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Die Notenbanken bestimmen die Märkte

Im August konnten die Aktienmärkte ihre Erholungsrally fortsetzen.  Zwar ist hinsichtlich der Coronapandemie die Lage in den USA unverändert ernst, während auch in Europa die Fallzahlen wieder ansteigen. Gleichzeitig lässt die aggressive Rhetorik von Demokraten und Republikanern nichts Gutes für den beginnenden Präsidentschaftswahlkampf und damit für die politische und wirtschaftliche Zukunft des Landes erahnen. Und den Briten und Europäern droht weiterhin ein Brexit ohne Abkommen.

Aber an der Börse spielen diese Faktoren derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Hier sind es vor allem die Notenbanken, die den Takt vorgeben und durch die Politik niedriger Zinsen weiterhin Liquidität in die Aktienmärkte umleiten. Die Fed hat im August signalisiert, künftig auch höhere Inflationsraten zu akzeptieren und eine durchschnittliche Inflationsrate von zwei Prozent anzupeilen. Dieser Strategiewechsel wurde an den Märkten als ein Zeichen für eine längere Phase einer lockeren Geldpolitik interpretiert. Entsprechend entwickelten sich vor allem die US-Märkte positiv, wobei der S&P 500 und der Nasdaq neue Höchststände verzeichnen konnten, da vor allem Technologiewerte weiter stark gefragt waren.

Fokus auf „Modern Value“ zahlt sich aus

Auch der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen konnte im August mit einer Wertentwicklung von mehr als 6 Prozent deutlich zulegen. In den vergangenen 12 Monaten erzielte er eine Performance von 3,67 Prozent*. Dabei zahlte sich die Ausrichtung des Fonds auf „Modern Value“-Qualitätstitel mit einer hohen Eigenkapitalrendite, einer gesunden Bilanz und einem hohen Umsatzwachstum aus. Wie an den US-Börsen, so waren auch im Fondsportfolio vor allem die Technologiewerte für die positive Wertentwicklung verantwortlich. Spitzenreiter mit einem Beitrag von 1,76 Prozent war einmal mehr secunet Security Networks AG, die flankiert von guten Unternehmensnachrichten weiter ansteigen konnte. secunet bietet unter anderem IT-Sicherheitslösungen für die öffentliche Hand an und kann von der zunehmen Digitalisierung profitieren. Zuletzt wurde das Krankenhauszukunftsgesetz für die Digitalisierung von Krankenhäusern verabschiedet, wofür der secunet konnektor eine passende Lösung anbietet. secunet könnte auch zu den Profiteuren des 2 Milliarden-Euro-Förderpaketes der Bundesregierung zur Entwicklung von Quantencomputern gehören. Neben secunet lieferten Alibaba mit 0,67 Prozent, Facebook mit 0,62 Prozent und Apple mit 0,52 Prozent im August die höchsten Ergebnisbeiträge.

Am unteren Ende der Wertbeitragsskala standen weiterhin klassische „Graham-Value“-Werte wie der Anbieter von Sozialdienstleistungen Mears (-0,13 Prozent) oder der Verkehrstelematikkonzern Kapsch (-0,10 Prozent), die sich vor allem durch eine niedrige Bewertung auszeichnen.

Langfristiges Wachstum intakt, aber kurzfristig ist Vorsicht geboten

Aktuell drängen die Marktteilnehmer stark in die Technologiewerte, da hier mit Blick auf die Transformation von Geschäftsmodellen durch die Coronapandemie weiterhin hohe Wachstumsraten erwartet werden. Auch wir sind vom langfristigen Wachstum von Alibaba, Facebook und Alphabet überzeugt. Allerdings lassen uns die mittlerweile recht hohen Bewertungen auch vorsichtig werden. Entsprechend halten wir im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen eine Goldposition von rund 4 Prozent und haben den Aktienanteil des Fonds im August leicht abgesichert, was zu einer Netto-Aktienquote von ca. 64% per Monatsultimo geführt hat.

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*Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

Nachdem die meisten Börsen im März massive Einbrüche in Folge der Ausbreitung des Coronavirus und eines Preiskriegs beim Öl zwischen Russland und Saudi-Arabien verbuchen mussten, begann im April mit den ersten Lockerungsmaßnahmen die Aufholjagd. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die Rettungspakete verschiedener Regierungen sowie die akkommodierende Politik der Notenbanken. Langfristig könnte der Umfang des fiskalischen Rettungspaketes bis zu 10 Prozent des weltweiten BIPs betragen. Diese Summen stützen die Märkte und haben die Erholungsrallye im 2. Quartal weiter befeuert. Hinzu kam, dass in Europa im Quartalsverlauf rückläufige Infektionszahlen vermeldet wurden, was die Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität bestärkte. Vor allem im Juni verbesserten sich die Makroprognosen. So gab es vom US-Arbeitsmarkt weniger dramatische Zahlen, als zunächst erwartet worden war. Einzelne Volkswirtschaften, wie die deutsche, konnten den Einbruch beim BIP in Grenzen halten. Im Ergebnis notierten die wichtigsten Indizes im Juni wieder nur leicht unter ihren Höchstständen von vor der Krise. Aber die Lage bleibt fragil, auch weil die wirtschaftlichen Auswirkungen nicht endgültig abzuschätzen sind. Die Geldpolitik bleibt deshalb die wichtigste Stütze der Aktienmärkte. Zum Quartalsende bereiten vor allem die USA Sorgen, da die Pandemie hier außer Kontrolle geraten ist und die Regierung sich wenig handlungsfähig zeigt. Auch wächst weltweit die Angst vor einer zweiten Infektionswelle.

In diesem Umfeld konnte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im 2. Quartal eine Wertentwicklung von 11,1 Prozent erzielen (-12,9 Prozent YTD). Wir setzen im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen einen Schwerpunkt auf Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und strukturellem Wettbewerbsvorteil, dem wirtschaftlichen Burggraben oder „Moat“. Den Anteil dieser Unternehmen haben wir in den vergangenen Monaten ausgebaut. Aktuell besteht das Portfolio zu rund 50 Prozent aus
solchen „Modern Value“- Unternehmen mit einem tiefen Burggraben, wie z.B. Alibaba, Alphabet oder secunet Security Networks. Sie lieferten im Quartal mit rund 8 Prozent den höchsten Performancebeitrag im Portfolio.

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Mit „Modern-Value“ die Chancen der Corona-Krise nutzen

Covid-19 hat die Weltwirtschaft

Die Corona Krise hat Wirtschaft und Gesellschaft weltweit im Griff. Länder wie China, Korea und Taiwan waren auf dem Weg zur Normalität und kämpfen nun gegen eine zweite Welle. Die andauernden Kontrollmaßnahmen in der Öffentlichkeit machen aber deutlich, dass man von einer Situation wie sie vor dem Ausbruch der Pandemie bestand, auch dort noch weit entfernt ist. In anderen Teilen der Welt, unter anderem den USA, Afrika, Indien und Südamerika sowie Teilen Europas, tobt weiterhin der Kampf gegen den Virus.

Das staatliche Vorgehen spaltet zunehmend die westlichen liberalen Gesellschaften und lähmt die internationalen Lieferketten und damit die Weltwirtschaft. Wir befinden uns in einer globale Rezession und die psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Covid 19 werden Narben u.a. auch in Form von exorbitanten Schulden hinterlassen, mit denen wir uns noch lange auseinandersetzen müssen. Nach den starken Einbrüchen an den Weltbörsen im März kam es zu einer von wenigen erwarteten V-förmigen Erholung. Diese war vor allem in den massiven politischen und monetären Aktionen unter Einbeziehung der Notenbanken begründet. Anders als zu Zeiten der Finanzkrise, als insbesondere Europa nur langsam Maßnahmen ergriff, haben die Regierungen diesmal weltweit zwar nicht konzertiert, aber zumindest schnell gehandelt. Trotzdem wird es 2020 zu einer echten weltweiten Rezession kommen.

Was heißt das für einen Value-Investoren?

Wir sind überzeugte Value-Investoren. Die klassische Value-Definition wurde von Benjamin Graham aufgestellt und bezeichnet Aktien, die sich primär durch niedrige Bewertungen, einen hohen Substanzwert und eine hohe Dividendenrendite auszeichnen. Wir haben unseren Value Ansatz seit den 1990er Jahren konsequent weiterentwickelt. Wie Warren Buffett und Charlie Munger glauben wir, dass die Kapitalrendite eines Unternehmens mittel und langfristig einen höheren Einfluss auf die Performance der Aktie hat als der Preis, der für die Aktie gezahlt wurde.

In dieser „Modern Value“ Perspektive ist also nicht der Preis allein entscheidend, sondern die Höhe der künftigen Cashflows. Dieser Ansatz erlaubt im Vergleich zu dem ursprünglichen Value-Ansatz auch die Investition in höher bewertete Aktien, wenn sie eigentümer- und familiengeführt sind, über strukturelle Wettbewerbsvorteile, einen wirtschaftlichen Burggraben, den sog. Moat, verfügen und die Aktie, gemessen am erwarteten künftigen Cashflow, eine Sicherheitsmarge bietet.

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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 24. Februar 2020 | www.shareholdervalue.de

Das Coronavirus verunsichert weiterhin die Märkte. Die jüngsten Fälle in Japan, Südkorea und Italien tun ihr Übriges dazu, dass Anleger rund um den Globus besorgt sind. Hinzu kommt, dass der Virus erhebliche Auswirkungen auf die chinesische Konjunktur hat. Chinas Automarkt ist in der ersten Februarhälfte um sage und schreibe 92 Prozent eingebrochen, was besonders auch die deutschen Autobauer wie VW, BMW und Daimler belastet. Rund 80.000 Menschen sind offiziell mit dem Virus infiziert. In China selbst sind es mehr als 73.000 bestätigte Fälle. Die wahre Zahl liegt aber wohl um einiges höher. Einige Beobachter schätzen allein die Fälle in der am meisten betroffenen Stadt Wuhan, die rund 11 Millionen Einwohner hat, auf mehr als 500.000. Ein gewaltiger Unterschied zu den offiziellen Zahlen aus Peking.

Wichtiger Indikator: Die Fälle außerhalb Chinas

In diesem Zusammenhang gibt es allerdings eine Zahl, die wir als wichtigen Indikator ansehen und sehr aufmerksam beobachten: Es ist die Zahl der Corona-Fälle außerhalb Chinas. Und da darf man positiv vermerken, dass diese Anzahl rückläufig ist. Solange dies so ist, besteht die Hoffnung, dass eine weltweite Pandemie immer unwahrscheinlicher wird. Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO weiterhin warnend den Finger hebt.

Peking geht „all in“

Aber welche Zahlen man nun schlussendlich zu Grunde legt, diese Krise ist eine echte Bewährungsprobe für die chinesische Wirtschaft und vor allem für die die Führung in Peking. Dabei muss man feststellen: Chinas Regierung versucht alles, um der Krise Herr zu werden. Sie geht quasi „all in“. So gibt es Sonderfinanzierungen für Unternehmen. Die Fluggesellschaften des Landes, die täglich Hunderttausende leere Plätze verzeichnen, weil der Flugverkehr eingeschränkt oder gar auf vielen Routen ganz eingestellt wurde, erhalten staatliche Unterstützung. Darüber hinaus werden Steuererleichterungen in Aussicht gestellt. Man kann sagen, Peking und die chinesische Zentralbank versuchen alles, um der Krise entgegen zu wirken. Frei nach dem Motto von Ex-EZB-Präsident Mario Draghi: „whatever it takes“!

Und erste „Erfolge“, wenn man es so nennen will, können schon verbucht werden. Waren vor einigen Tagen die Straßen noch leergefegt und die Geschäfte geschlossen, gibt es auf Pekings Straßen wieder erste Staus. Ein Bild, das in normalen Zeiten zum Alltag gehört, in den letzten Wochen aber überhaupt nicht mehr vorkam. Staus als Zeichen einer gewissen Normalisierung. Aber es ist noch ein weiter Weg, bis alle Fließbänder in den Werken wieder laufen. Das Coronavirus legt Chinas Volkswirtschaft immer noch lahm. Und die Folgen bekommt die Weltwirtschaft zu spüren.

Entspannung schon im Mai?

Die Situation in China ist und bleibt für die weitere Entwicklung an den Märkten von entscheidender Bedeutung. Wenn man aber die Entschlossenheit sieht, die Peking an den Tag legt, ist durchaus Hoffnung angebracht, dass die Krise in absehbarer Zeit abgemindert werden kann. Wir rechnen damit, dass eine Entspannung bereits im Mai zu verzeichnen ist. Bis dahin sollte auch die Industrieproduktion im Land der Mitte wieder auf normalen Touren laufen.

Belastung für Q1-Zahlen

Das bedeutet aber auch, dass der Corona-Virus und seine Folgen stark auf den Zahlen für das erste Quartal lasten werden. Wie stark diese Bremsspuren sein werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs rechnen auf jeden Fall mit „Abwärtsüberraschungen beim Gewinnwachstum“. Deshalb sind wir mit unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen auch nicht voll investiert, obwohl die meisten Indikatoren eigentlich für weiter steigende Märkte sprechen.

Optimismus für den Rest des Jahres, auch wenn die Volatilität steigen könnte 

Wir gehen weiterhin davon aus, dass das laufende Jahr ein gutes Aktienjahr wird, wenn auch mit einer erhöhten Volatilität. Kommt es nach den zuletzt gestiegenen Kursen zu einer Korrektur, haben wir eine ganze Liste von Aktien, die wir in einer solchen Zeit gerne für unsere Mandate erwerben würden. Dazu gehören die britische Diploma PLC, die neuseeländische Ryman Healthcare oder auch die Aktie der Google-Mutter Alphabet. Die würden wir gerne zu angemessenen Preisen weiter aufstocken.





Wie schon in den Monaten zuvor, so war auch im 4. Quartal 2019 der Handelsstreit zwischen den USA und China das beherrschende Thema an den Märkten und sorgte im Quartalsverlauf immer wieder für Schwankungen. Angesichts deeskalierender Signale beider Seiten setzte sich allerdings zum Ende des Quartals Optimismus durch. Mit den britischen Unterhauswahlen am 12. Dezember, die einen überwältigenden Sieg für Boris Johnsons konservative Partei brachten, rückte auch beim Brexit eine konstruktive Lösung an Stelle eines Hard-Brexit in greifbare Nähe. Diese politische Entspannung sorgte für spürbare Erleichterung an den Aktienmärkten. Sie wurde flankiert von einer weiterhin robusten US-Wirtschaft, die von guten Arbeitsmarktdaten und einem entsprechend hohen Verbrauchervertrau-en getragen wird, sowie von einer akkommodierenden Geldpolitik der Fed und der EZB. Das Gesamtpaket sorgte im 4. Quartal für einen deutlichen Rückenwind für Aktien.

Vor allem mit Blick auf den Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank reagierten die Märkte erleichtert als klar wurde, dass Christine Lagarde zunächst den Weg der lockeren Gelpolitik ihres Vorgängers Mario Draghi fortsetzen wird. Allerdings hat Lagarde eine Überprüfung der Geldpolitik angekündigt. Die Märkte zeigten sich bisher davon aber letztendlich ebenso unbeeindruckt, wie von der an-haltend schwachen Konjunktur in Deutschland und setzen ihren Erholungskurs im Quartalsverlauf fort. So konnte der MSCI World im Gesamtquartal eine Wertent-wicklung von 8,56 Prozent (in US-Dollar) verzeichnen, der S&P 500 erzielte 9,1 Prozent.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hat im Quartalsverlauf seine Nettoaktienquote auf bis zu 88 Prozent erhöht. Ausschlaggebend war für uns neben einem positiven makroökonomischen Umfeld auch das technische Bild, welches trotz zwischenzeitlicher Anzeichen für einen überkauften Markt weitestgehend intakt war.

Wir haben die gute Aktienmarktentwicklung im Quartal dazu genutzt, um Positionen wie Ryanair mit Gewinn zu verkaufen oder wie im Fall von Ryman Healthcare, Novo Nordisk und John Menzies zu reduzieren. Neu aufgebaut haben wir unter anderem Positionen in der US-Heimwerkerkette Tractor Supply, dem israelischen Photovoltaikunternehmen SolarEdge Technologies und dem italienischen Pharmaunternehmen Recordati S.p.A. Zu den Positionen, die wir weiter ausgebaut haben, zählen unter anderem die beiden Onlinehändler Alibaba, Amazon sowie der Halbleiterhersteller BE Semiconductor.

Im 4. Quartal konnte der Fonds eine Wertentwicklung von 8,49 Prozent erzielen, was am Ende zu einer Jahresperformance von 7,83 Prozent führte. Die größten positiven Ergebnisbeiträge im Quartal lieferten Ryman Healthcare, Alibaba und AOC Value SAS.

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Wie schon in den Monaten zuvor, so war auch im 4. Quartal 2019 der Handelsstreit zwischen den USA und China das beherrschende Thema an den Märkten und sorgte im Quartalsverlauf immer wieder für Schwankungen. Angesichts deeskalierender Signale beider Seiten setzte sich allerdings zum Ende des Quartals Optimismus durch. Mit den britischen Unterhauswahlen am 12. Dezember, die einen überwältigenden Sieg für Boris Johnsons konservative Partei brachten, rückte auch beim Brexit eine konstruktive Lösung an Stelle eines Hard-Brexit in greifbare Nähe. Diese politische Entspannung sorgte für spürbare Erleichterung an den Aktienmärkten. Sie wurde flankiert von einer weiterhin robusten US-Wirtschaft, die von guten Arbeitsmarktdaten und einem entsprechend hohen Verbrauchervertrau-en getragen wird, sowie von einer akkommodierenden Geldpolitik der Fed und der EZB. Das Gesamtpaket sorgte im 4. Quartal für einen deutlichen Rückenwind für Aktien.

Vor allem mit Blick auf den Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank reagierten die Märkte erleichtert als klar wurde, dass Christine Lagarde zunächst den Weg der lockeren Gelpolitik ihres Vorgängers Mario Draghi fortsetzen wird. Allerdings hat Lagarde eine Überprüfung der Geldpolitik angekündigt. Die Märkte zeigten sich bisher davon aber letztendlich ebenso unbeeindruckt, wie von der an-haltend schwachen Konjunktur in Deutschland und setzen ihren Erholungskurs im Quartalsverlauf fort. So konnte der MSCI World im Gesamtquartal eine Wertent-wicklung von 8,56 Prozent (in US-Dollar) verzeichnen, der S&P 500 erzielte 9,1 Prozent.

Der Frankfurter Stiftungsfonds war mit einer Nettoaktienquote von 15,8 bis 26,5 Prozent im 4. Quartal eher defensiv positioniert. Entsprechend konnte er von der guten Aktienmarktentwicklung nicht in vollem Umfang profitieren. Insgesamt erzielt der Fonds im Quartal eine Performance von 1,88 Prozent, was zu einer Gesamtjahresperformance von -0,77 Prozent geführt hat. Der Fonds nutzt drei gering korrelierte Einzelstrategien (Säulen) zur Erwirtschaftung von Rendite. Die Säulen eins (Marktneutrales Aktienportfolio) und drei (Makroinvestments und Edelmetalle) lieferten dabei über den Quartalsverlauf insgesamt einen positiven Performancebei-trag, die Säule zwei (Optionsstrategien) belastete hingegen die Performance. Zu den Aktien mit dem höchsten Ergebnisbeitrag im 4. Quartal gehören AOC Value, Ryman Healthcare und Sarine Technologies. Die größten Verluste verzeichneten im Berichtszeitraum XLMedia, Intershop und SMT Scharf.

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Shareholder Value Management AG | 02. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Rückblick 2019

Das Jahr 2019 bot von der Börsenentwicklung her einige Überraschungen und sorgte für ein Wechselbad der Gefühle. Wie kaum ein anderer Faktor prägte der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen an den Börsen. Aus Investorensicht war der Konflikt lange Zeit das „biggest tail risk“ und belastete die sich eintrübende Weltkonjunktur zusätzlich. Der Welthandel brach zwischenzeitlich so stark ein wie in den vergangenen Rezessionen nach dem 11. September 2001 und nach der Finanzkrise 2007/2008. Dabei bleibt das konjunkturelle Bild weltweit uneinheitlich.

Während sich die USA beim Verbrauchervertrauen und den Beschäftigungszahlen noch vergleichsweise stabil halten konnten, wird das Wachstum in Europa durch die Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland wirkt der Transformationsprozess der Automobilindustrie erschwerend. Demgegenüber stand eine akkommodierende Politik der Notenbanken, die für eine anhaltende Liquiditätsflut sorgte. Der Mangel an attraktiven Anlagealternativen stützte die Aktienmärkte. In Folge dessen kam es nach dem schwachen Jahresende 2018 in den ersten vier Monaten des neuen Jahres zu einer deutlichen Erholung an den Kapitalmärkten. Politische Störfeuer, wie der ungeklärte Brexit oder eben der Handelsstreit, waren zwar weiter vorhanden, gerieten zwischenzeitlich aber etwas in den Hintergrund. Trotzdem blieb die Nervosität und entlud sich im Mai und im August in deutlichen Korrekturen an den Börsen; diese erholten sich allerdings in den Folgemonaten im Zuge der immer wieder aufkeimenden Entspannung wieder. Letztendlich konnten wichtige Indizes wie der S&P500, der Dax und der EuroStoxx 50 das Jahr auf Jahreshoch oder sogar auf neuen Höchstständen abschließen.

Die Positionierung des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen spiegelte die Schwankungen und Unsicherheiten Im Jahresverlauf wider. Im ersten Quartal 2019 war der Fonds mit einer Nettoaktienquote von bis zu 56 Prozent eher defensiv aufgestellt, zu unberechenbar erschien uns vor allem die wirtschaftspolitische Situation. Die konstruktive Berichtsaison sowie eine Stabilisierung der Konjunktur führten ab dem zweiten Quartal zu einer Erhöhung der Bruttoaktienquote, die wir im Jahresverlauf, vor allem nach den Rückschlägen im Mai und August, immer wieder abgesichert haben. Aufgrund der anhaltenden Unterstützung der Notenbanken, einem sich abzeichnenden Kompromiss im Handelskonflikt sowie der sich aufhellenden Konjunktur im Euroraum lag die ungesicherte Bruttoaktienquote im letzten Quartal bei über 80% Prozent – der historische Durchschnitt beträgt ca. 70 Prozent seit Auflage. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen beendete das Jahr 2019 mit einer positiven Performance von 7,83 Prozent und lag damit leicht unter seiner durchschnittlichen Rendite von 8,58 Prozent p.a. seit Auflage vor der Finanzkrise 2008.





Artikel von Frank Fischer, CEO Shareholder Value Management AG | 13. Dezember 2019 | www.shareholdervalue.de

Gute Chancen für eine Fortführung der Rally

Für Vermögensverwalter ist es nichts Besonderes sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Schließlich versucht die Börse immer schon die Entwicklung der kommenden Monate vorwegzunehmen. Und hier muss man immer auf der Hut sein, egal zu welcher Zeit. Aber, wenn ein Jahr zu Ende geht und die Tage länger werden, beginnt immer wieder das schöne Spiel „Wie geht es mit den Börsen im kommenden Jahr weiter?“ Wo steht der DAX in 12 Monaten? Wo der Dow Jones? Der S&P 500? Die ehrliche Antwort: Keine Ahnung! Niemand hat eine Glaskugel.

Auf der anderen Seite ist ein Blick nach vorne natürlich immer auch wichtig für unsere Mandate wie den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, den Frankfurter Stiftungsfonds, den Frankfurter Value Focus Fund, sowie den PRIMA – Globale Werte. In diesem Zusammenhang gibt ein paar spannende Überlegungen, die man fürs kommende Jahr anstellen kann. Wie wird das „Jahr 1“ nach dem Brexit? Wie geht es weiter im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt, vor allem natürlich zwischen Washington und Peking? Wird sich die Konjunktur in diesem Zusammenhang weiter verdüstern, oder können sich die ersten Hoffnungsschimmer am Horizont verfestigen?

Eines ist klar: Das Jahr 2020 hat hohes Überraschungspotential! Wie ja schon das abgelaufene. Wer hätte gedacht, dass sich DAX, Dow Jones & Co. in diesem Jahr so überaus gut entwickeln würde? Wohl kaum jemand angesichts von Handelsstreit, Brexit, den diversen geopolitischen Spannungen und der sich eintrübenden Konjunktur.

Trump muss im Wahljahr einen Deal mit Peking präsentieren

Angesichts der Ausgangslage ist davon auszugehen, dass wir auch 2020 wieder viel Überraschendes erleben werden. Doch rational betrachtet, spricht einiges dafür, dass sich die Aktienrally auch 2020 fortsetzen wird. Da sind zum einen die konjunkturellen Aussichten. Derzeit schwächelt die globale Wirtschaft, aber die Konjunkturerwartungen drehen schon wieder nach oben. Dann der Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump muss im kommenden Jahr einen Deal präsentieren. Schließlich will er am 3. November wiedergewählt werden. Doch ohne eine florierende Wirtschaft wird ihm das nicht gelingen. Auch wenn Trump selten logisch denkt und handelt, so ist auch ihm klar, dass er einen Deal mit Peking präsentieren muss – ob einen richtigen Deal, oder einen Fake-Deal sei mal dahingestellt. Doch wie auch immer dieser aussehen wird, er wird ausreichen, damit an den Börsen wieder ein Risk-on-Spirit in den Vordergrund tritt. Das heißt, die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer nimmt ab und es wird wieder verstärkt in Aktien investiert.

Lockere Geldpolitik unterstützt weiterhin den Aufschwung

Außerdem leben wir in einem liquiditätsgetriebenen Umfeld. Die FED, die im kommenden Jahr die Zinsen unverändert lassen will, und die EZB versorgen die Märkte mit Liquidität. Und Japan hat gerade ein Ausgabenpaket in Höhe von umgerechnet gut 100 Milliarden Euro bis 2023 verabschiedet. Ob Europa, die USA, Japan oder auch China: Liquidität ist genügend vorhanden. Und wenn sich dann die Perspektiven hier und da wieder aufhellen, steht einem weiteren Aufschwung an den Börsen nichts mehr im Wege. Hinzu kommt: Trump hat gesagt,  er wolle sich an der Entwicklung an der Wallstreet messen lassen. Deshalb stehen auch unter diesem Aspekt die Chancen für eine Fortführung der Aktienmarktrally sehr gut.

Wiederentdeckung der Nebenwerte und der  Value-Aktien

Wir erwarten zwar eine Pause des Aufschwungs im ersten Quartal des kommenden Jahres, aber danach sollte es weiter bergauf gehen. Und dann kann der DAX durchaus auf 16.000 Punkte klettern, der Eurostoxx 50 deutlich über 4.000, vielleicht sogar bis 4.500 Punkte. Doch es geht nicht nur um die Blue Chips. Wir sehen beim Stoxx 600 seit Jahren einen Deckel, den man fast schon als Sargdeckel bezeichnen kann. Sollte sich die Entwicklung an den Märkten aber wie erwartet fortsetzen, dann kann dieser Deckel regelrecht weggeblasen werden. Eine Wiederentdeckung der Nebenwerte wäre die Folge, die mit ihren hohen Dividendenrenditen locken, und das in einem Umfeld von immer noch sehr niedriger Zinsen. Hinzu kommt: Viele Konzerne weltweit haben umfangreiche Aktienrückkaufprogramm aufgelegt, die den Anlegern zu Gute kommen und den Markt stützen.

Und dies käme dann wieder unseren Aktienfonds wie dem Frankfurter Value Focus Fund und dem PRIMA – Globale Werte zu Gute. Aber auch dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, wobei man bedenken muss, dass all diese Fonds grundsätzlich weltweit investieren können und nicht auf den europäischen Markt beschränkt sind. Außerdem kommt positiv hinzu, dass sich Value-Aktien, die gegenüber Growth-Papieren lange Zeit vom Markt vernachlässigt wurden, langsam wieder in den Fokus der Investoren geraten. Das würde den Fonds einen weiteren Schub nach vorne geben.   

Aber – wie immer im Leben – werden wir auch im kommenden Jahr Überraschungen erleben, an die heute noch niemand zu denken vermag. Wir werden Korrekturen an den Märkten erleben und mit unvorhergesehenen Situationen, den sogenannten „Schwarzen Schwänen“, klarkommen müssen. Hoffen wir, dass es davon nicht so viele gibt.

 





Artikel von Börsen-Zeitung | 9. Dezember 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, wann und womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe mit sieben Jahren an der Endhaltestelle der Linie 23 in Frankfurt selbstgemalte Bilder verkauft, was meinem Vater äußerst unangenehm war.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Damit konnte ich mir dann selbst ein Gokart kaufen.

Was war Ihr erstes Investment an den Märkten?
Natürlich eine Aktie, lustigerweise ein Large Cap, und zwar BASF.

Was war Ihr erfolgreichstes Investment?
Ich denke, das war die Secunet. Wir sind bis heute investiert und nach wie vor überzeugt von dieser Firma.

An welches Fehlinvestment erinnern Sie sich?
Ehrlich gesagt gibt es da leider einige. Eines davon war Rosenthal Porzellan, denn das hat mir privat richtig wehgetan, denn es sah eigentlich zu sicher aus.

Treffen Sie Ihre private Anlageentscheidungen allein, oder beraten Sie sich mit jemandem?
Anlageentscheidungen treffe ich selbst, sonst hat meine Frau in vielen Dingen die Hosen an!

Gibt es eine bestimmte Anlagestrategie, die Sie verfolgen?
Wir sind Value-Investoren. Wir versuchen, den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Wenn der Preis für das Unternehmen an der Börse unter dem von uns ermittelten Wert liegt, prüfen wir anhand unserer Kriterien, ob sich ein Investment lohnt.

Welche Kennzahlen sind für Sie wichtig, wenn Sie sich ein Wertpapier näher anschauen?
Zu den Kennzahlen, die wir uns zunächst anschauen gehören, die Cash-flows und der Total Shareholder Return, also was dem Aktionär schließlich zufließt. Daneben gibt es ein paar Kriterien, die für uns wichtig sind. Der Kurs der Aktie sollte eine Sicherheitsmarge bieten, wir wollen höchstens 60 Cent für einen Euro zahlen. Das Unternehmen sollte eigentümergeführt sein und über strukturelle Wettbewerbsvorteile verfügen. Das können zum Beispiel Patente oder Kostenvorteile sein.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit beim Investieren?
Das Thema ist für uns sehr wichtig und hat unterschiedliche Facetten. Zum einen ist uns eine gute Corporate Governance sehr wichtig. Gut geführte, inhabergeführte Unternehmen sind nachhaltiger ausgerichtet als Firmen mit einem externen Manager. Daneben wollen wir bestimmte Themen wie Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit nicht unterstützen.

Haben Sie bei der Geldanlage ein Vorbild?
Definitiv Warren Buffett. Er hat das Value Investing weiterentwickelt. Gleichzeitig ist er bei vielen ethischen, philosophischen und Governance-Themen ein Vorbild. Eines unser wichtigsten Auswahlkriterien für ein Unternehmen ist, dass das Management „skin in the game“ hat, also signifikant am Unternehmen beteiligt ist. Dieses Kriterium geht auf Warren Buffett zurück.

Ihr Motto beim Investieren lautet?
Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten.

Welches Buch sollten Anleger gelesen haben?
„The intelligent investor“ von Benjamin Graham. Einfacher ist aber „Buffettology“ von Mary Buffett.

Welches Wertpapier oder welche Assetklasse würden Sie auf Jahressicht empfehlen?
Anleger haben angesichts der niedrigen Zinsen eigentlich keine Wahl, als in Aktien zu investieren. Zwar sind die Konjunkturerwartungen im Moment in einigen Bereichen sehr schwach, gleichzeitig schiebt aber die ansteigende Liquidität die Börsen an. Hinzu kommt, dass die ersten konjunkturellen Indikatoren sich wieder aufhellen. Wenn wir jetzt noch eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen, kann das der Börse weitere Impulse geben.

Sie haben eine Million Euro und müssen diese mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren investieren. Wie würden Sie das Geld anlegen bzw. aufteilen?
Immer zu 100 % in Aktien. Besser noch mit Sicherheitsmarge und konzentriert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben. Als Privatinvestor kann man natürlich auch über mehrere Aktienfonds streuen.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.

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Artikel von wallstreet-online | 10. Dezember 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Böse 2020

DAX bei 16.000? Die Logik spricht dafür!

Das Geschehen an den Börsen ist nicht immer logisch. So spricht einiges dafür, dass wir auch 2020 wieder viel Überraschendes erleben werden. Doch logisch betrachtet, spricht vieles dafür, dass sich die Aktienrally 2020 fortsetzen wird.

Da sind zum einen die konjunkturellen Aussichten. Derzeit schwächelt die globale Wirtschaft, aber die Konjunkturerwartungen drehen schon wieder nach oben. Und die Börse nimmt ja immer die Entwicklung schon vorweg.

Trump muss einen Deal präsentieren – Fake hin, Fake her

Auf der anderen Seite zeigt sich, dass der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmenslenker daran hindert, nachhaltig zu investieren. Aber auch dies nimmt zunehmend ab. Denn jedem Marktteilnehmer ist klar: US-Präsident Donald Trump will am 3. November kommenden Jahres wiedergewählt werden. Doch ohne eine florierende Wirtschaft wird ihm das nicht gelingen. Auch wenn Trump selten logisch denkt und handelt, so ist auch ihm klar, dass er einen Deal mit Peking präsentieren muss – ob einen richtigen Deal, oder einen Fake-Deal sei mal dahingestellt. Doch wie auch immer dieser aussehen wird, er wird ausreichen, dass im Markt wieder ein Risk-on-Spirit in den Vordergrund tritt. Das heißt, die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer nimmt ab und es wird wieder verstärkt in Aktien investiert.

Lockere Geldpolitik unterstützt weiterhin den Aufschwung

Außerdem leben wir in einem liquiditätsgetriebenen Umfeld. Die FED und die EZB versorgen die Märkte mit Liquidität. Japan hat gerade ein riesiges Ausgabenpaket in Höhe von umgerechnet gut 100 Milliarden Euro bis 2023 verabschiedet. Ob Europa, die USA, Japan oder auch China: Liquidität ist genügend vorhanden. Und wenn sich dann die Perspektiven hier und da wieder aufhellen, steht einem weiteren Aufschwung an den Börsen nichts mehr im Wege.

Hinzu kommt: Trump hat gesagt, dass er sich an der Entwicklung an der Wallstreet messen lassen will. Deshalb stehen auch die Chancen für eine Fortführung der Aktienmarktrally sehr gut. Wir erwarten zwar eine Pause des Aufschwungs im ersten Quartal 2020, aber danach sollte es weiter bergauf gehen. Und dann kann der DAX durchaus auf 16.000 Punkte klettern, der Eurostoxx 50 deutlich über 4.000, vielleicht sogar bis 4.500 Punkte. Doch es geht nicht nur um die Blue Chips. Wir sehen beim Stoxx 600 seit Jahren einen Deckel, den man fast schon als Sargdeckel bezeichnen kann. Sollte sich die Entwicklung an den Märkten aber wie erwartet fortsetzen, dann kann dieser Deckel regelrecht weggeblasen werden. Eine Wiederentdeckung der Nebenwerte wäre die Folge, die mit ihren hohen Dividendenrenditen locken, und das in einem Umfeld, immer noch sehr niedriger Zinsen.

Qualität und Value

Mit unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen wollen wir aber nicht unbedingt diese Welle reiten. Wir suchen nach Titel, die sich auch unabhängig von konjunkturellen Phasen und präsidialen Tweets gut entwickeln. Das gilt zum Beispiel für Ryman Healthcare, einen neuseeländischen Entwickler und Betreiber von Altersheimen. Diese sind von zyklischen Entwicklungen nicht besonders abhängig. Hier geht es mehr um Demographie. Ryman Healthcare ist gut aufgestellt und expandiert derzeit nach Australien und einigen Regionen in Asien. Und das mit einem Konzept, mit dem das Unternehmen noch über viele Jahre hin weiterwachsen kann. Das ist eine Aktie, die gut ins Portfolio des Fonds passt.

Aber es gibt auch in Deutschland gute Titel, die uns gefallen und die sich gut entwickeln. Dazu gehören etwa Washtec, Betrandt oder auch Sixt Leasing. Aktien, die unterbewertet sind und die jetzt wieder Leben zeigen. Auch der Bankensektor kann wieder interessant werden.

Logisch betrachtet spricht also vieles dafür, dass sich die Aktienmärkte auch 2020 gut entwickeln werden. Wenn da nicht die eigene Logik der Börse wäre. Und die kann manchmal ganz schön irrational sein.

Börse 2020: DAX bei 16.000? Die Logik spricht dafür! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11966984-boerse-2020-dax-16-000-logik-spricht-dafuer