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Artikel von wallstreet-online | 27. Mai 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Europa hat gewählt. Aber: Waren die Ergebnisse wirklich überraschend? Nicht wirklich. Die Fragmentierung des Parlaments hat weiter zugenommen und die Gewichte haben sich verschoben. Wie befürchtet, haben Christdemokraten (EVP) wie auch die Sozialdemokraten (S&D) herbe Verluste hinnehmen müssen, während die Rechtspopulisten (EKR) und EU-Skeptiker (EFDD) wie auch die Grünen zum Teil stark hinzugewonnen haben. Vor allem für Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gab es einen schweren Rückschlag, ist seine Partei La République en Marche (LREM) doch nur die Nummer zwei hinter der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen geworden. Die EU-Befürworter werden in Zukunft einen schweren Stand haben. Kein gutes Zeichen für die Zukunft der Europäischen Union.

Politische Börse

Die Ergebnisse der Wahl werden den Märkten in den kommenden Tagen noch Stempel aufdrücken. Auch der Brexit bekommt eine neue Dimension. Nach dem Rücktritt von Theresa May heißen die Favoriten für ihre Nachfolge Boris Johnson, der Ex-Außenminister, und Dominic Raab, der ehemalige Brexit-Minister. Doch wer das Rennen schlussendlich macht ist noch völlig offen. Die Liste der Bewerber ist lang – und der Brexit bekommt eine neue Dynamik. Aber auch Deutschland ist und bleibt ein Sorgenkind. Wir haben in der Bundesrepublik derzeit einen absoluten Reformstillstand. Das hat zur Folge, dass es etwa dem verarbeitenden Gewerbe so schlecht geht wie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Die Hoffnung, dass sich der globale Handel wieder stabilisiert ist und bleibt trügerisch. Und wenn sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter hinauszieht, wird das auch für Deutschlands Unternehmen sehr ungemütlich. Die EU ist derzeit ein sehr fragiles Gebilde. Die Aussichten, dass Europa den Anschluss an die beiden Großen der Welt, also USA und China, halten kann, sind derzeit alles andere als gut. Die Welt steuert auf eine G2-Machtverteilung zu. Europa hat hier längst den Anschluss verloren.

China bleibt Hoffnungsträger

So hat China ein riesiges Konjunkturprogramm aufgelegt. Wir reden hier von gut 370 Milliarden US-Dollar. Und das kann jederzeit weiter ausgebaut werden. Einige Dinge, wie etwa Steuersenkungen, wirken etwas zeitversetzt. Und sollte das nicht reichen, dann wird das Programm so lange ausgebaut, bis die Konjunktur wieder im ausreichenden Masse anzieht. Aber: davon wird auch der Rest der Welt profitieren. Das ist eine echte Hoffnung für die Zukunft. Und als Nebeneffekt kann Peking seinem Kontrahenten Trump auf diese Weise zeigen: Wir können auch ohne Dich!

Deshalb bleiben wir für die weitere Entwicklung an den Börsen auch optimistisch. Dies liegt zum einen an China, dessen Konjunktur sich weiter erholt. Auf der anderen Seite ist noch relativ große Unsicherheit im Markt. Viele Anleger halten sich deshalb bedeckt und investieren momentan eher vorsichtig in Aktien. Aber genau darin auch eine Chance. Denn: kommen diese Anleger in den Markt zurück, kann es schnell wieder aufwärts gehen.

Derzeit sind es vor allem die Unternehmen selbst, die für steigende Kurse sorgen, denn sie lassen enorme Aktienrückkaufprogramme laufen. Wenn man sich allein den S&P 500 anschaut, so ist der Level dieser Programme auf dem höchsten Niveau seit vielen Jahren. Wir reden hier pro Quartal von bis zu 900 Milliarden US-Dollar. Und das wird in diesem Jahr weiter fortgesetzt, das haben die Unternehmen bereits angekündigt. Zu den größten Unternehmen zählen hier etwa Apple, Oracle, Cisco Systems aber auch Banken wie JP Morgan Chase und die Bank of America. Man kann es fast auf die kurze Formel bringen: Amerikas Manager kaufen derzeit in einem Tempo eigene Aktien zurück, als gäbe es morgen keine mehr! Das treibt zwar die Kurse, kann aber auch nicht ewig so anhalten.

„Gut genug für Mutti!“

Deshalb diversifizieren wir die Portfolios unserer Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen weiter. So haben wir zwei neue Titel aufgenommen, zum einen den britischen Versicherer Admiral Group und das neuseeländische Unternehmen Ryman Healthcare, ein Gesundheitskonzern, der auf Pflegedienste spezialisiert ist. Als Seniorenheimbetreiber hat sich Ryman zum Ziel gesetzt Missstände in der Pflegebranche auszumerzen. Ihr Grundsatz ist, es muss ‚gut genug für Mutti‘ sein. Aber auch auf der finanziellen Seite ist Ryman vielversprechend. Das Unternehmen will alle fünf Jahre den Gewinn verdoppeln, also rund 15 Prozent pro Jahr erwirtschaften. Die Admiral Group ist wegen ihrer soliden Unternehmensbasis und einem stabilen Umsatzwachstum attraktiv. Außerdem werden 70 Prozent der Anteile von den eigenen Mitarbeitern gehalten. Und die wollen ihr Unternehmen natürlich weiter wachsen sehen. Da kann Europa gewählt haben, wie es will.

Börse: Europa hat gewählt – wir bleiben optimistisch | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11485695-boerse-europa-gewaehlt-optimistisch






Pressemitteilung | Frankfurt, 24. Mai 2019

Shareholder Value Management: Vorsicht an den Aktienmärkten ist geboten, aber die Chancen sind da.

  • Politische Börsen bestimmen das Geschehen
  • Handelsstreit lastet auf Industrieländern
  • Liquiditätsimpulse und wichtige Nachfragemechanismen für Aktien intakt

Die Gemengelage aus Brexit, dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und dem Streit um Autozölle hat die Finanzmärkte fest im Griff. „Es heißt ja, politische Börsen hätten kurze Beine. Aktuell sieht es aber so aus, als ob uns diese Themen noch in den nächsten Jahren begleiten würden“, konstatiert Ulf Becker, Vorstand und Co-Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG im Rahmen eines Investment-Updates. 

Dabei befinden sich die USA derzeit noch in einer Position der relativen Stärke, da sie den Streitthemen nur mit rund 1,5 Prozent ihres Bruttoninlandsproduktes (BIP) ausgesetzt sind, während der Anteil in China rund 4,3 Prozent ausmacht. „Und auch Deutschland ist mit immerhin 4 Prozent des BIP mittendrin, statt nur dabei“, so Becker.

Auf Sektor-Ebene hat die Konstellation vor allem im verarbeitenden Gewerbe Folgen. So sind die aggregierten Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe der entwickelten Länder (Developed Markets) seit Anfang 2018 stark rückläufig und erreichen das schwache Niveau der Schwellenländer (Emerging Markets). Vor allem Volkswirtschaften mit einer industriellen Basis sind betroffen, auch weil in den USA die Effekte von Präsident Trumps Steuerreform auslaufen. Der Welthandel ist in einem Umfang eingebrochen, den man sonst nur aus Rezessionsphasen kennt. Und auch an den USA selbst gehen die Krisen nicht spurlos vorbei, wie der deutliche Rückgang der Importe und Neuaufträge zeigt. Europa wiederum hat mit dem Brexit, der massiven Kapitalflucht aus der Türkei, dem Haushaltsstreit mit Italien, aber auch mit dem politischen Stillstand in Deutschland, eine Vielzahl eigener Brennpunkte.

Trotzdem lohnt es sich nach Einschätzung von Frank Fischer, Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, an Aktien festzuhalten: „Wir sehen durch die reduzierte Bilanzverkürzung und die angekündigte Pause bei den Zinserhöhungen der Fed Liquiditätsimpulse. Gleichzeitig sind die Aktienrückkäufe im S&P 500 auf einem Rekordniveau. Ein wichtiges Nachfrageelement ist damit weiterhin intakt.“ Die Unberechenbarkeit der politischen Entscheidungen in den USA birgt nach seiner Meinung auch die Chance auf ein rasches Ende des Handelskonfliktes: „Präsident Trump braucht für den anstehenden Wahlkampf positive Signale“, schätzt Fischer. Eine Lösung des Streits könnte den Aktienmärkten weitere Impulse verleihen. Derzeit sind Aktien aus dem Euroraum durch ihre Dividendenrenditen relativ zu Bonds attraktiv.

Im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hält Frank Fischer derzeit eine Nettoaktienquote von rund 74 Prozent und bewegt sich damit leicht über dem historischen Durchschnitt von 70 Prozent. Neu im Portfolio ist unter anderem der britische Direktversicherer Admiral Group. Das Unternehmen ist drittgrößter Kfz-Versicherer Großbritanniens mit einer klaren Kostenführerschaft. Neben einer attraktiven Bewertung und soliden Kennzahlen sprechen aus Sicht von Frank Fischer noch andere Aspekte für eine Investition in die Admiral Group. „Rund 70 Prozent der Mitarbeiter sind Aktionäre der Firma. Auch Gründer Henry Engelhardt hält weiterhin 11 Prozent der Aktien. Nach seinem Rücktritt als CEO arbeitet er seit 2017 wieder als Chef der US-Niederlassung. Der Mann brennt für seine Firma. Das sind die Merkmale, nach denen wir suchen.“

Mit Blick nach vorn rät Frank Fischer zur Vorsicht bei der Aktienauswahl. Gleichwohl sieht er für Value-orientierte Stockpicker auch in einem eher unsicheren Umfeld gute Chancen.

Pressekontakt:

Shareholder Value Management AG

Neue Mainzer Straße 1

D-60311 Frankfurt am Main

www.shareholdervalue.de

Philipp Prömm
Vorstand
philipp.proemm@shareholdervalue.de
Tel. +49 (0)69 66 98 30 18

Wichtiger Informationen:

Diese Pressemitteilung dient ausschließlich zur Information. Sie stellt kein Angebot dar, Fondsanteile zu erwerben. Diese Pressemitteilung ist lediglich eine Kurzdarstellung und ersetzt keine Anlageberatung. Sie wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Kauf von Fondsanteilen sind die aktuellen Verkaufsunterlagen: Verkaufsprospekt, Wesentliche Anlegerinformationen, Jahresbericht und Halbjahresbericht, falls dieser mit jüngerem Datum als der Jahresbericht vorliegt. Der Verkaufsprospekt enthält außerdem ausführliche Risikohinweise und nähere steuerliche Informationen. Die aktuellen Verkaufsunterlagen sind kostenfrei in digitaler Form unter www.axxion.lu erhältlich. Die Fondsanteile dürfen ausschließlich in Ländern zum Kauf angeboten oder verkauft werden, in denen ein solches Angebot zulässig ist. So dürfen Anteile dieses Fonds weder innerhalb der USA noch an oder für Rechnung von US-Staatsbürgern oder in den USA ansässigen US-Personen zum Kauf angeboten oder verkauft werden. Gleiches gilt für die Hoheitsgebiete oder Besitztümer, die der Gesetzgebung der USA unterliegen.






Artikel von Maximilian Märkl, CityWire | 24. Mai 2019

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Positiverer Ausblick auf die Märkte

Grund für die Anpassungen ist ein optimistischerer Ausblick auf die Aktienmärkte als noch zu Jahresanfang. Laut Fischer ergäben sich für Value-orientierte Stockpicker derzeit gute Chancen; auch wenn ein gemischtes Umfeld vorherrsche und Vorsicht bei der Aktienauswahl bestehen sollte.

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Zwei neue Titel  in das Portfolio aufgenommen

In das Portfolio kamen hingegen zwei neue Titel: Der britische Versicherer Admiral Group und das neuseeländische Unternehmen Ryman Healthcare. Das Gesundheitsunternehmen das sich auf Pflegedienste spezialisiert macht derzeit 2,5% des Portfolios aus während Admiral mit 1,5% allokiert ist.

„Als Seniorenheimbetreiber hat sich Ryman zum Ziel gesetzt Missstände in der Pflegebranche auszumerzen. Ihr Grundsatz ist, es muss ‚gut genug für Mutti‘ sein. Aber auch auf der finanziellen Seite ist Ryman vielversprechend. Das Unternehmen will alle fünf Jahre den Gewinn verdoppeln, also rund 15% pro Jahr erwirtschaften. Außerdem wird gerade eine Expansion nach Australien durchgeführt“, sagt Fischer.

Die Admiral Group ist wegen ihrer soliden Unternehmensbasis und einem stabilen Umsatzwachstum attraktiv. Außerdem werden 70% der Anteile von den eigenen Mitarbeitern der Gruppe Gehalten. Während der Gründer weiterhin zu 11% investiert ist und nach seinem Rücktritt als CEO nun die Expansion in die USA leitet. „Der Gründer brennt für das Unternehmen“, sagt Fischer.

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CityWire: Frank Fischer erhöht Aktienquote und löst Absicherung komplett auf | citywire.de – Vollständiger Artikel unter:
https://citywire.de/news/frank-fischer-erh%C3%B6ht-aktienquote-und-l%C3%B6st-absicherung-komplett-auf/a1232570?re=64793&ea=1081505&utm_source=BulkEmail_International+Daily+Germany&utm_medium=BulkEmail_International+Daily+Germany&utm_campaign=BulkEmail_International+Daily+Germany





Artikel von procontra | Ausgabe 02|19

Interview mit Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Text von Julia Groth | ProContra | www.procontra-online.de

Frank Fischer ist Chef der Investmentboutique Shareholder Value Management, die unter anderem den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen verwaltet. Im Interview spricht er über Chancen bei Korrekturen und die Zukunft von Value-Strategien.

Frank Fischer: Ich betrachte Rücksetzer als Chance | procontra-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://shareholdervalue.de/wp-content/uploads/2019/05/procontra-0219_Interview-Frank-Fischer.pdf





Artikel von wallstreet-online | 13. Mai 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es war wie immer eine große Show: laut, bunt, ein riesiges Gewusel. Die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway war wie in den letzten Jahren ein großes Fest mit mehr als 40.000 Aktionärsgästen, die sich an den Süßigkeiten von See’s Candies erfreuten und regen Kontakt zu all den Unternehmen aus dem weiten Reich der Berkshire-Beteiligungen suchten, die rund um die Veranstaltung ausgestellt hatten.

Man konnte sich austauschen, und Neues von den diesmal 67 deutschen Value Investoren lernen. Diese waren nicht alle Asset Manager oder institutionelle Investoren, sondern zum Teil auch private Anleger aus den USA und Kanada – die deutschen Wurzeln führten uns zusammen. Und das in einen viel zu kleinen, stickigen Raum, der für die deutsche Kolonie reserviert war. Trotzdem: es hat einfach Spaß gemacht.

Beeindruckend waren aber auch die eher leisen Töne, die zwischen den Zeilen zu hören waren. Auch beim großen Auftritt von Warren Buffett und Charlie Munger, den beiden Hauptprotagonisten dieser gigantischen Veranstaltung. Die beiden alten Herrn waren wie immer bester Laune, beantworteten analytisch und gleichzeitig auf äußerst unterhaltsame Art die vielen Fragen ihrer Aktionäre. Vor allem der mittlerweile 95-jährige Charlie Munger war beeindruckend. Auch wenn er inzwischen zum großen Teil an seinen Rollstuhl gefesselt ist und auch im Trubel der Hauptversammlung mal das ein oder andere Nickerchen einlegte – scharfzüngig, hellwach im Kopf und jeder Zeit zu bitter-süßen Kommentaren bereit, war es eine große Freude, diesen Mann auf der Bühne zu erleben.

Nachfolger stehen bereit

Derweil wirkte Buffett an einigen Stellen nachdenklicher als sonst und offener für Veränderungen als je zuvor. Mehrmals lässt er Greg Abel und Ajit Jain zu Wort kommen, um Fragen der Aktionäre zu beantworten. Abel ist für Berkshires Energiegeschäft verantwortlich und Jain für die die Versicherungssparte. Im vergangenen Jahr wurden beide zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs befördert, was allgemein als Zeichen dafür gesehen wird, dass sie eines Tages die Führung des Konzerns von Buffett und Munger übernehmen könnten.

Buffett hat beide bei mehreren Gelegenheiten aufgefordert, die Fragen der Aktionäre zu beantworten. Dabei saßen beide aber noch vor dem Podium auf Höhe des Publikums. Es würde nicht verwundern, wenn Greg Abel und Ajit Jain im kommenden Jahr zu den beiden Alten aufs Podium aufrücken würden. Dann hätten Buffett und Munger, „die beiden knorrigen Alten vom Balkon der Muppet Show“, wie sie auch spaßeshalber genannt werden, Gesellschaft auf ihrem „Balkon“. Die Nachfolge scheint geregelt.

Der Umgang mit Fehlern und Fehleinschätzungen

Was bei Buffett beeindruckte war derweil sein Umgang mit Fehlern und fehlgeschlagenen Einschätzungen. So erklärte er ganz nüchtern, was bei Kraft Heinz schiefgegangen ist. Er verwies darauf, dass er mit dem Partner 3G, der für beide das Engagement managt, einen Vertrag geschlossen habe, „der gerade mal eine Seite umfasst“, so Buffett. Er habe aber weiterhin volles Vertrauen in 3G, schließlich habe der brasilianische PE-Investor eine extreme Cost-Cutting Historie und folge dabei dem „zero-based-budgeting“-Prinzip. Was nicht anderes bedeutet, als dass das Unternehmen jedes Jahr wieder seine Kosten nachweisen müsse. Jedes Jahr! Und immer wieder aufs Neue.

Auf der anderen Seite gab Buffett offen zu, die Entwicklung und Stärke von Alphabet, also Google, falsch eingeschätzt zu haben. Und das, obwohl die Berkshire-Beteiligung Geico, Amerikas größter Autoversicherer, über Jahre hinweg Kunde bei Google war. Buffett nennt dies einen „error of emission“, also einen ‚Fehler des Auslassens‘, der ihm nicht hätte passieren dürfen.

Investitionen in Amazon & Co.

Deshalb hat er jetzt auch spät, aber nach seinen Worten nicht zu spät, in Amazon investiert. „Das ist die Aktie mit dem größten und weitesten Burggraben, die wir im Portfolio haben“, erklärte er dazu. „Amazon ist eine Aktie, die in ihrem Bereich noch über viele Jahre den Markt beherrschen wird.“ Dabei betonte Buffett auch, dass er wohl in absehbarer Zeit noch in andere Tech-Unternehmen investieren werde.

Dass Berkshire Hathaway aber nicht nur perspektivisch, sondern auch schnell und entschlussfreudig ist, zeigt das jüngste 10-Milliarden-US-Dollar-Engagement bei der Öl-Firma Occidential Petroleum, die in einer Übernehmeschlacht um den Konkurrenten Anadarko steckt. Diese Entscheidung war im Laufe eines Wochenendes gefallen, ließ Buffett wissen. „Charlie and I, we are still tap dancing to work“, beschreibt Buffett die Freude an der gemeinsamen Arbeit. Auch wenn Charlie Munger heute die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt – man glaubt es beiden aufs Wort.

Börse: Omaha: Bevorstehende Wachablösung bei der „Muppet Show“ | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11449284-boerse-omaha-bevorstehende-wachabloesung-muppet-show/all





Artikel von wallstreet-online | 29. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Lange war das Thema Öl aus dem Fokus der Börsianer mehr oder weniger verschwunden. Doch der Kampf ums schwarze Gold nimmt wieder Fahrt auf und wird immer härter ausgefochten. Und das gleich auf mehreren Ebenen, zum einen politisch, und dann entbrennen heftige Auseinandersetzungen und Übernahmekämpfe um neue Ölquellen und Reserven.

Trump treibt es wieder auf die Spitze

Besondere Brisanz bietet mal wieder die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Denn ab Mai dürfen auch die acht Länder, wie etwa die Türkei, kein Erdöl mehr aus dem Iran kaufen, denen die USA dies bisher mit einer Ausnahmeregelung gewährt hatte. Ansonsten drohen (mal wieder) US-Sanktionen. Die USA wollen dem Iran den Ölhahn zudrehen und die Zeichen stehen im Moment auf Verhärtung. Das Erdöl macht rund 60 Prozent der Exporte des Irans aus, daher dürfte das Ende der Ausnahmeregelung die iranische Wirtschaft schwer treffen. Die eigentliche Gefahr liegt aber woanders: Größter Abnehmer des Iran war zuletzt China mit über 600.000 Barrel pro Tag von insgesamt knapp 1,7 Millionen, die der Iran exportierte. Bleibt die Frage, wie sich die totalen Ölsanktionen auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China auswirken. Denn bisher ist noch kein Ankommen zwischen Washington und Peking unterzeichnet – die neuen Sanktionen könnten sich hier als neuerliches Hemmnis erweisen und die Hoffnungen der Börsianer auf ein Ende des Handelskrieges zunichtemachen. Eine heftige Korrektur an den Märkten wäre wohl die Folge.

Milliarden-Schlacht ist wohl erst der Anfang einer Übernahmewelle

Und dann der Kampf um neue Ölquellen und Reserven. Hier geht es um Milliarden von US-Dollar, wie der jüngste Bieterkampf um den texanischen Ölkonzern Anadarko zeigt. Eigentlich hatte Chevron, der zweitgrößte Ölkonzern der USA, die Übernahme für rund 50 Milliarden US-Dollar schon in trockenen Tüchern geglaubt, da legte der deutlich kleinere Konkurrent Occidental Petroleum ein Angebot über 57 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Und das für ein Unternehmen, das zu den kleineren in der Branche zählt, denn Anadarko hat im vergangenen Jahr gerade mal einen Gewinn von 615 Millionen US-Dollar ausgewiesen, und das bei einem Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Ob das schon das letzte Gebot ist, bleibt abzuwarten, schließlich würde der Deal für Chevron einen guten Zugang zu den umfangreichen Schieferölvorkommen im Permian Basin bedeuten, einer großen Ölabbauregion im Südwesten der USA. Analysten gehen davon aus, dass die „Schlacht um Anadarko“ erst der Anfang einer Übernahmewelle in der Branche ist. Als mögliche Ziele einer Übernahme werden bereits Conoco Resources, Diamondback und Noble Enegry genannt. Aber auch der spanische Ölkonzern Repsol könnte in den Fokus der Global Player rücken. Schließlich ist der Konzern in größerem Stil in Südamerika, aber auch in Kanada und Alaska engagiert. Das könnte Begehrlichkeiten wecken. Was auch dafür sprechen würde: Die Aktie der Spanier ist in Relation zu den US-amerikanischen Konkurrenten relativ günstig bewertet.

Vorboten einer Korrektur

Für unsere Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen haben diese Übernahmen aber eher eine geringe Bedeutung, da unsere Nachhaltigkeitskriterien ein Engagement bei den meisten dieser Unternehmen ausschließen. Wir achten vor allem auf die politischen Dimensionen und die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Hier liegt unserer Meinung nach ein viel größeres Risiko für die Börsen, als viele Marktteilnehmer dies möglicherweise berücksichtigt haben. Dass es im Zuge einer sich abschwächenden Weltkonjunktur und der gleichzeitigen Party an den Märkten in absehbarer Zeit wohl zu einer Korrektur kommen kann, sei hier nur am Rande vermerkt.

Öl & Börse: Der Kampf ums schwarze Gold wird immer härter! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11412056-oel-boerse-kampf-ums-schwarze-gold-haerter