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Artikel von procontra | Ausgabe 02|19

Interview mit Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Text von Julia Groth | ProContra | www.procontra-online.de

Frank Fischer ist Chef der Investmentboutique Shareholder Value Management, die unter anderem den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen verwaltet. Im Interview spricht er über Chancen bei Korrekturen und die Zukunft von Value-Strategien.

Frank Fischer: Ich betrachte Rücksetzer als Chance | procontra-online.de – Vollständiger Artikel unter:
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Artikel von wallstreet-online | 13. Mai 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es war wie immer eine große Show: laut, bunt, ein riesiges Gewusel. Die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway war wie in den letzten Jahren ein großes Fest mit mehr als 40.000 Aktionärsgästen, die sich an den Süßigkeiten von See’s Candies erfreuten und regen Kontakt zu all den Unternehmen aus dem weiten Reich der Berkshire-Beteiligungen suchten, die rund um die Veranstaltung ausgestellt hatten.

Man konnte sich austauschen, und Neues von den diesmal 67 deutschen Value Investoren lernen. Diese waren nicht alle Asset Manager oder institutionelle Investoren, sondern zum Teil auch private Anleger aus den USA und Kanada – die deutschen Wurzeln führten uns zusammen. Und das in einen viel zu kleinen, stickigen Raum, der für die deutsche Kolonie reserviert war. Trotzdem: es hat einfach Spaß gemacht.

Beeindruckend waren aber auch die eher leisen Töne, die zwischen den Zeilen zu hören waren. Auch beim großen Auftritt von Warren Buffett und Charlie Munger, den beiden Hauptprotagonisten dieser gigantischen Veranstaltung. Die beiden alten Herrn waren wie immer bester Laune, beantworteten analytisch und gleichzeitig auf äußerst unterhaltsame Art die vielen Fragen ihrer Aktionäre. Vor allem der mittlerweile 95-jährige Charlie Munger war beeindruckend. Auch wenn er inzwischen zum großen Teil an seinen Rollstuhl gefesselt ist und auch im Trubel der Hauptversammlung mal das ein oder andere Nickerchen einlegte – scharfzüngig, hellwach im Kopf und jeder Zeit zu bitter-süßen Kommentaren bereit, war es eine große Freude, diesen Mann auf der Bühne zu erleben.

Nachfolger stehen bereit

Derweil wirkte Buffett an einigen Stellen nachdenklicher als sonst und offener für Veränderungen als je zuvor. Mehrmals lässt er Greg Abel und Ajit Jain zu Wort kommen, um Fragen der Aktionäre zu beantworten. Abel ist für Berkshires Energiegeschäft verantwortlich und Jain für die die Versicherungssparte. Im vergangenen Jahr wurden beide zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs befördert, was allgemein als Zeichen dafür gesehen wird, dass sie eines Tages die Führung des Konzerns von Buffett und Munger übernehmen könnten.

Buffett hat beide bei mehreren Gelegenheiten aufgefordert, die Fragen der Aktionäre zu beantworten. Dabei saßen beide aber noch vor dem Podium auf Höhe des Publikums. Es würde nicht verwundern, wenn Greg Abel und Ajit Jain im kommenden Jahr zu den beiden Alten aufs Podium aufrücken würden. Dann hätten Buffett und Munger, „die beiden knorrigen Alten vom Balkon der Muppet Show“, wie sie auch spaßeshalber genannt werden, Gesellschaft auf ihrem „Balkon“. Die Nachfolge scheint geregelt.

Der Umgang mit Fehlern und Fehleinschätzungen

Was bei Buffett beeindruckte war derweil sein Umgang mit Fehlern und fehlgeschlagenen Einschätzungen. So erklärte er ganz nüchtern, was bei Kraft Heinz schiefgegangen ist. Er verwies darauf, dass er mit dem Partner 3G, der für beide das Engagement managt, einen Vertrag geschlossen habe, „der gerade mal eine Seite umfasst“, so Buffett. Er habe aber weiterhin volles Vertrauen in 3G, schließlich habe der brasilianische PE-Investor eine extreme Cost-Cutting Historie und folge dabei dem „zero-based-budgeting“-Prinzip. Was nicht anderes bedeutet, als dass das Unternehmen jedes Jahr wieder seine Kosten nachweisen müsse. Jedes Jahr! Und immer wieder aufs Neue.

Auf der anderen Seite gab Buffett offen zu, die Entwicklung und Stärke von Alphabet, also Google, falsch eingeschätzt zu haben. Und das, obwohl die Berkshire-Beteiligung Geico, Amerikas größter Autoversicherer, über Jahre hinweg Kunde bei Google war. Buffett nennt dies einen „error of emission“, also einen ‚Fehler des Auslassens‘, der ihm nicht hätte passieren dürfen.

Investitionen in Amazon & Co.

Deshalb hat er jetzt auch spät, aber nach seinen Worten nicht zu spät, in Amazon investiert. „Das ist die Aktie mit dem größten und weitesten Burggraben, die wir im Portfolio haben“, erklärte er dazu. „Amazon ist eine Aktie, die in ihrem Bereich noch über viele Jahre den Markt beherrschen wird.“ Dabei betonte Buffett auch, dass er wohl in absehbarer Zeit noch in andere Tech-Unternehmen investieren werde.

Dass Berkshire Hathaway aber nicht nur perspektivisch, sondern auch schnell und entschlussfreudig ist, zeigt das jüngste 10-Milliarden-US-Dollar-Engagement bei der Öl-Firma Occidential Petroleum, die in einer Übernehmeschlacht um den Konkurrenten Anadarko steckt. Diese Entscheidung war im Laufe eines Wochenendes gefallen, ließ Buffett wissen. „Charlie and I, we are still tap dancing to work“, beschreibt Buffett die Freude an der gemeinsamen Arbeit. Auch wenn Charlie Munger heute die meiste Zeit im Rollstuhl sitzt – man glaubt es beiden aufs Wort.

Börse: Omaha: Bevorstehende Wachablösung bei der „Muppet Show“ | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11449284-boerse-omaha-bevorstehende-wachabloesung-muppet-show/all





Artikel von wallstreet-online | 29. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Lange war das Thema Öl aus dem Fokus der Börsianer mehr oder weniger verschwunden. Doch der Kampf ums schwarze Gold nimmt wieder Fahrt auf und wird immer härter ausgefochten. Und das gleich auf mehreren Ebenen, zum einen politisch, und dann entbrennen heftige Auseinandersetzungen und Übernahmekämpfe um neue Ölquellen und Reserven.

Trump treibt es wieder auf die Spitze

Besondere Brisanz bietet mal wieder die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Denn ab Mai dürfen auch die acht Länder, wie etwa die Türkei, kein Erdöl mehr aus dem Iran kaufen, denen die USA dies bisher mit einer Ausnahmeregelung gewährt hatte. Ansonsten drohen (mal wieder) US-Sanktionen. Die USA wollen dem Iran den Ölhahn zudrehen und die Zeichen stehen im Moment auf Verhärtung. Das Erdöl macht rund 60 Prozent der Exporte des Irans aus, daher dürfte das Ende der Ausnahmeregelung die iranische Wirtschaft schwer treffen. Die eigentliche Gefahr liegt aber woanders: Größter Abnehmer des Iran war zuletzt China mit über 600.000 Barrel pro Tag von insgesamt knapp 1,7 Millionen, die der Iran exportierte. Bleibt die Frage, wie sich die totalen Ölsanktionen auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China auswirken. Denn bisher ist noch kein Ankommen zwischen Washington und Peking unterzeichnet – die neuen Sanktionen könnten sich hier als neuerliches Hemmnis erweisen und die Hoffnungen der Börsianer auf ein Ende des Handelskrieges zunichtemachen. Eine heftige Korrektur an den Märkten wäre wohl die Folge.

Milliarden-Schlacht ist wohl erst der Anfang einer Übernahmewelle

Und dann der Kampf um neue Ölquellen und Reserven. Hier geht es um Milliarden von US-Dollar, wie der jüngste Bieterkampf um den texanischen Ölkonzern Anadarko zeigt. Eigentlich hatte Chevron, der zweitgrößte Ölkonzern der USA, die Übernahme für rund 50 Milliarden US-Dollar schon in trockenen Tüchern geglaubt, da legte der deutlich kleinere Konkurrent Occidental Petroleum ein Angebot über 57 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Und das für ein Unternehmen, das zu den kleineren in der Branche zählt, denn Anadarko hat im vergangenen Jahr gerade mal einen Gewinn von 615 Millionen US-Dollar ausgewiesen, und das bei einem Umsatz von 13 Milliarden US-Dollar. Ob das schon das letzte Gebot ist, bleibt abzuwarten, schließlich würde der Deal für Chevron einen guten Zugang zu den umfangreichen Schieferölvorkommen im Permian Basin bedeuten, einer großen Ölabbauregion im Südwesten der USA. Analysten gehen davon aus, dass die „Schlacht um Anadarko“ erst der Anfang einer Übernahmewelle in der Branche ist. Als mögliche Ziele einer Übernahme werden bereits Conoco Resources, Diamondback und Noble Enegry genannt. Aber auch der spanische Ölkonzern Repsol könnte in den Fokus der Global Player rücken. Schließlich ist der Konzern in größerem Stil in Südamerika, aber auch in Kanada und Alaska engagiert. Das könnte Begehrlichkeiten wecken. Was auch dafür sprechen würde: Die Aktie der Spanier ist in Relation zu den US-amerikanischen Konkurrenten relativ günstig bewertet.

Vorboten einer Korrektur

Für unsere Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen haben diese Übernahmen aber eher eine geringe Bedeutung, da unsere Nachhaltigkeitskriterien ein Engagement bei den meisten dieser Unternehmen ausschließen. Wir achten vor allem auf die politischen Dimensionen und die Sanktionspolitik von US-Präsident Donald Trump. Hier liegt unserer Meinung nach ein viel größeres Risiko für die Börsen, als viele Marktteilnehmer dies möglicherweise berücksichtigt haben. Dass es im Zuge einer sich abschwächenden Weltkonjunktur und der gleichzeitigen Party an den Märkten in absehbarer Zeit wohl zu einer Korrektur kommen kann, sei hier nur am Rande vermerkt.

Öl & Börse: Der Kampf ums schwarze Gold wird immer härter! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11412056-oel-boerse-kampf-ums-schwarze-gold-haerter





Artikel von wallstreet-online | 16. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

„Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!“

Anleger neigen oft zu zwei Arten von Ängsten: Da ist zum einen die Angst, die guten Zeiten an der Börse zu verpassen. Und dann ist da die Angst vor Verlusten, wenn die Märkte mal wieder sehr volatil sind. Doch diese beiden Ängste stehen in einem Nullsummenverhältnis zu rationalen Entscheidungen. Je mehr man von diesen Ängsten beherrscht wird, desto weniger rational ist man.

Zugegeben, es gibt oft gute Gründe nervös zu werden. Derzeit ist es der Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump mit China vielleicht bald lösen wird, aber mit den Europäern wohl einen neuen Schauplatz eröffnet. Das nicht enden wollende Brexit-Chaos, das uns zumindest bis Ende Oktober weiter beschäftigen wird – wenn nicht gar noch länger. Denn diese Frist ist zu lang, um wirklich Druck auszuüben und zu kurz für Neuwahlen. Nicht zu vergessen die sich immer weiter abschwächende Konjunktur, vor der jetzt auch mit dramatischen Worten der IWF und EZB-Präsident Draghi warnt. Doch: Sind das Gründe für Angst? Nicht für längerfristig orientierte Anleger.

Was aber können Investoren tun, um sich in Richtung maximaler Rationalität zu bewegen? Ein Value-Kollege aus den USA, Vitaly Katsnelson, hat einen guten Rat parat, dem ich mich aus Überzeugung anschließe: Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!

Anleger haben oft zu wenig Geduld!

Denn: was bewegt die Aktienmärkte? Zunächst einmal sind es Menschen. Menschen mit sehr unterschiedlichen Zeithorizonten. Sie investieren direkt in Einzelaktien oder in Investmentfonds, haben dabei aber oft die Geduld von Fünfjährigen, nämlich gar keine. Sie traden hin und her und achten nur auf kurzfristige Entwicklungen, statt den Unternehmen zu vertrauen, in die sie investieren. Denn was machen Unternehmen? Sie investieren in die Zukunft. Langfristig und über Jahrzehnte hinaus. Mit Geduld und Weitsicht, wenn sie denn gut geführt sind.

Immer häufiger sind die Trader aber nicht einmal mehr Menschen, sondern Computeralgorithmen, die auf Variable reagieren, die wenig oder nichts mit den Geschäftsmodellen der Unternehmen zu tun haben, in das sie investieren – diese Spieler haben einen Zeithorizont von Millisekunden.

Anders, aber nicht viel besser sind passive Investments, die einfach einen Index abbilden, egal wie dieser zusammengesetzt ist. Will man derzeit unbedingt in Bayer investiert sein? Oder in Thyssen-Krupp oder die Deutsche Bank? Das kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Hat man aber einen ETF auf den DAX, ist man hier „zwangsinvestiert“. Man macht den Abschwung der Commerzbank mit, die von Wirecard im DAX ersetzt wurde, als diese groß genug war, aber nicht den Aufstieg von Wirecard dorthin.

Politische Unwägbarkeiten und die Notenbanken

Klar, auch gut geführte Unternehmen leben nicht im luftleeren Raum. Auch sie sind abhängig von politischen Rahmenbedingungen wie dem Handelsstreit oder ähnlichen politischen Unwägbarkeiten. Und natürlich von der Politik der Notenbanken. Während der letzten Finanzkrise, als die Zentralbanken den Geldpreis künstlich nach unten drückten, indem sie für Billionen Staats- und Unternehmensanleihen kauften, ließen sie die sowjetische Planwirtschaft wie ein Kinderspiel aussehen. Anstatt sich mit Kinderkram zu beschäftigen, wie z.B. die Preisgestaltung für Schuhe und Zucker, wie es die sowjetischen Zentralplaner taten, setzten ein paar Dutzend „marktwirtschaftliche“ Zentralbanker den Preis für das wichtigste Einzelgut, den risikofreien Zinssatz, der den Kern der meisten wirtschaftlichen Entscheidungen und die Bewertung aller Vermögenswerte bildet, in Richtung Null. Das kommt natürlich Unternehmen zugute, deren Erträge weit in der Zukunft liegen. Sie profitieren von den niedrigen Zinsen, während die Bewertung von Unternehmen, deren Erträge nicht so stark wachsen und sich auf die Gegenwart und die nahe Zukunft konzentrieren, diesen Vorteil nicht genießt.

Langfristige Ausrichtung wird belohnt

Dabei sind es solide geführte Unternehmen, die ein bewährtes Geschäftsmodell nachweisen können und sich seit Jahren im Wettbewerb behauptet haben, die langfristigen Erfolg bringen. So haben wir in unserem „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ zum Bespiel Unternehmen, die seit vielen, vielen Jahren Teil des Portfolios sind. Dazu gehört etwa die Sto SE, ein Hersteller von Farben, Putzen, Lacken und Beschichtungssystemen sowie Wärmedämmverbundsystemen und Bodenbeschichtungen. Sto zahlt eine Dividende von über 5 Prozent. Andere Beispiele sind der Autovermieter Sixt, oder WashTec und die Software AG. Auch Alphabet ist ein Langfristinvestment, mit dem wir sehr zufrieden sind und das seit Jahren kontinuierlich wächst. All das sind gute und solide geführte Unternehmen, denen wir als Value-Investoren auch weiterhin viel zutrauen. Da muss man nicht alle zehn Minuten ins Portfolio schauen!

wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11383168-boerse-schauen-staendig-portfolio





Artikel von wallstreet-online | 02. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Wenn es um Fußball geht, erreichen die Umsätze der Klubs immer neue Höhen. So schüttete der europäische Fußballverband UEFA in der vergangenen Saison allein in der Champions League gut 2 Milliarden Euro an die Teilnehmer aus. Wird jetzt die Eliteklasse ab der Saison 2024/2025 reformiert, fließt noch mehr Geld auf das Konto der Spitzenvereine. Dazu soll ab 2021 die neue Klub-WM kommen – und wieder öffnet sich der Geldhahn. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis Vereine wie Real Madrid, der letztjährige Krösus mit einem Umsatz von 751 Millionen Euro, die Milliardengrenze überspringen. Auch bei Bayern München dürfte es nicht mehr lange dauern, bis aus den aktuell 629 Millionen Euro Jahresumsatz die Milliarde wird. Da wird man sich Transferausgaben wie die aktuell 80 Millionen Euro für Lucas Hernandez von Atletico Madrid bald noch häufiger leisten können. Dass der Transfer sich mit den Jahresgehältern für Hernandez über fünf Jahre auf insgesamt rund 150 Millionen Euro belaufen wird, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Oligarchen, Scheichs und andere Milliardäre

Doch wer profitiert von dem warmen Geldregen? Es sind in erster Linie die Spieler und Eigner der Clubs. Und genau diese Eigentümer haben es gar nicht nötig, auf die Rendite ihrer Fußballengagements zu achten. Sie sind zumeist Milliardäre, Scheichs oder Oligarchen, die sich ihr „Spielzeug“ eher extreme Summen kosten lassen, als auf die Erlöse durch TV-Vermarktung, Ticket-Preise und Catering im Stadion achten zu müssen. Financial Fair Play hin oder her, ihnen geht es allein um Trophäen, Meisterschaften und Pokale. Man ist unter sich.

Krösus Lionel Messi

Und die Spieler? Die verdienen von Jahr zu Jahr mehr. Spitzenreiter ist Lionel Messi, der von seinem Arbeitgeber, dem FC Barcelona, jährlich sagenhafte 106 Millionen Euro überwiesen bekommt (laut Spiegel). Mit weitem Abstand auf Platz zwei rangiert Christiano Ronaldo, der auf ein Jahresgehalt von 56,4 Millionen kommt. Da ist Mesut Özil mit seinen 19,2 Millionen Euro im Jahr geradezu ein armer Schlucker. Aber auch in der Bundesliga kann man gut verdienen, wie Bayernstürmer Robert Lewandowski mit 15,6 Millionen Euro pro Jahr zeigt. Wohl gemerkt: Dies sind nur die Gehälter. Die Einnahmen aus Werbung kommen noch oben drauf. Und wie sieht es bei den Anlegern aus? Die meisten Clubs in Europa sind in privater Hand, lediglich 23 Vereine sind an der Börse notiert. In Deutschland ist es bekanntermaßen nur Borussia Dortmund, das aber mittlerweile immerhin im SDAX notiert ist und eine Marktkapitalisierung von 742 Millionen Euro aufweisen kann. Ansonsten sind es vor allem türkische Clubs, die den Sprung aufs Parkett gewagt haben, wie Galatasaray, Besiktas und Fenerbahce Istanbul, oder Trabzonspor. Dazu kommen als bekannte Vertreter Celtic Glasgow, Ajax Amsterdam oder auch die italienischen Vertreter Lazio und AS Rom und Juventus Turin. In Portugal sind es die Traditionsvereine Benfica und Sporting Lissabon.

Juventus und eine mazedonische Fußball-Perle

Aus Investorensicht stellt sich die Frage, ob sich ein Engagement bei diesen Vereinen lohnt. Oder sind Fußballaktien nur etwas für Fans und Liebhaber? Wer auf Dividenden setzt, ist mit Fußballaktien schlecht beraten. Bei Borussia Dortmund gibt es gerade mal 6 Cent. Bei den meisten anderen Clubs geht man sogar ganz leer aus. Wenn man allerdings das richtige Timing hinbekommen hat, konnte man in den letzten Jahren schöne Gewinne einstreichen. So hat die Aktie von Juventus Turin in den vergangen 5 Jahren über 500 Prozent zulegen können. Allein über die vergangenen 12 Monate waren es durch den Christiano Ronaldo-Coup mehr als 110 Prozent. Und auch die Aktionäre von Borussia Dortmund konnten sich freuen. In den letzten 12 Monaten legte das BVB-Papier mehr als 50 Prozent zu, über die letzten 5 Jahre war die Aktie ein glatter Verdoppler. Doch die Überraschung schlechthin ist die Aktie von Teteks Tetovo! Die konnte über die vergangenen 5 Jahre über 400 Prozent zulegen. Wer noch nie von Teteks Tetovo gehört hat, hier die Auflösung: Der FK Teteks Tetovo ist ein mazedonischer Fußballverein, der 1953 gegründet wurde. Der Verein hat es in den letzten Jahren immer mal wieder geschafft, sich für die Europa League zu qualifizieren. Hier kam man zwar nie über die 3. Qualifikationsrunde hinaus, aber durch TV- und UEFA-Einnahmen konnte man den Wert des Clubs so sehr steigern, dass es sich auch an der Börse bemerkbar gemacht hat.

Fußballaktien: Millionen für die Spieler – was bleibt dem Aktionär? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11349513-fussballaktien-millionen-spieler-bleibt-aktionaer





Artikel von wallstreet-online | 18. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten

Um antizyklisch zu Investieren bedarf es guter Nerven und Geduld. Für antizyklisches Investieren in Small- und Mid Caps gilt dies sogar in noch höherem Maße. Aber: Bedarf es dafür auch Mut? Nein, ganz im Gegenteil! Es bedarf nur eines längeren Anlagehorizonts – und eines klaren Verstands. Denn langfristig erzielen Small Caps eine klare Outperformance gegenüber Large Caps. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre in den USA. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine kumulierte Rendite von 113 Prozent. Beim Russel Large Cap-Index waren es hingegen nur 46 Prozent. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind.

 
Small Caps sind performancestark, aber auch konjunkturabhängig
 
Aber – und das soll nicht verschwiegen werden – Small Caps sind in der Regel konjunkturabhängiger und damit einer höheren Schwankungsbreite ausgesetzt als Large Caps. Doch genau hier setzt das antizyklische Investieren an. Für uns als Value-Investoren ist ein Szenario, wie wir es derzeit an den Märkten sehen, geradezu ideal. Die weltweite Konjunktur schwächelt, dazu der Handelskrieg zwischen China und den USA, das Chaos um den Brexit. Die Märkte sind volatil, die Kurse geben nach – für uns die beste Zeit, genau jetzt die Aktien zu analysieren und zu identifizieren, die ein gesundes und nachhaltiges Geschäftsmodell haben, dabei über eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen und im Idealfall auch noch von einem Eigentümer geführt werden, der mit Leib und Seele „sein“ Unternehmen durch die Krise führt. Wie nennen das: „Er hat ‚Skin in the Game‘!“ Entsprechend haben wir den Frankfurter – Value Focus Fund R aufgesetzt, der seit Beginn des Jahres jetzt auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen wurde. Mein Kollege Ronny Ruchay sucht mit unserem Team von Analysten genau in diesen Phasen, in denen andere Anleger die Finger von Small- und Mid Cap-Unternehmen lassen, nach unterbewerteten Aktien, die vom Markt mit nach unten gespült werden. Einfache Regeln des Value-Investing Dabei gelten einfache Regeln: Die Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten economic Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Und dann der Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Beispiele sind hier Grenke, Bechtle oder auch Nemetschek. Leider scheitern die Unternehmen oft am abschließenden Test: Die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Kurs kann man die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Wert muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge zum Preis an der Börse erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Kaufpreis ist allesentscheidend.
 
Aber in konjunkturellen Abkühlungsphasen, wie wir sie derzeit an den Märkten erleben, sind die Chancen groß, gute Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben. Deshalb haben wir auch eine umfangreiche Liste von Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.
 
Der Anlagehorizont ist entscheidend
 
Muss man dafür hohe Risiken eingehen? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel hat man dafür bezahlt. Dabei sind Kursschwankungen sogar eine gute Chance, sich in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser 10 Jahre Geduld mitbringen, werden eine gewisse Volatilität aushalten können. Dann haben Sie aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben zudem den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten wenig Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist die Chance, echte Perlen im Markt zu finden.

Börse: Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11315880-boerse-risiko-relativ-small-caps-unruhigen-zeiten

Artikel von wallstreet-online | 04. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Hoffnungen vieler Investoren haben jüngst ein paar Dämpfer bekommen. Hatten einige Marktteilnehmer zuletzt auf ein schnelles Ende des Handelsstreit zwischen den USA und China gesetzt, so wurden diese Hoffnungen vom amerikanischen Handelsbeauftragten und ex Wallstreet Anwalt Robert Lighthizer erst einmal gebremst. Man sei zwar in den Gesprächen gut vorangekommen, aber Washington will sicherstellen, dass Peking seine Versprechen, die es in den Verhandlungen gemacht hat, auch hält. Man sucht ein Prozedere, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überprüfen. Der Teufel steckt hier wie immer im Detail. Deshalb kann es noch dauern bis eine Lösung gefunden wird. Trotzdem gehen wir davon aus, dass Peking und Washington in absehbarer Zeit ihres Konfliktes beilegen werden. Das würde für die Märkte ein paar große Brocken aus dem Weg räumen, denn im Verlauf der bisherigen Handelsstreitigkeiten haben beide Volkswirtschaften zum Teil schwer gelitten. Von daher macht es für beide Seite Sinn, möglichst bald die Zeit der offenen Auseinandersetzungen hinter sich zu lassen. Die privaten Anleger im Dow Jones und S&P 500 bleiben zumindest vorläufig positiv gestimmt, institutionelle sind eher vorsichtig. Auf der anderen Seite will sich die chinesische Regierung nicht allein auf ein Ende der Handelsstreitigkeiten verlassen. So hat Peking ein umfangreiches Konjunkturprogramm aufgelegt, um seiner Wirtschaft wieder Schwung zu geben. Das Paket hat einen Umfang von umgerechnet 370 Milliarden US-Dollar – eine Menge Geld. Es wird aber noch etwas dauern, bis sich diese Investitionen in der Realwirtschaft niederschlagen.

China: Konjunkturprogramm treibt die Kurse

Die Aktienmärkte haben auf jeden Fall schon positiv reagiert. Das hat sich auch bei unseren chinesischen Portfolio-Titeln wie Alibaba, Tencent oder auch JD.com niedergeschlagen, die zum Teil zweistellig zulegen konnten. Diese erscheinen uns deutlich günstiger bewertet als ihre FANG Pendants, auch wenn die Verbriefung in ADRs uns von weiteren Engagements zurückhalten. Ein Ende des Handelskriegs gepaart mit den Effekten aus dem Konjunkturprogramm könnte für weiteren Auftrieb in Asien sorgen.

Europa: Sorgenkinder und Konjunkturabschwächung belasten

Ganz anders sieht es in Europa aus. Hier beherrschen die Sorgenkinder das Geschehen. In Italien ist kaum ersichtlich, wie sich das Land von seinen enormen Schulden befreien will. Immerhin geht es hier kurzfristig um dreistellige Milliardenbeträge. Kein einziges Projekt der aktuellen Regierung ist bisher umgesetzt worden. Und eine Änderung ist nicht in Sicht. Und Frankreich? In Frankreich herrscht eine riesige Wut auf die Regierung von Präsident Macron. Und diese Wut sitzt in breiten Schichten der Bevölkerung tief. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als die französische Regierung vor Kurzem beschlossen hatte, das Tempolimit auf Landstraßen von 100 auf 80 Km/h zu senken, wurden innerhalb kürzester Zeit landesweit 70 Prozent aller Radarfallen zerstört. Die Wut ist also wirklich vor Ort und wächst weiter, was auch immer Macron beschließt. Es scheint, als habe er beim Volk in hohem Masse verloren. Da nutzen auch die jüngsten Geschenke in Höhe von rund 10 Milliarden Euro nichts. Das Misstrauen sitzt enorm tief. Und was den Brexit betrifft, so kann im Moment niemand sagen, was im Endeffekt passiert. Hier ändert sich die Nachrichtenlage ja fast stündlich. Doch es beschleicht einen das dumpfe Gefühl: Was auch immer im Endeffekt dabei herauskommt, es wird nicht gut! Das ist kein Umfeld, in dem wir Vollgas geben wollen. Entsprechend vorsichtig sind wir bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufgestellt, fühlen uns aber mit Werten wie Alphabet, Novo Nordisk, Croda, aber auch Metro und der dividendenstarken Freenet AG sehr wohl. Unser Mandat PRIMA – Globale Werte ist etwas offensiver ausgerichtet, auch was die Technologietitel betrifft. Global gesehen ist die Lage also gemischt. Vor allem muss einem Europa große Sorgen bereiten, weil sich hier auch die konjunkturelle Abschwächung immer mehr bemerkbar macht. Kommt es aber zu der erwarteten Lösung des Handelskonflikts zwischen Peking und Washington, kann man für exportlastigen DAX, MDAX & Co. sehr optimistisch sein – andere Probleme hin oder her. Denn sollte es so kommen, dann werden sich auch die Zahlen und Ausblicke der Unternehmen wieder verbessern. Dann sollte man entsprechend Cash haben um zukaufen zu können. Eigentümergeführte Titel mit Sicherheitsmarge haben wir zahlreiche auf unsere Einkaufsliste. Spannend bleibt die Frage für den richtigen Einstiegszeitpunkt. Vorerst sehen wir die Märkte technisch übergekauft und sind daher etwas defensiver unterwegs, auch wenn wir dafür zuletzt nicht belohnt wurden.

Börse: Gebremste Hoffnung – Der Teufel steckt im Detail | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11283005-boerse-gebremste-hoffnung-teufel-steckt-detail

Artikel von e-fundresearch.com | 26. Februar 2019

Ronny Ruchay | Portfoliomanager, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es hat lange gedauert, aber am 1. Januar 2019 war es soweit: Der Frankfurter – Value Focus Fund der Shareholder Value Management AG (SVM) ist jetzt auch zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerte investiert, wurde bereits 2008 als Luxemburger AIF aufgelegt und 2010 um die Anteilklasse R (WKN: A1C XU7) erweitert. Diese ist steht jetzt auch deutschen Anlegern zur Verfügung. Ronny Ruchay, der zusammen mit Frank Fischer den Fonds berät, macht im Folgenden Ausführungen zur Strategie und den Chancen des Fonds.

Frage: Der Frankfurter – Value Focus Fund ist seit Jahresanfang zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Fonds wurde aber bereits 2008 aufgelegt, ist also schon über 10 Jahre alt. Warum wurde er erst jetzt in Deutschland zum Vertrieb zugelassen?

RR: Der Fonds war bisher nur einem kleinen Kreis rund um das SVM-Management vorbehalten. Für „Friends & Family“, wenn man so will. Mit seinem Fokus auf Nebenwerten entspricht er einer der Kernkompetenzen von Frank Fischer und seinem Team. Er wird agil gemanagt. Damit meinen wir vor allem, dass er aufgrund der Strukur flexibler ist als ein OGAW / UCITS und  der Fonds mit einem konzentrierten Portfolio auf die besten Ideen setzt. Jetzt steht er auch anderen Anlegern zur Verfügung und rundet die Bandbreite der Shareholder Value Management-Mandate ab: Er kann als das sportlichste Vehikel bezeichnet werden, da flexibel ein konzentriertes Portfolio unterhalten wird. Vergleichbare Investmentstrategien haben sich allerdings bewährt und gehen auf Investmentlegenden wie Warren Buffett zurück.

Frage: Sie beraten den Fonds zusammen mit Frank Fischer, einem ausgewiesenen Value-Experten. Ist Value-Investing auch Ihre Investmentphilosophie?

RR: Ja, auf jeden Fall. Meine erste Bekanntschaft mit Value-Investing in der Praxis war zu Beginn meines Studiums, als ich einen klassischen „Cigar-Butt“ ausgegraben habe – die Hornschuch AG, die damals deutlich unter dem Wert der Immobilien notierte und sich in einer Übernahmesituation befand. Ich merkte schnell, dass allerdings das meiste Geld mit Unternehmen verdient werden kann, die Wettbewerbsvorteile, großes Wachstumspotenzial und ein Management haben, das signifikante Anteile am Unternehmen besitzt. Ich habe mich deshalb auch intensiv mit der Philosophie der Value-Legenden Warren Buffett und Charlie Munger beschäftigt. Ein Investmentstil, der einfach überzeugend ist.

Frage: Der Fonds ist ja ein reiner Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerten investiert. Nach welchen Kriterien suchen und finden Sie die Werte?

RR: Bei der SVM verfolgen wir eine Strategie, die stark an der Philosophie von Benjamin Graham und Warren Buffett angelehnt ist. Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Wichtig ist bei der Auswahl auch der sogenannte Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Bestenfalls hat das Management ‚Skin in the Game‘, was bedeutet, dass das Management signifikante Anteile am Unternehmen besitzt, die es mit eigenem Geld erworben hat. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Schauen Sie sich GRENKE, BECHTLE oder NEMETSCHEK in Deutschland an. Das sind Paradebeispiele für eigentümergeführte bzw. eigentümerkontrollierte sehr erfolgreiche Unternehmen, die zudem noch viele unsere anderen Kriterien erfüllen. Leider scheitern die Unternehmen, die die ersten beiden Tests erfolgreich bestanden haben, häufig am dritten Test. Und zwar die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Wert kann ich die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Preis muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Preis ist allesentscheidend. An der Börse verliert man eben auch, wenn man super Unternehmen zu einem zu hohen Preis kauft. Bevor wir in ein Unternehmen investieren, muss das Unternehmen also alle drei Tests erfolgreich bestehen. 

Frage: Haben Sie ein spezielles Screening-System, mit dem Ihr Investmentuniversum zunächst durchleuchtet wird?

RR: Wir nutzen einige Screens – von ganz einfach bis hochkomplex -, die ständig weiterentwickelt werden. Screens sind allerdings nur eine Quelle von vielen, die wir für die Ideengenerierung nutzen. Bei meinem Screening schaue ich vor allem auf eine langjährige herausragende finanzielle Entwicklung. Mich interessieren ausschließlich Unternehmen, die schon bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell sehr erfolgreich ist und bei denen das Management wie ein Eigentümer agiert. Der Preis spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Hohe Kapitalrenditen, ein hoher freier Cashflow, hohes und vor allem konsistentes Wachstum sind beispielsweise Faktoren, die durch das Screening geprüft werden. Das war der einfache Teil. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Dann gilt es herauszufinden, warum die Zahlen so waren wie sie waren und ob die Faktoren über die nächsten zehn Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit so bleiben. Das Screening selektiert fast 90 Prozent der Unternehmen aus. Nach dem eigentlichen Analyseprozesse hat sich die Anzahl nochmals stark reduziert. Der Auswahlprozess für die Unternehmen ist ziemlich tough.

Frage: Können Sie bitte mal einen Titel exemplarisch herausgreifen und daran Ihren Anlagestil erklären?

RR: Ich nehme mal einen Titel, der aktuell nicht im Portfolio ist und erkläre die Gründe dafür: GRENKE AG. Ich kenne das Unternehmen seit dem Börsengang. Bei GRENKE vereinen sich alle Kriterien, auf die wir hohen Wert legen: Wir haben ein seit Jahrzehnten bewiesen erfolgreiches Geschäftsmodell mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen, hohem und konsistenten Wachstum und mit Wolfgang Grenke einen Business Owner, aktuell in der Form eines eigentümergeführten Aufsichtsrats. Er selbst war 40 Jahre lang CEO der von ihm 1978 gegründeten Firma und ist heute noch mit über 40% am Unternehmen beteiligt.  Man kann sich keinen besseren Aufsichtsratsvorsitzenden wünschen. Das Unternehmen erfüllt unsere ersten beiden Test mit Bravour, aber der Preis an der Börse offeriert derzeit keine hohe Sicherheitsmarge. Und damit sind für uns nicht alle Kriterien erfüllt, leider. Fällt der Kurs, ist GRENKE auf jeden Fall wieder eine nähere Betrachtung wert.

Frage: Im Portfolio finden sich auch Titel wie Mears zum Beispiel. Die sind weniger bekannt als Qualitätstitel, bei denen alles super läuft.

RR: Da haben Sie absolut recht! Wir haben auch Titel im Portfolio, die – milde ausgedrückt – eine eher durchwachsene Unternehmenshistorie aufweisen oder bei denen es die Historie begrenzt verfügbar ist. Wir nennen diese Positionen „unternehmerische Investments“. Das sind Unternehmen, die noch nicht bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell einen Burggraben hat und bei denen häufig das Management Defizite in der Unternehmensführung und der Kapitalallokation hat. Die britische Mears Group gehört beispielsweise zu diesen Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist stabil und gut profitabel. Dabei benötigt es kaum Kapital, was wir generell sehr schätzen. Allerdings reinvestiert das Management die Cashflows in Projekte, bei denen unklar ist, wie viel am Ende herauskommt und ob überhaupt etwas verdient werden wird. Wir haben hier nicht den Eindruck, dass das Management zum Wohle der Aktionäre agiert. Die Finanzzahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Hier nehmen wir eine aktive Rolle ein und kommunizieren mit dem Management und dem Aufsichtsrat direkt, um erstens die Kapitalverwendung besser zu verstehen und um zweitens eine rentablere Kapitalverwendung herbeizuführen. Das Unternehmen wäre deutlich mehr wert, wenn die verdienten Cashflows ausgeschüttet oder noch besser, eigene Aktien zurückgekauft würden. Bis zum Erfolg einer solchen aktiven Strategie kann es allerdings Jahre dauern und viele Ressourcen verschlingen. Wir sind bereit, diesen Weg zu gehen und uns diese Arbeit zu machen, auch weil wir das Knowhow dafür haben sowie ein breites Netzwerk. Allerdings nur, wenn wir eine ausreichende Erfolgswahrscheinlichkeit sehen und die Aktionärsrendite im Erfolgsfalle sehr attraktiv ist. Zusammengefasst kann man sagen, dass wir im Value Focus Fund zwei bisher erfolgreiche Strategien miteinander verbinden. Mit der einen investieren wir in „Bewährte Gewinner“ – wie Grenke – und mit der anderen zielen wir auf „Unternehmerische Investments“ – wie bspw. Mears Group – ab. In der Vergangenheit waren wir tendenziell mehr in den Spezialsituationen unterwegs. In Zukunft konzentrieren wir uns vermehrt auf die Qualitätstitel.

Frage: Das Portfolio ist sehr konzentriert und enthält im Normalfall nur rund 15 bis 20 Werte. Warum diese „hohe“ Wette, gerade jetzt in diesen unruhigen Börsenzeiten?

RR: Das Portfolio soll nur die besten Investmentideen enthalten, die wir im Nebenwertebereich bei der SVM identifizieren. Naturgemäß gibt es davon nicht sehr viele. Damit können kurzfristig durchaus höhere Schwankungen auftreten – und das sollte jeder Anleger auch wissen. Wobei wir sehr genau darauf achten – und das ist uns sehr wichtig – dass wir den permanenten Kapitalverlust für unsere Investoren vermeiden wollen. Kurzfristige Schwankungen ja, aber einen permanenten Kapitalverlust auf keinen Fall!     

Frage: der Fonds ist also eher etwas für risikobewusste Anleger – vor allem auch deswegen, weil Sie ja vornehmlich Nebenwerte investieren, oder?

RR: Risikobewusst? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten Anleger verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel haben wir dafür bezahlt. Dagegen sind Schwankungen der Kurse für uns willkommene Chancen, uns in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser sogar 10 Jahre in unsere Anlagestrategie investieren, werden eine gewisse Volatilität aushalten müssen: Haben damit aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben auf der anderen Seite den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten weniger Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist unsere Chance, regelrechte Perlen im Markt zu finden. Manchmal finden wir auch sehr große Perlen und scheuen uns auch nicht, in diese zu investieren. Überwiegend Nebenwerte ja, aber wie schließen auch keine Large Caps aus. Entscheidend ist die relative Attraktivität. 14% jährliche Aktionärsrendite in einem Large Cap sind uns allemal lieber als 9% in einem Small Cap. Um es plastischer zu machen. Wenn die erwartete Aktionärsrendite stimmt, dann investieren wir auch in eine Novo Nordisk – eine prominente Position im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Dem Euro ist es egal, wo er verdient wird – uns auch. Da sind wir pragmatisch.

Frage: Hinzu kommt ja auch: Als alternativer Investmentfonds (AIF) ist der Frankfurter – Value Focus Fund hinsichtlich der Anlagemöglichkeiten flexibler als ein UCITS-Fonds. So können Einzelpositionen beispielsweise höher gewichtet werden. Wie setzen Sie das in der Praxis um?

RR: Bei Aktienfonds dürfen einzelne Werte im Normalfall die 10 Prozent-Grenze nicht überschreiten. Wir haben hier etwas mehr Freiheit, die wir im Einzelfall auch nutzen, wie derzeit etwa bei secunet Security Networks AG. 

Frage: Das klingt nach „Free-Style“ pur, oder täuscht der Eindruck?

RR: Die Freiheiten sind schon größer als im engen Korsett eines UCITS-Fonds. Aber für die Investmentstrategie, wie wir sie im Frankfurter – Value Focus Fund umsetzen, passt sie ideal.

Frage: Können Sie das Portfolio eigentlich auch absichern?

RR: Ja, das ist möglich und das haben wir auch schon gemacht, wie etwa im turbulenten letzten Quartal 2018. Die ist aber nicht der Regelfall.

Frage: Die Märkte haben im gerade angesprochenen letzten Quartal 2018 zum Teil stark korrigiert. War das genau die Zeit, in der Sie wieder unterbewertete Aktien für den Fonds gefunden haben?

RR: Ja, das war der Fall. In diesem Zeitraum haben einzelne Werte so stark korrigiert, dass sie unserer Sicherheitsmarge wieder entsprochen haben, wie etwa die britische Majestic Wine PLC. 

Frage: Wie schätzen Sie derzeit die Aktienmärkte ein? Wo liegen die Chancen, und wo die Risiken?

RR: Kurzfristige Schwankungen an den Märkten spielen für uns eher eine untergeordnete Rolle, da die meisten Unternehmen im Portfolio sowieso eher langfristig gehalten werden. Auf der anderen Seite kommt uns die Volatilität an den Märkten auch entgegen. Wir haben eine Liste von wirklich guten Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.  

Frage: Werden beim Frankfurter – Value Focus Fund auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt?

RR: Ja, wie bei allen Fonds, die von der Shareholder Value Management AG beraten werden. Wir fühlen uns dem Nachhaltigkeitsgedanken sehr verbunden, ja sogar verpflichtet. Unser Anlageuniversum wird – bevor wir uns mit den einzelnen Unternehmen überhaupt beschäftigen – von der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics überprüft. Entsprechen die Unternehmen unserem ethischen Leitfaden, der sich an den der evangelischen Kirche anlehnt, dann sind sie für uns investierbar. Ist dies nicht der Fall, haben die Aktien keine Chance, jemals in unserem Portfolio zu landen.

Frage: Ist der Fonds bei allen Banken und Onlinebrokern zu kaufen?

RR: Ja, der Fonds ist über alle gängigen Plattformen in Deutschland kaufbar.

Klein, fein, agil und renditestark | Ronny Ruchay im Interview mit e-fundresearch.com: LINK ZUM ARTIKEL

Artikel von wallstreet-online | 04. Februar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung!

Das Erfreuliche zuerst: Die Aktienmärkte haben den Beginn des Jahres dazu genutzt, sich von den Verlusten des abgelaufenen Quartals etwas zu erholen. Nicht ganz unschuldig dabei ist Fed-Chef Jerome Powell, der zunächst einmal eine ausgedehnte Pause bei den Zinsanhebungen in den USA angekündigt hat. Gemäß geldpolitischem Ausschuss erwartet die Fed zwar immer noch ein solides Wachstum, will jedoch hinsichtlich weiterer Zinsschritte geduldig sein. Mit Blick auf die ökonomische Entwicklung könne sogar der Bilanzabbau gestoppt oder der Leitzins gesenkt werden, heißt es weiter. Der Markt reagierte erleichtert: Die Renditen der Staatsanleihen gaben nach, der US-Dollar schwächelte und der Dow Jones legte kurzfristig über 400 Punkte zu.

Fed hat den globalen Abschwung im Blick

Doch die Fed signalisierte damit auch noch etwas anderes: Dienten gute US-Konjunkturdaten zuvor als Anlass für Leitzinserhöhungen, so scheint dies jetzt nicht mehr auszureichen. So werden für weitere restriktive geldpolitische Maßnahmen in Zukunft wohl Inflationsrisiken dienen, die jedoch in den USA momentan überschaubar sind. Powell sieht dagegen aber auch – und das ist neu – das Risiko eines globalen Konjunkturabschwungs. Lag der bisherige Fokus der Fed einzig und allein auf der US-amerikanischen Volkswirtschaft, so scheint dies nicht mehr allein für die Fed-Politik ausschlaggebend zu sein.

Konjunkturelle Sorgen bleiben  

Und hier kommen wir auch schon zu dem weniger Erfreulichen: Wir befinden uns im aktuellen Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick in Richtung Peking, denn China ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. All dies hat aber auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar einbrach, war das unter anderem auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen. Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist zum wiederholten Male in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir eine Hängepartie, die schlimme Folgen für ganz Europa haben kann. Dazu die Rezession in Italien, wobei die hohe Schuldensituation in Italien und Frankreich nicht vergessen werden darf. Und die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Denn wenn die Briten dann nicht mehr dabei sind, könnten die „Olivenöl-Staaten“ aus Europas Süden das Zepter in Brüssel übernehmen. Dadurch werden die Risiken nicht kleiner.

Vorsichtige Ausrichtung – Reduzierung bei einigen Positionen

Deshalb sind wir im Moment auch weiterhin vorsichtig, wobei es durchaus gute Einstiegsgelegenheiten gibt, etwa bei zyklischen Unternehmen. Trotzdem halten wir in unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen rund 30 Prozent Kasse und haben den Großteil des Portfolios abgesichert. Reduziert wurden die Positionen in Metro, Plus 500, Solaredge Technologies und Telecom Italia. Komplett verkauft wurde Dialog Semiconductor. Beim PRIMA – Globale Werte sind wir dagegen etwas offensiver unterwegs. Hier wurden vor allem die Positionen in chinesischen Werten wie Tencent und JD.com ausgebaut, während Alphabet und die Mears Group reduziert und die Position in SAP aufgelöst wurde. China hat viel Luft nach oben Auf mittlere Sicht gesehen glauben wir aber, dass vor allem China noch viel Luft nach oben hat. Hier sind wir durchaus optimistisch, dass die von Peking eingeleiteten Strukturmaßnahmen in überschaubarer Zeit wirken werden. Und sollte es schlussendlich auch noch einen „Deal“ zwischen Washington und Peking geben, dann würde dies den Aktienmärkten weltweit einen regelrechten Kick nach oben geben.

Börse: Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11214333-boerse-erleichterung-ja-entwarnungL

Artikel von Fondstrends.lu | 28. Januar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Das heißt: Die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen mit dem Ziel des Vermögenserhalts und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den Kapriolen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen könnte eine neue Value-Phase begonnen haben. FondsTrends sprach dazu mit Frank Fischer, Vorstandvorsitzender (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) der Shareholder Value Management AG.

FondsTrends: Herr Fischer, am 10. Oktober 2018 schrieben Sie auf FondsTrends über „erste Anzeichen für eine Korrektur“. Das haben Sie offensichtlich absolut korrekt eingeschätzt, denn von Anfang Oktober bis Ende Dezember ging es dann auch an den US-Märkten massiv abwärts. Wie schätzen Sie aktuell die Lage ein? War das Ihrer Ansicht nach nur eine Korrektur oder droht nun gar eine längere Baisse?

Frank Fischer: Was den breiten Markt angeht bin ich skeptisch. Ich glaube, dass die hohe Volatilität bis auf Weiteres anhalten wird. Wir befinden uns im Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick nach China, denn hier ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. Aber all das hat eben auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar eingebrochen ist, war das auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen.

Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist das vierte Mal in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir nicht wirklich ein zufriedenstellendes Szenario, ebenso bei der Schuldensituation in Italien und Frankreich. Die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Alles in allem ein eher unerfreuliches Bild.

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