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RenditeWerk | Ausgabe 03 2020, Seite 18 | Gastbeitrag von Frank Fischer | 15. Juli 2020 | www.shareholdervalue.de

An den Kapitalmärkten hat die expansive Geldpolitik, mit der die Notenbanken die Folgen der globalen Finanzkrise, der Euro-Krise und zuletzt der Corona-Pandemie bekämpfen, deutliche Spuren hinterlassen. Während die Aktienmärkte bis Februar immer neue Höchststände erzielen konnten, weisen Anleihen seit Jahren fallende Renditen aus. Auch klassische Anleiheinvestoren Versicherungen und Stiftungen weichen deshalb schon seit einiger Zeit auf sogenannte ,,Bond Proxies‘‘, Aktien von Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell, einer soliden Bilanz und einem stabilen Cash-flow, als Anleiheersatz aus.

Für die meisten Stiftungen bringt das aktuelle Kapitalmarktumfeld eine Reihe von Herausforderungen mit sich, denn die niedrigen und erst recht die negativen Zinsen gefährden den gesetzlich vorgeschriebenen Kapitalerhalt des Stiftungsvermögens und erschweren die Erfüllung der treuhänderischen Verpflichtungen. Auch wenn die jüngste Erholung der Märkte bei vielen Anlageausschüssen einige Sorgenfalten wieder glätten konnte, sind die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen in der Realwirtschaft noch lange nicht überstanden. Gleichzeitig bedrängen die Notenbanken mit ihrem massiven Gelddrucken die Anleger noch weiter.

Investitionen in Realwerte

Eine mögliche Reaktion auf dieses Umfeld ist die Investition in Realwerte in Form von unterbewerteten Qualitätsunternehmen, wie sie der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen vornimmt. Seit seiner Auflage Anfang 2008 verzeichnet der Fonds über alle Krisen hinweg einen stabilen Wertzuwachs und erfüllt dabei durch die ethische, soziale und umweltgerechte Umsetzung seiner Value-Anlagestrategie die Nachhaltigkeitsanforderungen vieler Stiftungen. Speziell für Stiftungen gibt es eine steuerbefreite Anteilklasse S.

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fundplat.com | Interview mit Frank Fischer | 03. Juni 2020 | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, an den Börsen ist ein bemerkenswertes erstes Halbjahr 2020 zu Ende gegangen. Was ist Ihr Resümee?

Ich glaube, das Jahr 2020 wird uns allen in Erinnerung bleiben, denn die sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden uns noch lange beschäftigen. Die Weltwirtschaft ist ja nicht einfach in eine Krise abgeglitten, sondern es wurde ziemlich abrupt der «Stopp»-Knopf gedrückt. Wir sind vielleicht nicht mehr mit 120 km/h, aber doch mindestens mit 70 km/h vor die Wand gefahren. Das hat kurzfristige Folgen für die Unternehmen, die aber zum Teil durch die Liquiditätsmassnahmen der Notenbanken und die Kredite der Politik überbrückt werden können. Das ist aber nur der kurzfristige Teil der Auswirkungen; der, den man aktuell sieht und bewerten kann. Für die Zukunft wird entscheidend sein, welche langfristigen Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle die Pandemie und ihre Begleiterscheinungen haben werden. Ein paar Beispiele: Es ist im Moment kaum vorstellbar, dass im Flugverkehr bald wieder die alten Zahlen erreicht werden. Auch die Diskussion darüber, ob globale Lieferketten noch zeitgemäß sind, wird langfristig einige Geschäftsmodelle beeinflussen. Gleichzeitig haben Anbieter von Cloud-Lösungen oder Konferenzsystemen gute Aussichten. Wir fokussieren uns neben diesen interessanten Geschäftsmodellen auf Unternehmen, die zudem gut geführt sind und auch nach der Krise ihre Marktposition zumindest behaupten können.

Die Stützungsmassnahmen der Notenbanken haben das Niedrigzinsumfeld weiter zementiert. Es gibt für renditeorientierte Anleger keine realistische Alternative zu Aktien. Auch die derzeit noch niedrigen Investitionsquoten der Anleger haben das Potenzial, die Kurse weiter zu stützen. Wir bei Shareholder Value Management investieren für unsere Investoren ökonomisch langfristig und nach ethischen Grundsätzen nachhaltig. So beteiligen wir sie an familiengeführten Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und nach einem kodifizierten Katalog von Ausschlusskriterien.

Wie geht es Ihrer Einschätzung nach weiter?

Die vielfältigen Problemfelder und deren Wechselwirkungen, die wir derzeit vor uns haben, machen eine weitere V-förmige Erholung kurzfristig unwahrscheinlich. Wir erwarten hier eher eine 80-Prozent-plus-Ökonomie. Ab 2021 wird ein darüber hinaus gehender Anstieg deutlich realistischer. Gleichzeitig stellen die Notenbanken durch ihre Politik auf absehbare Zeit weiter Munition in Form von Liquidität mittelbar für die Aktienmärkte bereit. Vergleicht man das Liquiditätsvolumen, dass wir aktuell haben mit dem der Finanzkrise von 2008, so ist dies derzeit rund viermal so groß. Das ist auch die Erklärung für die Erholung an den Aktienmärkten, die wir in den vergangenen Wochen gesehen haben. Einige Marktteilnehmer interpretieren diese Notenbankpolitik als einen regelrechten Wettstreit, der unter anderem in einer Abwertungsspirale der Währungen mündet. Nicht zuletzt deshalb profitiert derzeit Gold als eine nicht ausschließlich auf Vertrauen aufbauende Währung von dem aktuellen internationalen Szenario.

Die Aktienmärkte haben den grössten Teil der Verluste wieder aufgeholt.

Das ist richtig, wir haben eine extreme Aufwärtsbewegung hinter uns. Aber diese hat den Markt nicht in der Breite erfasst. Im Dow Jones sind nur sechs von 30 Titeln seit Jahresanfang im Plus. Wenn immer weniger Titel entgegen dem übrigen Markt deutlich steigen, ist das möglicherweise ein Indiz für eine bevorstehende Marktschwäche, ein sogenanntes Hindenburg-Omen. Daher agieren wir derzeit besonders vorsichtig und wachsam. Wir schliessen eine weitere Korrektur im Sommer nicht aus. Was uns längerfristig optimistisch macht, ist der Umstand, dass unter den Anlegern trotz der Erholung noch keine Euphorie herrscht. Institutionelle Investoren sind von einer Untergewichtung auf eine neutrale Position eingeschwenkt. Auch Privatanleger sind noch nicht bullish. Sie werden irgendwann Angst haben, bei der nächsten Aufwärtsbewegung nicht dabei zu sein. Das alles bietet genug Pulver für weitere Investitionen. Hinzu kommen die Notenbanken. In den letzten Jahren ging eine Ausweitung der Geldmenge M2 immer mit einem Bullenmarkt einher. Von daher glauben wir, dass wir schon in einem neuen Bullenmarkt sind und es nach einer Pause oder einem Rücksetzer im Sommer weitergeht.

Was heißt das für Anleger? Worauf sollten sie achten?

Von der Erholung in den vergangenen Wochen waren bislang vor allem Growth-Werte betroffen. Zwar gibt es auch hier weiteres Potenzial, das fällt aber in den Bereichen, in denen die Bewertungen gedrückt sind, noch deutlich stärker aus. Und das ist vor allem der Bereich der Value-Aktien, die eine langjährige Underperformance gegenüber Growth-Werten aufweisen. Wenn die zyklische Komponente wieder positiv bewertet wird, werden auch wieder Mittel in Value-Aktien fließen, weil hier das höchste Potenzial liegt.

Also das langersehnte Comeback von Value-Aktien?

Zumindest die Vorzeichen sind sehr gut und das Potenzial hoch. Trotzdem kommt es auch hier auf eine sehr selektive Auswahl an, denn es wird auch klare Verlierer der Krise geben. Wir vereinen in unseren Fonds verschiedene Ausprägungen des «Value Investing». Neben dem klassischen Value nach Benjamin Graham, bei dem vor allem die Bewertung einer Aktie ausschlaggebend ist, nutzen wir verstärkt eine «Modern Value»-Philosophie. Sie weicht in einigen Punkten von der «reinen Lehre» des klassischen Graham-Value ab. Hier ist nicht die Bewertung einer Aktie allein entscheidend, sondern der Ertrag, den ich als Investor im Gegenzug dafür kriege. Dieser Ertrag, der Total Shareholder Return, kommt in Form von Dividenden, Aktienrückkäufen, Wachstum und Rendite auf investiertes Kapital (ROIC). Die erweiterte «Modern Value»-Betrachtungsweise ermöglicht im Unterschied zur klassischen Value-Philosophie Grahams auch die Investition in Unternehmen mit einer höheren Bewertung, wenn die Kombination aus guten und sehr sicheren Wachstumsperspektiven und hohen erwarteten ROICs diese rechtfertigt. Auf diese Weise sichern wir uns das langfristige Wachstumspotenzial.

A propos Wachstum. Wirecard galt lange als deutsche Wachstumshoffnung im Fintech-Bereich. Auch bei Ihnen?

Natürlich haben wir uns Wirecard angeschaut. Aber das Unternehmen kam schon lange vor den ersten Vorwürfen, die in der «Financial Times» erhoben wurden, auf unsere «Rote Liste». Es gibt eine Value-Kolumne aus dem Jahr 2008, in der dieses Thema erstmals diskutiert wird. Wir verstehen uns bei den Unternehmen, in die wir investieren, als Miteigentümer und müssen uns in dieser Rolle auch wohlfühlen. Das war bei Wirecard nie der Fall. Auch Zahlungsabwicklungen für Glücksspiel und Porno widersprechen unseren ethischen Ausschlusskriterien. Genau diese Ereignisse zeigen die Bedeutung eines aktiven Managementansatzes im Gegensatz zu passiven ETFs. Wir sind nicht aufgrund externer Vorgaben gezwungen, Aktien zu halten, nur weil sie aufgrund der Marktkapitalisierung im Index vertreten sind.

Zur Person

Frank Fischer ist Chief Executive Officer (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) der Shareholder Value Management AG sowie Berater des «Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen». Der 56-jährige ist überzeugter Value-Investor.

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Börsen-Zeitung | Ausgabe 118, Seite 17 | Gastbeitrag von Frank Fischer | 24. Juni 2020 | www.shareholdervalue.de

An den Kapitalmärkten hat die expansive Geldpolitik, mit der die Notenbanken die Folgen der globalen Finanzkrise, der Euro-Krise und zuletzt der Corona-Pandemie bekämpfen, deutliche Spuren hinterlassen. Während die Aktienmärkte bis Februar immer neue Höchststände erzielen konnten, weisen Anleihen seit Jahren fallende Renditen aus. Auch klassische Anleiheinvestoren Versicherungen und Stiftungen weichen deshalb schon seit einiger Zeit auf sogenannte ,,Bond Proxies‘‘, Aktien von Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell, einer soliden Bilanz und einem stabilen Cash-flow, als Anleiheersatz aus.

Auch im Value Investing spielen solche Qualitatsunternehmen seit Jahren eine zunehmend wichtigere Rolle. Ausschlaggebend dafür ist die Weiterentwicklung des klassischen Value-Ansatzes von Benjamin Graham zum ,,Modern Value Investing‘‘ durch Investoren wie Warren Buffett.

Die klassische Definition des Value Investing von Graham basiert auf dem Grundgedanken, dass der Börsenwert eines Unternehmens nicht immer seinen durch die Unternehmensanalyse ermittelten inneren Wert reflektiert, sondern durch Über- oder Untertreibungen des Marktes verzerrt wird. Liegt der Börsenkurs unterhalb des Buchwertes, ergibt sich für den Investor eine Renditechance und zugleich eine Sicherheitsmarge, die einen Puffer hinsichtlich der künftigen Unternehmensentwicklung darstellt. Für Graham war vor allem diese Bewertung bei der Aktienauswahl ausschlaggebend. Dieser Aspekt prägt daher in der öffentlichen Wahrnehmung das Verständnis von Value Investing.

Das wachstumsorientierte Growth Investing wird häufig als Gegenkonzept zum Value Investing verstanden. So spielen beim wachstumsorientierten Growth Investing die künftigen Wachstumsaussichten eines Unternehmens eine größere Rolle als der primär aus Vergangenheitswerten abgeleitete innere Wert. Investoren wie Warren Buffett und Charlie Munger weisen darauf hin, dass beide Konzepte theoretisch heute keinen Gegensatz darstellen, da die Wachstumsperspektiven eines Unternehmens immer auch bei seiner Bewertung mitberücksichtigt werden sollten. Für sie sind beide Stile bis zu einem gewissen Grad verknüpft. Der eigentliche Unterschied zwischen Value- und Growth Investing liegt vor allem in der Frage, ob und in welchem Umfang das erwartete künftige Wachstum in die aktuellen Bewertungen einfließt. ,,Modern Value‘‘-Investoren gehen konservativ vor und berücksichtigen das Wachstum der kommenden drei bis fünf Jahre. Growth-Investoren sind eher bereit, höhere Preise für langfristige Wachstumsaussichten zu bezahlen.

Die Fokussierung auf die Bewertung, die Grahams Definition zugrunde liegt, greift aus Sicht der ,,Modern Value‘‘-Philosophie aber zu kurz. Demnach ist nicht allein der Kurs einer Aktie entscheidend, sondern die Frage, welchen Mehrwert in Form von Dividenden, Aktienrückkäufen, Wachstum und Rendite auf reinvestiertes Kapital (ROIIC) ein langfristig orientierter Investor dafür erhält. Diese erweiterte Betrachtungsweise ermöglicht im Unterschied zur klassischen Value-Philosophie Grahams auch die Investition in Unternehmen mit einer höheren Bewertung, wenn die Kombination aus guten und sehr sicheren Wachstumsperspektiven und hohen erwarteten ROIICs diese rechtfertigt.

Strukturelle Vorteile nutzen

Es gibt verschiedene Merkmale, die ein ,,Modern Value‘‘-Unternehmen kennzeichnen. So bilden strukturelle Wettbewerbsvorteile einen wirtschaftlichen ,,Burggraben‘‘ um das Unternehmen und ermöglichen es, höhere Kosten an Kundenweiterzugeben. Eine gesunde Bilanz, die sich durch eine hohe Liquidität und eine niedrige, auf das Geschäftsmodell abgestimmte Verschuldung auszeichnet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen auf Dauer existieren und Performance liefern wird. Wir favorisieren Geschäftsmodelle, die für ihr organisches Wachstum wenig bis gar kein Kapital benötigen. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass eigentümer- oder familiengeführte Unternehmen in der Regel eher auf ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum ausgerichtet sind als Unternehmen mit Management im Angestelltenverhältnis und Aufsichtsgremien ohne eigenes Engagement.

Der Pharmahersteller Novo Nordisk ist ein gutes Beispiel für ein ,,Modern Value‘‘-Unternehmen. Die Stimmenmehrheit liegt bei der Novo- Stiftung, die das Unternehmen auf Innovationsführerschaft und eine laufende Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ausrichtet und auf eine moderate Managementkompensation achtet. Die Aktie erscheint im Sektorvergleich nicht billig. Aber ein Return on Equity von 79% rechtfertigte die Investition.

Hat das klassische Value Investing nach Benjamin Graham damit ausgedient? Zumindest für die nähere Zukunft dürfte ,,Modern Value‘‘ die besseren Ergebnisse bringen: Klassische Value-Titel sind vor allem in zyklischen Bereichen zu finden. Angesichts der idiosynkratischen Herausforderungen sind die niedrigen Bewertungen vielfach gerechtfertigt. So stehen Ölunternehmen vor einer ungewissen Zukunft. Umgekehrt erlaubt der Ansatz, Unternehmen mit hoher Qualität, welche die Krise gut überstehen oder gestärkt aus ihr hervorgehen werden, trotz höherer Bewertungen in das Portfolio aufzunehmen.

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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 24. Juni 2020 | www.shareholdervalue.de

Der Fall Wirecard treibt immer neue Blüten. Zunächst waren da die Vorwürfe in der „Financial Times“, die ihrerseits daraufhin von Wirecard verklagt wurde. Dann schloss sich die wiederholte Verschiebung der Vorlage der Geschäftszahlen für 2019 an, die dann überhaupt nicht mehr kamen. Schließlich folgt das Eingeständnis der neuen Führung, wonach es mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ die bei einer philippinischen Bank hinterlegten 1,9 Milliarden Euro gar nicht gibt. Und zuletzt die vorläufige Festnahme von Ex-CEO und Hauptaktionär Markus Braun, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen von Wirecard „durch vorgetäuschte Einnahmen aus Geschäften“ mit sogenannten Third-Party-Acquirern (TPA) aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen „finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen“. Aktuell löst der Skandal großes Entsetzen aus. Es steht die Frage nach der Verantwortung der Börsenaufsicht im Raum? Der BaFin wird jetzt vorgeworfen, dass sie, statt den Vorwürfen der „FT“ nachzugehen, neue Leerverkäufe der Wirecard-Aktie verboten habe. Und statt das Unternehmen einer Sonderprüfung zu unterziehen, habe man sich mit dem Testat von KPMG zufriedengegeben. Dass BaFin-Chef Felix Hufeld von einem „kompletten Desaster“ spricht, hilft da nur wenig. Aber: Warum werden all diese Vorwürfe erst jetzt erhoben? Und: Warum haben Anleger ihr Geld nicht schon vorher aus der Aktie gezogen, wo doch die immer wieder aufkommenden Zweifel am Geschäftsmodell und der Unternehmensführung schon seit langem bekannt sind?

Das „G“ von ESG setzte Wirecard auf die „Rote Liste“

Für uns kam ein Engagement bei Wirecard schon lange nicht in Betracht. Denn das „G“ von ESG, das Thema Governance, hat uns davon abgehalten. Zu dem Zeitpunkt, als die „Financial Times“ erstmals Vorwürfe gegen das Management von Wirecard erhob, schrillten die Alarmglocken. Denn mögliche Unregelmäßigkeiten in der Bilanzlegung setzten Wirecard bei uns quasi automatisch auf die hausinterne „Rote Liste“. Schon damals stand das Unternehmen im Verdacht, seine Bilanzen zu frisieren, Deals zu schönen und Geschäftspartner zu täuschen. Dass jetzt die rund 1,9 Milliarden Euro verschwunden sind, ist nur das Tüpfelchen auf dem „i“. Wirecard entsprach schon damals nicht unseren Qualitätsansprüchen. Dass darüber hinaus, wie schon bei VW, auch bei Wirecard dem Anschein nach alle Kontrollen versagt haben – vom Aufsichtsrat über die Rechnungsprüfer bis hin zur Finanzaufsicht – steht auf einem anderen Blatt.

Wirecard zeigt die Schwäche von ETFs gegenüber aktivem Stock-Picking

Am Beispiel Wirecard wird auch einmal mehr die Bedeutung einer bewussten und gezielten Auswahl der Unternehmen, das Stock-Picking, deutlich. Während Anleger, die in einen DAX-ETF investiert haben, die gesamten Verluste der Wirecard-Aktien unweigerlich mitmachen mussten, konnten aktive Asset Manager schnell auf die Vorkommnisse rund um den Zahlungsdienstleister reagieren. Denn indexreplizierende EFTs bilden ihren Referenzwert genau ab – und solange Wirecard noch im DAX ist, macht man als Anleger den ganzen Niedergang des Unternehmens und der Aktie zwingend mit. Der Verlust betrug vom Hoch bei knapp 200 Euro zeitweise über 90 Prozent.

Wir dagegen setzen beim „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ konsequent auf das Prinzip des Business Owners. Ganz im Sinne von Warren Buffett fragen wir uns bei jedem Engagement: „Fühlen wir uns als Miteigentümer in diesem Unternehmen wohl?“ Und diese Frage wurde nach den Vorwürfen der „Financial Times“ eindeutig mit „nein“ beantwortet. Wir sind Investoren, die ihre Portfolio-Unternehmen langfristig begleiten. Ein schneller Zocker-Euro gehört eben nicht dazu.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 15. Juni 2020 | www.shareholdervalue.de

Fed-Chef Jerome Powell hat die Märkte wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Waren DAX, Dow Jones und vor allem die Nasdaq fast schon wieder heiß gelaufen, warnte Powell davor, dass die Corona-Krise wohl noch eine ganze Weile anhalten und die amerikanische Wirtschaft noch lange belasten werde. Er erwartet außerdem, dass die Jobverluste vieler Amerikaner wohl von Dauer sein werden. Entsprechend reagierten die Börsen mit zum Teil erheblichen Kursverlusten.

Dass die US-Wirtschaft noch sehr weit von ihrer früheren Stärke entfernt ist, deckt sich auch mit unserer Einschätzung. Denn was die Wirtschaftsleistung angeht, so hat die europäische Union zwar seit dem Hoch vor der Krise gut 50 Prozent verloren, aber in den vergangenen Wochen hat sich die Situation nicht nur stabilisiert, sondern sogar schon wieder leicht verbessert. Derzeit sind wir bei rund 49 Prozent des Vorjahresniveaus. Das ist nicht gut, und von einer Normalität kann nicht die Rede sein, aber der Weg zeigt langsam wieder nach oben.

Europa ist bei der Wirtschaftsleistung gegenüber den USA im Vorteil

Ganz anders in den USA. Dort beträgt die aktuelle Wirtschaftsleistung verglichen mit dem Vorjahr nur noch 35 Prozent. Dagegen sieht Europa richtig gut aus. Und was noch hinkommt: In 22 US-Staaten steigen die Corona-Fallzahlen weiterhin an. Dies gilt vor allem für die Südstaaten.

Vor allem die europäische Fiskalpolitik ist in diesem Zusammenhang zu loben. Die EZB hat ihr PEPP-Programm auf 1,3 Billionen Euro aufgestockt, um Anleihen von Staaten und Unternehmen zu kaufen. Das ist eine sehr hohe Summe. Hier wurde also die vielbeschriebene Bazooka geladen und ein echtes Hilfspaket aufgelegt, das bis Juni 2021 ausgeweitet wurde. Darüber hinaus hat die EZB den Banken unter die Arme gegriffen, da viele Regularien gelockert wurden, die den europäischen Geldhäusern mehr Flexibilität bei der Kreditvergabe einräumt. Wenn man dann noch die Hilfsprogramme der einzelnen Länder im Gesamtvolumen von rund 2,19 Billionen Euro hinzurechnet muss man sagen: Die EU hat in der Krise wirklich geliefert.

Das soll aber nicht heißen, dass alle Probleme gelöst sind. Es gibt noch einige Unwägbarkeiten für Europa, ganz ohne Frage. Aber wenn wir Glück haben, dann rückt die direkte Corona-Bedrohung vielleicht wieder etwas in den Hintergrund. Die „neue Normalität“ wird wohl auch weiterhin mit Einschränkungen verbunden sein, aber die erste Welle scheint überstanden.

Hoffnungsschimmer in den USA

Doch auch in den USA gibt es Hoffnungsschimmer. Wie sagte doch Warren Buffett auf der letzten Hauptversammlung von Berkshire Hathaway: „Wetten Sie niemals gegen Amerika!“. Das zeigt auch das NFIB-Stimmungsbarometer für US-amerikanische Kleinunternehmen. Denn dieser ist zuletzt merklich stärker angestiegen als erwartet. Gegenüber dem Vormonat erwarten nun mehr Firmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten und auch der Anteil an Unternehmen, die Investitionen vorzunehmen und Mitarbeiter einzustellen wollen, ist gestiegen. Dies sind gute Nachrichten, da Kleinunternehmen 99 Prozent aller Firmen der USA ausmachen und rund die Hälfte aller Arbeitnehmer beschäftigen. 

Entsprechend haben wir auch das Portfolio unseres „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ ausgerichtet. Wir sind zwar nicht in US-Kleinunternehmen investiert, wohl aber in Tech-Werte wie Microsoft, Facebook und Amazon. Dazu halten wir auch zahlreiche europäische Aktien, wie die deutsche Sicherheitsfirma secunet Securities, die schwedische Technologiehandelsgruppe Addtech, und nicht zu vergessen die Immunodiagnostic Systems, deren Aktie vergangenen Freitag um über 50 Prozent zulegte, nachdem bekannt wurde,  dass ihr Coronavirus-Antikörpertest eine sogenannte CE-Kennzeichnung erhalten hat und Ende Juni zum Verkauf angeboten wird.

Unter dem Strich kann man also sagen: Wir bleiben vorsichtig, blicken aber zuversichtlich in die Zukunft. Und bei aller angebrachter Vorsicht sollte auch ein Schuss Optimismus nicht fehlen.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 02. Juni 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Staatsschulden klettern weltweit immer höher ins Astronomische. „Nicht kleckern, sondern klotzen“, gab Bundesfinanzminister Olaf Scholz vor ein paar Wochen die Devise aus, mit der man der aktuellen Corona-Krise begegnen wollte. So richtig dieser Weg auch sein mag – weltweit folgen fast alle Regierungen und Notenbanken dieser Devise. „Darf es noch eine Milliarde mehr sein?“ Ja, gerne, heißt es in Krisenzeiten immer wieder. 500 Milliarden Euro wollen Merkel und Macron ausgeben. 750 Milliarden Euro schlägt die EU vor. Oder dürfen es sogar Billionen sein? Ja, denn der US-Kongress und die Regierung in Washington haben infolge der Corona-Pandemie bislang Konjunkturpakete von gut 2,7 Billionen Dollar beschlossen. Das entspricht mehr als zehn Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Hinzu kommt, dass die Währungshüter weltweit sich in den vergangenen Wochen mit Notprogrammen überboten haben, um den wirtschaftlichen Einbruch durch die Corona-Krise zu mildern und die Finanzmärkte zu stabilisieren. Darüber hinaus steht eine globale Rezession ins Haus. Die Gelddruckmaschinen laufen rund um den Erdball auf allen Zylindern.

Und hier kommt nun Gold ins Spiel. In Zeiten ungezügelten Gelddruckens sind Positionen in Gold einfach unumgänglich. In unserem Mandat, dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, halten wir derzeit mittelbar rund 4,3 Prozent in Gold. Der Grund ist einfach: Gold dient in Krisenzeiten wie eine Art Versicherungspolice. Man schließt sie zwar in der Hoffnung ab, dass der Versicherungsfall nicht eintritt. Sollte es aber zum großen Knall kommen, ist man froh, versichert zu haben.

Goldpreis klettert Richtung Allzeithoch

Dass das Edelmetall derzeit gefragt ist, zeigt sich deutlich am Preis. Der steht bei rund 1.730 US-Dollar pro Unze, rund 13 Prozent höher als zu Jahresanfang und gut ein Drittel höher als vor zwölf Monaten. Zum Allzeithoch fehlt nicht mehr viel: Im September 2011 markierte Gold mit 1.921 US-Dollar einen Rekordstand. In Euro gerechnet ist die Höchstmarke aus dem Jahr 2011 wegen Wechselkurseffekten sogar schon übertroffen worden. Das treibt manche Analysten zu Fantasie-Kurszielen, wie etwa die Bank of Amerika, die den Preis für eine Unze Gold schon bei 3.000 US-Dollar sieht. Nun, dieser Meinung muss man nicht folgen, aber das Sentiment für Gold ist nun mal positiv.

Notenbanken weiterhin auf der Käuferseite

Hinzu kommt, dass die Notenbanken anscheinend ihrer eigenen Geldpolitik nicht zu trauen scheinen, denn sie stocken ihre Goldreserven immer weiter auf. So hat die EZB ihre Reserven in den vergangenen 20 Jahren von gut 7 auf jetzt schon 22 Milliarden Euro aufgestockt. Auch die Notenbanken von China, Indien und Russland waren in letzter Zeit sehr aktiv. Das hat zwar in den letzten Wochen etwas abgenommen, weil die Gelder für die akuten Corona-Probleme benötigt werden. Abgebaut haben sie ihre Bestände aber trotz aller Sorgen nicht. Und nicht zu vergessen: Gold wird knapp. Im März und April standen die meisten Minen still. Daraufhin kam es besonders in der Verarbeitung, die in großen Teilen in der Schweiz geschieht, zu erheblichen Engpässen.

Inflation wird mittelfristig zum Risiko

Auf der anderen Seite werden die Zinsen auch auf Jahre hin niedrig bleiben, da gilt Gold immer noch als wertbeständige Anlage. Wenn man so will, ist Gold derzeit die heimliche Weltwährung, auch deshalb, weil man Gold nicht beliebig vermehren oder künstlich produzieren kann.

Und zu guter Letzt: Es sieht zwar derzeit nicht so aus, als wenn wir eine Inflation bekommen würden. So ist die Inflationsrate im Euro-Raum weit unter die Zielmarke der EZB gefallen. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai binnen Jahresfrist lediglich um 0,1 Prozent. Damit liegt die Inflation so niedrig wie seit Juni 2016 nicht mehr. Wir rechnen allerdings mittelfristig mit einem Inflationsschub. Wie immer in Krisenzeiten kommt zunächst mal eine deflationäre Phase, denn Unternehmen und Konsumenten halten erstmal ihr Geld zusammen. Da sind steigende Preise erstmal unwahrscheinlich. Danach ist ein Anstieg der Inflation jedoch sehr wahrscheinlich. Auch für diesen Fall ist Gold eine gute Absicherung.

Fazit: So sehr die Geldflut mittel- und langfristig den Wirtschaften der einzelnen Länder zu Gute kommt und damit kurzfristig – wie schon in den letzten Wochen gesehen – auch DAX, Dow Jones & Co., also die Aktienmärkte weiter beflügelt, so ist aber die Krise auch noch nicht ausgestanden – und die Rezession erst recht nicht. Da ist Gold die besagte Versicherung für den Notfall: Man hofft zwar, dass er nicht eintritt. Wenn doch, ist man gut versichert.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 18. Mai 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Stimmung an den Märkten bleibt angespannt. Die Staatsverschuldung der Industrienationen ist von 90 auf über 120 Prozentpunkte nach oben geklettert. Und bei vielen Unternehmen sieht es auf der Schuldenseite nicht besser aus. Die Krise wird uns noch einige Zeit begleiten. Die Corona-Pandemie hat aber auch einen positiven Nebeneffekt: Sie zwingt uns anders zu denken!

Um in der aktuellen Krise Mehrwert für die Anleger zu schaffen, bedarf es unterschiedlicher Denkmodelle. Wir sind schon immer Value-Investoren gewesen – und bleiben es auch! Aber es gibt verschiedene Ansätze, um Value in den Portfolios unserer Mandate wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen umzusetzen. Da ist zum einen das klassische „Graham Value“, bei dem sich die Unternehmen vor allem durch ein niedriges KGV und einen hohen Buchwert auszeichnen. Hier liegt der Fokus klar auf der Bewertung des Unternehmens. Dann das sogenannte „Narrow Moat Value“, bei dem die Unternehmen ein erhöhtes KGV haben, gleichzeitig aber über eine, wenn auch geringe, Preissetzungsmacht verfügen. Und dann haben wir das „Wide Mode Value“, oder auch „Modern Value“ genannte Modell. Die Unternehmen in dieser Kategorie haben zwar ein hohes KGV, aber auch eine sehr hohe Preissetzungsmacht. Hinzu kommt ein hohes Umsatzwachstum. Bei dieser Betrachtungsweise geht es vor allem darum, welchen Mehrwert in Form von Dividenden, Aktienrückkäufen, Wachstum und Rendite auf reinvestiertes Kapital (ROIIC) wir bekommen. Auch dieser Ansatz ist seit vielen Jahren Teil unserer Anlagestrategie. In der Krise setzten wir darauf einen besonderen Fokus.

Klare Kriterien für „Modern Value“

„Modern Value“ finden wir in Unternehmen wie Alphabet und Alibaba, aber auch in deutschen Nebenwerten wie Secunet Securities und WashTec. Diese Firmen haben um ihr Geschäftsmodell herum einen sogenannten Burggraben in Form eines strukturellen Wettbewerbsvorteils aufgebaut und verfügen so über hohe Markteintrittsbarrieren. Gleichzeitig sind sie in nachhaltig wachsenden Märkten aktiv. Im Ergebnis verzeichnen sie eine hohe und wachsende Kapitalrendite. Kommt dazu noch eine große Sicherheitsmarge, können wir als Value-Investoren Ausverkaufssituationen wie in den letzten Wochen zum Einstieg nutzen oder schon bestehende Positionen ausbauen.

Alphabet und sein neues „Billion User-baby“

Ein gutes Beispiel ist Alphabet. Der Google-Konzern hat erst kürzlich bei der Vorlage seiner Quartalsergebnisse gezeigt, welche Macht in diesem Unternehmen steckt. Der Umsatz wuchs zweistellig, der Konzerngewinn stieg in Q1 auf 6,7 Milliarden Dollar. Und damit nicht genug: Um neue Kunden zu gewinnen, wurde das Videokonferenzsystem „Google Meet“ den Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. In Zeiten von Homeoffice und abgesagten Dienstreisen ein riesiger Markt, den Alphabet hier konsequent angeht. Mit „Google Meet“ scheint das nächste „Billion User-Baby“ des Konzerns heranzuwachsen, also ein Dienst, der weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer an Alphabet bindet.

Secunet, die Sicherheitsexperten

Ein anderes Beispiel ist der deutsche Nebenwert Secunet Securities. Das Essener Unternehmen ist Spezialist für Datensicherheit. Hinzu kommt, dass man eine Nische besetzt, in die kaum ein Wettbewerber eindringen kann. So ist die Firma bei der deutschlandweiten Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Arztpraxen und Krankenhäuser führend und hat dabei Teile des Geschäfts übernommen, das zuvor von T-Systems betrieben wurde. Hinzu kommen Software-Updates und die Wartung der Geräte, die hohe Erlöse garantieren. Darüber hinaus hat man mit der Auslieferung sogenannter E-Kioske für die digitale Passkontrolle an Flughäfen begonnen. Derzeit herrscht auf den Flughäfen rund um den Globus zwar die große Flaute, das wird aber nicht immer so bleiben.

WashTec: „Sauber“ aus der Krise

Selten, aber doch einige Male, blitze während der Rede ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht von des Alteisters. Vor allem immer dann, wenn er optimistisch in die Zukunft schaute. Das breiteste Grinsen war allerdings zu bemerken, als er nochmal auf Charlie Munger zu sprechen kam. „Charlie wird nächstes Jahr wieder hier sein. Das hat er mir fest versprochen“, berichtete Buffett. Dann ist sein Weggefährte immerhin schon 97 Jahre alt. Einen Mangel an Optimismus kann man den beiden Haudegen wirklich nicht vorwerfen!

Vom Ende einer anderen Flaute wird WashTec profitieren. Die Aktie des Weltmarktführer für Autowaschanlagen war im Zuge des Shutdowns um rund 40 Prozent gefallen, nachdem in der Krise fast keiner mehr Auto gefahren ist. Nach den ersten Lockerungen zieht der Individualverkehr aber wieder an, wie man an den jüngsten Staus auf den Autobahnen und in den Städten sehen kann. Dadurch werden Autos wieder schmutzig und müssen gewaschen und gepflegt werden. Von alledem profitiert das Unternehmen aus Augsburg. WashTec hat zudem einen ausgeprägten Wettbewerbsvorteil, da es nicht nur die Waschanlagen verkauft, sondern auch den gesamten Service und die Versorgung der Anlagen abdeckt.

All diese Beispiele zeigen, wie wichtig ein ausgeprägter Wettbewerbsvorteil, hohe Markteintrittsbarrieren und eine damit verbundene Preissetzungsmacht sind. All das ist Value, nur eben nicht klassisch, sondern neu gedacht.





Kommentar von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 04. Mai 2020 | www.shareholdervalue.de

Covid-19 hat die Weltwirtschaft im Griff

Die Corona-Krise hat Wirtschaft und Gesellschaft weltweit im Griff. Länder wie China, Korea und Taiwan sind auf dem Weg zurück in die Normalität. Die andauernden Kontrollmaßnahmen in der Öffentlichkeit machen aber deutlich, dass man von einer Situation, wie sie vor dem Ausbruch der Pandemie bestand, auch dort noch weit entfernt ist. In anderen Teilen der Welt, unter anderem den USA, Afrika, Indien und Südamerika sowie Teilen Europas, tobt weiterhin der Kampf gegen den Virus.

Das staatliche Vorgehen spaltet zunehmend die westlichen liberalen Gesellschaften und lähmt die internationalen Lieferketten und damit die Weltwirtschaft. Wir befinden uns in einer globale Rezession und die psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 werden Narben u.a. auch in Form von exorbitanten Schulden hinterlassen, mit denen wir uns noch lange auseinandersetzen müssen. Nach den starken Einbrüchen an den Weltbörsen im März machte sich im April an den Börsen vorsichtiger Optimismus breit. Dieser war vor allem in den massiven politischen und monetären Aktionen unter Einbeziehung der Notenbanken begründet: Anders als zu Zeiten der Finanzkrise, als insbesondere Europa nur langsam Maßnahmen ergriff, haben die Regierungen diesmal weltweit zwar nicht konzertiert, aber zumindest schnell gehandelt. Trotzdem wird es 2020 zu einer echten weltweiten Rezession kommen.

Was bedeutet das für die Unternehmen?

Die aufkommende Rezession spiegelt sich naturgemäß in den Unternehmensergebnissen wider, wie die laufende Berichtssaison zeigt. Bei den Unternehmen sind unterschiedliche Entwicklungen erkennbar: Branchen wie Gastronomie, Reise- und Luftfahrtunternehmen liegen am Boden. Hier kommen die Liquiditätshilfen in einigen Fällen möglicherweise zu spät oder es ist mit Verwässerungen durch Kapitalerhöhungen zu rechnen. Aber andere Branchen konnten in der Krise sogar zulegen. Dazu gehören die FAANG-Werte Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google/Alphabet, sowie Microsoft. Die in der Lockdown-Phase besonders gefragten Dienste von Amazon führten sogar zu neuen Höchstkursen.

Homeoffice, Online-Konferenzen und ein schneller Datenaustausch und -zugriff haben in der Krise stark an Bedeutung gewonnen. Mit Ausnahme von Netflix hatten all diese Unternehmen bereits vor der Krise hohe Cash-Reserven. Das macht sie weniger anfällig für die Folgen einer Rezession als etwa Unternehmen, deren Bilanzen schon vor dem Virus-Ausbruch „auf Kante genäht“ waren.

Was heißt das für einen Value-Investoren?

Wir sind überzeugte Value-investoren. Die klassische Value-Definition wurde von Benjamin Graham aufgestellt und bezeichnet Aktien, die sich primär durch niedrige Bewertungen, einen hohen Substanzwert und eine hohe Dividendenrendite auszeichnen. Wir haben unseren Value-Ansatz seit den 90er Jahren konsequent weiterentwickelt. Wie Warren Buffett und Charlie Munger glauben wir, dass die Kapitalrendite eines Unternehmens einen höheren Einfluss auf die Performance der Aktie hat als der Preis, der für die Aktie gezahlt wurde. In dieser „Modern Value“-Perspektive ist also nicht der Preis allein entscheidend, sondern die Höhe der künftigen Cash-Flows. Dieser Ansatz erlaubt auch die Investition in höher bewertete Aktien, wenn sie eigentümer- und familiengeführt sind, über strukturelle Wettbewerbsvorteile, den wirtschaftlichen Burggraben sog. „Moat“, verfügen und die Aktie, gemessen am erwarteten künftigen Cash-Flow, eine Sicherheitsmarge bietet.

Wie agiert der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen derzeit?

Aus diesem Grund setzen wir im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen den Fokus in erster Linie auf Firmen, die die Krise mittelfristig möglichst stabil überdauern werden oder sogar gestärkt daraus hervorgehen. Die Grundvoraussetzung hierfür ist eine gesunde Bilanz, die sich insbesondere durch eine hohe Liquidität und eine niedrige, auf das jeweilige Geschäftsmodell abgestimmte, Verschuldung auszeichnet. So haben Unternehmen wie z.B. Amazon eine Liquidität von über 55 Mrd. US-Dollar oder Alphabet von nahezu 120 Mrd. US-Dollar. Ähnliches trifft auch auf die kleineren Firmen zu, aus denen das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zum Großteil besteht. Wir suchen und investieren weiterhin in stabile Geschäftsmodelle mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen.

Dies bezeichnen wir als wirtschaftlichen Burggraben. Idealerweise werden diese Unternehmen inhabergeführt, wie es auch bei Alphabet, Facebook und Amazon oder Alibaba der Fall ist. Das Aktienportfolio besteht aktuell zu knapp 50 % aus solchen „Modern Value“-Firmen mit einem breiten und tiefen wirtschaftlichen Burggraben. Nebenwerte wie unser Portfoliowert secunet Security Networks AG erleben mit Cybersecurity-Diensten und sicheren Netzwerkarchitektur-Produkten (SINA genannt) durch die Corona-Krise gerade eine Sonderkonjunktur. Die Aktie notiert mittlerweile auf einem Allzeithoch, da sie über einen solchen „Moat“ verfügt.

Knapp 30% des Portfolios sind weiterhin „klassische“ Value-Werte in der Definition von Benjamin Graham. Sie sind aufgrund der sich abzeichnenden Rezession teilweise sehr deutlich gefallen. Aktien, wie z.B. die Automobil-Ingenieursdienstleister Bertrandt und Edag, wie Freenet, Kapsch, Metro, oder in England auch der Anbieter von Sozialwohnungen und -dienstleistungen Mears und der Flugzeugabfertiger Menzies, leiden besonders unter der aktuellen Situation. Auf dem aktuell teilweise sehr gedrückten Niveau verfügen die Titel jetzt über eine sehr oder sogar extrem hohe Sicherheitsmarge. Hierliegt sicherlich aktuell das größte Aufholpotential des Fonds, was aber Geduld erfordert, denn die klassischen Value-Titel laufen typischerweise erst zeitversetzt nach oben. Oft braucht es ein wenig Zeit, bis temporäre Ineffizienzen vom Markt erkannt werden und die Liquidität auch diese Titel erfasst.

Was spricht in diesem Umfeld für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen?

Unser Portfolio zeichnet sich derzeit durch einen hohen Anteil stark unterbewerteter Titel aus, die über stabile Geschäftsmodelle verfügen. Dazu kommt unser aktives Risikomanagement. Hiermit erzielten wir mittel- bis langfristig aktienmarktähnliche Renditen bei einer deutlichen Reduzierung der Schwankungen (s. Graphik*). In der sehr kurzfristigen Perspektive ist der Fonds nicht vor Wertschwankungen gefeit. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Portfolio zu ca. 60% aus Small- und Mid Caps besteht, die in Krisensituationen stärker fallen und sich leider nicht eins zu eins absichern lassen. Langfristig ergibt sich aber aus ihnen ein überproportionales Renditepotential.

*Die Performance der Vergangenheit ist kein Indikator für die Zukunft.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hat sich nach temporären Schwächephasen immer erholt. Solche Erholungsphasen gab es 2009, 2015 und ab dem Sommer 2019. Bis dahin konnte der Fonds über mehr als 10 Jahre eine zweistellige Wertentwicklung aufweisen. Seit Auflage im Jahr 2008 vor der Finanzkrise konnte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen eine Rendite von durchschnittlich 6,5% p.a. erzielen, was der Rendite des DAX entspricht – allerdings nur bei halber Volatilität.

Obwohl der Fonds einen vermögensverwaltenden Ansatz hat und sein Schwerpunkt auf Value-Aktien und Nebenwerten liegt, wird seine Wertentwicklung von Anlegern immer wieder mit dem DAX als gängigem und bekannten Index, gerade für deutsche Investoren, verglichen. Offizieller Referenzindex ist allerdings der MSCI European Smaller Companies, weshalb wir zu Vergleichszwecken beide in der Graphik verwendet haben.

Fazit:

Wir fokussieren uns bei der Zusammenstellung des Portfolios unseres Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auf Unternehmen, die gut gemanagt sind und auch nach der Krise ihre Marktposition behaupten können. Wir legen unseren Schwerpunkt aktuell noch stärker auf „Modern Value“-Unternehmen, die einen möglichst breiten wirtschaftlichen Burggraben um ihre Firma errichtet haben, denn wir gehen davon aus, dass die Märkte noch eine Weile volatil bleiben und es noch einige Monate dauert, bis sich die Wirtschaft weltweit wieder eingependelt hat. Die Fiskalpolitik und die enorme Liquidität werden den Markt weiterhin stabilisieren und nachhaltig anschieben. Trotzdem agieren wir vorsichtig, denn wir investieren langfristig. Für uns spielen bei der Qualität der Unternehmen, deren Bilanzen und ihre Verschuldung eine wichtige Rolle.

Unserem bewährten und transparenten Investment-Ansatz werden wir auch in Zukunft treu bleiben. Konkret bedeutet dies, dass wir die Volatilität als Chance nutzen, um nach den bewährten vier Prinzipien des Value-Investing anzulegen. Dabei profitieren wir von der langjährigen Expertise unseres Investment-Teams um unseren CIO Frank Fischer und folgen dabei unserem ethischen Leitfaden, denn auch in schwierigen Phasen dürfen moralische Verpflichtungen nicht außer Acht gelassen werden.

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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 04. Mai 2020 | www.shareholdervalue.de

Er saß etwas einsam und verloren mit seiner obligatorischen Cola vor der Kamera. So ganz ohne seinen alten Kumpel und Weggefährten Charlie Munger musste Warren Buffett die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway leiten. Gut, mit gebührendem Abstand an seiner Seite hatte Greg Abel, Vorsitzender und CEO von Berkshire Hathaway Energy und seit Januar 2018 stellvertretender Vorsitzender des Nichtversicherungsgeschäfts, Platz genommen. Aber das war nicht dasselbe. Im vergangenen Jahr hatten noch mehr als 40.000 Aktionäre das CenturyLink Center in ein Tollhaus verwandelt. In diesem Jahr waren Buffett und Abel allein. „Charlie ist in guter Verfassung“, versicherte Buffett zu Beginn der Online-HV. Aber für eine Veranstaltung ohne Aktionäre und ohne großes Publikum hatte Munger anscheinend keine Lust.

Hohe Verluste, aber das operative Geschäft läuft gut

Buffett war also mehr oder weniger allein, die Corona-Pandemie hatte ein erneutes Spektakel verhindert. Wie der Corona-Virus sowieso die Tagesordnung beherrschte. Das wurde schon an den Zahlen zum 1. Quartal deutlich: Berkshire Hathaway verbuchte in den ersten drei Monaten einen Rekordverlust von knapp 50 Milliarden Dollar. In Q1 2019 war noch ein Nettogewinn von 21,7 Milliarden Dollar ausgewiesen worden. Verantwortlich für das Minus waren vor allem die Kursverluste seit Beginn der Pandemie.

Das ärgert Buffett aber, denn es hält dies nur für eine Momentaufnahme und um reine Buchverluste. Wegen einer Änderung der Bilanzierungsregeln muss Berkshire Hathaway seit 2018 auch unrealisierte Kursverluste in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigen. Buffett hatte das immer wieder kritisiert und seinen Aktionären stattdessen empfohlen, dem Nettogewinn keine Beachtung zu schenken. Er verweist lieber auf das operative Geschäft. Hier wurde im ersten Quartal ein Gewinn von 5,9 Milliarden Dollar verbucht. 300 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Alle Airline-Aktien verkauft

Doch Buffett musste auch reale Verluste einräumen, die aber erst in Q2 zu Buche schlagen. Dies betrifft vor allem die Aktien der großen US-Fluggesellschaften. Vor Ausbruch der Krise hatte Berkshire Hathaway noch mehrere Milliarden Dollar in Aktien von American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines gehalten. Nun wurden diese allesamt mit Verlust verkauft, wie Buffett einräumte. „Die Welt hat sich für die Fluggesellschaften verändert“, und die Gewinnsituation dramatisch eingetrübt, so Buffett. Ein Investment sei daher nicht mehr attraktiv. Dabei räumte er auch eigene Fehleinschätzungen ein.

Das hatte zur Folge, dass im April für 6,5 Milliarden Dollar Aktien verkauft wurden. Auf der anderen Seite wurden nur 426 Millionen Dollar neu investiert. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass Berkshire Hathaway auf einem Cash-Polster von rund 137 Milliarden Dollar sitzt. Aber Buffett machte indirekt klar, dass er die Zeit für größere Engagements noch nicht für reif halte. Die Situation der US-Wirtschaft sei wegen Corona noch nicht abschließend zu beurteilen.

Pandemie wird noch „deutliche Spuren“ hinterlassen

Was die Krise insgesamt betrifft, so ist Buffett aber optimistisch. Die USA hätten schon schlimmere Situationen überstanden. Die Pandemie werde zwar „deutliche Spuren“ hinterlassen. Das treffe auch auf einige Tochterunternehmen von Berkshire Hathaway zu. Man werde aber damit fertig werden.

Diese Zuversicht beruhigt auch uns als Aktionäre, schließlich halten wir die Aktie in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und anderen. Dass die Krise aber die amerikanische Wirtschaft noch mindestens zwei Jahre beeinträchtigen wird, ist auch Buffett klar. So scheint er auch noch niedrigere Kurse zu erwarten bevor er größere Positionen neu eingeht. Oder, um es mit einer Value-Weisheit zu sagen: Es ist noch nicht die Zeit, wo ALLE anderen nur noch Angst haben! Wenn dem so ist, wird es Unternehmen geben, die über die Zeit sagen werden: „Bitte hilf mir mit Fremdkapital“. Dann wird sich Buffett mit seinem Cash solche Engagements vergolden lassen. Als Aktionär muss man nur die notwendige Geduld mitbringen.

Das Versprechen

Selten, aber doch einige Male, blitze während der Rede ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht von des Alteisters. Vor allem immer dann, wenn er optimistisch in die Zukunft schaute. Das breiteste Grinsen war allerdings zu bemerken, als er nochmal auf Charlie Munger zu sprechen kam. „Charlie wird nächstes Jahr wieder hier sein. Das hat er mir fest versprochen“, berichtete Buffett. Dann ist sein Weggefährte immerhin schon 97 Jahre alt. Einen Mangel an Optimismus kann man den beiden Haudegen wirklich nicht vorwerfen!





Marktkommentar von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 16. März 2020 | www.shareholdervalue.de

Aktuelle Situation

Der Preiskrieg um Öl zwischen Saudi-Arabien und Russland, die schnelle und inzwischen weltweite Ausbreitung des Coronavirus sowie die erste Enttäuschung über die Reaktion der Europäischen Zentralbank, haben den Abwärtstrend an den Aktienmärkten verstärkt und in den vergangenen Tagen zu massiven Einbrüchen an den Börsen und beim Ölpreis geführt. Unser „Mr. Market-Cockpit“, in dem wir verschiedene Finanzmarkt-, Sentiment- und Fundamentaldaten zusammenführen, hat uns bereits in den vergangenen Tagen angezeigt, dass Angst im Markt ist. Aber jetzt kommt Panik auf und damit fällt quasi der Sommer- und der Winterschlussverkauf auf den gleichen Zeitraum! Sowohl unsere Sentiment- als auch Kapitulations-Unterstützungsmodelle zeigen aktuell extreme Ausschläge, was technisch gesehen klare Kaufsignale sind.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen sind jetzt viele soziale Aktivitäten nicht mehr möglich oder sogar behördlich untersagt. Das führt dazu, dass in Restaurants die Gäste ausbleiben oder Messebauern die Aufträge wegbrechen, weil die Messen ausfallen. Deshalb verzeichnen viele Unternehmen Umsatzeinbrüche bei gleichbleibenden Verpflichtungen, wie Lohn- und Steuerzahlungen. Daher müssen diese Unternehmer Liquidität schaffen um diese Verbindlichkeiten bedienen zu können. In Summe bedeutet dies, dass Assets wie Aktien oder auch Gold (über-)verkauft werden. Damit dies nicht überhandnimmt haben die Regierungen den Unternehmen umfangreiche Unterstützungen zugesagt, wie z.B. die Kurzarbeit in Deutschland. Die kurzfristige fundamentale Folge der umfangreichen weltweiten Quarantänen ist eine globale Rezession. Wir erwarten ein deutlich rückläufiges Wirtschaftswachstum sowohl in Q1 wie auch Q2 2020. Allerdings hat die Politik in vielen Ländern und nicht nur in Deutschland quasi den Draghi gemacht. Es gilt „whatever it takes“ um die Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern. Der Umfang der monetären Unterstützung durch die Notenbanken und das Ausmaß der fiskalischen Unterstützung übertrifft alle bisherigen Unterstützungen in früheren Krisen bei weitem!

Sehr wichtig ist die Beobachtung, dass die die Strategie der sozialen Distanzierung in China und Südkorea sehr gut funktioniert hat. Dies kann man am Abflachen der Anzahl der Neuinfektionen sehr gut verfolgen. Es ist naheliegend innerhalb der nächsten Wochen von einem ähnlichen Verlauf in den westlichen Ländern auszugehen. Sobald die Verbreitung des Coronavirus durch rückläufige Zunahmen seinen Höhepunkt überschritten hat, werden der Ozean der Notenbankliquidität und die enormen Konjunkturpakete ihre Wirkung entfalten. Wegweisend für Europa wird die Entwicklung in Italien sein. Hier wird es deutlich werden, dass die Maßnahmen nicht nur in Asien funktionieren, sondern auch westliche Demokratien diese erfolgreich umsetzen können. Daher erwarten wir im Gegenzug zu den letzten Tagen auch eine eine extrem aggressive Erholungsbewegung der Aktienmärkte.

Das Rendite-Risiko-Verhältnis ist auf dem stark gedrückten Niveau so viel besser, dass wir bei vielen soliden familiengeführten Qualitätsunternehmen wieder sehr deutliche Unterbewertungen sehen. Die Aktienrenditen, die jetzt erwirtschaftet werden können, werden Anlegern noch über viele Jahre sehr viel Spaß machen, wenn sie ihre Angst im derzeitigen volatilen Umfeld überwinden und das einzig richtige tun: ihre Aktienquoten ausweiten!

Wertentwicklung und Positionierung

Bei allem menschlichen Leid und bei all der Trauer um die Opfer, die die Krise gefordert hat und noch fordern wird: Die Volkswirtschaften in ihrer jeweiligen Gesamtheit werden diese Krise überstehen und die Chancen, eigentümergeführte Unternehmen mit einem starken strukturellen Wettbewerbsvorteilen, dem Burggraben, zu solchen Kursen zu erwerben, gibt es in einer Dekade meistens nur einmal. Wir hatten schon frühzeitig auf die Gefahren einer Pandemie hingewiesen und im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen das systematische Risiko des Aktienmarktes weitestgehend abgesichert und konnten damit die Kursrückgänge deutlich abdämpfen. Aber auch wir haben die Konsequenzen und die daraus resultierende Liquiditätskrise unterschätzt. Nach dem Einbruch am 9. März haben wir unsere Absicherung reduziert, und haben unsere Aktienquote ausgeweitet, um sich die nun bietende Chancen nutzen zu können.

Wie geht es weiter?

Dennoch gehen wir mit Blick auf mögliche weitere Korrekturen vorsichtig vor und überprüfen unsere Positionierung laufend. Trotz der durch unser Mr. Market Cockpit messbaren Kapitulation der Anleger und den sehr attraktiven Bewertungen kann der bisherige Tiefpunkt eventuell erneut getestet oder sogar temporär unterschritten werden.

Die meisten Menschen haben zu wenig Aktien und viel zu viel Festgeld und negativ verzinsliche Anleihen. Überwinden Sie ihre Ängste und steigen Sie jetzt in den Markt ein. Weiten Sie die Aktienquote aus, auf diejenige, die sie immer haben wollten! Ihr Engagement in unternehmerischen Beteiligungen wird sich auf lange Jahre auszahlen und sehr gute Renditen liefern. Durch den Kurssturz der vergangenen Tage gibt es phantastische Firmen im Sonderangebot. Wie lange die Illiquiditätssituation an den Börsen und der Ausverkauf andauert, kann niemand sicher voraussagen. Aber es gilt, jetzt die Ängste zu überwinden und die Gelegenheit zu nutzen.

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