Beiträge

Interview mit Fundplat | 13. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, in den vergangenen Tagen konnte man in den Zeitungen lesen, dass die Value-Ikone Warren Buffett Schwierigkeiten habe, im derzeitigen Umfeld attraktive Investment­gelegen­heiten zu finden. Auch Sie sind überzeugter Value-Investor. Stehen Sie vor ähnlichen Schwierigkeiten?
Man muss das präzisieren. Es ist nicht so, dass es schwierig ist, attrak­tive Unter­nehmen zu finden. Ich würde sagen, eher im Gegen­teil. Die Unter­nehmen sind da, wir haben einige inte­ressante Namen auf unserer Watch­list. Was uns aber zurück­haltend agieren lässt, ist der Preis. Der Mangel an Alter­nativen hat die Bewer­tungen vieler Aktien nach oben getrieben. Da liegt die Heraus­forderung, auch bei Warren Buffett. Ich sehe das allerdings weniger als Problem, denn Geduld und das Warten auf den richtigen Moment gehören beim lang­fristigen Inves­tieren dazu.

Als Value-Investor investieren Sie mit einer Sicherheits­marge, einem möglichst hohen Abstand zum inneren Wert einer Aktie. Die hohen Bewertungen drücken also auf diese Marge?
Die Sicherheitsmarge ist neben dem wirtschaft­lichen Burg­graben, dem «economic moat», über den unsere Unter­nehmen verfügen sollten und der Führung durch den Eigen­tümer eines der drei Kern­elemente unserer Value-Philo­sophie. Die klassische Value-Aktie nach den Kriterien von Benjamin Graham hat vielleicht nur einen kleinen Burg­graben, aber sie ist vor allem günstig und bietet eine hohe Sicher­heits­marge. Graham selber hat die Sicher­heits­marge bei rund 33 Prozent ange­setzt, sie dient als Puffer gegen Kurs­rück­schläge. Aktien, die aktuell eine Sicher­heits­marge bieten, sind beispiels­weise eine Freenet AG mit einer wunder­baren Divi­denden­rendite, oder eine Metro, bei der sich die Bilanz durch die Verkäufe von Immo­bilien und anderen Werten verbessern lässt. Wenn in vergleich­baren Fällen auch unsere übrigen Kriterien erfüllt sind, ist die Wahrschein­lich­keit, dass wir in diese Titel inves­tieren, hoch.

Daneben gibt es Unter­nehmen, bei denen die gute Qualität eine niedrige Sicher­heits­marge recht­fertigt. Wir nennen das «growth at a reasonable value». Unter­nehmen wie Ryman Health­care, Alibaba oder Alphabet zeichnen sich durch ein erhöhtes Umsatz­wachstum und eine starke Preis­setzungs­macht aus, haben aber auch ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Auch hier müssen dann die weiteren Kriterien erfüllt werden, es hängt also immer vom einzelnen Unter­nehmen in seiner Gesamt­heit ab.

Das hohe Kursniveau dürfte nicht anhalten, wir haben in den vergangenen Tagen erste Erschütterungen gesehen. Das sollte doch Chancen schaffen?
Die Frage ist wann. Das konjunkturelle Umfeld trübt sich in Folge des Handels­konflikts zwischen den USA und China stark ein. Der Welt­handel ist so stark einge­brochen wie zuletzt in den Rezessions­phasen Anfang der 2000er Jahre und nach der Finanz­krise. Die Einkaufs­manager­indizes des verarbei­tenden Gewerbes haben den Rück­wärts­gang eingelegt. Das zweite Quartal 2019 hat uns die schwächste Berichts­saison seit langem beschert. Das sind alles Faktoren, die für eine Korrektur am Aktien­markt sprechen.

Auf der anderen Seite haben wir aber die Noten­banken. Die Fed senkt möglicher­weise die Zinsen weiter, die EZB begibt neue TLTROs, senkt wahr­scheinlich den Einlagen­satz abermals und nimmt womöglich auch die Käufe von Anleihen wieder auf. In Deutschland wird über die Ausweitung von Negativ­zinsen der Geschäfts­banken diskutiert. Das macht Aktien aus Inves­toren­sicht grund­sätzlich attrak­tiver. Nicht zuletzt sollte US-Präsident Trump, der in den vergan­genen Monaten einer der grössten Unsicher­heits­faktoren für die Börsen war, mit Blick auf seine Wieder­wahl eigentlich ein grosses Interesse daran haben, das der Handels­konflikt nicht weiter eskaliert. Auch das wäre für die Aktien­märkte eine Unter­stützung. Die Frage ist jetzt, welches Szenario sich durch­setzt. Bis das Bild klarer wird, ist unserer Ansicht nach Vorsicht geboten.

Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld?
Bei uns kommt noch der eine oder andere Sonderfaktor hinzu. Unsere DNA liegt von Haus aus bei deutschen und euro­päischen Value-Neben­werten. Dieses Segment hat seit Mitte vergan­genen Jahres deutlich schwächer performed als etwa Standard- oder gar Growth-Werte aus den USA. Wir haben deshalb in den vergan­genen Monaten unseren Blick­winkel verbreitert und zum einen ausge­wählte Large Caps hinzu­gefügt, gleich­zeitig den geogra­phischen Horizont auf Länder wie die USA, Kanada oder Neu­seeland ausge­weitet. Ryman Health­care ist dafür ein Beispiel. Das Unter­nehmen betreibt Senioren-Resi­denzen und Alten­pflege­heime in Neu­seeland und nun auch in Australien. Rymann Health­care hat eine einzig­artige Kultur und geniesst in der Branche einen hervor­ragenden Ruf. Entsprechend lang sind die Warte­listen. Die Gewinne wachsen mit 15 Prozent pro Jahr. Wenn dann eine hinrei­chende Sicher­heits­marge gegeben ist, sind das typische Unter­nehmen, die wir suchen.

Aktuell sind wir allerdings eher zurück­haltend posi­tioniert, da wir aus unseren Indi­katoren heraus entspre­chende Warn­signale bekommen haben. Die hohe Cash-Quote resultiert unter anderem daraus, dass wir im Lauf der vergan­genen Monate Posi­tionen aufgelöst haben, die ihre Ziel­kurse erreicht hatten. Jetzt dient sie uns als Puffer gegen Rück­schläge, gleich­zeitig wollen wir natürlich auch unser Pulver trocken halten. Denn wie eingangs gesagt, haben wir einige inte­ressante Unter­nehmen im Fokus. Wenn deren Kurse wieder auf ein attrak­tives Niveau zurück­gehen, kaufen wir.

Artikel von wallstreet-online | 19. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die aktuelle Börsensituation zehrt an den Nerven. Klar ist derweil: Die Konjunkturschwäche hält an, Deutschland steuert auf eine Rezession zu und ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht. Das muss aber nicht ewig so weitergehen. Darüber waren sich die Referenten beim diesjährigen „Frankfurter Diskurs“, den wir als Shareholder Value Management AG zusammen mit DJE Investment und ODDO BHF jetzt schon zum 5. Mal veranstaltet haben (www.frankfurter-diskurs.de) einig. Aktuell spricht allerdings noch Vieles für weiter fallende Kurse. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hält die Märkte in Atem. Gibt es ein leichtes Zeichen der Entspannung, steigen die Kurse in rasendem Tempo nach oben. Zeigt die Nachrichtenlage in die andere Richtung, verliert der Dow Jones, wie jüngst geschehen, auch schon mal 800 Punkte in kürzester Zeit. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag.

Konjunkturelle Schwäche ist eklatant

Die größte Sorge gilt der Konjunktur. Die legt zwar noch keine Vollbremsung hin, die Schwäche ist mittlerweile aber eklatant. Und der Pessimismus unter den Anlegern nimmt auch weiter zu, so dass der Trend eindeutig weiter nach unten zeigt. Doch: das muss nicht so bleiben. Vor allem US-amerikanische Aktien haben nach dem Kursrutsch der letzten Tage weiterhin Potential. Wie die Deutsche Bank errechnet hat, gibt vor allem die langfristige Entwicklung der Unternehmensgewinne pro Aktie Anlass zu Optimismus. Im S&P 500 sind diese seit Anfang 2018 um knapp 23 Prozent gestiegen. Das Kursniveau ist jedoch seitdem nicht von der Stelle gekommen: Damals stand der S&P 500 bei knapp über 2.800 Indexpunkten, heute liegt das Niveau nur unwesentlich höher. Auch die abgelaufene US-Berichtssaison ist mit Gewinnsteigerungen von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal besser ausgefallen als viele Marktteilnehmer befürchtet hatten. Klar, dass der Handelsstreit bei vielen Unternehmen seine Spuren hinterlassen hat, doch es besteht die Hoffnung, dass eine US-Rezession im kommenden Jahr abgewendet werden kann. Das wäre dann ein solides Fundament für weitere Kursgewinne.

Europas Sorgenberg ist groß

Ganz anders sieht es in Europa aus. Diesem Thema hatten wir uns beim „Frankfurter Diskurs“ besonders gewidmet. Hier sind es vor allem die politischen Brennpunkte wie der Brexit oder die Lage in Italien und die zunehmenden Gewinn- und Umsatzwarnungen der Unternehmen, die vor allem internationale Investoren davon abhalten, sich auf dem Alten Kontinent zu engagieren. Dabei sind gerade europäische Aktien derzeit so günstig bewertet wie schon lange nicht mehr. Doch die Gewinnerwartungen sind – anders als in den USA – weiterhin negativ. Aber gerade, wenn die Erwartungen und die Stimmung auf dem Tiefpunkt sind, reichen oft schon kleine positive Überraschungen, um das Blatt zu wenden. Wir glauben zwar, dass dies noch einige Zeit dauern wird, doch Ende des Jahres könnte es soweit sein.

Mittelfristig sollten Europas Unternehmen positiv überraschen

Was spricht für europäische Aktien: Da sind zum einen die niedrigen Bewertungen der Unternehmen, dann die expansive Politik der EZB, und schließlich die Tatsache, dass Anleihen wohl auf Jahre hin keine Alternative zu den Dividendenrenditen vieler Aktien sind. Spätestens Mitte kommenden Jahres sollten dann auch die Unternehmen wieder positiv überraschen. Da die Börse dies oft Monate im Voraus vorwegnimmt, könnte bereits Ende des Jahres das Tal der Tränen durchschritten sein. So zumindest die Hoffnung – und die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Börse: Unklare Signale für Europas Märkte | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11682646-boerse-unklare-signale-europas-maerkte

Artikel von wallstreet-online | 05. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Feuer unterm Dach: Trumps Bärendienst für die eigene Wirtschaft

Die jüngste Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank hat viele Marktteilnehmer ratlos zurückgelassen. Denn die Mini-Senkung war weder Fisch noch Fleisch. Dementsprechend mager fiel auch die Reaktion an den Finanzmärkten aus. Die Anleger hatten eine Zinssenkung erwartet, sie hofften jedoch auf eine Senkung um 50 Basispunkte. Sie war aber so gering aus, dass die Börsen eher enttäuscht reagierten. Vor allem aber war die Begründung der FED dünn. Frei interpretiert könnte man sagen: „Eigentlich hätten wir die Zinsen gar nicht senken müssen, wir haben es aber getan, damit die Märkte vor allem mit den Folgen des Handelsstreits besser klarkommen können.“ Die US-Wirtschaft sei eigentlich robust, die Arbeitsmarktdaten in Ordnung. Nur die Inflation sei zu gering. Und dann natürlich der Handelsstreit mit China. Er würde große Teile der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, daher die „Pro-Forma“-Senkung.

Neue Strafzölle schicken die Börsen auf Talfahrt

Das richtete sich klar gegen US-Präsident Donald Trump, der seit Monaten gegen die FED wettert und sie in seinen Schimpftiraden als eine Institution beschimpft, die „keine Ahnung“ habe. Doch nur wenige Stunden später passierte genau das, wovor die FED gewarnt hatte. Trump goss im Handelskonflikt mit China zusätzliches Öl ins Feuer. Er kündigte für September neue Strafzölle von weiteren zehn Prozent auf Güter aus dem Reich der Mitte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar an – und diese könnten sogar auf 25 Prozent oder „deutlich darüber hinaus“ erhöht werden. Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab. Ein solcher scheint aber in weiter Ferne zu liegen, wurden die jüngsten Gespräche doch ohne Ergebnis abgebrochen. Und Peking ließ sich nicht lange „bitten“ und kündigte seinerseits Gegenmaßnahmen im Streit mit Washington an. Die Märkte reagierten darauf äußerst verschnupft. Dow Jones und S&P 500 gaben zum Teil stark nach, der DAX sackte unter die 12.000-Punkztemarke.

Starke Quartalszahlen, aber die Ausblicke leiden unter dem Handelskonflikt

Für die Wall Street ist das eigentlich verwunderlich. Denn mittlerweile haben rund zwei Drittel der S&P-500-Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. Und hier liegt der Anteil der Konzerne, die die Gewinnerwartungen übertroffen haben, bei rund 75 Prozent. Die Gewinne liegen gut sechs Prozent über den Erwartungen. Doch das Top-Thema bei den Unternehmen bleibt weiterhin der Handelsstreit, der bei den Unternehmen inzwischen tiefe Wunden hinterlässt: Die Gewinne der Konzerne, die mehr als die Hälfte ihrer Umsätze außerhalb der USA erzielen, lagen im zweiten Quartal 9,7 Prozent unter dem Vorjahr. Nimmt die Belastung hier weiter zu, dürfte selbst die magere Gewinnwachstumsprognose von 2,5 Prozent für das Gesamtjahr noch zu hoch sein. Trump erweist seiner eigenen Wirtschaft einen Bärendienst, indem er den Streit mit Peking immer weiter auf die Spitze treibt. Hier bekommt „America first“ eine ganz neue Bedeutung.

Gold: Mutige steigen ein

Wäre Gold in dieser Situation eine gute Anlage? Der Goldpreis gab nach der Fed-Entscheidung zunächst um knapp 2 Prozent nach, hielt sich aber über der Marke von 1.400 US-Dollar. Die Notenbank sorgte mit ihrem nur zögerlichen Bekenntnis zu weiteren Zinssenkungen für Nervosität an den Märkten, da diese auf weiter sinkende Zinsen gesetzt hatten. Doch Treiber für einen weiter steigenden Goldpreis sind durchaus vorhanden: Die geopolitischen Spannungen sowie die Sorgen um die Weltkonjunktur bestehen weiterhin. Grund genug für die Zentralbanken weltweit, im ersten Halbjahr ihre Gold-Depots um knapp 375 Tonnen weiter aufzufüllen. Für risikobewusste Anleger könnte der jüngste Rücksetzer des Goldpreises eine Einstiegsmöglichkeit ergeben. Denn auf einen solchen Rücksetzer mussten die Anleger schon eine ganze Weile warten. Portfolio fast komplett abgesichert Was die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten betrifft, so sind wir derzeit sehr vorsichtig eingestellt. Deshalb haben wir beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen unsere Aktienengagements auch zu einem großen Teil abgesichert. Denn die konjunkturelle Entwicklung gibt weiterhin Grund zur Sorge. Und da im Handelsstreit zwischen Peking und Washington eine Einigung noch in weiter Ferne zu liegen scheint, dürfte sich daran so schnell auch nichts ändern. Deshalb gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!





Artikel von wallstreet-online | 19. Juli 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Bergsteigen und Börse. Was sollen diese beiden Sachen miteinander zu tun haben? Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, außer der Tatsache, dass beide schnell und sicher an ihr Ziel kommen wollen. Der Bergsteiger auf den Gipfel, der Anleger zu seinem angestrebten finanziellen Erfolg. Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass sowohl der Börsianer als auch der Bergsteiger viele Eigenschaften gemein haben, um erfolgreich zu sein. Der Bergsteiger braucht Zähigkeit, Ausdauer, Besonnenheit, eine gute Planung und Vorbereitung, eine genaue Analyse der äußeren Umstände, Wissen um die eigenen Fähigkeiten, ein hohes Maß an Sicherheitsbedürfnis, Kraft, Geduld und einen genauen Plan, um sein Ziel zu erreichen. Und genau diese Eigenschaften sollte auch ein Anleger haben, denn sonst ist Erfolg an der Börse pures Glück und Zufall, aber kein auf Dauer nachhaltiges, erfolgreiches Investieren.

Geduld, Ausdauer und ein genauer Plan

Value-Investoren wie wir es sind haben einen genauen Plan. Aber man benötigt auch Geduld und Ausdauer, um langfristig erfolgreich zu sein. Derzeit werden Value-Aktien von der Börse links liegen gelassen. Dennoch bleiben wir unserer Anlagephilosophie treu und investieren in unterbewertete Aktien. Aber mit Sicherheitsmarge. Das heißt, dass schon beim Kauf einer Aktie darauf Wert gelegt wird, dass möglichst 30 bis 40 Prozent unter dem aktuellen Wert für die Aktien bezahlt wird. Damit lassen sich Rücksetzer leichter verkraften, wie in der aktuellen Situation. Die Konjunktur schwächelt, der Handelsstreit von US-Präsident Donald Trump gegen den Rest der Welt lassen die Umsätze und Gewinne der Unternehmen einbrechen. Daimler, BASF und SAP seien hier stellvertretend für viele andere genannt. Solche Rücksetzer muss man einkalkulieren, wenn dauerhafter Erfolg angestrebt wird. Da ist Geduld und Ausdauer gefragt. Aber auch ein gutes Management, das besonnen mit der Situation umgeht und seine Ziele nicht aus den Augen verliert.

Familiengeführte Unternehmen im Fokus

Diese Art von Besonnenheit sehen wir bei den von uns bevorzugten familiengeführten Unternehmen. Hier wird das Management selten hektisch. In solchen Unternehmen werden Rücksetzer und schwierige Marktlagen einkalkuliert. Sie wissen auch um die Konjunkturzyklen und stellen sich darauf ein. Unternehmen wie Sixt oder auch Grenke Leasing können hier als Beispiele dienen. Sie denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Bei solchen Unternehmen sind wir als Value-Investoren gerne kritische und verlässliche Partner, die dauerhaft die Geschäftstätigkeiten begleiten. Wie der Bergsteiger muss der Fondsmanager aber auch die äußeren Umstände genau analysieren und kennen, denn sonst wird er nie den Gipfel erklimmen. Ein Aufstieg bei Sturm und Unwettern ist schwerlich möglich. Möglicherweise muss er seine Route ändern und den Gegebenheiten anpassen. So auch der Anleger. Da sind auf der einen Seite der Handelsstreit und die abflauende Konjunktur rund um den Globus. In Europa kommt noch der bevorstehende Brexit hinzu, der möglicher Weise ein „No Deal“-Brexit wird. Auf der anderen Seite stehen die Notenbanken Gewehr bei Fuß, um die Märkte mit billigem Geld zu unterstützen. Sowohl die EZB als auch die FED haben ihre Bereitschaft dazu schon einige Male kundgetan. Damit erhöht sich zwar die Gefahr ausufernder Schulden bei Staaten und Unternehmen, auf der anderen Seite könnten so die schlimmsten Gefahren für die Anleger abgewendet werden.

Auch in rauen Zeiten die Ruhe bewahren

Man sieht, Bergsteiger und Börsianer haben mehr Gemeinsamkeiten, als dies auf den ersten Blick zu vermuten ist. Und Bergsteigeraktien sind solche, die den Anleger auf dem Weg zum angestrebten Erfolg begleiten. Unternehmen, die ein gutes und robustes Geschäftsmodell haben und von einem Management geführt werden, das nicht gleich in Panik verfällt, wenn es mal rau und unruhig wird. Das sind genau die Unternehmen, die wir für unseren Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen suchen. Dann geht es den Anlegern wie dem Bergsteiger: Mit Geduld, Zähigkeit, Ausdauer und guter Planung wird der Gipfel erklommen. Belohnt wird der Bergsteiger mit einem wunderschönen Panoramablick und der Genugtuung, das gesetzt Ziel erreicht zu haben. Dem Anleger winkt der finanzielle Erfolg. Und natürlich auch die Genugtuung, seine Ziele erreicht zu haben.

Börse: Von Bergsteigeraktien mit Sicherheitsmarge | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11614546-boerse-bergsteigeraktien-sicherheitsmarge





Artikel von wallstreet-online | 8. Juli 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Fragt man derzeit die Aktienanalysten nach ihrer Meinung zur Börsenentwicklung für das zweite Halbjahr 2019, dann gehen die meisten davon aus: Das Beste für das laufende Jahr ist bereits gelaufen! Aber, ist es das wirklich? Nicht unbedingt! Denn die kommenden Monate können durchaus für positive Überraschungen sorgen.

Gewinnerwartungen deutlich gesenkt

Nun gut, das erste Halbjahr 2019 hielt für Investoren ein Wechselbad der Gefühle bereit. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA schwelte weiter und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus, im weiteren Verlauf aber auch wieder für Angst bei den Investoren. Immerhin haben US-Präsident Trump und Chinas Regierungschef Xi in Osaka eine Art Waffenstillstand geschlossen. Das bedeutet zwar keine Lösung im Konflikt, aber Trump wäre nicht Trump, würde er den Handelskrieg einfach so im Sande verlaufen lassen. Doch selbst ihm dürfte klar sein, dass er den Bogen nicht überspannen darf, sonst leidet die US-Wirtschaft noch mehr, als sie dies jetzt schon tut. Dass sich hier bereits einiges zum Schlechten gewendet hat, zeigen die Erwartung der Analysten für die anstehende Berichtssaison. Sie hatten ihre Gewinnerwartungen schon im Juni deutlich gesenkt, nun scheinen die Unternehmen dies zu bestätigen. Denn in der sogenannten Vorberichtssaison müssen sie wesentliche Abweichungen der zu berichtenden Quartalszahlen von den Analystenschätzungen bekanntgeben. Das Resultat: In den USA fielen zwei Drittel der bisherigen Warnungen negativ aus! Dabei kamen überdurchschnittlich viele dieser Warnungen aus den Sektoren IT, zyklischer Konsum sowie Gesundheit. Sollte sich also die Berichtssaison als Enttäuschung erweisen, könnte dies wegen der aktuell hohen Bewertungen für einen Rücksetzer beim Dow Jones und dem S&P 500 sorgen. Dem können sich dann auch DAX, Eurostoxx 50 & Co. schwerlich entziehen.

Wirtschaft verliert weiter an Kraft

Hinzu kommt besonders in Deutschland, dass die Wirtschaft immer weiter an Kraft verliert. Das macht nicht nur der ifo-Index Monat für Monat deutlich. Auch das KfW-Mittelstandsbarometer bestätigte zuletzt den schwachen Ausblick besonders für das verarbeitende Gewerbe: Kleine und mittelgroße Unternehmen schätzen die Geschäftsaussichten so schlecht ein wie seit 2012 nicht mehr. Nimmt man dann noch einige Branchen hinzu, wird das Bild nicht besser. So hat der Chemieverband VCI seine Prognose für das zweite Halbjahr weiter zurückgenommen, wovon auch DAX-Werte wie BASF und Covestro nicht unberührt bleiben dürften.

Notenbanken stehen auf der Seite der Börsianer

Nun, alles schlecht? Nimmt man noch den anstehenden Brexit mit hinzu, der möglicherweise ein „No Deal“-Austritt wird, kann es einem als Anleger schon Angst und Bange werden … wären da nicht die Notenbanken. Auf die können sich die Börsianer anscheinend fest verlassen. So hat EZB-Chef Mario Draghi die Hoffnung genährt, dass die Europäische Zentralbank auf eine noch lockerere Geldpolitik zusteuert, als sie es sowieso schon tut. Und von der designierten neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird erwartet, dass sie Draghis Erbe der „ewigen Nullzinspolitik“ weiterführen wird. Auch von der FED scheint kein Gegenwind zu kommen. So will der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, vorerst zwar auf Zinssenkungen verzichten. Falls es mit der Wirtschaft aber schlechter laufe, könne sich das jederzeit ändern. Auf die Notenbanken scheint also Verlass zu sein.

Hoffnungen für das zweite Halbjahr

Was spricht noch für einen positiven Börsenverlauf im zweiten Halbjahr? Zum einen könnte sich im Handelsstreit zwischen den USA und China eine Lösung anbahnen, die den Märkten weiter Auftrieb geben wird. Damit würden sich für einige Branchen die Sorgenfalten wieder glätten. Dann hat die sich abschwächende Konjunktur bereits dafür gesorgt, dass sich viele Unternehmen den anstehenden Herausforderungen stellen und Anpassungen vornehmen, wie etwa der geplante Stellenabbau bei Bayer, Ford oder Schaeffler zeigt. Und: Wird der Brexit wirklich so schlimm wie befürchtet? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Wir glauben aber, dass sich die ein oder andere Hoffnung in Realität umwandelt. Deshalb halten wir bei unserem weltweit anlegenden Aktienfonds Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auch die relativ hohe Aktienquote für angebracht. Wir werden weiter auf Unternehmen wie den portugiesischen Windenergiebetreiber EDP Renováeis, das chinesische Internetunternehmen Alibaba, den Altersheimbetreiber Ryman Healthcare, den britischen Pflegedienstleister Mears Group und den deutschen Waschanlagenhersteller Washtec setzen. Sie sollen dabei helfen, dass die Performance des Fonds besser wird, als dies im ersten Halbjahr der Fall war.

Börse: Aussichten, Überraschungen und das Wechselbad der Gefühle | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11586466-boerse-aussichten-ueberraschungen-wechselbad-gefuehle





Das erste Halbjahr 2019 hielt für Investoren ein Wechselbad der Gefühle bereit. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA schwelte weiter und sorgte zunächst für vorsichtigen Optimismus, im weiteren Verlauf aber wieder für Angst bei den Investoren. Trotz der Liquiditätsimpulse der Notenbanken bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild getrübt. Aufgrund der anhaltenden politischen Risiken behielt der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Halbjahr überwiegend eine neutrale Positionierung bei und erzielte insgesamt eine Wertentwicklung von -0,5 Prozent.

Den höchsten Beitrag zur Performance des Fonds im ersten Halbjahr 2019 lieferten der portugiesische Windenergiebetreiber EDP Renováeis, der deutsche Handelskonzern Metro und das chinesische Internetunternehmen Alibaba. Der Anbieter von erneuerbaren Energien Montauk Holdings, der britische Pflegedienstleister Mears Group und der britische Softwareentwickler Plus 500 lieferten die niedrigsten Ergebnisbeiträge.

Unter den Unternehmen, die im ersten Halbjahr 2019 neu in das Portfolio aufgenommen wurden, sind mit Ryanair Holdings PLC und Admiral Group PLC auch zwei Werte aus Großbritannien. Da viele Investoren das Vereinigte Königreich aus Sorge um einen harten Brexit meiden, bieten sich langfristig orientierten Investoren hier interessante Kaufgelegenheiten. Die Fluggesellschaft Ryanair ist einer der Kostenführer der Luftfahrtindustrie. Das Geschäftsmodell ist komplett auf Effizienz angelegt. Gleichzeitig weist Ryanair aufgrund der modernen Flugzeuge und der engen Bestuhlung eine vergleichsweise niedrige CO2-Belastung auf. Der Direktversicherer Admiral Group ist Kostenführer bei KfZ-Versicherungen in Großbritannien. Dieser Bereich dürfte nach unserer Auffassung von den wirtschaftlichen Konsequenzen eines harten Brexits relativ unberührt bleiben.

Das erste Quartal 2019 im Rückblick: Notenbanken befeuern die Erholung

Die Signale der US-Notenbank Fed Anfang 2019, ihre Normalisierungspolitik zunächst aufzuschieben, sowie die angekündigte Verlängerung des TLTRO-Programms der EZB, führten an den Kapitalmärkten nach dem Katastrophenmonat Dezember 2018 zu einer deutlichen V-förmigen Erholung. So konnte der MSCI World im Januar um gut acht Prozent zulegen. Gleichzeitig sorgte die Erwartung einer Lösung im Handelsstreit für positive Stimmung, die durch die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Stützung der Konjunktur noch gefestigt wurde. Die Impulse waren stark genug, um die latenten Konjunktur- und Brexitsorgen in den Hintergrund zu drängen. Das positive Umfeld führte dazu, dass im ersten Quartal fast alle Anlageklassen zweistellige Renditen erzielen konnten.

Da wir vor allem die politische Situation weiter für unberechenbar gehalten haben, waren wir im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Quartal mit einer Nettoaktienquote von zunächst 22 Prozent im Januar und 56 Prozent im Februar zu defensiv aufgestellt und konnten entsprechend von der positiven Aktienmarktentwicklung nur gering profitieren. Auch einzelne Unternehmen in Sondersituationen belasteten die Wertentwicklung des Fonds. Das Ziel dieser Investitionen war es, in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld unabhängiger von Marktentwicklungen zu agieren. Ein Beispiel für diese Investments ist die Telecom Italia. Wir hatten bei der Aktie positive Effekte aus der Deregulierung des italienischen Telekommunikationsmarktes erwartet. Die Rhetorik, der im Juni 2018 neu gebildeten italienischen Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung führte jedoch dazu, dass sich diese Erwartungen nicht erfüllt haben und der Kurs der Aktie einbrach. Die Belastungen wirkten noch bis ins erste Quartal 2019.

Aufgrund der defensiven Positionierung und der Effekte durch die Unternehmen in Sondersituationen erzielte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im ersten Quartal 2019 eine Performance von 0,94 Prozent.

Das zweite Quartal 2019: Enttäuschte Hoffnungen, deutlicher Marktrückgang im Mai

Die Gemengelage aus Brexit-Chaos, dem anhaltenden Handelskonflikt und dem Streit um mögliche Autozölle mit der EU trübten die Stimmung im Laufe des zweiten Quartals ein. Nicht zuletzt in Folge des Handelskonfliktes ist der Welthandel in einem Umfang eingebrochen, den man sonst nur aus Rezessionsphasen kennt. Die aggregierten Einkaufsmanagerindizes entwickelten sich im April und Mai rückläufig. Durch das Aufflammen der Handelsstreitigkeiten geriet die konjunkturelle Stabilisierung seit Jahresanfang ins Stocken, was zu einem Rückgang an den Aktienmärkten führte. Der MSCI World verlor im Mai über 5 Prozent, europäische Nebenwerte im MSCI Europe Small Cap fast 6 Prozent. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen erzielt im April und Juni mit 2,3% und 1,33% eine positive Performance welche hauptsächlich durch vielversprechende Einzeltitel getrieben wurde.

Die negative Performance im Mai wurde am stärksten durch Alibaba belastet, welche sich auch in der Gesamtperformance des zweiten Quartals wiederfinden (Q2 -1,42 Prozent). Im zweiten Quartal war der Fonds mit eine Brutto/ Netto Aktienquote von um die 75 Prozent nicht abgesichert. Das USD-Währungsexposure hingegen blieb auch im zweiten Quartal vollständig abgesichert.

Zum Ende des Quartals verliehen die Notenbanken den Märkten neuen Schwung. So spekulierte EZB-Präsident Draghi über die Notwendigkeit eines zusätzlichen Stimulus, sollte sich der wirtschaftliche Ausblick nicht verbessern. Auch Fed-Chef Jerome Powell signalisierte die Bereitschaft zu Zinssenkungen, wenn die konjunkturelle Lage das erfordere. Die Erwartung einer Geldschwemme sorgte für eine gute Stimmung an den Märkten, der DAX markierte ein neues Jahreshoch, der S&P 500 sogar ein neues Rekordhoch. Auch der der Wechsel an der Spitze der EZB von Draghi zu Lagarde wird nichts an der expansiven Politik der Notenbank ändern, da die Wachstumsdaten weltweit eher enttäuschend sind. Vor diesem Hintergrund erwarten wir in den kommenden Wochen eine anhaltende Volatilität und schließen temporäre Rückschläge nicht aus, auch wenn aktuell der Markt intakt aussieht.

Die relative schlechtere Wertentwicklung von europäischen Value Nebenwerten gegenüber großen Aktien und besonders US-Unternehmen zieht sich wie ein roter Faden seit 18 Monaten hin. Wir sind davon überzeugt, dass sich diese Schere auch wieder schließen wird. Daher gibt es auch keinen Anlass zu Veränderungen, ganz im Gegenteil investieren wir unverändert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben und Sicherheitsmarge, wie wir es seit mehr als 10 Jahren erfolgreich getan haben. Beispielsweise haben wir Titel wie Washtec oder Freenet mit hohen einstelligen Dividendenrenditen im Portfolio. Für uns als Value-Investoren bietet ein solches Umfeld immer wieder Gelegenheiten, attraktive Aktien zu günstigen Preisen zu erwerben. Wir haben deshalb im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im Juni die Cash-Quote erhöht und die Bruttoaktienquote auf 71 Prozent reduziert, um bei interessanten Value-Titeln mit Potential nachzukaufen und die entsprechende Liquidität zu haben.  Es ist nach wie vor so: Es gibt keine wirkliche Alternative zu Aktien.

Kommentar als PDF herunterladen

Artikel von wallstreet-online | 27. June 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Noch ist nichts geschehen, aber allein die Bemerkung von EZB-Chef Mario Draghi, ein „zusätzlicher Stimulus“ sei notwendig, nährte die Hoffnung der Anleger, dass die Europäische Zentralbank auf eine noch lockerere Geldpolitik zusteuert, als sie es sowieso schon seit einer gefühlten Ewigkeit tut. Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, so Draghi, sei eine zusätzliche Lockerung notwendig. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar, sie gehörten zum Instrumentenkasten der EZB. Daraufhin kündigte dann auch noch der Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell, an, zunächst auf Zinssenkungen zu verzichten. Falls es mit der Wirtschaft aber schlechter laufe, könne sich das jederzeit ändern. Damit waren die meisten Marktteilnehmer zufrieden. Das war das Beste, was sie erwarten konnten. An den Börsen war in Erwartung einer weiteren Geldschwemme wieder Kauflaune angesagt. Der DAX markierte ein neues Jahreshoch, und auch der Dow Jones und der S&P 500 verbuchten zum Teil kräftige Kursgewinne. Der S&P 500 markierte sogar ein neues Rekordhoch.

Konjunktursorgen bleiben

Was jedoch bleibt sind die Sorgen um die weltweite Konjunktur. Das wissen auch Draghi und Powell. Der FED-Chef machte deutlich, dass die Wachstumsdaten auf der ganzen Welt enttäuschend seien. Und auch die Entwicklungen im Handel würden zu mehr Unsicherheit führen.

Zum Handelskrieg kommt jetzt noch ein Währungskrieg

Hier betritt nun US-Präsident Donald Trump die Bühne. Es wettert gegen die FED, diese habe „keine Ahnung“. Die Zinsen seien viel zu hoch. Und auch EZB-Chef Marion Draghi bekam sein Fett weg. Trump twitterte: „Mario Draghi hat gerade angekündigt, dass weiterer Stimulus kommen könnte, was den Euro gegenüber dem Dollar sofort fallen ließ. Sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten!“ Nun, ob Trump der richtige Mann ist, um über Fairness zu reden, sei mal dahingestellt. Seine Handelsstreitigkeiten mit der halben Welt haben immerhin zu einem erheblichen Teil dazu beigetragen, dass sich die weltweite Konjunktur abgeschwächt hat. Hier stellt sich Trump die Frage nicht, ob dies fair ist oder nicht. Aber seine Reaktion auf die jüngsten Notenbankbemerkungen machen eines deutlich: Trump befindet sich nicht nur in einem Handelskrieg, er wähnt sich auch in einem Währungskrieg, der ihm sein weiteres Vorgehen in den Handelsauseinandersetzungen erschwert.

Aktien bleiben weiterhin attraktiv

Was bedeutet die Notenbankpolitik aber für die Märkte? Der Chef von Union Investment, Hans Joachim Reinke, trifft es unserer Meinung nach auf den Punkt. Er sagte: „Die Empfehlung nach der Draghi-Rede lautet: Aktien und Immobilien.“ Nun, Immobilien sind nicht unsere Sache, aber das billige Geld wird die Aktienmärkte weiter beflügeln. Und was noch dazu kommt: Es herrscht noch viel Angst im Markt. Die jüngste Umfrage von Bank of America Merrill Lynch bei Fondsmanagern weltweit zeigte nämlich sehr deutlich, dass diese so pessimistisch sind, wie seit der Finanzkiese nicht mehr. Die Umfrage wurde jedoch vor den Äußerungen des Notenbanker erhoben. Vielleicht wurden viele von ihnen ja auf dem falschen Fuß erwischt und die Kurse laufen ihnen davon. Kehren diese Pessimisten in den Markt zurück, kommt noch mehr Schwung in die Kurse.

So haben auch wir bei den meisten unserer Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen die Aktienquote erhöht und die Absicherungen aufgelöst. Zu unseren Top-Holdings gehören weiterhin EDP Renovaveis, ein portugiesisches Unternehmen der Alternative Energien mit Schwerpunkt Windenergie, Chinas Internet-Gigant Alibaba, der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk sowie der MDAX-Titel Metro. Denn wenn die Party jetzt neuen Schwung bekommt, sollen unsere Anleger mit dabei sein.

Börse: Notenbanken geben der Party neuen Schwung | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11556060-boerse-notenbanken-party-schwung





Artikel von wallstreet-online | 13. June 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Investoren an der Wall Street waren geschockt. Die US-Behörden haben begonnen, die großen US-Tech-Konzerne Amazon, Facebook und Alphabet unter Druck zu setzen. Nach Recherchen des „Wall Street Journals“ kann die Federal Trade Commission (FTC) in Zukunft Verstöße gegen die Privatsphäre von Nutzern prüfen. Und auch bei Alphabet darf das Justizministerium in Zukunft Suchergebnisse und das Smartphone-Betriebssystem Android durchleuchten. Daraufhin verloren die Aktien von Amazon, Alphabet, Facebook und Apple zusammen rund 133 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Und das an einem einzigen Tag. Das ist fast so viel wie die gesamte Marktkapitalisierung von SAP, Deutschlands wertvollstem Unternehmen.

Amerikanische und chinesische Konzerne dominieren den Markt

Das verdeutlicht aber auch die Größenordnung, in denen sich die FAANG-Riesen, also Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet bewegen. Und schaut man sich die 20 größten Internetunternehmen der Welt nach Marktkapitalisierung an, so sind dies ausschließlich amerikanische und chinesische Konzerne. 11 US-Konzerne stehen 9 chinesische gegenüber, darunter hierzulande weitgehend unbekannte Größen wie Toutiao, Xiaomi, JD.com und Didi Chuxing. Geht man noch einen Schritt weiter und betrachtet die global wertvollsten Internet-Plattformen, ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier sind es neben den FAANG-Unternehmen vor allem chinesische Unternehmen wie Baidu, Alibaba und Tencent (BAT), die vorherrschend sind. Deshalb haben Analysten schon den großen amerikanisch-chinesischen Kampf um die Zukunft im Internet ausgerufen. FAANG vs. BAT lautet die einfache Formel. Dabei gilt Tencent als Chinas Antwort auf Facebook, Alibaba auf Amazon und Baidu auf Google/Alphabet. Und Baidu deckt Netflix mit seiner Video-Plattform iQiyi gleich mit ab.

Ungleiche Voraussetzungen

Der direkte Vergleich der beiden Gruppen hinkt aber. Sind die amerikanischen Tech-Giganten rund um die Welt aktiv, profitieren die BAT-Riesen vor allem von ihrem gigantischen Heimatmarkt. Schon heute besitzen mehr als 770 Millionen Chinesen ein Smartphone – Tendenz weiter stark steigend. Das hilft vor allem Unternehmen wie Tencent, das mit Blockbustern wie dem Online-Rollenspielen „Perfect World“ oder dem Mobile-Game „King of Honor“ eine gigantische Gelddruckmaschine aufgebaut hat. Ein weiteres Geschäftsfeld von Tencent sind Cloud-Dienste, deren Markt aber noch von Alibaba dominiert wird. Derweil ist das Kerngeschäft von Baidu seine Suchmaschine. Und mit iQiyi besitzt das Unternehmen zudem Chinas größte Video-Plattform. Besonders dieser Bereich verzeichnet ein enormes Wachstum. Zudem hat Baidu als erste unter den chinesischen Internet-Firmen in Künstliche Intelligenz investiert. Kurzum: Dynamik aller Orten, denn Chinas Konsumenten sind äußerst internetaffin und haben darüber hinaus eine komplett freigiebige Einstellung zur Privatsphäre und zum Datenschutz, was bei westlichen Verbrauchern undenkbar wäre.

Problemfelder Datenschutz und Zensur

Zwar haben Chinas Internet-Giganten kein Problem mit dem Datenschutz, sie leiden auf der anderen Seite aber unter einer strikten Zensur und der Einflussnahme der Zentralregierung in Peking. Das hat zum einen dafür gesorgt, dass sich Amerikas Konzerne vom Land der Mitte bisher fernhalten, auf der anderen Seite kann es aber auch für chinesische Unternehmen unangenehme Folgen haben. So hatte Peking kurzer Hand beschlossen, keine neuen Online-Spiele mehr zuzulassen. Da sich dieses Verbot über Monate hinzog, wurde der Aktienkurs von Tencent in dieser Zeit schwer belastet, ohne dass das Unternehmen etwas dagegen hätte machen können. Der laxe Umgang mit dem Datenschutz wird Chinas Unternehmen aber auch bei ihrer geplanten Expansion noch einige Kopfschmerzen bereiten. So hatte Alibaba ja schon vor Monaten angekündigt, in Europa vor allem Amazon Konkurrenz machen zu wollen. Bisher ist noch nichts in dieser Richtung geschehen. Das dürfte auch an den für Chinas Internetriesen ungewohnten Gesetzen, Auflagen und Richtlinien in Europa liegen. Diese stellen derzeit noch hohe Hürden dar.

US-Konzerne kontern mit Übernahmen und Innovationen

Derweil schläft aber auch die US-Konkurrenz nicht. So hat Alphabet gerade erst den Datenanalyse-Anbieter Looker für 2,6 Milliarden US-Dollar erworben. Und Amazon will schon in ein paar Monaten über „Prime Air“ Drohnen für die schnelle Auslieferung von Paketen einzusetzen. Diese Neuerungen und Innovationen werden sich fortsetzen. Deshalb ist es für Anleger zwar nicht risikolos, aber durchaus lohnend, in beiden Welten engagiert zu sein. Wir haben in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen unter anderem Alibaba und JD.com im Portfolio, auf der anderen Seite aber auch Alphabet. Denn wir sehen hier langfristig größere Chancen als Risiken.

Börse: Der ungleiche Kampf der BAT- und FAANG-Giganten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11518015-boerse-ungleiche-kampf-bat-faang-giganten





PRESSEMITTEILUNG – Frankfurt, 29. Mai 2019

Shareholder Value Management AG Verstärkt Vertrieb

  • Clara Menzel übernimmt Betreuung von Kunden aus dem Banken- und Sparkassensektor

Die Shareholder Value Management AG hat ihre Vertriebskapazitäten weiter ausgebaut. Seit dem 1. April 2019 verstärkt Clara Menzel (35) als Relationship Managerin das Team des Frankfurter Vermögensverwalters. Frau Menzel kommt von der SEB, wo sie seit 2010 verschiedene Positionen im Vertrieb und im Investment Banking innehatte. Zuletzt war sie als Sales Executive im Asset Management für Kunden aus dem Wholesale-Bereich zuständig. In ihrer neuen Funktion wird Clara Menzel schwerpunktmäßig Kunden aus dem Banken- und Sparkassensektor betreuen.

Clara Menzel berichtet an Philipp Prömm, der als Vorstand und Head of Sales das Marketing und den Vertrieb der Shareholder Value Management AG verantwortet. Er sagt: „Wir freuen uns, dass Clara Menzel zu unserem Team gestoßen ist. Mit ihr können wir die Betreuung unserer Kunden und Vertriebspartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz breiter aufstellen und die von uns gewohnte Servicequalität weiter verbessern.“

Pressekontakt:

Shareholder Value Management AG

Neue Mainzer Straße 1

D-60311 Frankfurt am Main

www.shareholdervalue.de

Philipp Prömm
Vorstand
philipp.proemm@shareholdervalue.de
Tel. +49 (0)69 66 98 30 18


Artikel von wallstreet-online | 27. Mai 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Europa hat gewählt. Aber: Waren die Ergebnisse wirklich überraschend? Nicht wirklich. Die Fragmentierung des Parlaments hat weiter zugenommen und die Gewichte haben sich verschoben. Wie befürchtet, haben Christdemokraten (EVP) wie auch die Sozialdemokraten (S&D) herbe Verluste hinnehmen müssen, während die Rechtspopulisten (EKR) und EU-Skeptiker (EFDD) wie auch die Grünen zum Teil stark hinzugewonnen haben. Vor allem für Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gab es einen schweren Rückschlag, ist seine Partei La République en Marche (LREM) doch nur die Nummer zwei hinter der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen geworden. Die EU-Befürworter werden in Zukunft einen schweren Stand haben. Kein gutes Zeichen für die Zukunft der Europäischen Union.

Politische Börse

Die Ergebnisse der Wahl werden den Märkten in den kommenden Tagen noch Stempel aufdrücken. Auch der Brexit bekommt eine neue Dimension. Nach dem Rücktritt von Theresa May heißen die Favoriten für ihre Nachfolge Boris Johnson, der Ex-Außenminister, und Dominic Raab, der ehemalige Brexit-Minister. Doch wer das Rennen schlussendlich macht ist noch völlig offen. Die Liste der Bewerber ist lang – und der Brexit bekommt eine neue Dynamik. Aber auch Deutschland ist und bleibt ein Sorgenkind. Wir haben in der Bundesrepublik derzeit einen absoluten Reformstillstand. Das hat zur Folge, dass es etwa dem verarbeitenden Gewerbe so schlecht geht wie seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr. Die Hoffnung, dass sich der globale Handel wieder stabilisiert ist und bleibt trügerisch. Und wenn sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter hinauszieht, wird das auch für Deutschlands Unternehmen sehr ungemütlich. Die EU ist derzeit ein sehr fragiles Gebilde. Die Aussichten, dass Europa den Anschluss an die beiden Großen der Welt, also USA und China, halten kann, sind derzeit alles andere als gut. Die Welt steuert auf eine G2-Machtverteilung zu. Europa hat hier längst den Anschluss verloren.

China bleibt Hoffnungsträger

So hat China ein riesiges Konjunkturprogramm aufgelegt. Wir reden hier von gut 370 Milliarden US-Dollar. Und das kann jederzeit weiter ausgebaut werden. Einige Dinge, wie etwa Steuersenkungen, wirken etwas zeitversetzt. Und sollte das nicht reichen, dann wird das Programm so lange ausgebaut, bis die Konjunktur wieder im ausreichenden Masse anzieht. Aber: davon wird auch der Rest der Welt profitieren. Das ist eine echte Hoffnung für die Zukunft. Und als Nebeneffekt kann Peking seinem Kontrahenten Trump auf diese Weise zeigen: Wir können auch ohne Dich!

Deshalb bleiben wir für die weitere Entwicklung an den Börsen auch optimistisch. Dies liegt zum einen an China, dessen Konjunktur sich weiter erholt. Auf der anderen Seite ist noch relativ große Unsicherheit im Markt. Viele Anleger halten sich deshalb bedeckt und investieren momentan eher vorsichtig in Aktien. Aber genau darin auch eine Chance. Denn: kommen diese Anleger in den Markt zurück, kann es schnell wieder aufwärts gehen.

Derzeit sind es vor allem die Unternehmen selbst, die für steigende Kurse sorgen, denn sie lassen enorme Aktienrückkaufprogramme laufen. Wenn man sich allein den S&P 500 anschaut, so ist der Level dieser Programme auf dem höchsten Niveau seit vielen Jahren. Wir reden hier pro Quartal von bis zu 900 Milliarden US-Dollar. Und das wird in diesem Jahr weiter fortgesetzt, das haben die Unternehmen bereits angekündigt. Zu den größten Unternehmen zählen hier etwa Apple, Oracle, Cisco Systems aber auch Banken wie JP Morgan Chase und die Bank of America. Man kann es fast auf die kurze Formel bringen: Amerikas Manager kaufen derzeit in einem Tempo eigene Aktien zurück, als gäbe es morgen keine mehr! Das treibt zwar die Kurse, kann aber auch nicht ewig so anhalten.

„Gut genug für Mutti!“

Deshalb diversifizieren wir die Portfolios unserer Mandate wie etwa dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen weiter. So haben wir zwei neue Titel aufgenommen, zum einen den britischen Versicherer Admiral Group und das neuseeländische Unternehmen Ryman Healthcare, ein Gesundheitskonzern, der auf Pflegedienste spezialisiert ist. Als Seniorenheimbetreiber hat sich Ryman zum Ziel gesetzt Missstände in der Pflegebranche auszumerzen. Ihr Grundsatz ist, es muss ‚gut genug für Mutti‘ sein. Aber auch auf der finanziellen Seite ist Ryman vielversprechend. Das Unternehmen will alle fünf Jahre den Gewinn verdoppeln, also rund 15 Prozent pro Jahr erwirtschaften. Die Admiral Group ist wegen ihrer soliden Unternehmensbasis und einem stabilen Umsatzwachstum attraktiv. Außerdem werden 70 Prozent der Anteile von den eigenen Mitarbeitern gehalten. Und die wollen ihr Unternehmen natürlich weiter wachsen sehen. Da kann Europa gewählt haben, wie es will.

Börse: Europa hat gewählt – wir bleiben optimistisch | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11485695-boerse-europa-gewaehlt-optimistisch