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Artikel von wallstreet-online | 16. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

„Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!“

Anleger neigen oft zu zwei Arten von Ängsten: Da ist zum einen die Angst, die guten Zeiten an der Börse zu verpassen. Und dann ist da die Angst vor Verlusten, wenn die Märkte mal wieder sehr volatil sind. Doch diese beiden Ängste stehen in einem Nullsummenverhältnis zu rationalen Entscheidungen. Je mehr man von diesen Ängsten beherrscht wird, desto weniger rational ist man.

Zugegeben, es gibt oft gute Gründe nervös zu werden. Derzeit ist es der Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump mit China vielleicht bald lösen wird, aber mit den Europäern wohl einen neuen Schauplatz eröffnet. Das nicht enden wollende Brexit-Chaos, das uns zumindest bis Ende Oktober weiter beschäftigen wird – wenn nicht gar noch länger. Denn diese Frist ist zu lang, um wirklich Druck auszuüben und zu kurz für Neuwahlen. Nicht zu vergessen die sich immer weiter abschwächende Konjunktur, vor der jetzt auch mit dramatischen Worten der IWF und EZB-Präsident Draghi warnt. Doch: Sind das Gründe für Angst? Nicht für längerfristig orientierte Anleger.

Was aber können Investoren tun, um sich in Richtung maximaler Rationalität zu bewegen? Ein Value-Kollege aus den USA, Vitaly Katsnelson, hat einen guten Rat parat, dem ich mich aus Überzeugung anschließe: Schauen Sie nicht ständig auf Ihr Portfolio!

Anleger haben oft zu wenig Geduld!

Denn: was bewegt die Aktienmärkte? Zunächst einmal sind es Menschen. Menschen mit sehr unterschiedlichen Zeithorizonten. Sie investieren direkt in Einzelaktien oder in Investmentfonds, haben dabei aber oft die Geduld von Fünfjährigen, nämlich gar keine. Sie traden hin und her und achten nur auf kurzfristige Entwicklungen, statt den Unternehmen zu vertrauen, in die sie investieren. Denn was machen Unternehmen? Sie investieren in die Zukunft. Langfristig und über Jahrzehnte hinaus. Mit Geduld und Weitsicht, wenn sie denn gut geführt sind.

Immer häufiger sind die Trader aber nicht einmal mehr Menschen, sondern Computeralgorithmen, die auf Variable reagieren, die wenig oder nichts mit den Geschäftsmodellen der Unternehmen zu tun haben, in das sie investieren – diese Spieler haben einen Zeithorizont von Millisekunden.

Anders, aber nicht viel besser sind passive Investments, die einfach einen Index abbilden, egal wie dieser zusammengesetzt ist. Will man derzeit unbedingt in Bayer investiert sein? Oder in Thyssen-Krupp oder die Deutsche Bank? Das kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Hat man aber einen ETF auf den DAX, ist man hier „zwangsinvestiert“. Man macht den Abschwung der Commerzbank mit, die von Wirecard im DAX ersetzt wurde, als diese groß genug war, aber nicht den Aufstieg von Wirecard dorthin.

Politische Unwägbarkeiten und die Notenbanken

Klar, auch gut geführte Unternehmen leben nicht im luftleeren Raum. Auch sie sind abhängig von politischen Rahmenbedingungen wie dem Handelsstreit oder ähnlichen politischen Unwägbarkeiten. Und natürlich von der Politik der Notenbanken. Während der letzten Finanzkrise, als die Zentralbanken den Geldpreis künstlich nach unten drückten, indem sie für Billionen Staats- und Unternehmensanleihen kauften, ließen sie die sowjetische Planwirtschaft wie ein Kinderspiel aussehen. Anstatt sich mit Kinderkram zu beschäftigen, wie z.B. die Preisgestaltung für Schuhe und Zucker, wie es die sowjetischen Zentralplaner taten, setzten ein paar Dutzend „marktwirtschaftliche“ Zentralbanker den Preis für das wichtigste Einzelgut, den risikofreien Zinssatz, der den Kern der meisten wirtschaftlichen Entscheidungen und die Bewertung aller Vermögenswerte bildet, in Richtung Null. Das kommt natürlich Unternehmen zugute, deren Erträge weit in der Zukunft liegen. Sie profitieren von den niedrigen Zinsen, während die Bewertung von Unternehmen, deren Erträge nicht so stark wachsen und sich auf die Gegenwart und die nahe Zukunft konzentrieren, diesen Vorteil nicht genießt.

Langfristige Ausrichtung wird belohnt

Dabei sind es solide geführte Unternehmen, die ein bewährtes Geschäftsmodell nachweisen können und sich seit Jahren im Wettbewerb behauptet haben, die langfristigen Erfolg bringen. So haben wir in unserem „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ zum Bespiel Unternehmen, die seit vielen, vielen Jahren Teil des Portfolios sind. Dazu gehört etwa die Sto SE, ein Hersteller von Farben, Putzen, Lacken und Beschichtungssystemen sowie Wärmedämmverbundsystemen und Bodenbeschichtungen. Sto zahlt eine Dividende von über 5 Prozent. Andere Beispiele sind der Autovermieter Sixt, oder WashTec und die Software AG. Auch Alphabet ist ein Langfristinvestment, mit dem wir sehr zufrieden sind und das seit Jahren kontinuierlich wächst. All das sind gute und solide geführte Unternehmen, denen wir als Value-Investoren auch weiterhin viel zutrauen. Da muss man nicht alle zehn Minuten ins Portfolio schauen!

wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11383168-boerse-schauen-staendig-portfolio





Artikel von wallstreet-online | 02. April 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Wenn es um Fußball geht, erreichen die Umsätze der Klubs immer neue Höhen. So schüttete der europäische Fußballverband UEFA in der vergangenen Saison allein in der Champions League gut 2 Milliarden Euro an die Teilnehmer aus. Wird jetzt die Eliteklasse ab der Saison 2024/2025 reformiert, fließt noch mehr Geld auf das Konto der Spitzenvereine. Dazu soll ab 2021 die neue Klub-WM kommen – und wieder öffnet sich der Geldhahn. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis Vereine wie Real Madrid, der letztjährige Krösus mit einem Umsatz von 751 Millionen Euro, die Milliardengrenze überspringen. Auch bei Bayern München dürfte es nicht mehr lange dauern, bis aus den aktuell 629 Millionen Euro Jahresumsatz die Milliarde wird. Da wird man sich Transferausgaben wie die aktuell 80 Millionen Euro für Lucas Hernandez von Atletico Madrid bald noch häufiger leisten können. Dass der Transfer sich mit den Jahresgehältern für Hernandez über fünf Jahre auf insgesamt rund 150 Millionen Euro belaufen wird, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Oligarchen, Scheichs und andere Milliardäre

Doch wer profitiert von dem warmen Geldregen? Es sind in erster Linie die Spieler und Eigner der Clubs. Und genau diese Eigentümer haben es gar nicht nötig, auf die Rendite ihrer Fußballengagements zu achten. Sie sind zumeist Milliardäre, Scheichs oder Oligarchen, die sich ihr „Spielzeug“ eher extreme Summen kosten lassen, als auf die Erlöse durch TV-Vermarktung, Ticket-Preise und Catering im Stadion achten zu müssen. Financial Fair Play hin oder her, ihnen geht es allein um Trophäen, Meisterschaften und Pokale. Man ist unter sich.

Krösus Lionel Messi

Und die Spieler? Die verdienen von Jahr zu Jahr mehr. Spitzenreiter ist Lionel Messi, der von seinem Arbeitgeber, dem FC Barcelona, jährlich sagenhafte 106 Millionen Euro überwiesen bekommt (laut Spiegel). Mit weitem Abstand auf Platz zwei rangiert Christiano Ronaldo, der auf ein Jahresgehalt von 56,4 Millionen kommt. Da ist Mesut Özil mit seinen 19,2 Millionen Euro im Jahr geradezu ein armer Schlucker. Aber auch in der Bundesliga kann man gut verdienen, wie Bayernstürmer Robert Lewandowski mit 15,6 Millionen Euro pro Jahr zeigt. Wohl gemerkt: Dies sind nur die Gehälter. Die Einnahmen aus Werbung kommen noch oben drauf. Und wie sieht es bei den Anlegern aus? Die meisten Clubs in Europa sind in privater Hand, lediglich 23 Vereine sind an der Börse notiert. In Deutschland ist es bekanntermaßen nur Borussia Dortmund, das aber mittlerweile immerhin im SDAX notiert ist und eine Marktkapitalisierung von 742 Millionen Euro aufweisen kann. Ansonsten sind es vor allem türkische Clubs, die den Sprung aufs Parkett gewagt haben, wie Galatasaray, Besiktas und Fenerbahce Istanbul, oder Trabzonspor. Dazu kommen als bekannte Vertreter Celtic Glasgow, Ajax Amsterdam oder auch die italienischen Vertreter Lazio und AS Rom und Juventus Turin. In Portugal sind es die Traditionsvereine Benfica und Sporting Lissabon.

Juventus und eine mazedonische Fußball-Perle

Aus Investorensicht stellt sich die Frage, ob sich ein Engagement bei diesen Vereinen lohnt. Oder sind Fußballaktien nur etwas für Fans und Liebhaber? Wer auf Dividenden setzt, ist mit Fußballaktien schlecht beraten. Bei Borussia Dortmund gibt es gerade mal 6 Cent. Bei den meisten anderen Clubs geht man sogar ganz leer aus. Wenn man allerdings das richtige Timing hinbekommen hat, konnte man in den letzten Jahren schöne Gewinne einstreichen. So hat die Aktie von Juventus Turin in den vergangen 5 Jahren über 500 Prozent zulegen können. Allein über die vergangenen 12 Monate waren es durch den Christiano Ronaldo-Coup mehr als 110 Prozent. Und auch die Aktionäre von Borussia Dortmund konnten sich freuen. In den letzten 12 Monaten legte das BVB-Papier mehr als 50 Prozent zu, über die letzten 5 Jahre war die Aktie ein glatter Verdoppler. Doch die Überraschung schlechthin ist die Aktie von Teteks Tetovo! Die konnte über die vergangenen 5 Jahre über 400 Prozent zulegen. Wer noch nie von Teteks Tetovo gehört hat, hier die Auflösung: Der FK Teteks Tetovo ist ein mazedonischer Fußballverein, der 1953 gegründet wurde. Der Verein hat es in den letzten Jahren immer mal wieder geschafft, sich für die Europa League zu qualifizieren. Hier kam man zwar nie über die 3. Qualifikationsrunde hinaus, aber durch TV- und UEFA-Einnahmen konnte man den Wert des Clubs so sehr steigern, dass es sich auch an der Börse bemerkbar gemacht hat.

Fußballaktien: Millionen für die Spieler – was bleibt dem Aktionär? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11349513-fussballaktien-millionen-spieler-bleibt-aktionaer





Artikel von wallstreet-online | 18. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten

Um antizyklisch zu Investieren bedarf es guter Nerven und Geduld. Für antizyklisches Investieren in Small- und Mid Caps gilt dies sogar in noch höherem Maße. Aber: Bedarf es dafür auch Mut? Nein, ganz im Gegenteil! Es bedarf nur eines längeren Anlagehorizonts – und eines klaren Verstands. Denn langfristig erzielen Small Caps eine klare Outperformance gegenüber Large Caps. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre in den USA. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine kumulierte Rendite von 113 Prozent. Beim Russel Large Cap-Index waren es hingegen nur 46 Prozent. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind.

 
Small Caps sind performancestark, aber auch konjunkturabhängig
 
Aber – und das soll nicht verschwiegen werden – Small Caps sind in der Regel konjunkturabhängiger und damit einer höheren Schwankungsbreite ausgesetzt als Large Caps. Doch genau hier setzt das antizyklische Investieren an. Für uns als Value-Investoren ist ein Szenario, wie wir es derzeit an den Märkten sehen, geradezu ideal. Die weltweite Konjunktur schwächelt, dazu der Handelskrieg zwischen China und den USA, das Chaos um den Brexit. Die Märkte sind volatil, die Kurse geben nach – für uns die beste Zeit, genau jetzt die Aktien zu analysieren und zu identifizieren, die ein gesundes und nachhaltiges Geschäftsmodell haben, dabei über eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen und im Idealfall auch noch von einem Eigentümer geführt werden, der mit Leib und Seele „sein“ Unternehmen durch die Krise führt. Wie nennen das: „Er hat ‚Skin in the Game‘!“ Entsprechend haben wir den Frankfurter – Value Focus Fund R aufgesetzt, der seit Beginn des Jahres jetzt auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen wurde. Mein Kollege Ronny Ruchay sucht mit unserem Team von Analysten genau in diesen Phasen, in denen andere Anleger die Finger von Small- und Mid Cap-Unternehmen lassen, nach unterbewerteten Aktien, die vom Markt mit nach unten gespült werden. Einfache Regeln des Value-Investing Dabei gelten einfache Regeln: Die Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten economic Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Und dann der Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Beispiele sind hier Grenke, Bechtle oder auch Nemetschek. Leider scheitern die Unternehmen oft am abschließenden Test: Die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Kurs kann man die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Wert muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge zum Preis an der Börse erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Kaufpreis ist allesentscheidend.
 
Aber in konjunkturellen Abkühlungsphasen, wie wir sie derzeit an den Märkten erleben, sind die Chancen groß, gute Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben. Deshalb haben wir auch eine umfangreiche Liste von Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.
 
Der Anlagehorizont ist entscheidend
 
Muss man dafür hohe Risiken eingehen? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel hat man dafür bezahlt. Dabei sind Kursschwankungen sogar eine gute Chance, sich in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser 10 Jahre Geduld mitbringen, werden eine gewisse Volatilität aushalten können. Dann haben Sie aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben zudem den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten wenig Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist die Chance, echte Perlen im Markt zu finden.

Börse: Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11315880-boerse-risiko-relativ-small-caps-unruhigen-zeiten

Wertentwicklung 2018/2019
Stand: 28.02.2019

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen

Rückblick 2018

Januar – April 2018:
Unsichere Großwetterlage macht uns skeptisch und lässt uns eine vorsichtige Positionierung einnehmen

Die US-Börsen starteten im Januar 2018 sehr freundlich, die europäischen Aktienmärkte folgten dieser Entwicklung aufgrund des starken Euros nur mühevoll und zeigten zum Monatsende eine zunehmende Schwäche. Im Februar kam es zu einer seit längerer Zeit überfälligen Korrektur an den internationalen Aktienmärkten. Gleichzeitig zeigte die Konjunktur deutliche Anzeichen einer oberen Trendwende an. Der neue Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, bestätigte noch einmal, dass der amerikanischen Geldpolitik eine weitere Straffung im Jahr 2018 bevorstehe. Damit waren mehrere Faktoren gegeben, die uns für den weiteren Verlauf des vergangenen Jahres äußerst skeptisch stimmten und uns dazu bewogen haben, das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen insgesamt defensiver auszurichten.  So betrug die Nettoaktienquote des Fonds im März rund 27 Prozent; die historische Netto-Durchschnittsaktienquote liegt hingegen bei 70 Prozent.

Weitere Unsicherheiten in Bezug auf den fortgeschrittenen Konjunkturzyklus, die US-Handelspolitik sowie die überdurchschnittliche Gewichtung der FANG-Geschäftsmodelle durch globale Investoren, führten im März 2018 zu einer weiteren Korrekturwelle an den globalen Aktienmärkten.

Aufgrund unserer insgesamt sehr defensiven Ausrichtung und unserer Absicherungsstrategien zu diesem Zeitpunkt gelang es, den Rückgang im Fonds im Vergleich zum Markt deutlich geringer zu halten.

Mai – August 2018
Technologiewerte ziehen den Markt nach oben, das Umfeld klart auf. Wir werden offensiver.

Die Großwetterlage aus Zinsängsten und Handelskonflikten wurde in den Monaten Mai bis August durch die Angst vor einer neuen Schuldenkrise in Italien weiter belastet. Vor diesem Hintergrund haben wir in dieser Zeit an unserer defensiven Positionierung festgehalten, um Drawdowns im Portfolio zu vermeiden. Trotz der negativen Grundstimmung waren im August US-Technologiewerte nach ihrer Korrektur im Frühjahr wieder stark gefragt und zogen mittelbar auch Indizes wie den MDAX auf neue Höchststände. Schwellenländer und europäische Börsen fanden sich auf der Verliererseite wieder. Die Bewertungen für Value und Growth laufen seit mehr als drei Jahren auseinander, was auch das  erwartete Kurs- Gewinnverhältnis des Russell-Growth und Russell-Value zeigt (siehe Grafik). Durch unsere defensive Positionierung konnten wir von der guten Börsenentwicklung nicht profitieren.

Mit Blick auf die sich verbessernden globalen Konjunkturerwartungen haben wir unsere Positionierung im Laufe des Sommers angepasst und die Nettoaktienquote sukzessive auf 90 Prozent erhöht.

September – Dezember 2018
Trendwende und Ausverkauf an den Aktienmärkten, wir erhöhen die Absicherung.

Value vs. Growth | Forward P/E Russell 1000 Value / Growth – Bewertungslücke wird seit 3 Jahren größer

Im September und Oktober kam es dann insbesondere in Europa zur Trendwende an den Aktienmärkten. Betroffen waren vor allem Nebenwerte und Value-Aktien. Für das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hatte die Entwicklung negative Konsequenzen. Hinzu kamen überproportionale Performancebelastungen durch einzelne Titel. Dazu gehörten besonders Telecom Italia, Software AG und Gerry Weber. Nebenwerteindizes wie der MDAX, die in den letzten Jahren besser gelaufen waren als Blue-Chip-Indizes, korrigierten in diesem Umfeld deutlich stärker. Wir haben große Indizes zur Absicherung genutzt und die Nettoaktienquote auf unter 70 Prozent gesenkt, konnten aber die Korrekturen nicht in vollem Umfang abfedern.

Verstärkte globale Konjunktursorgen und die Ankündigung der FED einer Autopilotstrategie führten im Dezember zu einem regelrechten Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten, dem sich auch unser Fonds nicht entziehen konnte.

Rückblick 2019

Ausgehend vom schwachen Jahresende 2018 kam es im Januar und Februar 2019 zu einer deutlichen Erholung an den Kapitalmärkten. Insbesondere die Bereitschaft der amerikanischen Notenbank ihre Normalisierungspolitik zu verschieben sowie die wahrscheinlicher werdende Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China verhalfen den Börsen trotz Konjunktur- und Brexit-Sorgen zu einem freundlichen Jahresstart. Der Fonds konnte in diesem Umfeld zwar etwas zulegen. Da wir unsere Aktienquote nach den ersten Januartagen aber insgesamt verringert hatten (49 Prozent Nettoaktienquote im Februar), war die Performance zwar insgesamt positiv, fiel aber relativ gesehen schwächer aus. Neben den schwachen Konjunkturdaten fehlte uns eine technische Bodenbildung für eine längere Erholungsphase. Positive Beiträge kamen aus dem Technologiesektor und von chinesischen Titeln, negativ waren wiederum durch die Bank viele der kleineren Titel. Wir haben innerhalb des Portfolios reagiert und Small Caps reduziert und stattdessen Positionen in größeren Qualitätsaktien aufgebaut.

Aktuelle Positionierung und Ausblick:

Wir sehen jetzt, dass die Fed bei ihren Zinsentscheidungen vom Gas geht und haben deshalb einige Hedges aufgelöst und auch angefangen unsere Aktienquote zu erhöhen.

Europa bleibt insgesamt eher ein Sorgenkind. Hoffnungen setzen wir dagegen auf China. Die Regierung in Peking hat ein Konjunkturprogramm mit einem Umfang von umgerechnet 370 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht. Kommt es zusätzlich zu einer Einigung im Handelsstreit mit den USA, würden exportorientierte, zyklische Werte profitieren. Zu den Favoriten gehören dann Auto-, Chemie- und Industriewerte. Im besten Falle halten wir einen weiteren Anstieg deutscher Aktien von 8 bis 10 Prozent für möglich, im schlechtesten ist die Lösung des Handelsstreit schon eingepreist. Grundsätzlicher Rückenwind kommt von der EZB und auch der FED. Solange weitere Zinserhöhungen aufgeschoben werden und die weitere Verkürzung der Bilanz ausgesetzt wird, droht kein Liquiditätsengpass. Das ist positiv, auch für deutsche Aktien. Ein möglicher Belastungsfaktor bleibt in diesem Jahr der Brexit. Im Moment gehen wir aber immer noch von einer Verschiebung und somit der Vermeidung eines Hard Brexit aus, einfach, weil beide Seiten zu viel zu verlieren haben.

Wir halten an unserem bewährten Konzept fest und unser oberstes Kredo bleibt die Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Aus diesem Grund haben wir zwar unsere teilweise Absicherung etwas spät aufgelöst und auf eine Entspannung in den Themen Notenbankpolitik, Konjunktur und Handelskonflikt gewartet. Im Nachhinein scheinen die Märkte diese Entwicklung antizipiert zu haben. Ganz bewusst haben wir dabei mehr Sicherheit gegen kurzfristige Marktchancen getauscht. Wir bevorzugen nach wie vor familien- und eigentümergeführte Firmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen und strukturellen Wettbewerbsvorteilen wie z.B. Patenten. Wir investieren nicht nur in klassische Value-Titel, sondern auch in Firmen deren langfristig sicheres Wachstum noch nicht vollständig eingepreist ist. Und diese sind aktuell an der Börse günstiger zu bekommen als vor einem Jahr oder um in der Value-Sprache zu bleiben: die Sicherheitsmarge ist größer geworden.

Artikel von Das Anlagemagazin der Börsen Zeitung | März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Frank Fischer ist CEO und Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG. Er managt den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen.

Herr Fischer, Sie sind bekennender Anhänger des US-Investors Warren Buffett. Warum sind Sie von seiner Investmentphilosophie überzeugt?

Permanentes Lernen, das fasziniert mich an ihm. Buffett hat das Value Investing weiterentwickelt. Angefangen hat es mit der Suche nach Unternehmen mit unterbewerteten Assets, zum Beispiel Grundstücken. Buffett hat gezeigt, dass es viel besser ist, in Firmen mit Preissetzungsmacht und hohen Kapitalrenditen zu investieren, die ich wie ein Miteigentümer verstehe und deren Märkte eine halbe Ewigkeit wachsen. Dafür muss man sich mit den Geschäftsmodellen und den adressierten Märkten beschäftigen.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir verwenden drei Value-Kriterien. Das A und O ist die Sicherheitsmarge. Typischerweise streben wir einen Abschlag von 40 % zum inneren Wert an. Dafür muss man kaufen, wenn es schwerfällt, weil Panik herrscht. Wenn Euphorie da ist, muss man verkaufen. Zweitens achten wir auf die Besitzverhältnisse. Wir lieben familien- oder eigentümergeführte Firmen, weil sie die richtigen Anreize für langfristiges und nachhaltig wirtschaftliches Investieren setzen. Drittes Kriterium ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil. Wir sehen das Unternehmen als Burg, drum herum ein möglichst breiter und tiefer Burggraben in Form von Patenten, Lizenzen und Netzwerk- oder Skaleneffekten.

Gibt es weitere Punkte?

Den vierten Schritt nennen wir Mister Market. Diese Figur stammt von Benjamin Graham, dem Urvater des Value Investings. Sie steht für die Launen der Anleger. Wir haben eine Datenbank entwickelt, um die Stimmung zu ermitteln. Damit versuchen wir, die Volatilität zu verringern und permanente Kapitalverluste zu vermeiden. Hier unterscheiden wir uns von Buffett, der sich um den Markt so gut wie gar nicht kümmert.

Wie schätzen Sie die aktuelle Stimmung ein?

Wir befinden uns in einem moderaten Gier-Umfeld. Die Angst, die im vergangenen Herbst herrschte, ist abgearbeitet. Aus der Realwirtschaft kommen viele negative Signale. Die Einkaufsmanagerindizes schmieren ab. Investoren sichern sich stark ab – ein absolutes Warnsignal. Deshalb sind wir sehr vorsichtig. Unsere Aktienquote liegt bei 65 %, also unter dem langfristig angestrebten Durchschnitt von 70 %. Außerdem haben wir einen Hedge eingezogen.

Halten Sie Aktien der Buffett-Holding Berkshire Hathaway?

Immer mal wieder, aktuell aber nicht. Wir warten auf günstigere Kurse.

Was sollten Privatanleger von Buffett lernen?

Antizyklisch und langfristig zu investieren. Das Wichtigste ist, nicht zur Unzeit die Nerven zu verlieren. Wenn du in Panik bist, dich aber nicht traust, antizyklisch zu kaufen, dann verkauf wenigstens nicht, sondern halte die Schwankungen aus.

Das Interview führte Helmut Kipp





Artikel von wallstreet-online | 04. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Hoffnungen vieler Investoren haben jüngst ein paar Dämpfer bekommen. Hatten einige Marktteilnehmer zuletzt auf ein schnelles Ende des Handelsstreit zwischen den USA und China gesetzt, so wurden diese Hoffnungen vom amerikanischen Handelsbeauftragten und ex Wallstreet Anwalt Robert Lighthizer erst einmal gebremst. Man sei zwar in den Gesprächen gut vorangekommen, aber Washington will sicherstellen, dass Peking seine Versprechen, die es in den Verhandlungen gemacht hat, auch hält. Man sucht ein Prozedere, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überprüfen. Der Teufel steckt hier wie immer im Detail. Deshalb kann es noch dauern bis eine Lösung gefunden wird. Trotzdem gehen wir davon aus, dass Peking und Washington in absehbarer Zeit ihres Konfliktes beilegen werden. Das würde für die Märkte ein paar große Brocken aus dem Weg räumen, denn im Verlauf der bisherigen Handelsstreitigkeiten haben beide Volkswirtschaften zum Teil schwer gelitten. Von daher macht es für beide Seite Sinn, möglichst bald die Zeit der offenen Auseinandersetzungen hinter sich zu lassen. Die privaten Anleger im Dow Jones und S&P 500 bleiben zumindest vorläufig positiv gestimmt, institutionelle sind eher vorsichtig. Auf der anderen Seite will sich die chinesische Regierung nicht allein auf ein Ende der Handelsstreitigkeiten verlassen. So hat Peking ein umfangreiches Konjunkturprogramm aufgelegt, um seiner Wirtschaft wieder Schwung zu geben. Das Paket hat einen Umfang von umgerechnet 370 Milliarden US-Dollar – eine Menge Geld. Es wird aber noch etwas dauern, bis sich diese Investitionen in der Realwirtschaft niederschlagen.

China: Konjunkturprogramm treibt die Kurse

Die Aktienmärkte haben auf jeden Fall schon positiv reagiert. Das hat sich auch bei unseren chinesischen Portfolio-Titeln wie Alibaba, Tencent oder auch JD.com niedergeschlagen, die zum Teil zweistellig zulegen konnten. Diese erscheinen uns deutlich günstiger bewertet als ihre FANG Pendants, auch wenn die Verbriefung in ADRs uns von weiteren Engagements zurückhalten. Ein Ende des Handelskriegs gepaart mit den Effekten aus dem Konjunkturprogramm könnte für weiteren Auftrieb in Asien sorgen.

Europa: Sorgenkinder und Konjunkturabschwächung belasten

Ganz anders sieht es in Europa aus. Hier beherrschen die Sorgenkinder das Geschehen. In Italien ist kaum ersichtlich, wie sich das Land von seinen enormen Schulden befreien will. Immerhin geht es hier kurzfristig um dreistellige Milliardenbeträge. Kein einziges Projekt der aktuellen Regierung ist bisher umgesetzt worden. Und eine Änderung ist nicht in Sicht. Und Frankreich? In Frankreich herrscht eine riesige Wut auf die Regierung von Präsident Macron. Und diese Wut sitzt in breiten Schichten der Bevölkerung tief. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als die französische Regierung vor Kurzem beschlossen hatte, das Tempolimit auf Landstraßen von 100 auf 80 Km/h zu senken, wurden innerhalb kürzester Zeit landesweit 70 Prozent aller Radarfallen zerstört. Die Wut ist also wirklich vor Ort und wächst weiter, was auch immer Macron beschließt. Es scheint, als habe er beim Volk in hohem Masse verloren. Da nutzen auch die jüngsten Geschenke in Höhe von rund 10 Milliarden Euro nichts. Das Misstrauen sitzt enorm tief. Und was den Brexit betrifft, so kann im Moment niemand sagen, was im Endeffekt passiert. Hier ändert sich die Nachrichtenlage ja fast stündlich. Doch es beschleicht einen das dumpfe Gefühl: Was auch immer im Endeffekt dabei herauskommt, es wird nicht gut! Das ist kein Umfeld, in dem wir Vollgas geben wollen. Entsprechend vorsichtig sind wir bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufgestellt, fühlen uns aber mit Werten wie Alphabet, Novo Nordisk, Croda, aber auch Metro und der dividendenstarken Freenet AG sehr wohl. Unser Mandat PRIMA – Globale Werte ist etwas offensiver ausgerichtet, auch was die Technologietitel betrifft. Global gesehen ist die Lage also gemischt. Vor allem muss einem Europa große Sorgen bereiten, weil sich hier auch die konjunkturelle Abschwächung immer mehr bemerkbar macht. Kommt es aber zu der erwarteten Lösung des Handelskonflikts zwischen Peking und Washington, kann man für exportlastigen DAX, MDAX & Co. sehr optimistisch sein – andere Probleme hin oder her. Denn sollte es so kommen, dann werden sich auch die Zahlen und Ausblicke der Unternehmen wieder verbessern. Dann sollte man entsprechend Cash haben um zukaufen zu können. Eigentümergeführte Titel mit Sicherheitsmarge haben wir zahlreiche auf unsere Einkaufsliste. Spannend bleibt die Frage für den richtigen Einstiegszeitpunkt. Vorerst sehen wir die Märkte technisch übergekauft und sind daher etwas defensiver unterwegs, auch wenn wir dafür zuletzt nicht belohnt wurden.

Börse: Gebremste Hoffnung – Der Teufel steckt im Detail | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11283005-boerse-gebremste-hoffnung-teufel-steckt-detail

Artikel von e-fundresearch.com | 26. Februar 2019

Ronny Ruchay | Portfoliomanager, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es hat lange gedauert, aber am 1. Januar 2019 war es soweit: Der Frankfurter – Value Focus Fund der Shareholder Value Management AG (SVM) ist jetzt auch zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerte investiert, wurde bereits 2008 als Luxemburger AIF aufgelegt und 2010 um die Anteilklasse R (WKN: A1C XU7) erweitert. Diese ist steht jetzt auch deutschen Anlegern zur Verfügung. Ronny Ruchay, der zusammen mit Frank Fischer den Fonds berät, macht im Folgenden Ausführungen zur Strategie und den Chancen des Fonds.

Frage: Der Frankfurter – Value Focus Fund ist seit Jahresanfang zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Fonds wurde aber bereits 2008 aufgelegt, ist also schon über 10 Jahre alt. Warum wurde er erst jetzt in Deutschland zum Vertrieb zugelassen?

RR: Der Fonds war bisher nur einem kleinen Kreis rund um das SVM-Management vorbehalten. Für „Friends & Family“, wenn man so will. Mit seinem Fokus auf Nebenwerten entspricht er einer der Kernkompetenzen von Frank Fischer und seinem Team. Er wird agil gemanagt. Damit meinen wir vor allem, dass er aufgrund der Strukur flexibler ist als ein OGAW / UCITS und  der Fonds mit einem konzentrierten Portfolio auf die besten Ideen setzt. Jetzt steht er auch anderen Anlegern zur Verfügung und rundet die Bandbreite der Shareholder Value Management-Mandate ab: Er kann als das sportlichste Vehikel bezeichnet werden, da flexibel ein konzentriertes Portfolio unterhalten wird. Vergleichbare Investmentstrategien haben sich allerdings bewährt und gehen auf Investmentlegenden wie Warren Buffett zurück.

Frage: Sie beraten den Fonds zusammen mit Frank Fischer, einem ausgewiesenen Value-Experten. Ist Value-Investing auch Ihre Investmentphilosophie?

RR: Ja, auf jeden Fall. Meine erste Bekanntschaft mit Value-Investing in der Praxis war zu Beginn meines Studiums, als ich einen klassischen „Cigar-Butt“ ausgegraben habe – die Hornschuch AG, die damals deutlich unter dem Wert der Immobilien notierte und sich in einer Übernahmesituation befand. Ich merkte schnell, dass allerdings das meiste Geld mit Unternehmen verdient werden kann, die Wettbewerbsvorteile, großes Wachstumspotenzial und ein Management haben, das signifikante Anteile am Unternehmen besitzt. Ich habe mich deshalb auch intensiv mit der Philosophie der Value-Legenden Warren Buffett und Charlie Munger beschäftigt. Ein Investmentstil, der einfach überzeugend ist.

Frage: Der Fonds ist ja ein reiner Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerten investiert. Nach welchen Kriterien suchen und finden Sie die Werte?

RR: Bei der SVM verfolgen wir eine Strategie, die stark an der Philosophie von Benjamin Graham und Warren Buffett angelehnt ist. Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Wichtig ist bei der Auswahl auch der sogenannte Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Bestenfalls hat das Management ‚Skin in the Game‘, was bedeutet, dass das Management signifikante Anteile am Unternehmen besitzt, die es mit eigenem Geld erworben hat. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Schauen Sie sich GRENKE, BECHTLE oder NEMETSCHEK in Deutschland an. Das sind Paradebeispiele für eigentümergeführte bzw. eigentümerkontrollierte sehr erfolgreiche Unternehmen, die zudem noch viele unsere anderen Kriterien erfüllen. Leider scheitern die Unternehmen, die die ersten beiden Tests erfolgreich bestanden haben, häufig am dritten Test. Und zwar die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Wert kann ich die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Preis muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Preis ist allesentscheidend. An der Börse verliert man eben auch, wenn man super Unternehmen zu einem zu hohen Preis kauft. Bevor wir in ein Unternehmen investieren, muss das Unternehmen also alle drei Tests erfolgreich bestehen. 

Frage: Haben Sie ein spezielles Screening-System, mit dem Ihr Investmentuniversum zunächst durchleuchtet wird?

RR: Wir nutzen einige Screens – von ganz einfach bis hochkomplex -, die ständig weiterentwickelt werden. Screens sind allerdings nur eine Quelle von vielen, die wir für die Ideengenerierung nutzen. Bei meinem Screening schaue ich vor allem auf eine langjährige herausragende finanzielle Entwicklung. Mich interessieren ausschließlich Unternehmen, die schon bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell sehr erfolgreich ist und bei denen das Management wie ein Eigentümer agiert. Der Preis spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Hohe Kapitalrenditen, ein hoher freier Cashflow, hohes und vor allem konsistentes Wachstum sind beispielsweise Faktoren, die durch das Screening geprüft werden. Das war der einfache Teil. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Dann gilt es herauszufinden, warum die Zahlen so waren wie sie waren und ob die Faktoren über die nächsten zehn Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit so bleiben. Das Screening selektiert fast 90 Prozent der Unternehmen aus. Nach dem eigentlichen Analyseprozesse hat sich die Anzahl nochmals stark reduziert. Der Auswahlprozess für die Unternehmen ist ziemlich tough.

Frage: Können Sie bitte mal einen Titel exemplarisch herausgreifen und daran Ihren Anlagestil erklären?

RR: Ich nehme mal einen Titel, der aktuell nicht im Portfolio ist und erkläre die Gründe dafür: GRENKE AG. Ich kenne das Unternehmen seit dem Börsengang. Bei GRENKE vereinen sich alle Kriterien, auf die wir hohen Wert legen: Wir haben ein seit Jahrzehnten bewiesen erfolgreiches Geschäftsmodell mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen, hohem und konsistenten Wachstum und mit Wolfgang Grenke einen Business Owner, aktuell in der Form eines eigentümergeführten Aufsichtsrats. Er selbst war 40 Jahre lang CEO der von ihm 1978 gegründeten Firma und ist heute noch mit über 40% am Unternehmen beteiligt.  Man kann sich keinen besseren Aufsichtsratsvorsitzenden wünschen. Das Unternehmen erfüllt unsere ersten beiden Test mit Bravour, aber der Preis an der Börse offeriert derzeit keine hohe Sicherheitsmarge. Und damit sind für uns nicht alle Kriterien erfüllt, leider. Fällt der Kurs, ist GRENKE auf jeden Fall wieder eine nähere Betrachtung wert.

Frage: Im Portfolio finden sich auch Titel wie Mears zum Beispiel. Die sind weniger bekannt als Qualitätstitel, bei denen alles super läuft.

RR: Da haben Sie absolut recht! Wir haben auch Titel im Portfolio, die – milde ausgedrückt – eine eher durchwachsene Unternehmenshistorie aufweisen oder bei denen es die Historie begrenzt verfügbar ist. Wir nennen diese Positionen „unternehmerische Investments“. Das sind Unternehmen, die noch nicht bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell einen Burggraben hat und bei denen häufig das Management Defizite in der Unternehmensführung und der Kapitalallokation hat. Die britische Mears Group gehört beispielsweise zu diesen Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist stabil und gut profitabel. Dabei benötigt es kaum Kapital, was wir generell sehr schätzen. Allerdings reinvestiert das Management die Cashflows in Projekte, bei denen unklar ist, wie viel am Ende herauskommt und ob überhaupt etwas verdient werden wird. Wir haben hier nicht den Eindruck, dass das Management zum Wohle der Aktionäre agiert. Die Finanzzahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Hier nehmen wir eine aktive Rolle ein und kommunizieren mit dem Management und dem Aufsichtsrat direkt, um erstens die Kapitalverwendung besser zu verstehen und um zweitens eine rentablere Kapitalverwendung herbeizuführen. Das Unternehmen wäre deutlich mehr wert, wenn die verdienten Cashflows ausgeschüttet oder noch besser, eigene Aktien zurückgekauft würden. Bis zum Erfolg einer solchen aktiven Strategie kann es allerdings Jahre dauern und viele Ressourcen verschlingen. Wir sind bereit, diesen Weg zu gehen und uns diese Arbeit zu machen, auch weil wir das Knowhow dafür haben sowie ein breites Netzwerk. Allerdings nur, wenn wir eine ausreichende Erfolgswahrscheinlichkeit sehen und die Aktionärsrendite im Erfolgsfalle sehr attraktiv ist. Zusammengefasst kann man sagen, dass wir im Value Focus Fund zwei bisher erfolgreiche Strategien miteinander verbinden. Mit der einen investieren wir in „Bewährte Gewinner“ – wie Grenke – und mit der anderen zielen wir auf „Unternehmerische Investments“ – wie bspw. Mears Group – ab. In der Vergangenheit waren wir tendenziell mehr in den Spezialsituationen unterwegs. In Zukunft konzentrieren wir uns vermehrt auf die Qualitätstitel.

Frage: Das Portfolio ist sehr konzentriert und enthält im Normalfall nur rund 15 bis 20 Werte. Warum diese „hohe“ Wette, gerade jetzt in diesen unruhigen Börsenzeiten?

RR: Das Portfolio soll nur die besten Investmentideen enthalten, die wir im Nebenwertebereich bei der SVM identifizieren. Naturgemäß gibt es davon nicht sehr viele. Damit können kurzfristig durchaus höhere Schwankungen auftreten – und das sollte jeder Anleger auch wissen. Wobei wir sehr genau darauf achten – und das ist uns sehr wichtig – dass wir den permanenten Kapitalverlust für unsere Investoren vermeiden wollen. Kurzfristige Schwankungen ja, aber einen permanenten Kapitalverlust auf keinen Fall!     

Frage: der Fonds ist also eher etwas für risikobewusste Anleger – vor allem auch deswegen, weil Sie ja vornehmlich Nebenwerte investieren, oder?

RR: Risikobewusst? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten Anleger verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel haben wir dafür bezahlt. Dagegen sind Schwankungen der Kurse für uns willkommene Chancen, uns in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser sogar 10 Jahre in unsere Anlagestrategie investieren, werden eine gewisse Volatilität aushalten müssen: Haben damit aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben auf der anderen Seite den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten weniger Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist unsere Chance, regelrechte Perlen im Markt zu finden. Manchmal finden wir auch sehr große Perlen und scheuen uns auch nicht, in diese zu investieren. Überwiegend Nebenwerte ja, aber wie schließen auch keine Large Caps aus. Entscheidend ist die relative Attraktivität. 14% jährliche Aktionärsrendite in einem Large Cap sind uns allemal lieber als 9% in einem Small Cap. Um es plastischer zu machen. Wenn die erwartete Aktionärsrendite stimmt, dann investieren wir auch in eine Novo Nordisk – eine prominente Position im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Dem Euro ist es egal, wo er verdient wird – uns auch. Da sind wir pragmatisch.

Frage: Hinzu kommt ja auch: Als alternativer Investmentfonds (AIF) ist der Frankfurter – Value Focus Fund hinsichtlich der Anlagemöglichkeiten flexibler als ein UCITS-Fonds. So können Einzelpositionen beispielsweise höher gewichtet werden. Wie setzen Sie das in der Praxis um?

RR: Bei Aktienfonds dürfen einzelne Werte im Normalfall die 10 Prozent-Grenze nicht überschreiten. Wir haben hier etwas mehr Freiheit, die wir im Einzelfall auch nutzen, wie derzeit etwa bei secunet Security Networks AG. 

Frage: Das klingt nach „Free-Style“ pur, oder täuscht der Eindruck?

RR: Die Freiheiten sind schon größer als im engen Korsett eines UCITS-Fonds. Aber für die Investmentstrategie, wie wir sie im Frankfurter – Value Focus Fund umsetzen, passt sie ideal.

Frage: Können Sie das Portfolio eigentlich auch absichern?

RR: Ja, das ist möglich und das haben wir auch schon gemacht, wie etwa im turbulenten letzten Quartal 2018. Die ist aber nicht der Regelfall.

Frage: Die Märkte haben im gerade angesprochenen letzten Quartal 2018 zum Teil stark korrigiert. War das genau die Zeit, in der Sie wieder unterbewertete Aktien für den Fonds gefunden haben?

RR: Ja, das war der Fall. In diesem Zeitraum haben einzelne Werte so stark korrigiert, dass sie unserer Sicherheitsmarge wieder entsprochen haben, wie etwa die britische Majestic Wine PLC. 

Frage: Wie schätzen Sie derzeit die Aktienmärkte ein? Wo liegen die Chancen, und wo die Risiken?

RR: Kurzfristige Schwankungen an den Märkten spielen für uns eher eine untergeordnete Rolle, da die meisten Unternehmen im Portfolio sowieso eher langfristig gehalten werden. Auf der anderen Seite kommt uns die Volatilität an den Märkten auch entgegen. Wir haben eine Liste von wirklich guten Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.  

Frage: Werden beim Frankfurter – Value Focus Fund auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt?

RR: Ja, wie bei allen Fonds, die von der Shareholder Value Management AG beraten werden. Wir fühlen uns dem Nachhaltigkeitsgedanken sehr verbunden, ja sogar verpflichtet. Unser Anlageuniversum wird – bevor wir uns mit den einzelnen Unternehmen überhaupt beschäftigen – von der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics überprüft. Entsprechen die Unternehmen unserem ethischen Leitfaden, der sich an den der evangelischen Kirche anlehnt, dann sind sie für uns investierbar. Ist dies nicht der Fall, haben die Aktien keine Chance, jemals in unserem Portfolio zu landen.

Frage: Ist der Fonds bei allen Banken und Onlinebrokern zu kaufen?

RR: Ja, der Fonds ist über alle gängigen Plattformen in Deutschland kaufbar.

Klein, fein, agil und renditestark | Ronny Ruchay im Interview mit e-fundresearch.com: LINK ZUM ARTIKEL

Artikel von wallstreet-online | 04. Februar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung!

Das Erfreuliche zuerst: Die Aktienmärkte haben den Beginn des Jahres dazu genutzt, sich von den Verlusten des abgelaufenen Quartals etwas zu erholen. Nicht ganz unschuldig dabei ist Fed-Chef Jerome Powell, der zunächst einmal eine ausgedehnte Pause bei den Zinsanhebungen in den USA angekündigt hat. Gemäß geldpolitischem Ausschuss erwartet die Fed zwar immer noch ein solides Wachstum, will jedoch hinsichtlich weiterer Zinsschritte geduldig sein. Mit Blick auf die ökonomische Entwicklung könne sogar der Bilanzabbau gestoppt oder der Leitzins gesenkt werden, heißt es weiter. Der Markt reagierte erleichtert: Die Renditen der Staatsanleihen gaben nach, der US-Dollar schwächelte und der Dow Jones legte kurzfristig über 400 Punkte zu.

Fed hat den globalen Abschwung im Blick

Doch die Fed signalisierte damit auch noch etwas anderes: Dienten gute US-Konjunkturdaten zuvor als Anlass für Leitzinserhöhungen, so scheint dies jetzt nicht mehr auszureichen. So werden für weitere restriktive geldpolitische Maßnahmen in Zukunft wohl Inflationsrisiken dienen, die jedoch in den USA momentan überschaubar sind. Powell sieht dagegen aber auch – und das ist neu – das Risiko eines globalen Konjunkturabschwungs. Lag der bisherige Fokus der Fed einzig und allein auf der US-amerikanischen Volkswirtschaft, so scheint dies nicht mehr allein für die Fed-Politik ausschlaggebend zu sein.

Konjunkturelle Sorgen bleiben  

Und hier kommen wir auch schon zu dem weniger Erfreulichen: Wir befinden uns im aktuellen Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick in Richtung Peking, denn China ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. All dies hat aber auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar einbrach, war das unter anderem auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen. Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist zum wiederholten Male in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir eine Hängepartie, die schlimme Folgen für ganz Europa haben kann. Dazu die Rezession in Italien, wobei die hohe Schuldensituation in Italien und Frankreich nicht vergessen werden darf. Und die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Denn wenn die Briten dann nicht mehr dabei sind, könnten die „Olivenöl-Staaten“ aus Europas Süden das Zepter in Brüssel übernehmen. Dadurch werden die Risiken nicht kleiner.

Vorsichtige Ausrichtung – Reduzierung bei einigen Positionen

Deshalb sind wir im Moment auch weiterhin vorsichtig, wobei es durchaus gute Einstiegsgelegenheiten gibt, etwa bei zyklischen Unternehmen. Trotzdem halten wir in unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen rund 30 Prozent Kasse und haben den Großteil des Portfolios abgesichert. Reduziert wurden die Positionen in Metro, Plus 500, Solaredge Technologies und Telecom Italia. Komplett verkauft wurde Dialog Semiconductor. Beim PRIMA – Globale Werte sind wir dagegen etwas offensiver unterwegs. Hier wurden vor allem die Positionen in chinesischen Werten wie Tencent und JD.com ausgebaut, während Alphabet und die Mears Group reduziert und die Position in SAP aufgelöst wurde. China hat viel Luft nach oben Auf mittlere Sicht gesehen glauben wir aber, dass vor allem China noch viel Luft nach oben hat. Hier sind wir durchaus optimistisch, dass die von Peking eingeleiteten Strukturmaßnahmen in überschaubarer Zeit wirken werden. Und sollte es schlussendlich auch noch einen „Deal“ zwischen Washington und Peking geben, dann würde dies den Aktienmärkten weltweit einen regelrechten Kick nach oben geben.

Börse: Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11214333-boerse-erleichterung-ja-entwarnungL

Artikel von Fondstrends.lu | 28. Januar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Das heißt: Die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen mit dem Ziel des Vermögenserhalts und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den Kapriolen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen könnte eine neue Value-Phase begonnen haben. FondsTrends sprach dazu mit Frank Fischer, Vorstandvorsitzender (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) der Shareholder Value Management AG.

FondsTrends: Herr Fischer, am 10. Oktober 2018 schrieben Sie auf FondsTrends über „erste Anzeichen für eine Korrektur“. Das haben Sie offensichtlich absolut korrekt eingeschätzt, denn von Anfang Oktober bis Ende Dezember ging es dann auch an den US-Märkten massiv abwärts. Wie schätzen Sie aktuell die Lage ein? War das Ihrer Ansicht nach nur eine Korrektur oder droht nun gar eine längere Baisse?

Frank Fischer: Was den breiten Markt angeht bin ich skeptisch. Ich glaube, dass die hohe Volatilität bis auf Weiteres anhalten wird. Wir befinden uns im Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick nach China, denn hier ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. Aber all das hat eben auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar eingebrochen ist, war das auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen.

Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist das vierte Mal in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir nicht wirklich ein zufriedenstellendes Szenario, ebenso bei der Schuldensituation in Italien und Frankreich. Die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Alles in allem ein eher unerfreuliches Bild.

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Artikel der Börsen-Zeitung | 18. Januar 2019

Frank Fischer. CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der von Alfred Rappaport geprägte Begriff des Shareholder Value ist aus Unternehmenssicht zu Unrecht nicht immer positiv besetzt. Prominente Investoren wie Carl Icahn oder Guy Wyser-Pratte haben das öffentliche Bild vom aktivistischen Investor geprägt: Dieser ist vor allem daran interessiert, den Unternehmenswert kurzfristig und ohne Rücksicht auf Mitarbeiter und Fortbestehen zu steigern, um möglichst schnelle Erträge zu realisieren und dann zum nÌchsten ,,Investitionsobjekt‘‘ weiterzuziehen.

Freiraum für Management

Dabei handeln Aktionäre, die aktiv auf die Entwicklung eines Unternehmens einwirken, durchaus in dessen Interesse sowie in dem seiner Inhaber. Investoren, die ihre Beteiligung als unternehmerisches Engagement verstehen, sind verlässliche Partner. Als Ankeraktionäre verschaffen sie dem Management den Freiraum, um eine längerfristige Perspektive einzunehmen und die notwendigen Risiken einzugehen, wenn eine Neuausrichtung erforderlich ist. Dabei wissen sie um die Bedeutung von motivierten und verlässlichen Mitarbeitern. DasIdealbild eines Mitarbeiters ist für sie der Unternehmer im Unternehmen.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel.