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Artikel von wallstreet-online | 28. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

An den Märkten scheint vorübergehend wieder etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Wie zu hören ist, gibt es in den Gesprächen zwischen Washington uns Peking „signifikante Fortschritte“, der Brexit ist zwar noch nicht erledigt, aber die Hoffnung, dass es noch zu einer wie auch immer gearteten Einigung kommt, lebt weiter. Von Seiten der Konjunktur ist zwar keine Besserung in Sicht, aber, so die Hoffnung, das scheint mittlerweile eingepreist. Das ist zwar gefährlich, doch die Marktteilnehmer konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Zahlen zum dritten Quartal. Die sind zwar im Schnitt nicht berauschend, aber auch nicht so schlimm, wie von einigen befürchtet. Der DAX notiert in der Nähe seines Jahreshochs und an der Wallstreet herrscht noch etwas Uneinigkeit ob der laufenden Berichtssaison. Aber insgesamt ist die Börsenstimmung nicht schlecht.

Qualität entscheidet

Also Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das sind die Zahlen der Unternehmen. Wir als Value-Investoren schauen da besonders genau hin. Gibt es Unternehmen, die trotz einer vorübergehenden Schwäche vom Markt zu hart abgestraft wurden? Sind einzelne Aktien auf Grund unserer Analyse unterbewertet? Doch eine Unterbewertung allein ist noch kein Kaufargument. Die Unternehmen müssen auch eine gewisse Qualität aufweisen, bevor sie in das Portfolio des ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘ aufgenommen werden. Im Idealfall sind es Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis.

Aber: Was zeichnet eine Qualitätsaktie aus? Für uns gibt da klare Parameter. Die Unternehmen müssen nachhaltig schneller als das GDP wachsen, ihr Geschäftsmodell muss eine hohe Markteintrittsbarriere aufweisen, den sogenannten „Economic Moat“. Und schließlich legen wir Wert darauf, dass die Unternehmen einen „Business Owner“ haben, also einen starken Ankeraktionär, wie etwa eine Familie oder einen Hauptaktionär mit einer wertsteigernden Kapitalallokation. Wesentliche Merkmale sind hier hohe Kapitalrenditen („capital-light“), konsistent hohes Wachstum und ein Multiple oberhalb des Marktes. Wenn wir diese Aktien dann auch noch zu einem günstigen Preis bekommen, in unserem Sinne mit einer Sicherheitsmarge, dann haben wir einen starken BMW zum Preis eines Opels im Portfolio. Beispiele für diese Art von Unternehmen sind etwa der Pharmakonzern Novo Nordisk, das britische Spezialchemieunternehmen Croda, oder auch der neuseeländische Seniorenheim- und Klinikbetreiber Ryman Heathcare.

Eine diversifizierte Value-Strategie und der Faktor Zeit versprechen langfristig hohe Erträge

Und dann sollte man den Zeitfaktor nicht vergessen. Echte Qualitätsaktien rentieren sich vor allem langfristig, frei nach dem Motto „The time is the friend of good business”. Denn die Aktionärsrendite kommt zum größten Teil aus der fundamentalen Wertgenerierung durch Gewinn- und Cashflow-Wachstum, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe und weniger über die Bewertung.

Auf der anderen Seite sollten aber auch die „klassischen“ Value-Aktien wie etwa eine Sunrise, Hornbach, Metro oder Freenet nicht vergessen werden. Diese Strategie erfordert aber einen höheren Portfolioumschlag und eine größere Diversifikation. Value-Aktien sollte man nämlich verkaufen, wenn sie ihren fairen Wert erreicht haben. Der größte Teil der Aktienrendite wird bei solchen Aktien dann durch Bewertungseffekte, sowie durch Dividenden und Aktienrückkäufe generiert.

Sowohl Investments in Qualitätsaktien als auch in „klassische“ Value-Titel sind für uns Value-Investing. Dies gilt allerdings nur, wenn die Aktien mit einer ausreichenden Sicherheitsmarge gekauft werden und eine Aktionärsrendite versprechen, die deutlich über der Marktrendite liegt. Im aktuellen Marktumfeld, bei dem man auf dem derzeitigen Niveau durchaus Rückschläge einkalkulieren muss, sind dies entscheidende Faktoren.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11848364-boerse-bmw-preis-opels

Artikel von wallstreet-online | 3. September 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Börsenweisheiten haben sich schon oft als richtig erwiesen, schließlich beruhen die meisten auf statistischen Erfahrungen. Ob es in diesem Jahr aber richtig ist, dem Spruch „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ zu folgen, muss sich erst noch erweisen. Denn die Zeichen stehen für die globalen Aktienmärkte nicht gerade gut. Und ganz abgesehen davon ist gerade der September speziell für den DAX der – laut Statistik – schlechteste Monat des Jahres. Seit 1959 hat der Index in diesem Monat im Schnitt immer knapp zwei Prozent an Wert eingebüßt. Abergläubische Anleger bleiben also in Deckung.

Neue Strafzölle dämpfen die Stimmung

Es gibt aber auch genügend Grund zur Vorsicht. Gleich mit dem ersten Tag haben sich die USA und China gegenseitig mit weiteren Strafzöllen belegt. Und die nächste Eskalationsstufe ist für Dezember schon geplant. Auch wenn US-Präsident Donald Trump nicht einsehen mag: China ist nicht Mexiko, welches man mit einem Handelskrieg schnell in die Knie zwingen kann. Peking ist ein ganz anderes Kaliber. Und da auch Trump langsam merkt, dass die eigene Wirtschaft unter dem Konflikt leidet, hat er schnell schon einen Sündenbock auserkoren, der im Zweifelsfall für die Folgen seiner Politik verantwortlich ist: die amerikanische Notenbank FED, die er zu weiteren Zinssenkungen zwingen will. Ob das gelingt?

Belastung durch Boris Johnson und die AfD

Es gibt aber noch andere Faktoren, die auf den Märkten liegen. So steht der Brexit vor der Tür. Doch wie das Schauspiel ausgeht, ist weiterhin fraglich. Premierminister Boris Johnson will zwar das britische Parlament „aussperren“, um seinen No-Deal nicht zu gefährden. Doch der Widerstand – selbst in seiner eigenen Partei – wächst. Vielleicht wird am 14. Oktober ja nochmals gewählt. Auch hier bleibt das Ende offen. Und in Deutschland? Bei den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg konnten die etablierten Parteien gerade noch abwenden, dass die AfD in einem der beiden Parlamente zur stärksten Fraktion wurde. Der Warnschuss für die Berliner Koalition war laut und deutlich. Ob und ggf. wie man an der Spree darauf reagiert ist fraglich. Bleibt die Konjunktur. In Deutschland droht eine technische Rezession. Es wäre die erste seit 2013. Im produzierenden Gewerbe ist die Rezession bereits da. Der Branchenverband VDMA berichtet seit sieben Monaten sinkende Auftragseingänge, die Industrieproduktion war seit November jeden Monat rückläufig. Die Wirtschaft schrumpf also und die Exporte gehen zurück. Das Ende des zehnjährigen Booms ist damit eingeläutet. Auch international sieht es nicht besser aus. Der Handelskrieg hinterlässt überall seine Spuren.

Die Hoffnung liegt wieder mal auf der EZB

Bleibt mal wieder nur die Hoffnung auf eine weitere, geldpolitische Lockerung durch die EZB. Auf die konnten sich die Anleger in der Vergangenheit immer verlassen. Auch jetzt scheint es wieder so, dass die Zinsen noch weiter sinken werden und das nächste Ankaufprogramm der EZB nur noch auf seinen Startschuss wartet. Auch wenn die Kritik an der EZB lauter wird, scheinen die Zentral-Banker ihren einmal eingeschlagenen Kurs nicht ändern zu wollen. Das wiederum erfreut die Anleger in DAX, MDAX & Co.

Defensive Ausrichtung unserer Mandate

Uns ist das ganze Szenario weiterhin nicht geheuer. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten sind wir weiter leicht defensiv positioniert und haben im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen derzeit eine Absicherung von ca. 25 Prozent, wobei auch die Aktienquote insgesamt zurückhaltend ausgerichtet ist. Denn man sollte nicht vergessen: Nach dem September folgt der eigentlich als Crashmonat verschriene Oktober! Doch statistisch gesehen, ist das ein Fehlurteil, denn der DAX verbuchte im Schnitt der letzten Jahre ein Plus von o,4 Prozent. Und für den Dow Jones sind es immerhin noch 0,2 Prozent. Auch Börsenweisheiten haben so ihre Tücken.

Börse: Verkehrte Welt? Weisheiten auf dem Prüfstand | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:

Interview mit Fundplat | 13. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, in den vergangenen Tagen konnte man in den Zeitungen lesen, dass die Value-Ikone Warren Buffett Schwierigkeiten habe, im derzeitigen Umfeld attraktive Investment­gelegen­heiten zu finden. Auch Sie sind überzeugter Value-Investor. Stehen Sie vor ähnlichen Schwierigkeiten?
Man muss das präzisieren. Es ist nicht so, dass es schwierig ist, attrak­tive Unter­nehmen zu finden. Ich würde sagen, eher im Gegen­teil. Die Unter­nehmen sind da, wir haben einige inte­ressante Namen auf unserer Watch­list. Was uns aber zurück­haltend agieren lässt, ist der Preis. Der Mangel an Alter­nativen hat die Bewer­tungen vieler Aktien nach oben getrieben. Da liegt die Heraus­forderung, auch bei Warren Buffett. Ich sehe das allerdings weniger als Problem, denn Geduld und das Warten auf den richtigen Moment gehören beim lang­fristigen Inves­tieren dazu.

Als Value-Investor investieren Sie mit einer Sicherheits­marge, einem möglichst hohen Abstand zum inneren Wert einer Aktie. Die hohen Bewertungen drücken also auf diese Marge?
Die Sicherheitsmarge ist neben dem wirtschaft­lichen Burg­graben, dem «economic moat», über den unsere Unter­nehmen verfügen sollten und der Führung durch den Eigen­tümer eines der drei Kern­elemente unserer Value-Philo­sophie. Die klassische Value-Aktie nach den Kriterien von Benjamin Graham hat vielleicht nur einen kleinen Burg­graben, aber sie ist vor allem günstig und bietet eine hohe Sicher­heits­marge. Graham selber hat die Sicher­heits­marge bei rund 33 Prozent ange­setzt, sie dient als Puffer gegen Kurs­rück­schläge. Aktien, die aktuell eine Sicher­heits­marge bieten, sind beispiels­weise eine Freenet AG mit einer wunder­baren Divi­denden­rendite, oder eine Metro, bei der sich die Bilanz durch die Verkäufe von Immo­bilien und anderen Werten verbessern lässt. Wenn in vergleich­baren Fällen auch unsere übrigen Kriterien erfüllt sind, ist die Wahrschein­lich­keit, dass wir in diese Titel inves­tieren, hoch.

Daneben gibt es Unter­nehmen, bei denen die gute Qualität eine niedrige Sicher­heits­marge recht­fertigt. Wir nennen das «growth at a reasonable value». Unter­nehmen wie Ryman Health­care, Alibaba oder Alphabet zeichnen sich durch ein erhöhtes Umsatz­wachstum und eine starke Preis­setzungs­macht aus, haben aber auch ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Auch hier müssen dann die weiteren Kriterien erfüllt werden, es hängt also immer vom einzelnen Unter­nehmen in seiner Gesamt­heit ab.

Das hohe Kursniveau dürfte nicht anhalten, wir haben in den vergangenen Tagen erste Erschütterungen gesehen. Das sollte doch Chancen schaffen?
Die Frage ist wann. Das konjunkturelle Umfeld trübt sich in Folge des Handels­konflikts zwischen den USA und China stark ein. Der Welt­handel ist so stark einge­brochen wie zuletzt in den Rezessions­phasen Anfang der 2000er Jahre und nach der Finanz­krise. Die Einkaufs­manager­indizes des verarbei­tenden Gewerbes haben den Rück­wärts­gang eingelegt. Das zweite Quartal 2019 hat uns die schwächste Berichts­saison seit langem beschert. Das sind alles Faktoren, die für eine Korrektur am Aktien­markt sprechen.

Auf der anderen Seite haben wir aber die Noten­banken. Die Fed senkt möglicher­weise die Zinsen weiter, die EZB begibt neue TLTROs, senkt wahr­scheinlich den Einlagen­satz abermals und nimmt womöglich auch die Käufe von Anleihen wieder auf. In Deutschland wird über die Ausweitung von Negativ­zinsen der Geschäfts­banken diskutiert. Das macht Aktien aus Inves­toren­sicht grund­sätzlich attrak­tiver. Nicht zuletzt sollte US-Präsident Trump, der in den vergan­genen Monaten einer der grössten Unsicher­heits­faktoren für die Börsen war, mit Blick auf seine Wieder­wahl eigentlich ein grosses Interesse daran haben, das der Handels­konflikt nicht weiter eskaliert. Auch das wäre für die Aktien­märkte eine Unter­stützung. Die Frage ist jetzt, welches Szenario sich durch­setzt. Bis das Bild klarer wird, ist unserer Ansicht nach Vorsicht geboten.

Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld?
Bei uns kommt noch der eine oder andere Sonderfaktor hinzu. Unsere DNA liegt von Haus aus bei deutschen und euro­päischen Value-Neben­werten. Dieses Segment hat seit Mitte vergan­genen Jahres deutlich schwächer performed als etwa Standard- oder gar Growth-Werte aus den USA. Wir haben deshalb in den vergan­genen Monaten unseren Blick­winkel verbreitert und zum einen ausge­wählte Large Caps hinzu­gefügt, gleich­zeitig den geogra­phischen Horizont auf Länder wie die USA, Kanada oder Neu­seeland ausge­weitet. Ryman Health­care ist dafür ein Beispiel. Das Unter­nehmen betreibt Senioren-Resi­denzen und Alten­pflege­heime in Neu­seeland und nun auch in Australien. Rymann Health­care hat eine einzig­artige Kultur und geniesst in der Branche einen hervor­ragenden Ruf. Entsprechend lang sind die Warte­listen. Die Gewinne wachsen mit 15 Prozent pro Jahr. Wenn dann eine hinrei­chende Sicher­heits­marge gegeben ist, sind das typische Unter­nehmen, die wir suchen.

Aktuell sind wir allerdings eher zurück­haltend posi­tioniert, da wir aus unseren Indi­katoren heraus entspre­chende Warn­signale bekommen haben. Die hohe Cash-Quote resultiert unter anderem daraus, dass wir im Lauf der vergan­genen Monate Posi­tionen aufgelöst haben, die ihre Ziel­kurse erreicht hatten. Jetzt dient sie uns als Puffer gegen Rück­schläge, gleich­zeitig wollen wir natürlich auch unser Pulver trocken halten. Denn wie eingangs gesagt, haben wir einige inte­ressante Unter­nehmen im Fokus. Wenn deren Kurse wieder auf ein attrak­tives Niveau zurück­gehen, kaufen wir.

Artikel von wallstreet-online | 19. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die aktuelle Börsensituation zehrt an den Nerven. Klar ist derweil: Die Konjunkturschwäche hält an, Deutschland steuert auf eine Rezession zu und ein Ende der Talfahrt ist noch nicht in Sicht. Das muss aber nicht ewig so weitergehen. Darüber waren sich die Referenten beim diesjährigen „Frankfurter Diskurs“, den wir als Shareholder Value Management AG zusammen mit DJE Investment und ODDO BHF jetzt schon zum 5. Mal veranstaltet haben (www.frankfurter-diskurs.de) einig. Aktuell spricht allerdings noch Vieles für weiter fallende Kurse. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hält die Märkte in Atem. Gibt es ein leichtes Zeichen der Entspannung, steigen die Kurse in rasendem Tempo nach oben. Zeigt die Nachrichtenlage in die andere Richtung, verliert der Dow Jones, wie jüngst geschehen, auch schon mal 800 Punkte in kürzester Zeit. Die Nervosität steigt von Tag zu Tag.

Konjunkturelle Schwäche ist eklatant

Die größte Sorge gilt der Konjunktur. Die legt zwar noch keine Vollbremsung hin, die Schwäche ist mittlerweile aber eklatant. Und der Pessimismus unter den Anlegern nimmt auch weiter zu, so dass der Trend eindeutig weiter nach unten zeigt. Doch: das muss nicht so bleiben. Vor allem US-amerikanische Aktien haben nach dem Kursrutsch der letzten Tage weiterhin Potential. Wie die Deutsche Bank errechnet hat, gibt vor allem die langfristige Entwicklung der Unternehmensgewinne pro Aktie Anlass zu Optimismus. Im S&P 500 sind diese seit Anfang 2018 um knapp 23 Prozent gestiegen. Das Kursniveau ist jedoch seitdem nicht von der Stelle gekommen: Damals stand der S&P 500 bei knapp über 2.800 Indexpunkten, heute liegt das Niveau nur unwesentlich höher. Auch die abgelaufene US-Berichtssaison ist mit Gewinnsteigerungen von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal besser ausgefallen als viele Marktteilnehmer befürchtet hatten. Klar, dass der Handelsstreit bei vielen Unternehmen seine Spuren hinterlassen hat, doch es besteht die Hoffnung, dass eine US-Rezession im kommenden Jahr abgewendet werden kann. Das wäre dann ein solides Fundament für weitere Kursgewinne.

Europas Sorgenberg ist groß

Ganz anders sieht es in Europa aus. Diesem Thema hatten wir uns beim „Frankfurter Diskurs“ besonders gewidmet. Hier sind es vor allem die politischen Brennpunkte wie der Brexit oder die Lage in Italien und die zunehmenden Gewinn- und Umsatzwarnungen der Unternehmen, die vor allem internationale Investoren davon abhalten, sich auf dem Alten Kontinent zu engagieren. Dabei sind gerade europäische Aktien derzeit so günstig bewertet wie schon lange nicht mehr. Doch die Gewinnerwartungen sind – anders als in den USA – weiterhin negativ. Aber gerade, wenn die Erwartungen und die Stimmung auf dem Tiefpunkt sind, reichen oft schon kleine positive Überraschungen, um das Blatt zu wenden. Wir glauben zwar, dass dies noch einige Zeit dauern wird, doch Ende des Jahres könnte es soweit sein.

Mittelfristig sollten Europas Unternehmen positiv überraschen

Was spricht für europäische Aktien: Da sind zum einen die niedrigen Bewertungen der Unternehmen, dann die expansive Politik der EZB, und schließlich die Tatsache, dass Anleihen wohl auf Jahre hin keine Alternative zu den Dividendenrenditen vieler Aktien sind. Spätestens Mitte kommenden Jahres sollten dann auch die Unternehmen wieder positiv überraschen. Da die Börse dies oft Monate im Voraus vorwegnimmt, könnte bereits Ende des Jahres das Tal der Tränen durchschritten sein. So zumindest die Hoffnung – und die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Börse: Unklare Signale für Europas Märkte | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11682646-boerse-unklare-signale-europas-maerkte

Artikel von wallstreet-online | 05. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Feuer unterm Dach: Trumps Bärendienst für die eigene Wirtschaft

Die jüngste Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank hat viele Marktteilnehmer ratlos zurückgelassen. Denn die Mini-Senkung war weder Fisch noch Fleisch. Dementsprechend mager fiel auch die Reaktion an den Finanzmärkten aus. Die Anleger hatten eine Zinssenkung erwartet, sie hofften jedoch auf eine Senkung um 50 Basispunkte. Sie war aber so gering aus, dass die Börsen eher enttäuscht reagierten. Vor allem aber war die Begründung der FED dünn. Frei interpretiert könnte man sagen: „Eigentlich hätten wir die Zinsen gar nicht senken müssen, wir haben es aber getan, damit die Märkte vor allem mit den Folgen des Handelsstreits besser klarkommen können.“ Die US-Wirtschaft sei eigentlich robust, die Arbeitsmarktdaten in Ordnung. Nur die Inflation sei zu gering. Und dann natürlich der Handelsstreit mit China. Er würde große Teile der Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, daher die „Pro-Forma“-Senkung.

Neue Strafzölle schicken die Börsen auf Talfahrt

Das richtete sich klar gegen US-Präsident Donald Trump, der seit Monaten gegen die FED wettert und sie in seinen Schimpftiraden als eine Institution beschimpft, die „keine Ahnung“ habe. Doch nur wenige Stunden später passierte genau das, wovor die FED gewarnt hatte. Trump goss im Handelskonflikt mit China zusätzliches Öl ins Feuer. Er kündigte für September neue Strafzölle von weiteren zehn Prozent auf Güter aus dem Reich der Mitte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar an – und diese könnten sogar auf 25 Prozent oder „deutlich darüber hinaus“ erhöht werden. Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab. Ein solcher scheint aber in weiter Ferne zu liegen, wurden die jüngsten Gespräche doch ohne Ergebnis abgebrochen. Und Peking ließ sich nicht lange „bitten“ und kündigte seinerseits Gegenmaßnahmen im Streit mit Washington an. Die Märkte reagierten darauf äußerst verschnupft. Dow Jones und S&P 500 gaben zum Teil stark nach, der DAX sackte unter die 12.000-Punkztemarke.

Starke Quartalszahlen, aber die Ausblicke leiden unter dem Handelskonflikt

Für die Wall Street ist das eigentlich verwunderlich. Denn mittlerweile haben rund zwei Drittel der S&P-500-Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. Und hier liegt der Anteil der Konzerne, die die Gewinnerwartungen übertroffen haben, bei rund 75 Prozent. Die Gewinne liegen gut sechs Prozent über den Erwartungen. Doch das Top-Thema bei den Unternehmen bleibt weiterhin der Handelsstreit, der bei den Unternehmen inzwischen tiefe Wunden hinterlässt: Die Gewinne der Konzerne, die mehr als die Hälfte ihrer Umsätze außerhalb der USA erzielen, lagen im zweiten Quartal 9,7 Prozent unter dem Vorjahr. Nimmt die Belastung hier weiter zu, dürfte selbst die magere Gewinnwachstumsprognose von 2,5 Prozent für das Gesamtjahr noch zu hoch sein. Trump erweist seiner eigenen Wirtschaft einen Bärendienst, indem er den Streit mit Peking immer weiter auf die Spitze treibt. Hier bekommt „America first“ eine ganz neue Bedeutung.

Gold: Mutige steigen ein

Wäre Gold in dieser Situation eine gute Anlage? Der Goldpreis gab nach der Fed-Entscheidung zunächst um knapp 2 Prozent nach, hielt sich aber über der Marke von 1.400 US-Dollar. Die Notenbank sorgte mit ihrem nur zögerlichen Bekenntnis zu weiteren Zinssenkungen für Nervosität an den Märkten, da diese auf weiter sinkende Zinsen gesetzt hatten. Doch Treiber für einen weiter steigenden Goldpreis sind durchaus vorhanden: Die geopolitischen Spannungen sowie die Sorgen um die Weltkonjunktur bestehen weiterhin. Grund genug für die Zentralbanken weltweit, im ersten Halbjahr ihre Gold-Depots um knapp 375 Tonnen weiter aufzufüllen. Für risikobewusste Anleger könnte der jüngste Rücksetzer des Goldpreises eine Einstiegsmöglichkeit ergeben. Denn auf einen solchen Rücksetzer mussten die Anleger schon eine ganze Weile warten. Portfolio fast komplett abgesichert Was die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten betrifft, so sind wir derzeit sehr vorsichtig eingestellt. Deshalb haben wir beim Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen unsere Aktienengagements auch zu einem großen Teil abgesichert. Denn die konjunkturelle Entwicklung gibt weiterhin Grund zur Sorge. Und da im Handelsstreit zwischen Peking und Washington eine Einigung noch in weiter Ferne zu liegen scheint, dürfte sich daran so schnell auch nichts ändern. Deshalb gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!





Artikel von wallstreet-online | 18. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten

Um antizyklisch zu Investieren bedarf es guter Nerven und Geduld. Für antizyklisches Investieren in Small- und Mid Caps gilt dies sogar in noch höherem Maße. Aber: Bedarf es dafür auch Mut? Nein, ganz im Gegenteil! Es bedarf nur eines längeren Anlagehorizonts – und eines klaren Verstands. Denn langfristig erzielen Small Caps eine klare Outperformance gegenüber Large Caps. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre in den USA. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine kumulierte Rendite von 113 Prozent. Beim Russel Large Cap-Index waren es hingegen nur 46 Prozent. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind.

 
Small Caps sind performancestark, aber auch konjunkturabhängig
 
Aber – und das soll nicht verschwiegen werden – Small Caps sind in der Regel konjunkturabhängiger und damit einer höheren Schwankungsbreite ausgesetzt als Large Caps. Doch genau hier setzt das antizyklische Investieren an. Für uns als Value-Investoren ist ein Szenario, wie wir es derzeit an den Märkten sehen, geradezu ideal. Die weltweite Konjunktur schwächelt, dazu der Handelskrieg zwischen China und den USA, das Chaos um den Brexit. Die Märkte sind volatil, die Kurse geben nach – für uns die beste Zeit, genau jetzt die Aktien zu analysieren und zu identifizieren, die ein gesundes und nachhaltiges Geschäftsmodell haben, dabei über eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen und im Idealfall auch noch von einem Eigentümer geführt werden, der mit Leib und Seele „sein“ Unternehmen durch die Krise führt. Wie nennen das: „Er hat ‚Skin in the Game‘!“ Entsprechend haben wir den Frankfurter – Value Focus Fund R aufgesetzt, der seit Beginn des Jahres jetzt auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen wurde. Mein Kollege Ronny Ruchay sucht mit unserem Team von Analysten genau in diesen Phasen, in denen andere Anleger die Finger von Small- und Mid Cap-Unternehmen lassen, nach unterbewerteten Aktien, die vom Markt mit nach unten gespült werden. Einfache Regeln des Value-Investing Dabei gelten einfache Regeln: Die Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten economic Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Und dann der Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Beispiele sind hier Grenke, Bechtle oder auch Nemetschek. Leider scheitern die Unternehmen oft am abschließenden Test: Die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Kurs kann man die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Wert muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge zum Preis an der Börse erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Kaufpreis ist allesentscheidend.
 
Aber in konjunkturellen Abkühlungsphasen, wie wir sie derzeit an den Märkten erleben, sind die Chancen groß, gute Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben. Deshalb haben wir auch eine umfangreiche Liste von Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.
 
Der Anlagehorizont ist entscheidend
 
Muss man dafür hohe Risiken eingehen? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel hat man dafür bezahlt. Dabei sind Kursschwankungen sogar eine gute Chance, sich in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser 10 Jahre Geduld mitbringen, werden eine gewisse Volatilität aushalten können. Dann haben Sie aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben zudem den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten wenig Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist die Chance, echte Perlen im Markt zu finden.

Börse: Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11315880-boerse-risiko-relativ-small-caps-unruhigen-zeiten

Artikel von wallstreet-online | 04. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Hoffnungen vieler Investoren haben jüngst ein paar Dämpfer bekommen. Hatten einige Marktteilnehmer zuletzt auf ein schnelles Ende des Handelsstreit zwischen den USA und China gesetzt, so wurden diese Hoffnungen vom amerikanischen Handelsbeauftragten und ex Wallstreet Anwalt Robert Lighthizer erst einmal gebremst. Man sei zwar in den Gesprächen gut vorangekommen, aber Washington will sicherstellen, dass Peking seine Versprechen, die es in den Verhandlungen gemacht hat, auch hält. Man sucht ein Prozedere, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überprüfen. Der Teufel steckt hier wie immer im Detail. Deshalb kann es noch dauern bis eine Lösung gefunden wird. Trotzdem gehen wir davon aus, dass Peking und Washington in absehbarer Zeit ihres Konfliktes beilegen werden. Das würde für die Märkte ein paar große Brocken aus dem Weg räumen, denn im Verlauf der bisherigen Handelsstreitigkeiten haben beide Volkswirtschaften zum Teil schwer gelitten. Von daher macht es für beide Seite Sinn, möglichst bald die Zeit der offenen Auseinandersetzungen hinter sich zu lassen. Die privaten Anleger im Dow Jones und S&P 500 bleiben zumindest vorläufig positiv gestimmt, institutionelle sind eher vorsichtig. Auf der anderen Seite will sich die chinesische Regierung nicht allein auf ein Ende der Handelsstreitigkeiten verlassen. So hat Peking ein umfangreiches Konjunkturprogramm aufgelegt, um seiner Wirtschaft wieder Schwung zu geben. Das Paket hat einen Umfang von umgerechnet 370 Milliarden US-Dollar – eine Menge Geld. Es wird aber noch etwas dauern, bis sich diese Investitionen in der Realwirtschaft niederschlagen.

China: Konjunkturprogramm treibt die Kurse

Die Aktienmärkte haben auf jeden Fall schon positiv reagiert. Das hat sich auch bei unseren chinesischen Portfolio-Titeln wie Alibaba, Tencent oder auch JD.com niedergeschlagen, die zum Teil zweistellig zulegen konnten. Diese erscheinen uns deutlich günstiger bewertet als ihre FANG Pendants, auch wenn die Verbriefung in ADRs uns von weiteren Engagements zurückhalten. Ein Ende des Handelskriegs gepaart mit den Effekten aus dem Konjunkturprogramm könnte für weiteren Auftrieb in Asien sorgen.

Europa: Sorgenkinder und Konjunkturabschwächung belasten

Ganz anders sieht es in Europa aus. Hier beherrschen die Sorgenkinder das Geschehen. In Italien ist kaum ersichtlich, wie sich das Land von seinen enormen Schulden befreien will. Immerhin geht es hier kurzfristig um dreistellige Milliardenbeträge. Kein einziges Projekt der aktuellen Regierung ist bisher umgesetzt worden. Und eine Änderung ist nicht in Sicht. Und Frankreich? In Frankreich herrscht eine riesige Wut auf die Regierung von Präsident Macron. Und diese Wut sitzt in breiten Schichten der Bevölkerung tief. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als die französische Regierung vor Kurzem beschlossen hatte, das Tempolimit auf Landstraßen von 100 auf 80 Km/h zu senken, wurden innerhalb kürzester Zeit landesweit 70 Prozent aller Radarfallen zerstört. Die Wut ist also wirklich vor Ort und wächst weiter, was auch immer Macron beschließt. Es scheint, als habe er beim Volk in hohem Masse verloren. Da nutzen auch die jüngsten Geschenke in Höhe von rund 10 Milliarden Euro nichts. Das Misstrauen sitzt enorm tief. Und was den Brexit betrifft, so kann im Moment niemand sagen, was im Endeffekt passiert. Hier ändert sich die Nachrichtenlage ja fast stündlich. Doch es beschleicht einen das dumpfe Gefühl: Was auch immer im Endeffekt dabei herauskommt, es wird nicht gut! Das ist kein Umfeld, in dem wir Vollgas geben wollen. Entsprechend vorsichtig sind wir bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufgestellt, fühlen uns aber mit Werten wie Alphabet, Novo Nordisk, Croda, aber auch Metro und der dividendenstarken Freenet AG sehr wohl. Unser Mandat PRIMA – Globale Werte ist etwas offensiver ausgerichtet, auch was die Technologietitel betrifft. Global gesehen ist die Lage also gemischt. Vor allem muss einem Europa große Sorgen bereiten, weil sich hier auch die konjunkturelle Abschwächung immer mehr bemerkbar macht. Kommt es aber zu der erwarteten Lösung des Handelskonflikts zwischen Peking und Washington, kann man für exportlastigen DAX, MDAX & Co. sehr optimistisch sein – andere Probleme hin oder her. Denn sollte es so kommen, dann werden sich auch die Zahlen und Ausblicke der Unternehmen wieder verbessern. Dann sollte man entsprechend Cash haben um zukaufen zu können. Eigentümergeführte Titel mit Sicherheitsmarge haben wir zahlreiche auf unsere Einkaufsliste. Spannend bleibt die Frage für den richtigen Einstiegszeitpunkt. Vorerst sehen wir die Märkte technisch übergekauft und sind daher etwas defensiver unterwegs, auch wenn wir dafür zuletzt nicht belohnt wurden.

Börse: Gebremste Hoffnung – Der Teufel steckt im Detail | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11283005-boerse-gebremste-hoffnung-teufel-steckt-detail

Artikel von wallstreet-online | 04. Februar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung!

Das Erfreuliche zuerst: Die Aktienmärkte haben den Beginn des Jahres dazu genutzt, sich von den Verlusten des abgelaufenen Quartals etwas zu erholen. Nicht ganz unschuldig dabei ist Fed-Chef Jerome Powell, der zunächst einmal eine ausgedehnte Pause bei den Zinsanhebungen in den USA angekündigt hat. Gemäß geldpolitischem Ausschuss erwartet die Fed zwar immer noch ein solides Wachstum, will jedoch hinsichtlich weiterer Zinsschritte geduldig sein. Mit Blick auf die ökonomische Entwicklung könne sogar der Bilanzabbau gestoppt oder der Leitzins gesenkt werden, heißt es weiter. Der Markt reagierte erleichtert: Die Renditen der Staatsanleihen gaben nach, der US-Dollar schwächelte und der Dow Jones legte kurzfristig über 400 Punkte zu.

Fed hat den globalen Abschwung im Blick

Doch die Fed signalisierte damit auch noch etwas anderes: Dienten gute US-Konjunkturdaten zuvor als Anlass für Leitzinserhöhungen, so scheint dies jetzt nicht mehr auszureichen. So werden für weitere restriktive geldpolitische Maßnahmen in Zukunft wohl Inflationsrisiken dienen, die jedoch in den USA momentan überschaubar sind. Powell sieht dagegen aber auch – und das ist neu – das Risiko eines globalen Konjunkturabschwungs. Lag der bisherige Fokus der Fed einzig und allein auf der US-amerikanischen Volkswirtschaft, so scheint dies nicht mehr allein für die Fed-Politik ausschlaggebend zu sein.

Konjunkturelle Sorgen bleiben  

Und hier kommen wir auch schon zu dem weniger Erfreulichen: Wir befinden uns im aktuellen Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick in Richtung Peking, denn China ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. All dies hat aber auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar einbrach, war das unter anderem auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen. Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist zum wiederholten Male in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir eine Hängepartie, die schlimme Folgen für ganz Europa haben kann. Dazu die Rezession in Italien, wobei die hohe Schuldensituation in Italien und Frankreich nicht vergessen werden darf. Und die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Denn wenn die Briten dann nicht mehr dabei sind, könnten die „Olivenöl-Staaten“ aus Europas Süden das Zepter in Brüssel übernehmen. Dadurch werden die Risiken nicht kleiner.

Vorsichtige Ausrichtung – Reduzierung bei einigen Positionen

Deshalb sind wir im Moment auch weiterhin vorsichtig, wobei es durchaus gute Einstiegsgelegenheiten gibt, etwa bei zyklischen Unternehmen. Trotzdem halten wir in unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen rund 30 Prozent Kasse und haben den Großteil des Portfolios abgesichert. Reduziert wurden die Positionen in Metro, Plus 500, Solaredge Technologies und Telecom Italia. Komplett verkauft wurde Dialog Semiconductor. Beim PRIMA – Globale Werte sind wir dagegen etwas offensiver unterwegs. Hier wurden vor allem die Positionen in chinesischen Werten wie Tencent und JD.com ausgebaut, während Alphabet und die Mears Group reduziert und die Position in SAP aufgelöst wurde. China hat viel Luft nach oben Auf mittlere Sicht gesehen glauben wir aber, dass vor allem China noch viel Luft nach oben hat. Hier sind wir durchaus optimistisch, dass die von Peking eingeleiteten Strukturmaßnahmen in überschaubarer Zeit wirken werden. Und sollte es schlussendlich auch noch einen „Deal“ zwischen Washington und Peking geben, dann würde dies den Aktienmärkten weltweit einen regelrechten Kick nach oben geben.

Börse: Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11214333-boerse-erleichterung-ja-entwarnungL

Artikel von Fondstrends.lu | 28. Januar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Das heißt: Die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen mit dem Ziel des Vermögenserhalts und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den Kapriolen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen könnte eine neue Value-Phase begonnen haben. FondsTrends sprach dazu mit Frank Fischer, Vorstandvorsitzender (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) der Shareholder Value Management AG.

FondsTrends: Herr Fischer, am 10. Oktober 2018 schrieben Sie auf FondsTrends über „erste Anzeichen für eine Korrektur“. Das haben Sie offensichtlich absolut korrekt eingeschätzt, denn von Anfang Oktober bis Ende Dezember ging es dann auch an den US-Märkten massiv abwärts. Wie schätzen Sie aktuell die Lage ein? War das Ihrer Ansicht nach nur eine Korrektur oder droht nun gar eine längere Baisse?

Frank Fischer: Was den breiten Markt angeht bin ich skeptisch. Ich glaube, dass die hohe Volatilität bis auf Weiteres anhalten wird. Wir befinden uns im Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick nach China, denn hier ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. Aber all das hat eben auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar eingebrochen ist, war das auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen.

Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist das vierte Mal in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir nicht wirklich ein zufriedenstellendes Szenario, ebenso bei der Schuldensituation in Italien und Frankreich. Die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Alles in allem ein eher unerfreuliches Bild.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

Artikel der Börsen-Zeitung | 18. Januar 2019

Frank Fischer. CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der von Alfred Rappaport geprägte Begriff des Shareholder Value ist aus Unternehmenssicht zu Unrecht nicht immer positiv besetzt. Prominente Investoren wie Carl Icahn oder Guy Wyser-Pratte haben das öffentliche Bild vom aktivistischen Investor geprägt: Dieser ist vor allem daran interessiert, den Unternehmenswert kurzfristig und ohne Rücksicht auf Mitarbeiter und Fortbestehen zu steigern, um möglichst schnelle Erträge zu realisieren und dann zum nÌchsten ,,Investitionsobjekt‘‘ weiterzuziehen.

Freiraum für Management

Dabei handeln Aktionäre, die aktiv auf die Entwicklung eines Unternehmens einwirken, durchaus in dessen Interesse sowie in dem seiner Inhaber. Investoren, die ihre Beteiligung als unternehmerisches Engagement verstehen, sind verlässliche Partner. Als Ankeraktionäre verschaffen sie dem Management den Freiraum, um eine längerfristige Perspektive einzunehmen und die notwendigen Risiken einzugehen, wenn eine Neuausrichtung erforderlich ist. Dabei wissen sie um die Bedeutung von motivierten und verlässlichen Mitarbeitern. DasIdealbild eines Mitarbeiters ist für sie der Unternehmer im Unternehmen.

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