, die einfach einen Index abbilden, egal wie dieser zusammengesetzt ist. Will man derzeit unbedingt in Bayer investiert sein? Oder in Thyssen-Krupp oder die Deutsche Bank? Das kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Hat man aber einen ETF auf den DAX, ist man hier „zwangsinvestiert“. Man macht den Abschwung der Commerzbank mit, die von Wirecard im DAX ersetzt wurde, als diese groß genug war, aber nicht den Aufstieg von Wirecard dorthin.

Politische Unwägbarkeiten und die Notenbanken

Klar, auch gut geführte Unternehmen leben nicht im luftleeren Raum. Auch sie sind abhängig von politischen Rahmenbedingungen wie dem Handelsstreit oder ähnlichen politischen Unwägbarkeiten. Und natürlich von der Politik der Notenbanken. Während der letzten Finanzkrise, als die Zentralbanken den Geldpreis künstlich nach unten drückten, indem sie für Billionen Staats- und Unternehmensanleihen kauften, ließen sie die sowjetische Planwirtschaft wie ein Kinderspiel aussehen. Anstatt sich mit Kinderkram zu beschäftigen, wie z.B. die Preisgestaltung für Schuhe und Zucker, wie es die sowjetischen Zentralplaner taten, setzten ein paar Dutzend „marktwirtschaftliche“ Zentralbanker den Preis für das wichtigste Einzelgut, den risikofreien Zinssatz, der den Kern der meisten wirtschaftlichen Entscheidungen und die Bewertung aller Vermögenswerte bildet, in Richtung Null. Das kommt natürlich Unternehmen zugute, deren Erträge weit in der Zukunft liegen. Sie profitieren von den niedrigen Zinsen, während die Bewertung von Unternehmen, deren Erträge nicht so stark wachsen und sich auf die Gegenwart und die nahe Zukunft konzentrieren, diesen Vorteil nicht genießt.

Langfristige Ausrichtung wird belohnt

Dabei sind es solide geführte Unternehmen, die ein bewährtes Geschäftsmodell nachweisen können und sich seit Jahren im Wettbewerb behauptet haben, die langfristigen Erfolg bringen. So haben wir in unserem „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ zum Bespiel Unternehmen, die seit vielen, vielen Jahren Teil des Portfolios sind. Dazu gehört etwa die Sto SE, ein Hersteller von Farben, Putzen, Lacken und Beschichtungssystemen sowie Wärmedämmverbundsystemen und Bodenbeschichtungen. Sto zahlt eine Dividende von über 5 Prozent. Andere Beispiele sind der Autovermieter Sixt, oder WashTec und die Software AG. Auch Alphabet ist ein Langfristinvestment, mit dem wir sehr zufrieden sind und das seit Jahren kontinuierlich wächst. All das sind gute und solide geführte Unternehmen, denen wir als Value-Investoren auch weiterhin viel zutrauen. Da muss man nicht alle zehn Minuten ins Portfolio schauen!

wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11383168-boerse-schauen-staendig-portfolio





Januar

Ausgehend vom schwachen Jahresende 2018 kam es im Januar zu einer deutlichen Erholung an den Kapitalmärkten. Insbesondere die Bereitschaft der amerikanischen Notenbank ihre Normalisierungspolitik zu verschieben sowie die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China halfen trotz Konjunktur- und Brexitsorgen dem MSCI World (in Euro gerechnet) zu einem Zugewinn von gut 8 Prozent. Der Fonds konnte in diesem Umfeld knapp 4 Prozent zulegen. Die Bruttoaktienquote betrug 73 Prozent, die beta-adjustierte Nettoaktienquote lag bei 34 Prozent. Das USD-Exposure verblieb wie im Vormonat abgesichert. Alle drei Säulen konnten sich im Januar erholen. Zusätzlich unterstützte die starke Erholung in den Emerging Markets den Fonds. Die Edelmetalle entwickelten sich ebenfalls erfreulich, wobei die synthetische Gold-Position im Monatsverlauf veräußert und die synthetische Silber-Position beibehalten wurde.

Februar

Auch im Februar setzte sich der freundliche Jahresstart fort. Die Risiken im Hinblick auf einen Handelskrieg zwischen den USA und China sowie einen ungeordneten Brexit reduzierten. Der MSCI World (in Euro) legte um knapp 4 Prozent zu. Der Fonds konnte dieser Erholung nicht folgen und verlor gut ein Prozent an Wert. Die Bruttoaktienquote betrug 79 Prozent, die beta-adjustierte Nettoaktienquote lag bei 18 Prozent. Das USD-Exposure verblieb weiterhin abgesichert. Vor allem Säule 1 (Marktneutrales Aktienportfolio) trug zum Rückgang des Fondspreises bei, nachdem einige einzelne Aktien enttäuschende Unternehmenszahlen präsentierten. Säule 2 (Volatilitätsstrategien) beendete den Monat mit einem kleinen Minus, während Säule 3 (Makro-Ideen) leicht zulegen konnte. Neu aufgenommen in Säule 3 wurde eine Short-Position in zehnjährigen US-Staatsanleihen, nachdem die Zinsen seit dem Verlaufshoch im Herbst deutlich korrigiert haben.

März

Der März schließlich knüpfte an die seit Jahresbeginn anhaltenden Erholung an den internationalen Aktienmärkten an, nachdem die US-Notenbank ihre Kehrtwende vollendete und die Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China konstruktiv verliefen. Der MSCI World (in Euro) stieg um 2,7 Prozent, europäische Nebenwerte legten um knapp 1,4 Prozent zu. Der Fondspreis verlor, in diesem Umfeld ca. 2,4 Prozent. Verantwortlich hierfür waren vor allem Titel, die sich grundsätzlich durch ein hohes idiosynkratisches Risiko auszeichnen, d.h. die sich relativ unabhängig von der Marktentwicklung bewegen. Dieser Teil des Portfolios, ca. 20 Titel, entwickelte sich trotz der positiven Wertentwicklung des Gesamtmarktes leicht negativ, sodass wir sowohl auf den Titeln als auch dem dagegen liegenden Hedge verloren. Als Makroideen haben wir Trades aufgenommen, die von einer zyklischen Erholung der Weltwirtschaft profitieren sollten. Dazu gehörten beispielsweise auch Positionen, die von steigenden Zinsen profitieren sollten (Short UST). Diese sind aufgrund der sehr „dovishen“ Haltung der Notenbanken im Allgemeinen und der Fed im Speziellen gegen uns gelaufen. Die Bruttoaktienquote lag zum Monatsende bei knapp über 84 Prozent. Unter Berücksichtigung der Absicherungen betrug die beta-adjustierte Nettoaktienquote 26 Prozent. Der USD-Anteils des Fonds bleibt weiter währungsgesichert.

Rückblick 2018

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hat aus seiner Anlagestrategie heraus ein starkes Gewicht in europäischen Nebenwerten. In den letzten Jahren liefen Nebenwerteindizes wie der MDAX deutlich besser als Blue-Chip-Indizes. Das änderte sich im September und Oktober 2018, als die Erwartung weiter steigender Zinsen in Kombination mit globalen Konjunktursorgen (Handelsstreit bzw. wirtschaftliche Abkühlung in China) eine Trendwende einleiteten, in deren Verlauf Nebenwerteindizes deutlich stärker korrigierten. Als Folge hatten wir das Fondsportfolio im vierten Quartal 2018 defensiver ausgerichtet und die Nettoaktienquote auf unter 70 Prozent gesenkt.

2019

Die Signale der US-Notenbank Fed Anfang 2019, ihre Normalisierungspolitik zunächst aufzuschieben, führte an den Kapitalmärkten zu einer deutlichen V-förmigen Erholung. Unsere defensive Positionierung hat im Ergebnis dazu geführt, dass die Performance des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zwar insgesamt positiv ausfiel, relativ gesehen aber deutlich schwächer verlief. Die europäischen Nebenwerteindizes wurden unter anderem von britischen Nebenwerten nach oben gezogen, da die Märkte auf ein positives Ergebnis des Brexits wetten. Wir bleiben bei britischen Nebenwerten allerdings weiterhin untergewichtet, da wir diese Einschätzung nicht teilen und hier Vorsicht walten lassen. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben uns in dieser Haltung bestärkt, die politische Situation bleibt weiterhin unberechenbar.

Negative Belastungen durch Unternehmen in Sondersituationen

Performancebelastend wirkten sich im 1. Quartal einzelne Positionen aus, die wir bereits 2018 bei Unternehmen in Sondersituationen aufgebaut hatten. Unser Ziel war es, in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld von diesen Sondereffekten zu profitieren. Ein solches Unternehmen ist Telecom Italia, bei der wir positive Effekte aus der Deregulierung des italienischen Telekommunikationsmarktes einkalkuliert hatten. Die Rhetorik der im Juni neu gebildeten italienischen Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung führte jedoch dazu, dass diese Erwartungen nicht erfüllt haben und der Kurs der Aktie einbrach. Die Belastungen wirkten noch im 1. Quartal 2019. Wir haben unsere Position in der Telecom Italia mittlerweile stark reduziert. Den Kurs von John Menzies belastet der auch von uns begrüßte Abgang deren CEO, einem Logistikdienstleister für die Luftfahrtindustrie. Die Mears Group, ein Anbieter von Hausmeister- und Sozialfürsorgedienstleistungen, hat zwar interessante Ausschreibungen gewonnen die aber kurzfristig die Profitabilität belasten.

Positive Performancebeiträge lieferten Aktien, die von der Erholungsphase an den Märkten profitieren konnten. Dazu zählen zum Beispiel das Pharmaunternehmen Novo Nordisk, der Telekom-Anbieter Freenet AG oder Washtec AG, der Weltmarktführer für Autowaschanlagen. Einzelne Value-Werte wie Sixt Leasing mussten nach reduzierten Prognosen Kursverluste verbuchen. Hier halten wir aber an unseren Positionen fest und sehen im aktuellen Kursniveau attraktive Ausverkaufspreise.

Defensive Positionierung wird moderat angepasst trotz Impulsen aus China

Auch wenn aktuell noch viele Details ungeklärt erscheinen, sehen wir gute Chancen für eine Auflösung des Handelsstreits mit den USA. Gleichzeitig investiert die chinesische Regierung massiv in Infrastruktur, um ein Abkühlen der Konjunktur zu verhindern. Steuersenkungen und Liquiditätsspritzen dehnen das Maßnahmenpaket auf insgesamt ca. 370 Mrd. USD oder ca. 3,5% des Bruttosozialprodukts aus. Verschiedene Indikatoren, wie etwa die wieder anziehende Rohstoffnachfrage zeigen, dass die wirtschaftliche Verbesserung gelingen kann.

Daher haben wir die Nettoaktienquote wieder leicht erhöht, auch wenn wir unsere relativ defensive Positionierung grundsätzlich beibehalten. Wir haben neue eigentümergeführte Qualitätsaktien u.a. auch in Europa entdeckt und befinden uns im Aufbau der Positionen. Zu den in China schon länger gekauften Titeln zählen Alibaba, JD.com und Tencent Holdings.