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Artikel von FONDS exklusiv | 11. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Noch ist es in Deutschland nur ein zartes Pflänzchen, doch immer mehr Anleger legen Wert darauf, dass ihre Geldanlage nachhaltigen Kriterien entspricht. Derzeit machen sie zwar nur knapp über drei Prozent des verwalteten Fondsvermögens aus, doch in absoluten Zahlen wird es schon etwas beeindruckender: Mehr als 300 Milliarden Euro werden heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz nachhaltig angelegt. Und das Pflänzchen wächst, blüht und gedeiht.

Wir beachten bei den von uns beratenen Fonds-Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter-Value Focus Fund und dem Frankfurter Stiftungsfonds strenge Nachhaltigkeitskriterien. Zum einen trifft dies unsere Überzeugung, denn wir wollen nicht in Unternehmen investieren, die ihr Geld mit Rüstungsgütern, Glücksspiel oder Ähnlichem verdienen. Auf der anderen Seite legen immer mehr Investoren Wert auf die Erwirtschaftung von Renditen im Einklang mit sozialen, ökologischen, kulturellen und anderen nachhaltigkeitsbezogenen Kriterien. Hinzu kommt, dass die EU-Kommission demnächst die Berücksichtigung von SDG-Kriterien (Sustainable Development Goals) bei Investitionen vorschreiben wird. Mit ihrer Initiative wollen die EU-Länder die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele vorantreiben.

UN: 17 Ziele – 169 Teilbereiche

Die von der UN beschlossenen „Sustainable Development Goals“, denen wir uns aus eigener Überzeugung verpflichtet fühlen, umfassen 17 Ziele mit insgesamt 169 Unterzielen. Dazu zählen u.a. die Beseitigung von Hunger und extremer Armut, aber auch eine bessere Bildung für alle und das Erreichen von Klimazielen. Ganz entscheidend dabei ist der Aspekt der Nachhaltigkeit, der den nachfolgenden Generationen gute Lebensverhältnisse in einem gesunden Ökosystem ermöglichen soll. Derzeit gibt es noch keine allgemein verbindlichen Nachhaltigkeitskriterien, aber die UN-Ziele gelten mittlerweile als Richtlinie für Anleger, die sich einer nachhaltigen Geldanlage verschrieben haben.

Aber: Die Überprüfung aller Unternehmen weltweit in Bezug auf die Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien ist genauso schwierig wie aufwendig und alleine nicht allein zu leisten. So wuchs im Laufe der Zeit die Notwendigkeit, alle Kriterien und die dahinterstehenden Prozesse zu strukturieren. In Anlehnung an den „Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage der Evangelischen Kirche in Deutschland“ haben wir deshalb schon 2013 mit dem Research-Anbieter Sustainalytics einen Katalog von Ausschlusskriterien entwickelt, der mittlerweile für alle Fonds-Mandate verbindlich ist. Damit wurden wir zum einen den Anforderungen von speziellen Zielgruppen der Fonds gerecht, zum anderen spielen diese Kriterien seitdem aber auch im Rahmen unseres Risikomanagements eine wesentliche Rolle.

Verstärkte Investition in Nachhaltigkeitsmärkte

Gleichzeitig zeigen die UN-Nachhaltigkeitsziele aber auch den Unternehmen, wo in Zukunft hoher Bedarf und ein Markt entsteht, in den es sich lohnt zu investieren. Entsprechend forschen sie auf Gebieten, die den UN-Zielen gerecht werden. Als Beispiele aus unseren Portfolien können hier EDP Renewables, TPI Composites und Ryman Healthcare dienen. Die portugiesische EDPR setzt ganz auf alternative Energie mit Schwerpunkt Windkraft. TPI Composites entwickelt Rotorblätter für Windturbinen, und Ryman Healthcare baut und betreibt Alterswohnheime in Neuseeland und Australien. Auf diese Weise investieren wir in Zukunftsthemen, die der Performance der Fonds auf Dauer zu Gute kommen.

„Die Geldanlage in Investmentfonds ist von Anlegerseite her immer mit hohen Erwartungen verknüpft: Ist mein Geld sicher angelegt? Kann das Management die – Erwartung in Bezug auf eine gute Rendite erfüllen? Wie geht das Management überhaupt vor? Und „last but not least“: Wie verantwortungsvoll wird mit meinem Geld umgegangen? Wir von der Shareholder Value Management AG hoffen, all diesen Fragen mit positiven Ergebnissen Rechnung zu tragen.“

Die vier Prinzipien des Value-Investing

Als eigentümergeführter Frankfurter Investment Spezialist mit Fokus auf Value-Aktien berät unser Haus mehrere Fonds und unterstützt Mandate mit einem Gesamtvolumen von gut 3,3 Mrd. Euro. Dazu gehören etwa der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und der neue Frankfurter Stiftungsfonds. Unsere Anlagestrategie richtet sich ganz nach den bewährten Prinzipien des Value-Investing, dessen Urvater Benjamin Graham ist und das in Perfektion vom berühmten Value-Investor Warren Buffett verkörpert und umgesetzt wird. Um das Ziel zu erreichen, den permanenten Kapitalverlust zu vermeiden und gleichzeitig eine dauerhaft überdurchschnittliche Rendite zu gewährleisten, folgen wir konsequent den vier Prinzipien des Value-Investing. Dazu gehört die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Titel mit Sicherheitsmarge zum Zeitpunkt des Kaufs einer Aktie. Wir bevorzugen dabei eigentümergeführte Unternehmen. Denn das Management legt den Fokus auf das Interesse des Unternehmens und der Anteilseigner, und hat weniger seinen Bonus oder seinen Karriereplan im Sinn. Als
weiteres Kriterium ist uns bei der Auswahl der Aktien wichtig, dass die Unternehmen einen wirtschaftlichen Burggraben („Economic Moat“) um ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben, der sie durch strukturelle Wettbewerbsvorteile so gut wie möglich vor Konkurrenz schützt. Das „Value-Investing“ geht davon aus, dass am Kapitalmarkt temporäre Ineffizienzen bestehen.

Es muss also Unternehmen geben, die an der Börse „unter Wert“ gehandelt werden. Ziel der Strategie ist es, solche Unternehmen zu identifizieren, die zudem über einen Eigentümer und einen starken Wettbewerbsvorteil verfügen, um diese dann mit einer Sicherheitsmarge zu kaufen. Das vierte Prinzip des „Mr. Market“, die Psychologie der Börse, ist die einzigartige Weiterentwicklung der akademischen Lehre in Richtung Verhaltensökonomie. Denn Börsen neigen immer wieder zu Übertreibungen, nach oben wie nach unten. Angst und Gier herrschen an den
Kapitalmärkten und nicht die Ratio. Wenn die Börsen abwärts gehen, wollen wir nicht dabei sein, gleichzeitig aber unterbewertete Titel einsammeln, wenn andere Anleger die Angst überkommt. Übertreiben die Märkte auf der anderen Seite nach oben, steigen wir lieber etwas früher aus, frei nach dem Motto: „Lieber den Fuß zu früh auf der Bremse und die Party vor dem letzten Drink verlassen. Denn der bereitet am nächsten Tag bekanntlich die größten Kopfschmerzen.“ Dies ermöglicht es, ein diszipliniertes Risikomanagement sowohl für Einzeltitel als auch für das Gesamtportfolio anzuwenden. Daraus ergibt sich eine Investmentphilosophie mit einem vermögensverwaltenden Ansatz, der, aufbauend auf der Verhaltensökonomie, aktives Management der Cashquote und Absicherungsstrategien zur Steuerung des Aktienrisikos nutzt. Denn über allem steht die goldene Regel: Verliere auf Dauer kein Geld!

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Lesen Sie den vollständigen Beitrag „Value-Aktien als nachhaltige Renditequelle“ unter folgendem Link:
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