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Kommentar von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 04. Mai 2020 | www.shareholdervalue.de

Covid-19 hat die Weltwirtschaft im Griff

Die Corona-Krise hat Wirtschaft und Gesellschaft weltweit im Griff. Länder wie China, Korea und Taiwan sind auf dem Weg zurück in die Normalität. Die andauernden Kontrollmaßnahmen in der Öffentlichkeit machen aber deutlich, dass man von einer Situation, wie sie vor dem Ausbruch der Pandemie bestand, auch dort noch weit entfernt ist. In anderen Teilen der Welt, unter anderem den USA, Afrika, Indien und Südamerika sowie Teilen Europas, tobt weiterhin der Kampf gegen den Virus.

Das staatliche Vorgehen spaltet zunehmend die westlichen liberalen Gesellschaften und lähmt die internationalen Lieferketten und damit die Weltwirtschaft. Wir befinden uns in einer globale Rezession und die psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 werden Narben u.a. auch in Form von exorbitanten Schulden hinterlassen, mit denen wir uns noch lange auseinandersetzen müssen. Nach den starken Einbrüchen an den Weltbörsen im März machte sich im April an den Börsen vorsichtiger Optimismus breit. Dieser war vor allem in den massiven politischen und monetären Aktionen unter Einbeziehung der Notenbanken begründet: Anders als zu Zeiten der Finanzkrise, als insbesondere Europa nur langsam Maßnahmen ergriff, haben die Regierungen diesmal weltweit zwar nicht konzertiert, aber zumindest schnell gehandelt. Trotzdem wird es 2020 zu einer echten weltweiten Rezession kommen.

Was bedeutet das für die Unternehmen?

Die aufkommende Rezession spiegelt sich naturgemäß in den Unternehmensergebnissen wider, wie die laufende Berichtssaison zeigt. Bei den Unternehmen sind unterschiedliche Entwicklungen erkennbar: Branchen wie Gastronomie, Reise- und Luftfahrtunternehmen liegen am Boden. Hier kommen die Liquiditätshilfen in einigen Fällen möglicherweise zu spät oder es ist mit Verwässerungen durch Kapitalerhöhungen zu rechnen. Aber andere Branchen konnten in der Krise sogar zulegen. Dazu gehören die FAANG-Werte Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google/Alphabet, sowie Microsoft. Die in der Lockdown-Phase besonders gefragten Dienste von Amazon führten sogar zu neuen Höchstkursen.

Homeoffice, Online-Konferenzen und ein schneller Datenaustausch und -zugriff haben in der Krise stark an Bedeutung gewonnen. Mit Ausnahme von Netflix hatten all diese Unternehmen bereits vor der Krise hohe Cash-Reserven. Das macht sie weniger anfällig für die Folgen einer Rezession als etwa Unternehmen, deren Bilanzen schon vor dem Virus-Ausbruch „auf Kante genäht“ waren.

Was heißt das für einen Value-Investoren?

Wir sind überzeugte Value-investoren. Die klassische Value-Definition wurde von Benjamin Graham aufgestellt und bezeichnet Aktien, die sich primär durch niedrige Bewertungen, einen hohen Substanzwert und eine hohe Dividendenrendite auszeichnen. Wir haben unseren Value-Ansatz seit den 90er Jahren konsequent weiterentwickelt. Wie Warren Buffett und Charlie Munger glauben wir, dass die Kapitalrendite eines Unternehmens einen höheren Einfluss auf die Performance der Aktie hat als der Preis, der für die Aktie gezahlt wurde. In dieser „Modern Value“-Perspektive ist also nicht der Preis allein entscheidend, sondern die Höhe der künftigen Cash-Flows. Dieser Ansatz erlaubt auch die Investition in höher bewertete Aktien, wenn sie eigentümer- und familiengeführt sind, über strukturelle Wettbewerbsvorteile, den wirtschaftlichen Burggraben sog. „Moat“, verfügen und die Aktie, gemessen am erwarteten künftigen Cash-Flow, eine Sicherheitsmarge bietet.

Wie agiert der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen derzeit?

Aus diesem Grund setzen wir im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen den Fokus in erster Linie auf Firmen, die die Krise mittelfristig möglichst stabil überdauern werden oder sogar gestärkt daraus hervorgehen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist eine gesunde Bilanz, die sich insbesondere durch eine hohe Liquidität und eine niedrige, auf das jeweilige Geschäftsmodell abgestimmte, Verschuldung auszeichnet. So haben Unternehmen wie z.B. Amazon eine Liquidität von über 55 Mrd. US-Dollar oder Alphabet von nahezu 120 Mrd. US-Dollar. Ähnliches trifft auch auf die kleineren Firmen zu, aus denen das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zum Großteil besteht. Wir suchen und investieren weiterhin in stabile Geschäftsmodelle mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen.

Dies bezeichnen wir als wirtschaftlichen Burggraben. Idealerweise werden diese Unternehmen inhabergeführt, wie es auch bei Alphabet, Facebook und Amazon oder Alibaba der Fall ist. Das Aktienportfolio besteht aktuell zu knapp 50 % aus solchen „Modern Value“-Firmen mit einem breiten und tiefen wirtschaftlichen Burggraben. Nebenwerte wie unser Portfoliowert secunet Security Networks AG erleben mit Cybersecurity-Diensten und sicheren Netzwerkarchitektur-Produkten (SINA genannt) durch die Corona-Krise gerade eine Sonderkonjunktur. Die Aktie notiert mittlerweile auf einem Allzeithoch, da sie über einen solchen „Moat“ verfügt.

Knapp 30% des Portfolios sind weiterhin „klassische“ Value-Werte in der Definition von Benjamin Graham. Sie sind aufgrund der sich abzeichnenden Rezession teilweise sehr deutlich gefallen. Aktien, wie z.B. die Automobil-Ingenieursdienstleister Bertrandt und Edag, wie Freenet, Kapsch, Metro, oder in England auch der Anbieter von Sozialwohnungen und -dienstleistungen Mears und der Flugzeugabfertiger Menzies, leiden besonders unter der aktuellen Situation. Auf dem aktuell teilweise sehr gedrückten Niveau verfügen die Titel jetzt über eine sehr oder sogar extrem hohe Sicherheitsmarge. Hierliegt sicherlich aktuell das größte Aufholpotential des Fonds, was aber Geduld erfordert, denn die klassischen Value-Titel laufen typischerweise erst zeitversetzt nach oben. Oft braucht es ein wenig Zeit, bis temporäre Ineffizienzen vom Markt erkannt werden und die Liquidität auch diese Titel erfasst.

Was spricht in diesem Umfeld für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen?

Unser Portfolio zeichnet sich derzeit durch einen hohen Anteil stark unterbewerteter Titel aus, die über stabile Geschäftsmodelle verfügen. Dazu kommt unser aktives Risikomanagement. Hiermit erzielten wir mittel- bis langfristig aktienmarktähnliche Renditen bei einer deutlichen Reduzierung der Schwankungen (s. Graphik*). In der sehr kurzfristigen Perspektive ist der Fonds nicht vor Wertschwankungen gefeit. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Portfolio zu ca. 60% aus Small- und Mid Caps besteht, die in Krisensituationen stärker fallen und sich leider nicht eins zu eins absichern lassen. Langfristig ergibt sich aber aus ihnen ein überproportionales Renditepotential.

*Die Performance der Vergangenheit ist kein Indikator für die Zukunft.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hat sich nach temporären Schwächephasen immer erholt. Solche Erholungsphasen gab es 2009, 2015 und ab dem Sommer 2019. Bis dahin konnte der Fonds über mehr als 10 Jahre eine zweistellige Wertentwicklung aufweisen. Seit Auflage im Jahr 2008 vor der Finanzkrise konnte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen eine Rendite von durchschnittlich 6,5% p.a. erzielen, was der Rendite des DAX entspricht – allerdings nur bei halber Volatilität.

Obwohl der Fonds einen vermögensverwaltenden Ansatz hat und sein Schwerpunkt auf Value-Aktien und Nebenwerten liegt, wird seine Wertentwicklung von Anlegern immer wieder mit dem DAX als gängigem und bekannten Index, gerade für deutsche Investoren, verglichen. Offizieller Referenzindex ist allerdings der MSCI European Smaller Companies, weshalb wir zu Vergleichszwecken beide in der Graphik verwendet haben.

Fazit:

Wir fokussieren uns bei der Zusammenstellung des Portfolios unseres Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auf Unternehmen, die gut gemanagt sind und auch nach der Krise ihre Marktposition behaupten können. Wir legen unseren Schwerpunkt aktuell noch stärker auf „Modern Value“-Unternehmen, die einen möglichst breiten wirtschaftlichen Burggraben um ihre Firma errichtet haben, denn wir gehen davon aus, dass die Märkte noch eine Weile volatil bleiben und es noch einige Monate dauert, bis sich die Wirtschaft weltweit wieder eingependelt hat. Die Fiskalpolitik und die enorme Liquidität werden den Markt weiterhin stabilisieren und nachhaltig anschieben. Trotzdem agieren wir vorsichtig, denn wir investieren langfristig. Für uns spielen bei der Qualität der Unternehmen, deren Bilanzen und ihre Verschuldung eine wichtige Rolle.

Unserem bewährten und transparenten Investment-Ansatz werden wir auch in Zukunft treu bleiben. Konkret bedeutet dies, dass wir die Volatilität als Chance nutzen, um nach den bewährten vier Prinzipien des Value-Investing anzulegen. Dabei profitieren wir von der langjährigen Expertise unseres Investment-Teams um unseren CIO Frank Fischer und folgen dabei unserem ethischen Leitfaden, denn auch in schwierigen Phasen dürfen moralische Verpflichtungen nicht außer Acht gelassen werden.

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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 04. Mai 2020 | www.shareholdervalue.de

Er saß etwas einsam und verloren mit seiner obligatorischen Cola vor der Kamera. So ganz ohne seinen alten Kumpel und Weggefährten Charlie Munger musste Warren Buffett die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway leiten. Gut, mit gebührendem Abstand an seiner Seite hatte Greg Abel, Vorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway Energy und seit Januar 2018 stellvertretender Vorsitzender des Nichtversicherungsgeschäfts, Platz genommen. Aber das war nicht dasselbe. Im vergangenen Jahr hatten noch mehr als 40.000 Aktionäre das CenturyLink Center in ein Tollhaus verwandelt. In diesem Jahr waren Buffett und Abel allein. „Charlie ist in guter Verfassung“, versicherte Buffett zu Beginn der Online-HV. Aber für eine Veranstaltung ohne Aktionäre und ohne großes Publikum hatte Munger anscheinend keine Lust.

Hohe Verluste, aber das operative Geschäft läuft gut

Buffett war also mehr oder weniger allein, die Corona-Pandemie hatte ein erneutes Spektakel verhindert. Wie der Corona-Virus sowieso die Tagesordnung beherrschte. Das wurde schon an den Zahlen zum 1. Quartal deutlich: Berkshire Hathaway verbuchte in den ersten drei Monaten einen Rekordverlust von knapp 50 Milliarden Dollar. In Q1 2019 war noch ein Nettogewinn von 21,7 Milliarden Dollar ausgewiesen worden. Verantwortlich für das Minus waren vor allem die Kursverluste seit Beginn der Pandemie.

Das ärgert Buffett aber, denn es hält dies nur für eine Momentaufnahme und um reine Buchverluste. Wegen einer Änderung der Bilanzierungsregeln muss Berkshire Hathaway seit 2018 auch unrealisierte Kursverluste in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigen. Buffett hatte das immer wieder kritisiert und seinen Aktionären stattdessen empfohlen, dem Nettogewinn keine Beachtung zu schenken. Er verweist lieber auf das operative Geschäft. Hier wurde im ersten Quartal ein Gewinn von 5,9 Milliarden Dollar verbucht. 300 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Alle Airline-Aktien verkauft

Doch Buffett musste auch reale Verluste einräumen, die aber erst in Q2 zu Buche schlagen. Dies betrifft vor allem die Aktien der großen US-Fluggesellschaften. Vor Ausbruch der Krise hatte Berkshire Hathaway noch mehrere Milliarden Dollar in Aktien von American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines gehalten. Nun wurden diese allesamt mit Verlust verkauft, wie Buffett einräumte. „Die Welt hat sich für die Fluggesellschaften verändert“, und die Gewinnsituation dramatisch eingetrübt, so Buffett. Ein Investment sei daher nicht mehr attraktiv. Dabei räumte er auch eigene Fehleinschätzungen ein.

Das hatte zur Folge, dass im April für 6,5 Milliarden Dollar Aktien verkauft wurden. Auf der anderen Seite wurden nur 426 Millionen Dollar neu investiert. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass Berkshire Hathaway auf einem Cash-Polster von rund 137 Milliarden Dollar sitzt. Aber Buffett machte indirekt klar, dass er die Zeit für größere Engagements noch nicht für reif halte. Die Situation der US-Wirtschaft sei wegen Corona noch nicht abschließend zu beurteilen.

Pandemie wird noch „deutliche Spuren“ hinterlassen

Was die Krise insgesamt betrifft, so ist Buffett aber optimistisch. Die USA hätten schon schlimmere Situationen überstanden. Die Pandemie werde zwar „deutliche Spuren“ hinterlassen. Das treffe auch auf einige Tochterunternehmen von Berkshire Hathaway zu. Man werde aber damit fertig werden.

Diese Zuversicht beruhigt auch uns als Aktionäre, schließlich halten wir die Aktie in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und anderen. Dass die Krise aber die amerikanische Wirtschaft noch mindestens zwei Jahre beeinträchtigen wird, ist auch Buffett klar. So scheint er auch noch niedrigere Kurse zu erwarten bevor er größere Positionen neu eingeht. Oder, um es mit einer Value-Weisheit zu sagen: Es ist noch nicht die Zeit, wo ALLE anderen nur noch Angst haben! Wenn dem so ist, wird es Unternehmen geben, die über die Zeit sagen werden: „Bitte hilf mir mit Fremdkapital“. Dann wird sich Buffett mit seinem Cash solche Engagements vergolden lassen. Als Aktionär muss man nur die notwendige Geduld mitbringen.

Das Versprechen

Selten, aber doch einige Male, blitze während der Rede ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht von des Alteisters. Vor allem immer dann, wenn er optimistisch in die Zukunft schaute. Das breiteste Grinsen war allerdings zu bemerken, als er nochmal auf Charlie Munger zu sprechen kam. „Charlie wird nächstes Jahr wieder hier sein. Das hat er mir fest versprochen“, berichtete Buffett. Dann ist sein Weggefährte immerhin schon 97 Jahre alt. Einen Mangel an Optimismus kann man den beiden Haudegen wirklich nicht vorwerfen!





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 27. April 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Stimmung und die Lage in der Gesellschaft wie in der Wirtschaft sind katastrophal. Und nicht nur in Deutschland, sondern global ist eine Rezession unausweichlich. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist auf ein Rekordtief gefallen. Gleiches triff auf die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate zu. Auch für die Stimmung der Konsumenten ist im tiefen Tal, wie der GfK-Index deutlich macht. Er ist auf einen historischen Tiefststand gefallen, und das ist keine Lappalie, denn der inländische Konsum ist für mehr als die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung verantwortlich. Die deutschen Verbraucher befinden sich wie die Wirtschaft in einer Art Schockstarre.

In anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Für Großbritannien erwarten die Volkswirte der Investmentbank Jeffries gar den schlimmsten Wirtschaftseinbruch seit Jahrhunderten und eine jahrelange Rezession. Die Narben dieser Krise werden noch einige Quartale zu spüren sein.

Doch wie lautet ein altes Sprichwort? „Ist die Nacht am dunkelsten, ist die Dämmerung nicht mehr weit!“ Wann dieser dunkelste Punkt erreicht ist, kann natürlich niemand sagen, denn mit einer echten Normalisierung des Wirtschafts- und Soziallebens dürfte vorerst nicht zu rechnen sein. Aber immerhin: Zur befürchteten Katastrophe mit einer Überlastung der Intensivstationen ist es in Deutschland bisher nicht gekommen und es ist zu hoffen, dass dies vollständig verhindert wurde. Vielmehr werden die ersten Schritte zur stufenweisen Öffnung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens gemacht.

Amazon & Co. gehen gestärkt aus der Krise hervor

Es gibt also Grund zur Hoffnung. Der zunehmende Optimismus der Börsianer begründet sich derweil vor allem in den massiven politischen und monetären Aktionen: Anders als zu Zeiten der Finanzkrise, als insbesondere Europa nur langsam Maßnahmen ergriff, haben die Regierungen diesmal weltweit zwar nicht konzertiert aber zumindest schnell gehandelt. Zwar wird es 2020 zu einer echten Weltrezession kommen, was selbstverständlich auch nicht an den Unternehmensergebnissen vorbeigehen wird, wie die laufende Berichtssaison zeigt. Aber einige Branchen konnten in der Krise sogar zulegen. Dazu gehören die FAANG-Werte Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, also Alphabet. Nicht zu vergessen auch Microsoft. Die in der Lockdown-Phase besonders gefragten Dienste von Amazon und Netflix führten bei deren Aktien sogar zu neuen Höchstkursen. Homeoffice, Online-Konferenzen und ein schneller Datenaustausch und -zugriff haben in der Krise stark an Bedeutung gewonnen. Das kommt vor allem Microsoft, Alphabet, Cisco und Apple zugute. Und nicht zu vergessen: Mit Ausnahme von Netflix hatten all diese Unternehmen bereits vor der Krise sehr tiefe Taschen, sprich hohe Cash-Reserven. Das macht sie weniger anfällig als etwa Unternehmen, deren Bilanzen schon vor dem Virus-Ausbruch ‚auf Kante genäht‘ waren.

Dies alles sind Qualitätsaktien, wie wir sie für unseren Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen suchen. Sie haben einen breiten ‚Burggraben‘ um ihr Geschäftsmodell aufgebaut, sie haben also strukturelle Wettbewerbsvorteile, sowie eine gewissen Preissetzungsmacht. Für uns zählen auch noch die chinesischen Internet-Riesen Alibaba und Baidu dazu. Die meisten dieser Titel halten wird schon seit langer Zeit im Portfolio, wir haben die jüngsten Kursturbulenzen aber dazu genutzt, diese Positionen auszubauen, bzw. neu in den Fonds aufzunehmen.

„Sonderkonjunktur“ für secunet Securities“

Zu den Gewinnern gehört auch unser Portfoliowert secunet Securities, der mit seiner Sicherheitssoftware durch die Corona-Krise so etwas wie eine Sonderkonjunktur erlebt. Denn mit der gestiegenen Bedeutung von Online-Diensten zu Hochzeiten des Homeoffice und des beruflichen und privaten „Social Distancing“ steigt das Bedürfnis nach Cybersicherheit in gleichem Maße. Das treibt Unternehmen, Ämter und Verbände dazu, ihre IT-Systeme auf Sicherheitslücken hin überprüfen zu lassen. Und davon profitiert secunet Securities. Das Essener Unternehmen bietet Lösungen rund um IT-Sicherheit und IT-Hochsicherheit an. Die Aktie notiert mittlerweile auf einem Allzeithoch. Ein echter Gewinner der Corona-Krise.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 14. April 2020 | www.shareholdervalue.de

Die letzten Tage waren wie Balsam auf den geschundenen Seelen der Anleger. Die Kurse an den Börsen rund um den Globus erholten sich wieder von ihren zwischenzeitlichen Tiefs. Ein sukzessives Ende des Shutdowns beflügelte die Investoren. Erste Lockerungsmaßnahmen in China, Österreich und auch aus einigen deutschen Bundesländern geben Anlass zur Hoffnung, dass das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben sich langsam, aber sicher wieder einer gewissen Normalität annähert. Wie diese neue Normalität genau aussehen wird, kann aber noch niemand sagen.

Wir erwarten keine allzu schnelle Erholung an den Aktienmärkten, sondern eher eine, deren Verlauf wellenförmig wieder nach oben führt. Diese W-Formation, so ist zu befürchten, wird neben Höhen auch noch ein paar Tiefen mit sich bringen. So wurden die Gewinnerwartungen von den meisten Analysten schon kräftig nach unten korrigiert. Ob der Pessimismus berechtigt ist, werden wir schon in dieser Woche sehen, wenn die Berichtssaison der im S&P 500 gelisteten Unternehmen Fahrt aufnimmt. Rund sieben Prozent der Index-Mitglieder – darunter die großen US-Banken – werden ihre Bilanzen vorlegen. Die von Refinitiv IBES gesammelten Schätzungen lassen aber nichts Gutes erwarten. Seit dem Jahreshoch am 19. Februar sind die Gewinnerwartungen für das erste Quartal um 9,3 Prozent gesenkt worden. Für Q2 wird mittlerweile sogar ein Gewinnrückgang von 16,6 Prozent erwartet. Für das dritte Quartal ist es „nur“ noch ein Minus von 6,1 Prozent, während für das Schlussquartal ein knappes Plus von 0,3 Prozent erwartet wird. Das bedeutet, wenn die Prognosen halbwegs zutreffen, dass wir bis ins dritte Quartal hinein noch mit so manchen Enttäuschungen leben müssen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich die Wirtschaft nach einem Abebben der Pandemie aber langsam wieder erholen. Das kann aber zwischenzeitlich dazu führen, dass wir im S&P 500 nochmal an der 2500 Punkte-Marke kratzen. Aber das wäre unserer Meinung nach das schlimmste aller Szenarien.

Die „Kavallerie“ ist unverzüglich ausgerückt

Was klar ist: Eine Rezession ist unvermeidbar. Es kommt jetzt nur noch darauf an, wie heftig diese ausfällt. Die „Kavallerie“ ist ja unverzüglich ausgerückt – und zwar in Form der Notenbanken und auch der Politik, die mit enormen Rettungspaketen und fast unbegrenzter Liquidität versuchen, die schlimmsten Verwerfungen aufzufangen.

Neu ist derweil der gigantische Umfang der Maßnahmen, der in der Not möglich ist. Das in der Finanzkrise propagierte „What ever it takes“ von Ex-EZB-Präsident Mario Draghi hat eine ganz neue Dimension erreicht. Es ist sogar so extrem, dass möglicherweise bis zu 50 Prozent des Bruttosozialprodukts von den Notenbanken in den Markt gepumpt werden. Die japanische Notenbank hat es bereits vorgemacht, indem sie rund 20 Prozent des Bruttosozialprodukts in den Markt geben wird. Und dies kann jederzeit ausgeweitet werden. In den USA sind die Unterstützungen von Seiten der FED und der Politik ebenfalls gigantisch.

Alphabet, Amazon, Facebook & Co.

Wie geht man mit einer solchen Situation um? Wir haben die letzten Wochen dazu genutzt, bei zum Teil günstigen Kursen einige Positionen aufzustocken, bzw. Titel neu in die Portfolien unserer Mandate wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufzunehmen. Dazu gehört etwa Verisign, das Unternehmen, welches weltweit alle .com-Domains verwaltet und vergibt. Daneben ist Alphabet für uns interessant. Auch eine Facebook war günstig nachzukaufen. Und dann natürlich Amazon, das zu den großen Gewinnern der Krise gehören wird.

Zwar könnte man mit den gefallenen Engeln wie der Lufthansa, Ryanair oder auch TUI mittelfristig zu den großen Gewinnern gehören. Aber davon lassen wir bis auf Weiteres die Finger. Hier winken vielleicht hohe Gewinne, aber gleichzeitig ist das Risiko sehr hoch. Wir investieren lieber in stabile, eigentümergeführte Unternehmen wie Secunet oder Novo Nordisk. Hier fühlen wir uns im Interesse unserer Anleger sehr viel wohler.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 30. März 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Stimmung an den Märkten bleibt angespannt bis nervös. Nach einem kurzen Zwischenhoch haben die Kurse nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA wieder nachgegeben. Hinzu kommt, dass besonders in den USA die Zahl der mit dem Corona-Virus Neuinfizierten weiter stark wächst. Das ist eine Situation, die uns möglicherweise noch eine Weile begleiten wird.

Gewinner & Verlierer

Die Auswirkungen solcher Krisen auf die Unternehmen sind höchst unterschiedlich. Zu den am wenigsten betroffenen Branchen gehören etwa der Energie- und Wassersektor, aber auch die Pharmabranche und zunächst auch noch der Immobiliensektor. Am schwersten und unmittelbar leiden die Reise- und Touristikbranche, das Gastgewerbe und der Maschinenbau.

Gewinner sind eindeutig der Online-Handel und die Paketzusteller. Da die Geschäfte in den Innenstädten geschlossen sind und die Menschen zu Hause bleiben müssen, gibt die Krise Unternehmen wie Amazon noch einmal einen kräftigen Schub. Nach einer Analyse des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) dürfte ihr Marktanteil auch nach der Krise hoch bleiben. Gleiches gilt übrigens auch für Lieferdienste. Denn die aktuellen Einschränkungen haben den Rückgriff vieler Verbraucher auf diese Dienste intensiviert. Es ist wahrscheinlich, dass sie diese auch nach dem Ende des „Social Distancing“ verstärkt nutzen.

Neben Supermärkten und Drogerien, die quasi eine Sonderkonjunktur erleben, profitieren auch Online-Dienste und Softwareunternehmen. Da viele Firmen auf Homeoffice umgestellt haben, gehören Video- und Chat-Programme für viele Arbeitnehmer zum neuen Alltag. So hat Microsoft bekanntgegeben, dass ihre Bürokommunikationssoftware „Teams“ pro Woche 30 bis 40 Prozent mehr Nutzer hat. Gleiches gilt für die Videokonferenz-Software „Zoom“. Dass in der Corona-Krise die Nachfrage nach Schutzausrüstung, Medizintechnik und Impfstoffen zum Teil explodiert ist, dürfte niemanden überraschen.

Umsetzung in den Mandaten

Wie setzt man aber diese Trends in Fonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen um? Wir haben in den vergangenen Tagen unsere Mandate sehr stark umstrukturiert, uns von einigen Positionen wie Tom Tom, Croda oder Thermo Fischer getrennt, bzw. sie reduziert. Neu investiert oder nachgekauft wurde dagegen in krisenrestente Geschäftsmodelle wie etwa Anheuser Busch InBev, Verisign oder auch Grenke, während wir bei den Onlinehändlern Alibaba und Amazon nachgekauft haben. Diese Werte halten wir schon seit längerem in den Portfolios.

„Die Stunde der alten Männer“ – Wie reagiert Buffett in Krisen?

Man sollte jedoch der Versuchung widerstehen, Titel einfach nur zu kaufen, weil sie gerade billig erscheinen. Als Value-Investoren orientieren wir uns am Stil und den Überlegungen von Altmeister Warren Buffett. Zunächst gilt: Sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern mit kühlem Kopf die Lage analysieren. Dabei geht es uns wie Buffett immer um die langfristigen Perspektiven. Unser Augenmerk liegt auf einer hohen Qualität des Managements. Diese finden wir häufig in eigentümergeführten Firmen, bzw. in solchen, die von einem starken Ankeraktionär geführt und kontrolliert werden. Nicht zu Unrecht hat das Handelsblatt eine Geschichte über Unternehmer wie Dietmar Hopp, Erich Sixt und Heinz Hermann Thiele mit „Die Stunde der alten, weisen Männer“ betitelt. Denn die würden in der Krise nicht verzagen, sondern in solchen Situationen auch immer wieder Chancen sehen. Die Qualität des Managements entscheidet. Wenn sich solche Unternehmen dann noch durch Volumenwachstum auszeichnen und über ihre Preissetzungsmacht inflationsbedingte Preiserhöhungen weitergeben können, sprechen wir von einem „wonderfull business“. Solche Unternehmen dann noch mit einer Sicherheitsmarge, also unterhalb ihres Inneren Wertes, zu kaufen, ist der Kern unseres Investmentansatzes.

Gold als Stabilisator

Wir sind optimistisch, dass die Krise endlich und zu bekämpfen ist. Auch deshalb, weil die Notenbanken und die Fiskalpolitik rund um den Globus aus allen Rohren feuern, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise einzudämmen. Doch zunächst dürfte uns die Volatilität an den Börsen weiterhin begleiten. Deshalb haben wir den Portfolios auch Gold beigemischt, um sie zu stabilisieren. Beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen sind es fünf Prozent des Volumens, beim Frankfurter Stiftungsfonds sechs Prozent.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 23. März 2020 | www.shareholdervalue.de

Spätestens nach der jüngsten Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist klar, dass Deutschland vor einer der größten Herausforderung seit Jahrzehnten steht. Die kommenden Wochen und Monate werden den Staat und die Wirtschaft verändern. Das gilt nicht nur für Deutschland, das gilt für den ganzen Globus.

Aber bei all der Unsicherheit, die in den kommenden Wochen und Monaten auf uns zukommt, gibt es schon heute ein paar Gewissheiten. Die Welt wird sich nach der Corona-Krise weiterdrehen – wenn auch vielleicht in etwas anderer Geschwindigkeit, als wir das heute kennen. Es wird auch in Zukunft Unternehmen geben, die ihre Waren und Dienstleistungen verkaufen – selbst, wenn man an der Börse den Eindruck bekommen kann, dass die Welt gerade untergeht. Aber sie tut es nicht, es gibt im Gegenteil einige ermutigende Zeichen.

Zum Beispiel aus Südkorea. Die Regierung hat hier, auch aufgrund der Erfahrungen mit dem SARS-Virus 2003, schnell und konsequent durchgegriffen. Und schon zwei Wochen nach dem Verhängen einer strikten Ausgangssperre, bei der private Kontakte zu vermeiden waren und nur noch eingekauft werden durfte, was dringend notwendig war, ging die Zahl der Neuinfizierten signifikant zurück. Zwei Wochen, länger hat es nicht gedauert, bis dieser Effekt eingetreten ist.

In Deutschland haben viele „den Gong noch nicht gehört“

In Deutschland sind die Verbote bislang nicht so radikal. Das hat aber leider auch zur Folge, dass viele Menschen sich uneinsichtig zeigen und weiterhin soziale Kontakte pflegen und das schöne Wetter dazu nutzen, um sich im Park oder an anderen öffentlichen Plätzen zu treffen. Offensichtlich haben viele Menschen „den Gong noch nicht gehört“, wie es der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach formulierte. Die demonstrative Sorglosigkeit befeuert auch hierzulande Diskussionen um mögliche Ausgangsperren.

Klar scheint aber unterdessen, dass die deutsche, ebenso wie die Weltwirtschaft in eine Rezession rutschen wird. Für das erste und zweite Quartal 2020 ist dies so gut wie sicher. Wie schwer dieser Sturz sein wird, ist heute noch nicht abzuschätzen. Geht man nach dem Crash an den Börsen, wird dieser wohl sehr tief ausfallen.

Die Gewinner der Krise

Ist das für Anleger nun ein Grund zur Resignation? Nein, ganz im Gegenteil! Denn von den Kursstürzen sind auch gute Unternehmen betroffen, die eher gestärkt als geschwächt aus der Krise kommen werden, die ihre Marktanteile ausbauen, weil sie langfristig ausgerichtet sind. Dazu zählen die von uns bevorzugten Familienunternehmen, die mit ruhiger Hand geführt werden und einen wirtschaftlichen Burggraben um ihr Geschäftsmodell errichtet haben. Solche Unternehmen werden die Gewinner der Krise sein. Diese sind im Moment günstig zu erwerben, was wir selektiv auch für unsere Mandate wie den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen nutzen An solchen Aktien werden die Anleger noch lange sehr viel Freude haben, wenn sie ihre Angst überwinden. Denn hier winken nicht nur Kurssteigerungen, sondern auch attraktive Dividenden. Und was nicht vergessen werden sollte: Viele Unternehmen fangen auf dem derzeitigen Niveau wieder an, Aktienrückkäufe zu beschließen. Patrizia Immobilien und die Hamburger Aurubis-Gruppe haben das erst vor ein paar Tagen getan. Andere werden folgen. Man braucht als Anleger nur etwas Geduld.

Regierungen, Notenbanken und Forschungseinrichtungen im Fokus

Und noch ein Umstand sollte die Gemüter beruhigen. Alle Regierungen und Notenbanken rund um die Welt kommen der Wirtschaft mit Billionen-Programmen zur Hilfe. Dies kann möglicherweise das Schlimmste abfedern. Und nicht zu vergessen: Es werden derzeit unter Hochdruck viele Impfstoffe getestet, die irgendwann hoffentlich Wirkung zeigen werden. Neben US-Firmen wie Moderna sind darunter mit CureVac aus Tübingen und BioNTech aus Mainz auch zwei deutsche Unternehmen. Diese Unternehmen arbeiten mit sogenannter Messenger-RNA (mRNA). Das sind, vereinfacht ausgedrückt, Botenstoffe, die in den Muskel gespritzt werden und dort die Entwicklung von Proteinen anstoßen, mit deren Hilfe Viren identifiziert und entsprechende Antikörper gebildet werden. Bis zur endgültigen Zulassung solcher Impfstoffe wird es noch etwas dauern, aber die Entwicklungsgeschwindigkeit ist sehr hoch.

Noch herrscht Panik – aber nicht mehr ewig!

Doch in der Zwischenzeit reagiert der Markt weiterhin panisch. Unser Mr. Market Cockpit, in dem wir verschiedene Finanzmarkt-, Sentiment- und Fundamentaldaten zusammenführen, zeigt ganz deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer vor den Entwicklungen kapituliert hat.

Das hat aber auch dazu geführt, dass viele Titel heute sehr attraktiv bewertet sind. Ein Beispiel ist der Bier-Gigant Anheuser-Busch InBev, der unter vielen anderen auch das mexikanische Corona-Bier herstellt. Die Aktie wurde, sicher auch deswegen, abgestraft und fiel von rund 90 auf nunmehr gut 30 Euro. Eine absolute Übertreibung.

Vielleicht ist das Tief noch nicht erreicht. Aber der Markt bietet jetzt bereits Chancen für diejenigen, die mit kühlem Kopf agieren und sich nicht einschüchtern lassen. Es kann durchaus passieren, dass wir ein, zwei Quartale eine Rezession erleben, die es durchaus in sich hat. Aber danach geht das Leben weiter! Und dabei werden die Mutigen und Besonnenen mit schönen Renditen belohnt.