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Artikel von Das Anlagemagazin der Börsen Zeitung | März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Frank Fischer ist CEO und Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG. Er managt den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen.

Herr Fischer, Sie sind bekennender Anhänger des US-Investors Warren Buffett. Warum sind Sie von seiner Investmentphilosophie überzeugt?

Permanentes Lernen, das fasziniert mich an ihm. Buffett hat das Value Investing weiterentwickelt. Angefangen hat es mit der Suche nach Unternehmen mit unterbewerteten Assets, zum Beispiel Grundstücken. Buffett hat gezeigt, dass es viel besser ist, in Firmen mit Preissetzungsmacht und hohen Kapitalrenditen zu investieren, die ich wie ein Miteigentümer verstehe und deren Märkte eine halbe Ewigkeit wachsen. Dafür muss man sich mit den Geschäftsmodellen und den adressierten Märkten beschäftigen.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir verwenden drei Value-Kriterien. Das A und O ist die Sicherheitsmarge. Typischerweise streben wir einen Abschlag von 40 % zum inneren Wert an. Dafür muss man kaufen, wenn es schwerfällt, weil Panik herrscht. Wenn Euphorie da ist, muss man verkaufen. Zweitens achten wir auf die Besitzverhältnisse. Wir lieben familien- oder eigentümergeführte Firmen, weil sie die richtigen Anreize für langfristiges und nachhaltig wirtschaftliches Investieren setzen. Drittes Kriterium ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil. Wir sehen das Unternehmen als Burg, drum herum ein möglichst breiter und tiefer Burggraben in Form von Patenten, Lizenzen und Netzwerk- oder Skaleneffekten.

Gibt es weitere Punkte?

Den vierten Schritt nennen wir Mister Market. Diese Figur stammt von Benjamin Graham, dem Urvater des Value Investings. Sie steht für die Launen der Anleger. Wir haben eine Datenbank entwickelt, um die Stimmung zu ermitteln. Damit versuchen wir, die Volatilität zu verringern und permanente Kapitalverluste zu vermeiden. Hier unterscheiden wir uns von Buffett, der sich um den Markt so gut wie gar nicht kümmert.

Wie schätzen Sie die aktuelle Stimmung ein?

Wir befinden uns in einem moderaten Gier-Umfeld. Die Angst, die im vergangenen Herbst herrschte, ist abgearbeitet. Aus der Realwirtschaft kommen viele negative Signale. Die Einkaufsmanagerindizes schmieren ab. Investoren sichern sich stark ab – ein absolutes Warnsignal. Deshalb sind wir sehr vorsichtig. Unsere Aktienquote liegt bei 65 %, also unter dem langfristig angestrebten Durchschnitt von 70 %. Außerdem haben wir einen Hedge eingezogen.

Halten Sie Aktien der Buffett-Holding Berkshire Hathaway?

Immer mal wieder, aktuell aber nicht. Wir warten auf günstigere Kurse.

Was sollten Privatanleger von Buffett lernen?

Antizyklisch und langfristig zu investieren. Das Wichtigste ist, nicht zur Unzeit die Nerven zu verlieren. Wenn du in Panik bist, dich aber nicht traust, antizyklisch zu kaufen, dann verkauf wenigstens nicht, sondern halte die Schwankungen aus.

Das Interview führte Helmut Kipp





„Frank Fischer managt seit über zehn Jahren erfolgreich den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Auf einem Spaziergangberichtet er was ihn antreibt.“

>>Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten. Wichtig ist auch die Fähigkeit, sich gegen den Wind stellen zu können.<<

Lesen Sie unter folgendem Link den exklusiven Beitrag von Fonds Professionell über unseren CEO Frank Fischer – wie Herr Fischer sein Hobby zum Beruf machte.

Gegen den Wind | Autor: FONDS professionell – Vollständiger Artikel unter folgendem Link: zum Artikel

 

Für Ulf Becker, Co-CIO von Shareholder Value Management, ist der Entzug von Liquidität durch die Fed wichtiger und das größere Thema für Investoren als das Anheben der Zinsen in den USA.

„Gesprochen wird oft nur über die Zinsen und die Zinsschritte. Seit Beginn 2018 wird den Märkten monatlich $50 Milliarden entzogen. Das wirkt sich auch auf die Aktienmärkte aus und dahingehend sollten Investoren ihre Portfolios auch defensiver aufstellen“, sagt Becker in einem Investment-Call der Shareholder Value Management.

Nicht nur die Fed würde den Märkten Liquidität entziehen, sondern auch die Anleger selbst. Denn im Jahr 2017 gab es keine Alternative zu Aktien, wenn man Geld verdienen wollte. „Inzwischen ist der US-Dollar Libor auf rund 3% gestiegen und bietet zumindest auf kurzfristige Anlegen eine durchaus attraktive Alternative für Investoren. Dadurch werden auch Gelder aus dem Aktienmarkt gezogen.“

Das größte Risiko für 2019 seien neben dem Entzug der Liquidität auch der Handelskrieg. Fondsmanager gaben in einer Umfrage an, dass dieser für sie weiterhin das größte Risiko sei.

Becker erklärt: „Allerdings sind dahingehend durchaus Abnutzungserscheinungen zu sehen; man gewöhnt sich sozusagen an das Thema. Wenn man die Aussagen aus den USA betrachtet, geht das allerdings schon in Richtung ökonomischer kalter Krieg. Wenn es nur um den Handel gehen würde, hätten sich die USA und China schon längst geeinigt.“

Co-CIO von Shareholder Value: Warum die Liquidität wichtiger ist als US-Zinserhöhungen | Autor: Tim Habicht von CityWire – Vollständiger Artikel unter:
https://citywire.de/news/co-cio-von-shareholder-value-warum-liquidit%C3%A4t-wichtiger-ist-als-zinserh%C3%B6hungen/a1177767?re=60026&ea=1081505&utm_source=BulkEmail_International+Daily+Germany&utm_medium=BulkEmail_International+Daily+Germany&utm_campaign=BulkEmail_International+Daily+Germany