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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 10. Februar 2020 | www.shareholdervalue.de

„Mr. Market“ ist ein launischer Geselle. Mal ist er himmelhoch jauchend, mal zu Tode betrübt. Wie schnell die Stimmung an den Börsen kippen kann, konnte man in den letzten Wochen wieder beobachten. Zum einen hat die Situation in China rund um den Corona-Virus auf den Märkten gelastet. Dann haben aber die Tatsache, dass China im Handelsstreit mit den USA Strafzölle erlässt und eine Flut überwiegend guter Geschäftsberichte dafür gesorgt, dass die Stimmung wieder nach oben drehte. Die Rekordlaune der Anleger war zurück. Als dann aber die Nachricht kam, dass sich die Zahl der Corona-Infizierten noch immer stark erhöht, war es mit der guten Stimmung vorbei. Die Kurse sackten erneut ab.

Peking handelt entschlossen gegen die Krise

Was uns in diesem Zusammenhang aber optimistisch stimmt, ist die Entschlossenheit, mit der sich Peking gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise stemmt. Umgerechnet gut 240 Milliarden US-Dollar wird die chinesische Regierung als Stimulus in den Markt pumpen. Und es hat den Eindruck: Wenn es mehr sein muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, dann wird noch mehr investiert. Das stimmt uns optimistisch, dass die wirtschaftlichen Probleme im Land hoffentlich nicht von Dauer sein werden, auch wenn es temporär einen Dämpfer für das globale Wachstum geben wird. Der wird allerdings vom Geld der Notenbank weggebügelt.

Volatilität – ein Geschenk der Märkte

Die Situation der letzten Wochen zeigt aber auch: Die Volatilität ist wieder zurück! Die Kurse schwanken zum Teil sehr stark, was manchem Anleger Schweißperlen auf die Stirn treibt. Wir sehen darin aber etwas Positives, fast schon so etwas wie ein Geschenk.

Denn in solchen Marktphasen sollte man sich immer wieder mit dem Gedanken auseinandersetzen: Warum habe ich in diese oder jene Aktie investiert? Unser Credo lautet: Wir beteiligen uns unternehmerisch. Wir sind damit Teil einer Firma. Und die Sicherheit, dass wir wissen, dass dort ein richtig gutes Produkt, oder eine richtig gute Dienstleistung angeboten wird, und eine Familie oder ein Eigentümer für uns die Firma weiterentwickelt, das hilft, mit Angstsituationen entspannter umzugehen und die Volatilität als Chance zu begreifen. Denn gerade in Phasen, in denen an der Börse Ausverkaufspreise dominieren, sollte man dies wie einen Winterschlussverkauf betrachten. Dies könnte etwa schon bald bei Werten von Luxusartikelherstellern wie Louis Vuitton oder auch Kering passieren, die aufgrund der Verunsicherung der chinesischen Verbraucher durch eine schwierige Phase gehen. Hier könnten sich demnächst günstige Einstiegskurse zeigen. Dabei wird aber nicht gezockt, sondern genau das Gegenteil: Man kauft ein Unternehmen, bzw. ein Teil eines guten Unternehmens zu einem günstigen Preis. Dann kann man sich auf die Erträge freuen, die in Zukunft kommen.

Bewertung und Sicherheitsmarge

Man braucht auf der anderen Seite aber auch eine klare Vorstellung zum Wert eines Unternehmens. Dazu schauen wir uns die Cashflows eines Unternehmens an und berechnen, wie hoch der Wert der ganzen Firma ist. Erst dann kann man mit einer Sicherheitsmarge agieren. Danach muss man nur geduldig warten, bis der Markt dies realisiert und eine Höherbewertung erfolgt. Das bringt dann den Kursgewinn. Bis dahin wird man im Idealfall mit einer Prämie in Form einer guten Dividende belohnt. Natürlich gelingt es in den aller wenigsten Fällen zum Tiefstkurs einzukaufen. Aber man kann gewiss sein, dass man mit einer Sicherheitsmarge die Aktie erworben hat. Danach kann man dann dem Motto von „Winnie the Pooh“ folgen: „Unterschätze nie den Wert des Nichtstuns!“

Das Shareholder Value „Mr. Market Cockpit“

Doch „nichts tun“ ist bei der derzeitigen Lange an den Börsen nicht angesagt. Denn mittelfristig zeigt unser „Mr. Market Cockpit“, das Frühindikatoren zusammenführt und für jeden Anleger auf unserer Webseite nachvollziehbar ist (https://shareholdervalue.de/mm/), erste Zeichen einer Eintrübung. So sind die Preise für Kupfer, Öl und Gas zuletzt deutlich runtergekommen, was möglicherweise zu Verwerfungen an den Märkten führt. Und dass die Probleme im Nahen und Mittleren Ost rund um den Iran und Israel, und die Gefahr, dass die amerikanische Notenbank FED den Märkten Liquidität entzieht, derzeit von den Coronavirus-Schlagzeiten aus den Nachrichten verdrängt worden sind heißt nicht, dass sie nicht schon sehr bald wieder in den Fokus der Investoren gelangen können.





08. Februar 2020 | www.shareholdervalue.de

Die finanzennacht 2020 und die Verleihung des Goldenen Bullen als Oskar der Finanzbranche war auch in diesem Jahr wieder ein absolutes Highlight. Bereits zum 27. Mal fand die Veranstaltung statt; Dieses Jahr im HOCH5, einem Werksgelände und Kreativquartier im Münchner Osten.

Mit über 500 Teilnehmer gehört die finanzennacht zu den wichtigsten Branchentreffs der Finanz- und Bankenszene. Shareholder Value war mit Clara Menzel und Endrit Çela vor Ort vertreten.

Bereits 2018 hat Frank Fischer den Goldenen Bullen als Bester Fondsmanager des Jahres gewonnen und auch in diesem Jahr gab es einen Preis. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen gewann den zweiten Platz in der Kategorie bester Mischfonds überwiegend Aktien über 10 Jahre

Bei der Preisverleihung wurden insgesamt zwölf begehrte Preise aus den unterschiedlichsten Kategorien vergeben. Zwei Goldene Bullen gingen auch an Vertreter der Versicherungsbranche. Das Vorsorgeprodukt des Jahres (HDI), sowie die Versicherungsinnovation des Jahres – Versicherungen für Photovoltaikanlagen der Versicherungskammer Bayern. Hier zeigt sich, wie präsent das Thema Nachhaltigkeit sich durch die Branchen zieht. Auch wir können mit unserer Lösung für Fondspolicen der Versicherungen durchaus eine Innovation für die Lebensversicherer anbieten.

Aber nicht nur die Nachhaltigkeit wird in der Finanzbranche aktuell hervorgehoben. Wie schon auf dem Fondskongress vergangene Woche in Mannheim deutlich wurde, ist auch das Thema „Frauen und Geldanlage“ sehr präsent. Welche Themen Frauen bei der Geldanlage beschäftigen, wie man diese Zielgruppe in der Kommunikation besser erreichen kann und wieviel Potential hier liegt, darüber sprachen vom Finanzenverlag die Chefredakteurinnen Astrid Zehbe und Daniela Meyer der neuen Zeitschrift Courage, die erstmalig Ende Februar diesen Jahres erscheint.

Für uns war die finanznacht 2020 eine gute Gelegenheit uns mit Kollegen aus der Branche auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und uns für die Herausforderungen im nächsten Jahr vorzubereiten.






Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 20. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Börse jubelt. Zumindest die Wallstreet lässt bisher noch keine Schwäche erkennen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat sich vorerst entschärft. Und schon lassen die Anleger ihrem Optimismus wieder freien Lauf.

Doch wie man an anderen Börsenplätzen sehen kann. Von „Friede, Freude, Eierkuchen“ kann noch keine Rede sein. Sie zeigen sich uneinheitlich, denn nach der Krise ist vor der Krise. Schon stehen wieder Konjunktursorgen im Vordergrund des Interesses, der Nahost-Konflikt schwelt weiter und wie sich die aktuelle Berichtssaison entwickelt, ist auch noch nicht absehbar.

Auch wir sind grundsätzlich positiv für die Entwicklung an den Börsen eingestellt, sehen für die nahe bis mittlere Zukunft aber eine erhöhte Volatilität auf die Anleger zukommen. Deshalb versuchen wir uns von den tagespolitischen Ereignissen etwas abzukoppeln und setzen auf „Qualitätsaktien“.

Was sind für uns Qualitätsaktien? Das sind Titel von Unternehmen, die von ihren Gründern als Ankeraktionäre lange begleitet werden, die nicht auf den Tag oder die Woche, sondern auf die Zukunft hin ausgerichtet sind. Es sind Unternehmen, die nicht unbedingt ein spektakuläres, sondern ein konsistentes Umsatz- und Gewinnwachstum zeigten und dies über Jahren hin – und nicht nur für ein paar Quartale – unter Beweis gestellt haben.

Um diese Titel zu finden, muss man lange suchen. Doch es gibt sie auf der ganzen Welt. Hier drei Beispiele aus den USA, Großbritannien und aus Neuseeland, die prominent in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter Value Focus Fund oder auch dem PRIMA – Globale Werte vertreten sind:

Beispiel 1: Alphabet

Das bekannteste Unternehmen ist Alphabet. Die Google-Mutter ist ein Paradebeispiel für eine Qualitätsaktie. Die beiden Gründer Sergey Brin und Larry Page sind zwar nicht mehr in vorderster Front tätig, sondern haben sich in den Verwaltungsrat zurückgezogen. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihren Einfluss verloren haben. Sie halten zwar „nur“ noch 11,9 Prozent der Aktien, verfügen mit 52 Prozent aber zusammen über die Stimmrechtsmehrheit. Ohne sie geht also nichts im Konzern. Dass die Google-Suchmaschine eine Milliarden-Cashcow ist, ist für absehbare Zeit unbestritten. Das Wachstum ist ungebrochen. Dieses Geld wird aber nicht einfach auf die hohe Kante gelegt, sondern in die Zukunft investiert. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Cloudlösungen und ähnliche Projekte zielen darauf ab, das Unternehmen auch weiterhin an der Weltspitze zu halten.

Beispiel 2: Diploma PLC

Ein anderes Beispiel kommt aus Großbritannien: Diploma PLC. Das Unternehmen vertreibt Nischenkomponenten in Nordamerika, Europa und Australien. Der Fokus liegt dabei auf Komponenten für den Med-Tech-Bereich, sowie industrielle Ersatzkomponenten und High-Tech Kabel für die Luft- und Raumfahrt. Diploma ist einer der wenigen Anbieter dieser Produkte, und verfügt über hervorragende technische Kenntnisse und Leistungen, um die Produkte auf den entsprechenden Märkten zu vertreiben. CEO Johnny Thomson leitet das Unternehmen in zweiter Generation und ist geschäftsführender Inhaber. Er sorgte wie schon sein Vater dafür, dass Diploma seit Jahren konsistent beim Umsatz- wie auch auf der Gewinnseite gewachsen ist. Der Konzern setzt sich dabei keine unrealistischen Ziele, sondern nur solche, die es auch erreichen und erfüllen kann. Das ist wichtig für uns als Investoren und macht das Unternehmen berechenbar.

Beispiel 3: Ryman Heathcare

Und last but not least ein Blick nach Neuseeland und hier speziell auf Ryman Healthcare. Ryman entwickelt und betreibt Senioren-Residenzen für betreutes Wohnen und Intensivpflege bis zur Demenzbetreuung in Neuseeland und Australien. Die Bewohner zahlen für das lebenslange Wohnrecht, und wiederkehrend für das Management der Residenzen und die Pflege. Ryman besitzt 30 Anlagen in Neuseeland, sowie eine erste in Melbourne. In Australien sind 14 weitere in Planung. Und auch andere Staaten im asiatischen Raum hat das Unternehmen bereits fest im Blick. Dass sich das Unternehmen eine solche Expansion leisten kann, zeigt die Gewinnentwicklung, die bisher bei jährlich 15 Prozent lag.

Mitgründer und Vorstandschef Kevin Hickmann ist mit 7 Prozent weiterhin der größte Einzelaktionär. Seit 1984 kümmert er sich um die mittlerweile rund 4500 Mitarbeiter sowie das Wohl der über 10.000 Bewohner in den Ryman-Residenzen. Dabei schaut er bei der Entwicklung des Unternehmens „mindestens 10 bis 15 Jahre in die Zukunft“, wie er immer wieder betont. Auch eine Qualität, die wir zu schätzen wissen.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 06. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.





Shareholder Value Management AG | 02. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Rückblick 2019

Das Jahr 2019 bot von der Börsenentwicklung her einige Überraschungen und sorgte für ein Wechselbad der Gefühle. Wie kaum ein anderer Faktor prägte der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen an den Börsen. Aus Investorensicht war der Konflikt lange Zeit das „biggest tail risk“ und belastete die sich eintrübende Weltkonjunktur zusätzlich. Der Welthandel brach zwischenzeitlich so stark ein wie in den vergangenen Rezessionen nach dem 11. September 2001 und nach der Finanzkrise 2007/2008. Dabei bleibt das konjunkturelle Bild weltweit uneinheitlich.

Während sich die USA beim Verbrauchervertrauen und den Beschäftigungszahlen noch vergleichsweise stabil halten konnten, wird das Wachstum in Europa durch die Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland wirkt der Transformationsprozess der Automobilindustrie erschwerend. Demgegenüber stand eine akkommodierende Politik der Notenbanken, die für eine anhaltende Liquiditätsflut sorgte. Der Mangel an attraktiven Anlagealternativen stützte die Aktienmärkte. In Folge dessen kam es nach dem schwachen Jahresende 2018 in den ersten vier Monaten des neuen Jahres zu einer deutlichen Erholung an den Kapitalmärkten. Politische Störfeuer, wie der ungeklärte Brexit oder eben der Handelsstreit, waren zwar weiter vorhanden, gerieten zwischenzeitlich aber etwas in den Hintergrund. Trotzdem blieb die Nervosität und entlud sich im Mai und im August in deutlichen Korrekturen an den Börsen; diese erholten sich allerdings in den Folgemonaten im Zuge der immer wieder aufkeimenden Entspannung wieder. Letztendlich konnten wichtige Indizes wie der S&P500, der Dax und der EuroStoxx 50 das Jahr auf Jahreshoch oder sogar auf neuen Höchstständen abschließen.

Die Positionierung des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen spiegelte die Schwankungen und Unsicherheiten Im Jahresverlauf wider. Im ersten Quartal 2019 war der Fonds mit einer Nettoaktienquote von bis zu 56 Prozent eher defensiv aufgestellt, zu unberechenbar erschien uns vor allem die wirtschaftspolitische Situation. Die konstruktive Berichtsaison sowie eine Stabilisierung der Konjunktur führten ab dem zweiten Quartal zu einer Erhöhung der Bruttoaktienquote, die wir im Jahresverlauf, vor allem nach den Rückschlägen im Mai und August, immer wieder abgesichert haben. Aufgrund der anhaltenden Unterstützung der Notenbanken, einem sich abzeichnenden Kompromiss im Handelskonflikt sowie der sich aufhellenden Konjunktur im Euroraum lag die ungesicherte Bruttoaktienquote im letzten Quartal bei über 80% Prozent – der historische Durchschnitt beträgt ca. 70 Prozent seit Auflage. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen beendete das Jahr 2019 mit einer positiven Performance von 7,83 Prozent und lag damit leicht unter seiner durchschnittlichen Rendite von 8,58 Prozent p.a. seit Auflage vor der Finanzkrise 2008.





Artikel von Frank Fischer, CEO Shareholder Value Management AG | 13. Dezember 2019 | www.shareholdervalue.de

Gute Chancen für eine Fortführung der Rally

Für Vermögensverwalter ist es nichts Besonderes sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Schließlich versucht die Börse immer schon die Entwicklung der kommenden Monate vorwegzunehmen. Und hier muss man immer auf der Hut sein, egal zu welcher Zeit. Aber, wenn ein Jahr zu Ende geht und die Tage länger werden, beginnt immer wieder das schöne Spiel „Wie geht es mit den Börsen im kommenden Jahr weiter?“ Wo steht der DAX in 12 Monaten? Wo der Dow Jones? Der S&P 500? Die ehrliche Antwort: Keine Ahnung! Niemand hat eine Glaskugel.

Auf der anderen Seite ist ein Blick nach vorne natürlich immer auch wichtig für unsere Mandate wie den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, den Frankfurter Stiftungsfonds, den Frankfurter Value Focus Fund, sowie den PRIMA – Globale Werte. In diesem Zusammenhang gibt ein paar spannende Überlegungen, die man fürs kommende Jahr anstellen kann. Wie wird das „Jahr 1“ nach dem Brexit? Wie geht es weiter im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt, vor allem natürlich zwischen Washington und Peking? Wird sich die Konjunktur in diesem Zusammenhang weiter verdüstern, oder können sich die ersten Hoffnungsschimmer am Horizont verfestigen?

Eines ist klar: Das Jahr 2020 hat hohes Überraschungspotential! Wie ja schon das abgelaufene. Wer hätte gedacht, dass sich DAX, Dow Jones & Co. in diesem Jahr so überaus gut entwickeln würde? Wohl kaum jemand angesichts von Handelsstreit, Brexit, den diversen geopolitischen Spannungen und der sich eintrübenden Konjunktur.

Trump muss im Wahljahr einen Deal mit Peking präsentieren

Angesichts der Ausgangslage ist davon auszugehen, dass wir auch 2020 wieder viel Überraschendes erleben werden. Doch rational betrachtet, spricht einiges dafür, dass sich die Aktienrally auch 2020 fortsetzen wird. Da sind zum einen die konjunkturellen Aussichten. Derzeit schwächelt die globale Wirtschaft, aber die Konjunkturerwartungen drehen schon wieder nach oben. Dann der Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump muss im kommenden Jahr einen Deal präsentieren. Schließlich will er am 3. November wiedergewählt werden. Doch ohne eine florierende Wirtschaft wird ihm das nicht gelingen. Auch wenn Trump selten logisch denkt und handelt, so ist auch ihm klar, dass er einen Deal mit Peking präsentieren muss – ob einen richtigen Deal, oder einen Fake-Deal sei mal dahingestellt. Doch wie auch immer dieser aussehen wird, er wird ausreichen, damit an den Börsen wieder ein Risk-on-Spirit in den Vordergrund tritt. Das heißt, die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer nimmt ab und es wird wieder verstärkt in Aktien investiert.

Lockere Geldpolitik unterstützt weiterhin den Aufschwung

Außerdem leben wir in einem liquiditätsgetriebenen Umfeld. Die FED, die im kommenden Jahr die Zinsen unverändert lassen will, und die EZB versorgen die Märkte mit Liquidität. Und Japan hat gerade ein Ausgabenpaket in Höhe von umgerechnet gut 100 Milliarden Euro bis 2023 verabschiedet. Ob Europa, die USA, Japan oder auch China: Liquidität ist genügend vorhanden. Und wenn sich dann die Perspektiven hier und da wieder aufhellen, steht einem weiteren Aufschwung an den Börsen nichts mehr im Wege. Hinzu kommt: Trump hat gesagt,  er wolle sich an der Entwicklung an der Wallstreet messen lassen. Deshalb stehen auch unter diesem Aspekt die Chancen für eine Fortführung der Aktienmarktrally sehr gut.

Wiederentdeckung der Nebenwerte und der  Value-Aktien

Wir erwarten zwar eine Pause des Aufschwungs im ersten Quartal des kommenden Jahres, aber danach sollte es weiter bergauf gehen. Und dann kann der DAX durchaus auf 16.000 Punkte klettern, der Eurostoxx 50 deutlich über 4.000, vielleicht sogar bis 4.500 Punkte. Doch es geht nicht nur um die Blue Chips. Wir sehen beim Stoxx 600 seit Jahren einen Deckel, den man fast schon als Sargdeckel bezeichnen kann. Sollte sich die Entwicklung an den Märkten aber wie erwartet fortsetzen, dann kann dieser Deckel regelrecht weggeblasen werden. Eine Wiederentdeckung der Nebenwerte wäre die Folge, die mit ihren hohen Dividendenrenditen locken, und das in einem Umfeld von immer noch sehr niedriger Zinsen. Hinzu kommt: Viele Konzerne weltweit haben umfangreiche Aktienrückkaufprogramm aufgelegt, die den Anlegern zu Gute kommen und den Markt stützen.

Und dies käme dann wieder unseren Aktienfonds wie dem Frankfurter Value Focus Fund und dem PRIMA – Globale Werte zu Gute. Aber auch dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, wobei man bedenken muss, dass all diese Fonds grundsätzlich weltweit investieren können und nicht auf den europäischen Markt beschränkt sind. Außerdem kommt positiv hinzu, dass sich Value-Aktien, die gegenüber Growth-Papieren lange Zeit vom Markt vernachlässigt wurden, langsam wieder in den Fokus der Investoren geraten. Das würde den Fonds einen weiteren Schub nach vorne geben.   

Aber – wie immer im Leben – werden wir auch im kommenden Jahr Überraschungen erleben, an die heute noch niemand zu denken vermag. Wir werden Korrekturen an den Märkten erleben und mit unvorhergesehenen Situationen, den sogenannten „Schwarzen Schwänen“, klarkommen müssen. Hoffen wir, dass es davon nicht so viele gibt.

 





PRESSEMITTEILUNG – Frankfurt, 9. Dezember 2019

FRANKFURTER STIFTUNGSFONDS WIRD STRATEGISCH NEU AUSGERICHTET
– Zielallokation entspricht defensiven Mischfonds
– Erträge aus drei Säulen
– CIO Frank Fischer künftig für Aktienauswahl verantwortlich

Die Shareholder Value Management AG richtet die Strategie des Frankfurter Stiftungsfonds (ISIN DE000A2DTMN6) neu aus. Der Multi-Asset-Fonds wurde bisher nach einer Absolute-Return-Strategie gemanagt. Künftig soll der Fonds als defensiver Mischfonds die zwei anderen aktienorientierten Fonds der Shareholder Value Management AG (SVM), den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und den Frankfurter – Value Focus Fund ergänzen.

In Zukunft steht die langfristige Stärke der Value-Aktien im Mittelpunkt der Anlagestrategie und nicht mehr wie bisher das Ziel kurzfristiger absoluter Erträge. Frank Fischer, CEO und Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG, übernimmt künftig auch beim Frankfurter Stiftungsfonds die Aktienauswahl. Hierbei nutzt er seine langjährige Erfahrung im Zusammenhang mit dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Das Aktienportfolio im Stiftungsfonds wird auf bis zu 40 Einzeltitel (bisher 100) aus dem SVM-Anlageuniversum konzentriert. Das Aktienportfolio des Frankfurter Stiftungsfonds orientiert sich dabei am Aktienportfolio des langfristig erfolgreichen Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. „Value-Nebenwerte haben sich historisch gesehen als die beste Aktienkategorie erwiesen. Allerdings brauchen einige Aktien Zeit, um ihr volles Potenzial zu entwickeln. Nach der Neuausrichtung können wir nun auch im Frankfurter Stiftungsfonds unsere stringente und bewährte Value-Investing-Philosophie effektiver einbringen“, so Frank Fischer.

Der Frankfurter Stiftungsfonds nutzt auch weiterhin drei Ertragssäulen zur Erwirtschaftung einer langfristig positiven Rendite. Neben dem Aktienportfolio werden in einer zweiten Säule Optionsstrategien, wie zum Beispiel Covered Calls, umgesetzt. Damit sollen Volatilitätsprämien vereinnahmt und die Schwankungsbreite des Portfolios reduziert werden. Das Portfolio kann zudem je nach Marktlage durch Futures abgesichert werden. Die dritte Säule wird vor allem stabilisierende Elemente für das Gesamtportfolio, insbesondere Anleihen und ein Edelmetallexposure sowie Makro Investments, enthalten.

Primäres Ziel des Frankfurter Stiftungsfonds ist künftig die Erwirtschaftung stabiler Erträge für regelmäßige Ausschüttungen. Für den Fonds wird künftig ein Renditeziel von bis zu 5 Prozent p.a. angestrebt. Die Änderungen der Anlagestrategie treten zum 1. Januar 2020 in Kraft.

Pressekontakt:

Shareholder Value Management AG

Neue Mainzer Straße 1

D-60311 Frankfurt am Main

www.shareholdervalue.de

Philipp Prömm
Vorstand
philipp.proemm@shareholdervalue.de
Tel. +49 (0)69 66 98 30 18

Wichtiger Informationen:

Diese Pressemitteilung dient ausschließlich zur Information und hat teilweise werbenden Charakter. Sie stellt kein Angebot dar, Fondsanteile zu erwerben und ist nicht als Grundlage für eine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht. Die hierin enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Fondsanteile und / oder Wertpapiere dar und können eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Es handelt sich nicht um eine Finanzanalyse. Diese Mitteilung enthält nicht alle relevanten Informationen zu den genannten Finanzinstrumenten, vielmehr handelt es sich lediglich um eine Kurzdarstellung, die keine Anlageberatung ersetzt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Jeder Empfänger sollte eine eigene unabhängige Beurteilung, eine eigene Einschätzung und Entscheidung vornehmen. Insbesondere wird jeder Empfänger aufgefordert, eine unabhängige Prüfung vorzunehmen und / oder sich unabhängig fachlich beraten zu lassen und seine eigenen Schlussfolgerungen im Hinblick auf wirtschaftliche Vorteile und Risiken unter Berücksichtigung der rechtlichen, regulatorischen, finanziellen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte zu ziehen. Allein verbindliche Grundlage für den Kauf von Fondsanteilen sind die aktuellen Verkaufsunterlagen: Verkaufsprospekt, Wesentliche Anlegerinformationen, Jahresbericht und Halbjahresbericht, falls dieser mit jüngerem Datum als der Jahresbericht vorliegt. Der Verkaufsprospekt enthält außerdem ausführliche Risikohinweise und nähere steuerliche Informationen. Die aktuellen Verkaufsunterlagen sind kostenfrei in digitaler Form unter www.axxion.lu erhältlich. Die Fondsanteile dürfen ausschließlich in Ländern zum Kauf angeboten oder verkauft werden, in denen ein solches Angebot zulässig ist. So dürfen Anteile dieses Fonds weder innerhalb der USA noch an oder für Rechnung von US-Staatsbürgern oder in den USA ansässigen US-Personen zum Kauf angeboten oder verkauft werden. Gleiches gilt für die Hoheitsgebiete oder Besitztümer, die der Gesetzgebung der USA unterliegen.

Es handelt sich bei dieser Information um unsere im Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuellen Einschätzungen. Die Einschätzungen können sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Die hier abgegebenen Einschätzungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und stammen oder beruhen (teilweise) aus von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen. Eine Haftung für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gemachten Angaben und Einschätzungen, einschließlich etwaiger rechtlicher Ausführungen, ist ausgeschlossen. Transaktionen in genannten Wertpapieren durch den / die in der Pressemitteilung genannten Sondervermögen sind jederzeit ohne gesonderte vorherige Ankündigung möglich. Rückschlüsse auf mögliche, zukünftige Transaktionen aufgrund dieser Pressemitteilung sind unzulässig. Diese Information inklusive Einschätzungen dürfen weder in Auszügen noch als Ganzes ohne schriftliche Genehmigung durch die Shareholder Value Management AG vervielfältigt oder an andere Personen weitergegeben werden.

PRESSEMITTEILUNG – Frankfurt, 3. Dezember 2019

FRANKFURTER AKTIENFONDS FÜR STIFTUNGEN ERHÄLT FNG-SIEGEL
– Audit bescheinigt professionellen und transparenten Nachhaltigkeitsansatzes
– Besonders anspruchsvolle und umfassende Nachhaltigkeitsstrategie ausgezeichnet

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2) erhält erstmals ein FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds. Dem Fonds wird damit ein professioneller und transparenter Nachhaltigkeitsansatz bescheinigt. Die glaubwürdige Anwendung des Ansatzes wurde durch ein unabhängiges, zeitlich und inhaltlich aufwändiges Audit geprüft und von einem externen Komitee unter Mitwirkung der Universität Hamburg überwacht. Der Fonds erhält zusätzlich zum FNG-Siegel einen Stern für eine besonders anspruchsvolle und umfassende Nachhaltigkeitsstrategie.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen wird von der Shareholder Value Management AG beraten. Der Vermögensverwalter mit Sitz in Frankfurt am Main setzt bei der Auswahl der Aktien für seine Fonds und Mandate auf Ausschlusskriterien, die gemeinsam mit dem unabhängigen Researchanbieter Sustainalytics entwickelt wurden und sich am ethischen Leitfaden der Evangelischen Kirche in Deutschland orientieren. Sustainalytics überprüft alle in Frage kommenden Titel anhand der definierten Ausschlusskriterien. In einem zweiten Schritt erfolgt eine individuelle Überprüfung der Einzeltitel nach qualitativen Kriterien durch die zuständigen Analysten. Hieran anknüpfend erstreckt sich ein laufender Überwachungsprozess der Zielgesellschaften, um auf eine veränderte Geschäftspraxis adäquat reagieren zu können. Schließlich erfolgt bei Missständen eine Kontaktaufnahme mit dem betroffenen Unternehmen mit dem Ziel, diesen abzuhelfen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Fondsvermögen nicht in Unternehmen investiert wird oder bleibt, die nicht akzeptable Geschäftsfelder bzw. -praktiken verfolgen.

Das FNG-Siegel wird von der GNG – Gesellschaft für Qualitätssicherung Nachhaltiger Geldanlagen mbh, einer Tochtergesellschaft des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), und der Universität Hamburg verliehen. Die Methodik ist darauf ausgerichtet, die Einhaltung von Mindeststandards zu prüfen. Gehen Fonds über diese Standards hinaus können sie zusätzlich mit bis zu drei Sternen bewertet werden. Das Audit des FNG-Siegels beurteilt Kriterien wie die Portfoliozusammensetzung eines Fonds, den Investmentprozess, die ESG-Researchkapazitäten und evtl. begleitende EngagementProzesse. Es muss jährlich erneuert werden. Frank Fischer, CEO der Shareholder Value Management AG und Fondsmanager des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, sagt: „Wir fühlen uns aus Überzeugung strikten Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet. Das FNG-Siegel ist eine Bestätigung dafür, dass wir die Themen in unserem Investmentprozess richtig implementiert haben und unsere Vorhaben auch richtig umsetzen.“

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Artikel von wallstreet-online | 28. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

An den Märkten scheint vorübergehend wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Wie zu hören ist, gibt es in den Gesprächen zwischen Washington uns Peking „signifikante Fortschritte“, der Brexit ist zwar noch nicht erledigt, aber die Hoffnung, dass es noch zu einer wie auch immer gearteten Einigung kommt, lebt weiter. Von Seiten der Konjunktur ist zwar keine Besserung in Sicht, aber, so die Hoffnung, das scheint mittlerweile eingepreist. Das ist zwar gefährlich, doch die Marktteilnehmer konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Zahlen zum dritten Quartal. Die sind zwar im Schnitt nicht berauschend, aber auch nicht so schlimm, wie von einigen befürchtet. Der DAX notiert in der Nähe seines Jahreshochs und an der Wallstreet herrscht noch etwas Uneinigkeit ob der laufenden Berichtssaison. Aber insgesamt ist die Börsenstimmung nicht schlecht.

Qualität entscheidet

Also Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das sind die Zahlen der Unternehmen. Wir als Value-Investoren schauen da besonders genau hin. Gibt es Unternehmen, die trotz einer vorübergehenden Schwäche vom Markt zu hart abgestraft wurden? Sind einzelne Aktien auf Grund unserer Analyse unterbewertet? Doch eine Unterbewertung allein ist noch kein Kaufargument. Die Unternehmen müssen auch eine gewisse Qualität aufweisen, bevor sie in das Portfolio des ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘ aufgenommen werden. Im Idealfall sind es Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis.

Aber: Was zeichnet eine Qualitätsaktie aus? Für uns gibt da klare Parameter. Die Unternehmen müssen nachhaltig schneller als das GDP wachsen, ihr Geschäftsmodell muss eine hohe Markteintrittsbarriere aufweisen, den sogenannten „Economic Moat“. Und schließlich legen wir Wert darauf, dass die Unternehmen einen „Business Owner“ haben, also einen starken Ankeraktionär, wie etwa eine Familie oder einen Hauptaktionär mit einer wertsteigernden Kapitalallokation. Wesentliche Merkmale sind hier hohe Kapitalrenditen („capital-light“), konsistent hohes Wachstum und ein Multiple oberhalb des Marktes. Wenn wir diese Aktien dann auch noch zu einem günstigen Preis bekommen, in unserem Sinne mit einer Sicherheitsmarge, dann haben wir einen starken BMW zum Preis eines Opels im Portfolio. Beispiele für diese Art von Unternehmen sind etwa der Pharmakonzern Novo Nordisk, das britische Spezialchemieunternehmen Croda, oder auch der neuseeländische Seniorenheim- und Klinikbetreiber Ryman Heathcare.

Eine diversifizierte Value-Strategie und der Faktor Zeit versprechen langfristig hohe Erträge

Und dann sollte man den Zeitfaktor nicht vergessen. Echte Qualitätsaktien rentieren sich vor allem langfristig, frei nach dem Motto „The time is the friend of good business”. Denn die Aktionärsrendite kommt zum größten Teil aus der fundamentalen Wertgenerierung durch Gewinn- und Cashflow-Wachstum, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe und weniger über die Bewertung.

Auf der anderen Seite sollten aber auch die „klassischen“ Value-Aktien wie etwa eine Sunrise, Hornbach, Metro oder Freenet nicht vergessen werden. Diese Strategie erfordert aber einen höheren Portfolioumschlag und eine größere Diversifikation. Value-Aktien sollte man nämlich verkaufen, wenn sie ihren fairen Wert erreicht haben. Der größte Teil der Aktienrendite wird bei solchen Aktien dann durch Bewertungseffekte, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe generiert.

Sowohl Investments in Qualitätsaktien als auch in „klassische“ Value-Titel sind für uns Value-Investing. Dies gilt allerdings nur, wenn die Aktien mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge gekauft werden und eine Aktionärsrendite versprechen, die deutlich über der Marktrendite liegt. Im aktuellen Marktumfeld, bei dem man auf dem derzeitigen Niveau durchaus Rückschläge einkalkulieren muss, sind dies entscheidende Faktoren.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11848364-boerse-bmw-preis-opels

„Manche Wette war einfach zu riskant“

Interview mit FONDS professionell | 1. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Mitten in die Finanzkrise von 2008 hinein aufgelegt, entwickelte sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen vom ursprünglichen Geheimtipp schnell zu einem der Topseller in der Branche. Zu Recht, wie dessen Portfolio manager Frank Fischer durch überdurchschnittliche Performanceergebnisse über die unterschiedlichsten Zeiträume mehrfach unter Beweis gestellt hat. Noch heute gehört der bei Morningstar in der Peergroup Mischfonds Euro flexibel geführte Fonds unter die Top Drei seiner Gruppe, was die längerfristige Per formance über zehn Jahre angeht. Was den Fonds und seinen Manager auszeichnet, ist das unbeirrbare Festhalten an einem value orientierten Managementansatz, der von einer tiefen Überzeugung geprägt ist. Frank Fischer selbst gehört zu den Pilgern von Omaha, die jedes Jahr zur Hauptversammlung der von Value-Legende Warren Buffett gemanagten Berkshire Hathaway reisen, um ihrem Vorbild wenigstens einmal im Jahr so nah wie möglich zu sein. Seit Anfang 2018 leidet der Fonds allerdings unter einer merklichen Perfor manceschwäche. Während Fischer in nahezu jedem Jahr davor nicht nur die Benchmark, sondern auch seine Peergroup hinter sich ließ, hinkt der Fonds auch im laufenden Jahr noch deutlich hinterher. Das hat auch beim verwalteten Fondsvolumen Spuren hinterlassen, das von seinen Höchstständen bei drei Milliarden Euro auf inzwischen noch 1,8 Milliarden Euro zurückgegangen ist. Wir wollten wissen, wie es dazu kommen konnte, und haben Frank Fischer zu einem gemein samen Analyse gespräch mit Detlef Glow, Head of EMEA Research bei Refinitiv Lipper, gebeten.
Hans Heuser (FONDS professionell): Herr Fischer, 2016 und 2017 waren für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen durchaus erfolgreiche Jahre. 2018 kam dann der große Einbruch, von dem sich Ihr Fonds bis heute nicht recht erholt hat. Was ist passiert?

Frank Fischer (Shareholder Value Management): Der Zeitraum, den Sie ansprechen, war durchaus von einer ganzen Reihe von Verwerfungen geprägt. Angefangen von der Brexit-Entscheidung über die Wahl von Donald Trump bis hin zu immer noch weiter anhaltenden Zinssenkungen durch die Notenbanken. Fast schon typisch für uns ist der Impuls, genau in solchen Phasen die eine oder andere attraktiv bewertete Aktie zu kaufen. Wir haben solche Phasen in der Vergangenheit immer wieder gut nutzen können, eben weil wir von unserer Positionierung her in der Regel eine relativ hohe Cashposition halten. Das hat uns in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet, und das hat uns auch den hohen Zuspruch gebracht, den wir über weite Strecken gehabt haben. Im vergangenen Jahr haben wir das nicht gut gemacht. Dazu müssen wir einfach stehen, denn als Fondsmanager muss man meiner Ansicht nach auch einmal freimütig einräumen, wenn man falsch gelegen hat statt zu versuchen, die Entschuldigung bei jemand anders oder in der Marktentwicklung zu suchen. Dabei hatten wir die Zeit nach der Trump-Wahl sogar sehr gut genutzt. Dadurch sind wir sogar sehr viel besser als andere ins Jahr 2018 gestartet und haben das erste Quartal so gut abgeschlossen, dass wir uns erlaubt haben, in stärker aktivistische Anlageideen hineinzugehen.

Aber damit fing eigentlich die Schwächephase erst so richtig an?

Wir sind bis in den September vergangenen Jahres hinein insgesamt durchaus positiv für die Aktienmärkte geblieben, unter anderem weil die Sentiment-Indikatoren, die wir nutzen, uns signalisiert haben, dass die Anleger tatsächlich mehr Aktien haben wollten angesichts der schon damals extrem niedrigen Zinsen. Entsprechend sind wir im Oktober vergangenen Jahres regelrecht auf dem falschen Fuß erwischt worden, als es mit den Kursen nach unten ging an den Märkten. Ich habe an anderer Stelle gesagt: Wir haben richtig eins auf die Mütze bekommen. Was wir falsch eingeschätzt haben: Es fehlte die Marktbreite für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Von daher war sicher manche Wette, die wir eingegangen waren, zu riskant.

Detlef Glow (Refinitiv): Was muss man „aktivistisch“ in diesem Zusammenhang verstehen? Geben Sie uns ein Beispiel?

Der wichtigste Titel, den wir im Bereich solcher aktivistischen Ideen umgesetzt haben, war das Investment in die Telecom Italia. Wir waren von der Idee durchaus begeistert und hatten auf eine Abspaltungdes wertvollen Glasfasernetzes in Italien gesetzt. Allerdings hatten wir den Ausgang der Parlamentswahlen so nicht auf dem Zettel. Die Kombination aus einer linkspopulistischen und einer rechtsradikalen Regierung hat schließlich dazu geführt, dass aus der Abspaltung bisher nichts geworden ist. Dadurch konnte das Unternehmen weder seine Schulden reduzieren noch die von uns erhoffte Dividende zahlen.. Inzwischen ist die Position fast vollständig verkauft, denn die Entscheidung hat sich letztlich als Fehler herausgestellt. Wir waren überhaupt im vergangenen Jahr zu stark investiert. Denn auch andere Investments haben sich letzten Endes nicht so positiv entwickelt wie wir es erwartet hatten. Unsere Position in John Menzies, dem Flugzeugabfertiger zum Beispiel. Hier sind wir allerdings bis heute engagiert geblieben, weil wir eine deutliche Verbesserung unter einem neuen Management erwarten.

Heuser: Was haben Sie in der Zwischenzeit unternommen, um den Fonds wieder in ein besseres Fahrwasser zu bringen?

Wir haben sowohl auf der personellen Ebene als auch in Bezug auf unsere strategische Aufstellung Vieles neu justiert. Seit Anfang des Jahres ist Ralph Baumann der Leiter für unser Aktien-Research. Außerdem ist ein sehr talentierter Analyst mit dem Schwerpunkt Großbritannien, Irland und Skandinavien zu uns gestoßen. Als überzeugte Value-Investoren ist für uns eine eigene, detaillierte Unternehmensanalyse nach wie vor durch nichts zu ersetzen. In dieser Beziehung habe ich außerdem eine interessante Idee mit Blick auf unsere strategische Aufstellung aus Omaha mitgebracht, wo ich auch in diesem Jahr wieder die Hauptversammlung von Warren Buffetts Berkshire Hathaway besucht habe.

Glow: Das hört sich interessant an?

Diese Idee basiert auf einem Sparringsgespräch, wie es Warren Buffett beispielsweise mit seinem Partner Charlie Munger oder auch mit seinen beiden jüngeren Investment Managern, Todd Combs oder Ted Weschler, regelmäßig führt. Wie in einer Art Pro und Contra-Gespräch argumentiert der eine für ein Investment in eine Aktie, der andere versucht, möglichst viele und gute Argumente zu finden, die gegen dieses Investment sprechen. Das hat bei uns nicht auf die gleiche Weise funktioniert, aber wir haben es jetzt in etwas anderer Art umgesetzt.

Heuser: Was heißt in anderer Art?

Ursprünglich war meine Vorstellung, dass sich jeder meiner Mitstreiter hier im Haus, die ja zum Teil auch schon lange an Bord sind, eine bestimmte Branche vornimmt, und dann vor einem entsprechenden Investmentvorhaben den Gegenpart zu dem jeweiligen Aktienwert aus dieser Branche übernehmen sollte. Ich musste aber schnell feststellen, dass die Bereitschaft, sich auf eine bestimmte Branche zu konzentrieren beziehungsweise zu spezialisieren auf keine große Gegenliebe gestoßen ist. Die Idee an sich setzen wir dennoch um, wenn auch in anderer Form. Das heißt, wir kommen in unterschiedlicher Zusammensetzung als Teilgruppe zusammen und jeder kann sich freiwillig und fallweise entscheiden, zu welcher Aktie und welcher Branche er aufgrund seiner Expertise diesen Gegenpart übernehmen will. Das läuft jetzt viel besser.

Ihrer Äußerung eben kann man entnehmen, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung eines überzeugten Value-Investors nichts geändert hat?

Warum sollten wir das tun? Nur weil wir gerade einmal eine etwas schwierige Phase durchlaufen? Ganz sicher nicht, denn an unserer grundlegenden Philosophie hat sich ja überhaupt nichts geändert. Wir setzen nach wie vor auf drei wesentliche Prinzipien bei unseren Investments. Als Erstes sollte eine Sicherheitsmarge vorhanden sein in dem Wert, den wir für den Fonds kaufen. Anders gesagt, der Einstandspreis sollte deutlich unter dem inneren Wert einer Aktie liegen. Wir nutzen Ausverkaufspreise um möglichst nur 60 Cent für einen Euro Wert bezahlen. Die Devise heißt günstig einkaufen, und dann auch die Geduld aufbringen, auf eine entsprechend erwartete Wertsteigerung zu warten. Man sollte nie den Wert des geduldigen Nichtstuns unterschätzen, aber auch nicht den Zeitpunkt verpassen, bei einem entsprechenden Kursgewinn auch wieder zu verkaufen. Dennoch: Der Preis allein ist für uns nach wie vor nicht das einzige Kriterium!

Glow: Und die beiden anderen Prinzipien?

Unsere zweite Prämisse ist, vor allem auf familien- und eigentümergeführte Unternehmen zu setzen. Auch das bietet natürlich kurzfristig keinen Schutz vor einem zeitweisen Kursrückgang. Man kann aber auf mittlere Sicht ziemlich sicher sein, dass die dahinter stehenden Menschen für ihre Miteigentümer (Aktionäre) arbeiten um nachhaltiggute Erträge zu erwirtschaften versuchen. Auch hier muss man unter Umständen die Geduld mitbringen, diese Wertsteigerung auch zu erleben. Und drittens achten wir darauf, dass es einen sogenannten Burggraben um ein Unternehmen herum gibt, in das wir investieren. Wir betrachten die Firma als eine Burg, die es durch einen strukturellen Wettbewerbsvorteil einem Wettbewerber schwer macht, in ihr jeweiliges Geschäftsfeld einzudringen.

Heuser: Wie sieht so ein Wettbewerbsvorteil aus?

Das können zum Beispiel Netzwerkeffekte sein, etwa bei einem Internetportal oder einem Software-Entwickler. Google ist als Quasimonopol für die Internetsuche das beste Beispiel dafür. Es gibt kaum ein Projekt in Bezug auf das Thema künstliche Intelligenz, an dem Google nicht in irgendeiner Form selbst forscht oder daran beteiligt wäre. Beispiele für einen solchen Burggraben können aber auch hohe Wechselkosten sein, etwa in der Medizintechnik oder bei speziellen Software-Anwendungen wie im ERP Bereich.

Glow: Wo finden Sie denn aktuell Werte, die ihren Prinzipien entsprechen?

Im Verlauf des ersten Halbjahrs haben wir zwei neue Werte ins Portfolio aufgenommen. Zum einen ist das der britische Kfz-Direktversicherer Admiral, am ehesten vergleichbar mit der hierzulande aktiven Cosmos Direct. Seit 10 Jahren investiert Admiral in das nun eintretende profitable Auslandswachstum. Was die Admiral Group auszeichnet, ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil der Kostenführerschaft. Besonders interessant ist, es dass 70 Prozent der Mitarbeiter selber Aktionäre sind. Der Gründer selbst hat vor kurzem aus Altersgründen seinen Rücktritt als CEO erklärt, hält aber selbst weiterhin knapp 11 Prozent an dem Unternehmen, und wird den Teufel tun, sich zur Ruhe zu setzen. Der Mann brennt regelrecht für sein Unternehmen und will nun die Expansion in die USA vorantreiben.

Und der zweite Wert?

Das ist ein neuseeländisches Gesundheitsunternehmen namens Ryman Healthcare, das mit einem Anteil von rund 3,5 Prozent am Fondsvermögen mittlerweile zu unseren Top-Fünf-Positionen gehört. Das auf Alters-Pflegedienste spezialisierte Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, als Entwickler und Betreiber von Seniorenheimen typische Missstände, wie sie in der Pflegebranche vorkommen, auszumerzen. Am besten drückt sich das in einem Grundsatz von Ryman Healthcare aus, wonach das eigene Angebot beziehungsweis die eigene Dienstleistung „gut genug für Mutti“ sein muss. Aber nicht nur das, auch die hoch gesteckten wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens überzeugen: Ryman Healthcare will alle fünf Jahre seinen Gewinn verdoppeln, was bedeutet, dass es rund 15 Prozent pro Jahr erwirtschaften muss und dies in den letzten 2 Jahrzehnten auch geliefert hat. Außerdem haben die Neuseeländer gerade ihre Expansion nach Australien in Angriff genommen.

Heuser: Wie gehen Sie im Fonds mit dem immer wichtiger werdenden Thema Nachhaltigkeit um?

Unsere potentiellen Investments für den Fonds werden nicht nur im Hinblick auf die Qualität des Geschäftsmodells, der Gewinnerwartungen und der Bewertung analysiert, sondern auch unter Einbeziehung von ESG- oder Nachhaltigkeitskriterien untersucht. In unserer schon 6-jährigen Zusammenarbeit mit Sustainalytics, einem auf Nachhaltigkeitsresearch spezialisierten Unternehmen, haben wir einen Katalog von Ausschlusskriterien festgelegt. Anhand dieser Filterkriterien wird sichergestellt, dass das Fondsvermögen nur in Unternehmen investiert wird, die ihrer ESG-Verantwortung nachkommen.

Ihr Ausblick aufs vierte Quartal?

Die konjunkturelle Entwicklung ist durch den USA/China Handelskrieg eingetrübt und dies macht sich in der Gewinnentwicklung einiger zyklischer Aktien bemerkbar, deren Kurse dies aber teilweise mit Ausverkaufspreisen reflektieren. Wir befinden uns heute in den USA nahe am all- time-high, aber der große Unterschied im Vergleich zum Vorjahr ist die geänderte Politik der Notenbanken. Sowohl die FED wie auch die EZB haben von restriktiv auf expansiv geschaltet, das sieht also supergesund aus. Unsere aktuelle Netto-Aktienquote liegt bei 80 %. Sobald wir durch den Oktober durch sind, könnten Anleger mangels Alternativen an den Zinsmärkten durchaus wieder vermehrt in die Aktien investieren Fallende Zinsen und gute Liquidität sind regelmäßig der Auslöser für eine positive Aktienmarktenwicklung.

Inwiefern?

Fischer: Fallende Zinsen bringen z.B. eine Entlastung für Hypothekenbesitzer. Geld, das nicht für die Finanzierung einer Immobilie gebraucht wird, kann in den Konsum fließen. Aktuell sind schon die ersten Anzeichen für den Wechsel aus den Growth- hin zu den Value-Titeln spürbar, getrieben von der Hoffnung auf eine verbesserte Konjunktur.

Vielen Dank für das Gespräch.
Hans Heuser

Interview mit Frank Fischer: „Manche Wette war einfach zu riskant“| fondsprofessionell.de:
https://www.fondsprofessionell.de/news/uebersicht/headline/frank-fischer-manche-wette-war-einfach-zu-riskant-156518/newsbild/1/

Analystenurteil: „Ein Basisinvestment für alle Investoren“
Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (DE000A0M8HD2) wird seit seiner Auflage am 15. Januar 2008 von dem erfahrenen Fondsmanager Frank Fischer nach den Prinzipien des wertorientierten Investierens (Value Investing), gemanagt. Trotz seines Namens richtet sich der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen an alle Investorengruppen. Neben den für Value-Investoren üblichen Bewertungs kriterien wurde von der Shareholder Value Management AG in Kooperation mit Sustainalytics ein Katalog von nachhaltigen, sozial verträglichen und umweltbezogenen Ausschlusskriterien definiert, die bei der Titelauswahl – zusätzlich zu den ökonomischen Auswahlkriterien – zum Einsatz kommen.
Frank Fischer ist als Fondsmanager für seine stringente Umsetzung des Value-Investings bekannt. Er achtet bei den ökonomischen Auswahlkriterien (Bewertungs- und Finanzkennzahlen) insbesondere auf die sogenannte Sicherheitsmarge (Margin of Safety), also den Discount zwischen dem Preis für die einzelnen Teile eines Unternehmens und dem Preis, der für das Unternehmen an der Börse gezahlt werden muss. Da diese Kennzahl nicht in den Reportings der Unternehmen enthalten ist, wird sie von den Analysten der Shareholder Value Management AG mithilfe von selbst entwickelten Bewertungsmodellen berechnet. Zudem bevorzugt Fischer eigentümergeführte Unternehmen und solche, die über einen strukturellen Wettbewerbsvorteil verfügen. Das Ziel des Portfoliomanagements ist neben der Generierung von langfristig überdurchschnittlichen Renditen auch die Reduzierung von Verlusten. Um dies zu erreichen, wird die Aktienquote des Fonds, durch den Einsatz von Cash, Rentenpapieren oder Derivaten flexibel an das Marktumfeld angepasst. Auch wenn es sich bei sogenannten Value-Fonds um grundsätzlich eher defensive Aktieninvestments handelt, müssen Investoren, die in einen solchen Fonds investieren wollen, über eine entsprechende Risikotragfähigkeit verfügen. Ebenso sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass auch Value-Fonds sich dem allgemeinen Markt umfeld nicht entziehen können und somit in negativen Marktphasen auch Verluste aufweisen können. Hinzu kommt, dass Fonds, die nach einem bestimmten Anlagestil gemanagt werden, im Vergleich zu ihrem Zielmarkt längere Phasen mit einer Underperformance aufweisen können.