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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 10. Februar 2020 | www.shareholdervalue.de

„Mr. Market“ ist ein launischer Geselle. Mal ist er himmelhoch jauchend, mal zu Tode betrübt. Wie schnell die Stimmung an den Börsen kippen kann, konnte man in den letzten Wochen wieder beobachten. Zum einen hat die Situation in China rund um den Corona-Virus auf den Märkten gelastet. Dann haben aber die Tatsache, dass China im Handelsstreit mit den USA Strafzölle erlässt und eine Flut überwiegend guter Geschäftsberichte dafür gesorgt, dass die Stimmung wieder nach oben drehte. Die Rekordlaune der Anleger war zurück. Als dann aber die Nachricht kam, dass sich die Zahl der Corona-Infizierten noch immer stark erhöht, war es mit der guten Stimmung vorbei. Die Kurse sackten erneut ab.

Peking handelt entschlossen gegen die Krise

Was uns in diesem Zusammenhang aber optimistisch stimmt, ist die Entschlossenheit, mit der sich Peking gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise stemmt. Umgerechnet gut 240 Milliarden US-Dollar wird die chinesische Regierung als Stimulus in den Markt pumpen. Und es hat den Eindruck: Wenn es mehr sein muss, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, dann wird noch mehr investiert. Das stimmt uns optimistisch, dass die wirtschaftlichen Probleme im Land hoffentlich nicht von Dauer sein werden, auch wenn es temporär einen Dämpfer für das globale Wachstum geben wird. Der wird allerdings vom Geld der Notenbank weggebügelt.

Volatilität – ein Geschenk der Märkte

Die Situation der letzten Wochen zeigt aber auch: Die Volatilität ist wieder zurück! Die Kurse schwanken zum Teil sehr stark, was manchem Anleger Schweißperlen auf die Stirn treibt. Wir sehen darin aber etwas Positives, fast schon so etwas wie ein Geschenk.

Denn in solchen Marktphasen sollte man sich immer wieder mit dem Gedanken auseinandersetzen: Warum habe ich in diese oder jene Aktie investiert? Unser Credo lautet: Wir beteiligen uns unternehmerisch. Wir sind damit Teil einer Firma. Und die Sicherheit, dass wir wissen, dass dort ein richtig gutes Produkt, oder eine richtig gute Dienstleistung angeboten wird, und eine Familie oder ein Eigentümer für uns die Firma weiterentwickelt, das hilft, mit Angstsituationen entspannter umzugehen und die Volatilität als Chance zu begreifen. Denn gerade in Phasen, in denen an der Börse Ausverkaufspreise dominieren, sollte man dies wie einen Winterschlussverkauf betrachten. Dies könnte etwa schon bald bei Werten von Luxusartikelherstellern wie Louis Vuitton oder auch Kering passieren, die aufgrund der Verunsicherung der chinesischen Verbraucher durch eine schwierige Phase gehen. Hier könnten sich demnächst günstige Einstiegskurse zeigen. Dabei wird aber nicht gezockt, sondern genau das Gegenteil: Man kauft ein Unternehmen, bzw. ein Teil eines guten Unternehmens zu einem günstigen Preis. Dann kann man sich auf die Erträge freuen, die in Zukunft kommen.

Bewertung und Sicherheitsmarge

Man braucht auf der anderen Seite aber auch eine klare Vorstellung zum Wert eines Unternehmens. Dazu schauen wir uns die Cashflows eines Unternehmens an und berechnen, wie hoch der Wert der ganzen Firma ist. Erst dann kann man mit einer Sicherheitsmarge agieren. Danach muss man nur geduldig warten, bis der Markt dies realisiert und eine Höherbewertung erfolgt. Das bringt dann den Kursgewinn. Bis dahin wird man im Idealfall mit einer Prämie in Form einer guten Dividende belohnt. Natürlich gelingt es in den aller wenigsten Fällen zum Tiefstkurs einzukaufen. Aber man kann gewiss sein, dass man mit einer Sicherheitsmarge die Aktie erworben hat. Danach kann man dann dem Motto von „Winnie the Pooh“ folgen: „Unterschätze nie den Wert des Nichtstuns!“

Das Shareholder Value „Mr. Market Cockpit“

Doch „nichts tun“ ist bei der derzeitigen Lange an den Börsen nicht angesagt. Denn mittelfristig zeigt unser „Mr. Market Cockpit“, das Frühindikatoren zusammenführt und für jeden Anleger auf unserer Webseite nachvollziehbar ist (https://shareholdervalue.de/mm/), erste Zeichen einer Eintrübung. So sind die Preise für Kupfer, Öl und Gas zuletzt deutlich runtergekommen, was möglicherweise zu Verwerfungen an den Märkten führt. Und dass die Probleme im Nahen und Mittleren Ost rund um den Iran und Israel, und die Gefahr, dass die amerikanische Notenbank FED den Märkten Liquidität entzieht, derzeit von den Coronavirus-Schlagzeiten aus den Nachrichten verdrängt worden sind heißt nicht, dass sie nicht schon sehr bald wieder in den Fokus der Investoren gelangen können.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 20. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Die Börse jubelt. Zumindest die Wallstreet lässt bisher noch keine Schwäche erkennen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat sich vorerst entschärft. Und schon lassen die Anleger ihrem Optimismus wieder freien Lauf.

Doch wie man an anderen Börsenplätzen sehen kann. Von „Friede, Freude, Eierkuchen“ kann noch keine Rede sein. Sie zeigen sich uneinheitlich, denn nach der Krise ist vor der Krise. Schon stehen wieder Konjunktursorgen im Vordergrund des Interesses, der Nahost-Konflikt schwelt weiter und wie sich die aktuelle Berichtssaison entwickelt, ist auch noch nicht absehbar.

Auch wir sind grundsätzlich positiv für die Entwicklung an den Börsen eingestellt, sehen für die nahe bis mittlere Zukunft aber eine erhöhte Volatilität auf die Anleger zukommen. Deshalb versuchen wir uns von den tagespolitischen Ereignissen etwas abzukoppeln und setzen auf „Qualitätsaktien“.

Was sind für uns Qualitätsaktien? Das sind Titel von Unternehmen, die von ihren Gründern als Ankeraktionäre lange begleitet werden, die nicht auf den Tag oder die Woche, sondern auf die Zukunft hin ausgerichtet sind. Es sind Unternehmen, die nicht unbedingt ein spektakuläres, sondern ein konsistentes Umsatz- und Gewinnwachstum zeigten und dies über Jahren hin – und nicht nur für ein paar Quartale – unter Beweis gestellt haben.

Um diese Titel zu finden, muss man lange suchen. Doch es gibt sie auf der ganzen Welt. Hier drei Beispiele aus den USA, Großbritannien und aus Neuseeland, die prominent in unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter Value Focus Fund oder auch dem PRIMA – Globale Werte vertreten sind:

Beispiel 1: Alphabet

Das bekannteste Unternehmen ist Alphabet. Die Google-Mutter ist ein Paradebeispiel für eine Qualitätsaktie. Die beiden Gründer Sergey Brin und Larry Page sind zwar nicht mehr in vorderster Front tätig, sondern haben sich in den Verwaltungsrat zurückgezogen. Das bedeutet aber nicht, dass sie ihren Einfluss verloren haben. Sie halten zwar „nur“ noch 11,9 Prozent der Aktien, verfügen mit 52 Prozent aber zusammen über die Stimmrechtsmehrheit. Ohne sie geht also nichts im Konzern. Dass die Google-Suchmaschine eine Milliarden-Cashcow ist, ist für absehbare Zeit unbestritten. Das Wachstum ist ungebrochen. Dieses Geld wird aber nicht einfach auf die hohe Kante gelegt, sondern in die Zukunft investiert. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Cloudlösungen und ähnliche Projekte zielen darauf ab, das Unternehmen auch weiterhin an der Weltspitze zu halten.

Beispiel 2: Diploma PLC

Ein anderes Beispiel kommt aus Großbritannien: Diploma PLC. Das Unternehmen vertreibt Nischenkomponenten in Nordamerika, Europa und Australien. Der Fokus liegt dabei auf Komponenten für den Med-Tech-Bereich, sowie industrielle Ersatzkomponenten und High-Tech Kabel für die Luft- und Raumfahrt. Diploma ist einer der wenigen Anbieter dieser Produkte, und verfügt über hervorragende technische Kenntnisse und Leistungen, um die Produkte auf den entsprechenden Märkten zu vertreiben. CEO Johnny Thomson leitet das Unternehmen in zweiter Generation und ist geschäftsführender Inhaber. Er sorgte wie schon sein Vater dafür, dass Diploma seit Jahren konsistent beim Umsatz- wie auch auf der Gewinnseite gewachsen ist. Der Konzern setzt sich dabei keine unrealistischen Ziele, sondern nur solche, die es auch erreichen und erfüllen kann. Das ist wichtig für uns als Investoren und macht das Unternehmen berechenbar.

Beispiel 3: Ryman Heathcare

Und last but not least ein Blick nach Neuseeland und hier speziell auf Ryman Healthcare. Ryman entwickelt und betreibt Senioren-Residenzen für betreutes Wohnen und Intensivpflege bis zur Demenzbetreuung in Neuseeland und Australien. Die Bewohner zahlen für das lebenslange Wohnrecht, und wiederkehrend für das Management der Residenzen und die Pflege. Ryman besitzt 30 Anlagen in Neuseeland, sowie eine erste in Melbourne. In Australien sind 14 weitere in Planung. Und auch andere Staaten im asiatischen Raum hat das Unternehmen bereits fest im Blick. Dass sich das Unternehmen eine solche Expansion leisten kann, zeigt die Gewinnentwicklung, die bisher bei jährlich 15 Prozent lag.

Mitgründer und Vorstandschef Kevin Hickmann ist mit 7 Prozent weiterhin der größte Einzelaktionär. Seit 1984 kümmert er sich um die mittlerweile rund 4500 Mitarbeiter sowie das Wohl der über 10.000 Bewohner in den Ryman-Residenzen. Dabei schaut er bei der Entwicklung des Unternehmens „mindestens 10 bis 15 Jahre in die Zukunft“, wie er immer wieder betont. Auch eine Qualität, die wir zu schätzen wissen.





Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 06. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.





Artikel von wallstreet-online | 18. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten

Um antizyklisch zu Investieren bedarf es guter Nerven und Geduld. Für antizyklisches Investieren in Small- und Mid Caps gilt dies sogar in noch höherem Maße. Aber: Bedarf es dafür auch Mut? Nein, ganz im Gegenteil! Es bedarf nur eines längeren Anlagehorizonts – und eines klaren Verstands. Denn langfristig erzielen Small Caps eine klare Outperformance gegenüber Large Caps. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre in den USA. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine kumulierte Rendite von 113 Prozent. Beim Russel Large Cap-Index waren es hingegen nur 46 Prozent. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind.

 
Small Caps sind performancestark, aber auch konjunkturabhängig
 
Aber – und das soll nicht verschwiegen werden – Small Caps sind in der Regel konjunkturabhängiger und damit einer höheren Schwankungsbreite ausgesetzt als Large Caps. Doch genau hier setzt das antizyklische Investieren an. Für uns als Value-Investoren ist ein Szenario, wie wir es derzeit an den Märkten sehen, geradezu ideal. Die weltweite Konjunktur schwächelt, dazu der Handelskrieg zwischen China und den USA, das Chaos um den Brexit. Die Märkte sind volatil, die Kurse geben nach – für uns die beste Zeit, genau jetzt die Aktien zu analysieren und zu identifizieren, die ein gesundes und nachhaltiges Geschäftsmodell haben, dabei über eine gewisse Preissetzungsmacht verfügen und im Idealfall auch noch von einem Eigentümer geführt werden, der mit Leib und Seele „sein“ Unternehmen durch die Krise führt. Wie nennen das: „Er hat ‚Skin in the Game‘!“ Entsprechend haben wir den Frankfurter – Value Focus Fund R aufgesetzt, der seit Beginn des Jahres jetzt auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen wurde. Mein Kollege Ronny Ruchay sucht mit unserem Team von Analysten genau in diesen Phasen, in denen andere Anleger die Finger von Small- und Mid Cap-Unternehmen lassen, nach unterbewerteten Aktien, die vom Markt mit nach unten gespült werden. Einfache Regeln des Value-Investing Dabei gelten einfache Regeln: Die Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten economic Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Und dann der Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Beispiele sind hier Grenke, Bechtle oder auch Nemetschek. Leider scheitern die Unternehmen oft am abschließenden Test: Die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Kurs kann man die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Wert muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge zum Preis an der Börse erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Kaufpreis ist allesentscheidend.
 
Aber in konjunkturellen Abkühlungsphasen, wie wir sie derzeit an den Märkten erleben, sind die Chancen groß, gute Unternehmen zu günstigen Preisen zu erwerben. Deshalb haben wir auch eine umfangreiche Liste von Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.
 
Der Anlagehorizont ist entscheidend
 
Muss man dafür hohe Risiken eingehen? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel hat man dafür bezahlt. Dabei sind Kursschwankungen sogar eine gute Chance, sich in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser 10 Jahre Geduld mitbringen, werden eine gewisse Volatilität aushalten können. Dann haben Sie aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben zudem den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten wenig Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist die Chance, echte Perlen im Markt zu finden.

Börse: Risiko ist relativ – Small Caps in unruhigen Zeiten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11315880-boerse-risiko-relativ-small-caps-unruhigen-zeiten

Artikel von wallstreet-online | 04. März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Die Hoffnungen vieler Investoren haben jüngst ein paar Dämpfer bekommen. Hatten einige Marktteilnehmer zuletzt auf ein schnelles Ende des Handelsstreit zwischen den USA und China gesetzt, so wurden diese Hoffnungen vom amerikanischen Handelsbeauftragten und ex Wallstreet Anwalt Robert Lighthizer erst einmal gebremst. Man sei zwar in den Gesprächen gut vorangekommen, aber Washington will sicherstellen, dass Peking seine Versprechen, die es in den Verhandlungen gemacht hat, auch hält. Man sucht ein Prozedere, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu überprüfen. Der Teufel steckt hier wie immer im Detail. Deshalb kann es noch dauern bis eine Lösung gefunden wird. Trotzdem gehen wir davon aus, dass Peking und Washington in absehbarer Zeit ihres Konfliktes beilegen werden. Das würde für die Märkte ein paar große Brocken aus dem Weg räumen, denn im Verlauf der bisherigen Handelsstreitigkeiten haben beide Volkswirtschaften zum Teil schwer gelitten. Von daher macht es für beide Seite Sinn, möglichst bald die Zeit der offenen Auseinandersetzungen hinter sich zu lassen. Die privaten Anleger im Dow Jones und S&P 500 bleiben zumindest vorläufig positiv gestimmt, institutionelle sind eher vorsichtig. Auf der anderen Seite will sich die chinesische Regierung nicht allein auf ein Ende der Handelsstreitigkeiten verlassen. So hat Peking ein umfangreiches Konjunkturprogramm aufgelegt, um seiner Wirtschaft wieder Schwung zu geben. Das Paket hat einen Umfang von umgerechnet 370 Milliarden US-Dollar – eine Menge Geld. Es wird aber noch etwas dauern, bis sich diese Investitionen in der Realwirtschaft niederschlagen.

China: Konjunkturprogramm treibt die Kurse

Die Aktienmärkte haben auf jeden Fall schon positiv reagiert. Das hat sich auch bei unseren chinesischen Portfolio-Titeln wie Alibaba, Tencent oder auch JD.com niedergeschlagen, die zum Teil zweistellig zulegen konnten. Diese erscheinen uns deutlich günstiger bewertet als ihre FANG Pendants, auch wenn die Verbriefung in ADRs uns von weiteren Engagements zurückhalten. Ein Ende des Handelskriegs gepaart mit den Effekten aus dem Konjunkturprogramm könnte für weiteren Auftrieb in Asien sorgen.

Europa: Sorgenkinder und Konjunkturabschwächung belasten

Ganz anders sieht es in Europa aus. Hier beherrschen die Sorgenkinder das Geschehen. In Italien ist kaum ersichtlich, wie sich das Land von seinen enormen Schulden befreien will. Immerhin geht es hier kurzfristig um dreistellige Milliardenbeträge. Kein einziges Projekt der aktuellen Regierung ist bisher umgesetzt worden. Und eine Änderung ist nicht in Sicht. Und Frankreich? In Frankreich herrscht eine riesige Wut auf die Regierung von Präsident Macron. Und diese Wut sitzt in breiten Schichten der Bevölkerung tief. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als die französische Regierung vor Kurzem beschlossen hatte, das Tempolimit auf Landstraßen von 100 auf 80 Km/h zu senken, wurden innerhalb kürzester Zeit landesweit 70 Prozent aller Radarfallen zerstört. Die Wut ist also wirklich vor Ort und wächst weiter, was auch immer Macron beschließt. Es scheint, als habe er beim Volk in hohem Masse verloren. Da nutzen auch die jüngsten Geschenke in Höhe von rund 10 Milliarden Euro nichts. Das Misstrauen sitzt enorm tief. Und was den Brexit betrifft, so kann im Moment niemand sagen, was im Endeffekt passiert. Hier ändert sich die Nachrichtenlage ja fast stündlich. Doch es beschleicht einen das dumpfe Gefühl: Was auch immer im Endeffekt dabei herauskommt, es wird nicht gut! Das ist kein Umfeld, in dem wir Vollgas geben wollen. Entsprechend vorsichtig sind wir bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufgestellt, fühlen uns aber mit Werten wie Alphabet, Novo Nordisk, Croda, aber auch Metro und der dividendenstarken Freenet AG sehr wohl. Unser Mandat PRIMA – Globale Werte ist etwas offensiver ausgerichtet, auch was die Technologietitel betrifft. Global gesehen ist die Lage also gemischt. Vor allem muss einem Europa große Sorgen bereiten, weil sich hier auch die konjunkturelle Abschwächung immer mehr bemerkbar macht. Kommt es aber zu der erwarteten Lösung des Handelskonflikts zwischen Peking und Washington, kann man für exportlastigen DAX, MDAX & Co. sehr optimistisch sein – andere Probleme hin oder her. Denn sollte es so kommen, dann werden sich auch die Zahlen und Ausblicke der Unternehmen wieder verbessern. Dann sollte man entsprechend Cash haben um zukaufen zu können. Eigentümergeführte Titel mit Sicherheitsmarge haben wir zahlreiche auf unsere Einkaufsliste. Spannend bleibt die Frage für den richtigen Einstiegszeitpunkt. Vorerst sehen wir die Märkte technisch übergekauft und sind daher etwas defensiver unterwegs, auch wenn wir dafür zuletzt nicht belohnt wurden.

Börse: Gebremste Hoffnung – Der Teufel steckt im Detail | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11283005-boerse-gebremste-hoffnung-teufel-steckt-detail

Artikel von wallstreet-online | 04. Februar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung!

Das Erfreuliche zuerst: Die Aktienmärkte haben den Beginn des Jahres dazu genutzt, sich von den Verlusten des abgelaufenen Quartals etwas zu erholen. Nicht ganz unschuldig dabei ist Fed-Chef Jerome Powell, der zunächst einmal eine ausgedehnte Pause bei den Zinsanhebungen in den USA angekündigt hat. Gemäß geldpolitischem Ausschuss erwartet die Fed zwar immer noch ein solides Wachstum, will jedoch hinsichtlich weiterer Zinsschritte geduldig sein. Mit Blick auf die ökonomische Entwicklung könne sogar der Bilanzabbau gestoppt oder der Leitzins gesenkt werden, heißt es weiter. Der Markt reagierte erleichtert: Die Renditen der Staatsanleihen gaben nach, der US-Dollar schwächelte und der Dow Jones legte kurzfristig über 400 Punkte zu.

Fed hat den globalen Abschwung im Blick

Doch die Fed signalisierte damit auch noch etwas anderes: Dienten gute US-Konjunkturdaten zuvor als Anlass für Leitzinserhöhungen, so scheint dies jetzt nicht mehr auszureichen. So werden für weitere restriktive geldpolitische Maßnahmen in Zukunft wohl Inflationsrisiken dienen, die jedoch in den USA momentan überschaubar sind. Powell sieht dagegen aber auch – und das ist neu – das Risiko eines globalen Konjunkturabschwungs. Lag der bisherige Fokus der Fed einzig und allein auf der US-amerikanischen Volkswirtschaft, so scheint dies nicht mehr allein für die Fed-Politik ausschlaggebend zu sein.

Konjunkturelle Sorgen bleiben  

Und hier kommen wir auch schon zu dem weniger Erfreulichen: Wir befinden uns im aktuellen Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick in Richtung Peking, denn China ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. All dies hat aber auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar einbrach, war das unter anderem auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen. Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist zum wiederholten Male in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir eine Hängepartie, die schlimme Folgen für ganz Europa haben kann. Dazu die Rezession in Italien, wobei die hohe Schuldensituation in Italien und Frankreich nicht vergessen werden darf. Und die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Denn wenn die Briten dann nicht mehr dabei sind, könnten die „Olivenöl-Staaten“ aus Europas Süden das Zepter in Brüssel übernehmen. Dadurch werden die Risiken nicht kleiner.

Vorsichtige Ausrichtung – Reduzierung bei einigen Positionen

Deshalb sind wir im Moment auch weiterhin vorsichtig, wobei es durchaus gute Einstiegsgelegenheiten gibt, etwa bei zyklischen Unternehmen. Trotzdem halten wir in unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen rund 30 Prozent Kasse und haben den Großteil des Portfolios abgesichert. Reduziert wurden die Positionen in Metro, Plus 500, Solaredge Technologies und Telecom Italia. Komplett verkauft wurde Dialog Semiconductor. Beim PRIMA – Globale Werte sind wir dagegen etwas offensiver unterwegs. Hier wurden vor allem die Positionen in chinesischen Werten wie Tencent und JD.com ausgebaut, während Alphabet und die Mears Group reduziert und die Position in SAP aufgelöst wurde. China hat viel Luft nach oben Auf mittlere Sicht gesehen glauben wir aber, dass vor allem China noch viel Luft nach oben hat. Hier sind wir durchaus optimistisch, dass die von Peking eingeleiteten Strukturmaßnahmen in überschaubarer Zeit wirken werden. Und sollte es schlussendlich auch noch einen „Deal“ zwischen Washington und Peking geben, dann würde dies den Aktienmärkten weltweit einen regelrechten Kick nach oben geben.

Börse: Erleichterung ja, aber noch keine Entwarnung! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11214333-boerse-erleichterung-ja-entwarnungL

Artikel von Fondstrends.lu | 28. Januar 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Das heißt: Die antizyklische Kapitalanlage in unterbewertete Unternehmen mit dem Ziel des Vermögenserhalts und -zuwachs unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes. Nach den Kapriolen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen könnte eine neue Value-Phase begonnen haben. FondsTrends sprach dazu mit Frank Fischer, Vorstandvorsitzender (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) der Shareholder Value Management AG.

FondsTrends: Herr Fischer, am 10. Oktober 2018 schrieben Sie auf FondsTrends über „erste Anzeichen für eine Korrektur“. Das haben Sie offensichtlich absolut korrekt eingeschätzt, denn von Anfang Oktober bis Ende Dezember ging es dann auch an den US-Märkten massiv abwärts. Wie schätzen Sie aktuell die Lage ein? War das Ihrer Ansicht nach nur eine Korrektur oder droht nun gar eine längere Baisse?

Frank Fischer: Was den breiten Markt angeht bin ich skeptisch. Ich glaube, dass die hohe Volatilität bis auf Weiteres anhalten wird. Wir befinden uns im Konjunkturzyklus in einem Abwärtstrend. Dabei geht ein sorgenvoller Blick nach China, denn hier ist einer der Dreh und-Angelpunkte für die Weltwirtschaft. Der Handelskonflikt mit den USA macht sich negativ in der chinesischen Konjunktur bemerkbar. Hinzu kommen sicherlich auch noch ein paar hausgemachte Themen, denn die Chinesen sind gerade auch dabei, ihre Wirtschaft umzubauen. Aber all das hat eben auch globale Auswirkungen. Als die Apple-Aktie Anfang Januar eingebrochen ist, war das auch auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen.

Gleichzeitig trübt sich das Bild in Deutschland und Europa weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist das vierte Mal in Folge gesunken. Hier spielen natürlich auch die spezifisch europäischen Faktoren eine Rolle. Beim Brexit sehen wir nicht wirklich ein zufriedenstellendes Szenario, ebenso bei der Schuldensituation in Italien und Frankreich. Die Europa-Wahl im Mai dürfte für weitere politische Unruhe sorgen. Alles in allem ein eher unerfreuliches Bild.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

Artikel der Börsen-Zeitung | 18. Januar 2019

Frank Fischer. CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Der von Alfred Rappaport geprägte Begriff des Shareholder Value ist aus Unternehmenssicht zu Unrecht nicht immer positiv besetzt. Prominente Investoren wie Carl Icahn oder Guy Wyser-Pratte haben das öffentliche Bild vom aktivistischen Investor geprägt: Dieser ist vor allem daran interessiert, den Unternehmenswert kurzfristig und ohne Rücksicht auf Mitarbeiter und Fortbestehen zu steigern, um möglichst schnelle Erträge zu realisieren und dann zum nÌchsten ,,Investitionsobjekt‘‘ weiterzuziehen.

Freiraum für Management

Dabei handeln Aktionäre, die aktiv auf die Entwicklung eines Unternehmens einwirken, durchaus in dessen Interesse sowie in dem seiner Inhaber. Investoren, die ihre Beteiligung als unternehmerisches Engagement verstehen, sind verlässliche Partner. Als Ankeraktionäre verschaffen sie dem Management den Freiraum, um eine längerfristige Perspektive einzunehmen und die notwendigen Risiken einzugehen, wenn eine Neuausrichtung erforderlich ist. Dabei wissen sie um die Bedeutung von motivierten und verlässlichen Mitarbeitern. DasIdealbild eines Mitarbeiters ist für sie der Unternehmer im Unternehmen.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel.

Interview mit e-fundresearch.com | 18. Januar 2019

Frank Fischer. CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Worauf Star-Fondsmanager Frank Fischer im aktuellen Konjunkturumfeld achtet, was ihn am Kapitalmarktjahr 2018 besonders überraschte und warum es vor einer Trendwende an den Märkten noch deutlich weiter abwärts gehen könnte, diskutierte der Shareholder Value Management CEO & CIO im Interview mit e-fundresearch.com.

e-fundresearch.com: Von anfänglicher Euphorie bis hin zum „bösen Erwachen“ im vierten Quartal – das letzte Jahr wird vielen Investoren als besondere Herausforderung in Erinnerung bleiben. Worin bestanden Ihrer Meinung nach die größten Überraschungen und welche Lehren haben Sie für sich aus dem Kapitalmarktjahr 2018 gezogen?

Frank Fischer: Für uns war die größte negative Überraschung im vergangenen Jahr die besondere Schwäche der europäischen Aktienmärkte. Die Aussichten zum Jahreswechsel 2017/2018 waren deutlich besser. Doch im Jahresverlauf haben die politischen Sorgen überwogen, von denen uns die meisten leider weiterhin erhalten bleiben: Der ungelöste Brexit und seine Folgen, der Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien und über allem die sich abschwächende Konjunktur.

e-fundresearch.com: Licht & Schatten: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer im vergangenen Jahr erzielten relativen Performance? Welche Positionierungen haben sich rückblickend gesehen als besonders positiv beziehungsweise belastend erwiesen?

Frank Fischer: Wir haben aufgrund unseres Investmentansatzes einen starken Fokus auf Nebenwerte und Value-Titel. Das war im vergangene Jahr eine Belastung, denn beide Segmente sind nicht gut gelaufen. Wir sind zwar schon sehr früh davon ausgegangen, dass die Hausse der Aktienmärkte nicht ewig weitergehen würde und haben unsere Portfolios entsprechend abgesichert. Das war grundsätzlich richtig, aber in einigen Phasen vielleicht zu früh. Die meisten Unternehmen in unseren Fonds haben letztes Jahr an inneren Wert zugelegt, auch wenn die Börse aktuell niedrigere Preise aufruft. Die Sicherheitsmarge ist also größer geworden. 

e-fundresearch.com: Angezogene Handbremse oder kontrollierte Offensive: Mit welcher Positionierung sind Sie in das neue Jahr gestartet und in welchem Ausmaß haben Sie die Kursverluste der vergangenen Wochen bereits für Portfolioumschichtungen oder Nachkäufe genutzt?

Frank Fischer: Wir sind zum Jahresanfang sehr selektiv unterwegs. Zwar gibt es durchaus gute Einstiegsgelegenheiten, denn konjunktursensible Werte und Unternehmen, die temporäre Probleme haben, wurden schon enorm bestraft. Aber der Konjunkturzyklus macht uns Sorgen, denn wir sind in einem deutlichen Abwärtstrend und die Impulse von Politik und Notenbanken sind zu schwach, um das zu stoppen. Vor einer Trendwende kann es unter Umständen noch deutlich weiter abwärts gehen. Deshalb bleiben wir defensiv. Aber wenn der Pessimismus und die Skepsis unter den Anlegern zunehmen, dann kann das Jahr durchaus positive Überraschungen bieten.

e-fundresearch.comEin struktureller Trend, der auch 2018 nicht zum Erliegen kam, ist die zunehmende Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei Investmententscheidungen. In welchem Ausmaß trägt Ihre Investmentphilosophie und Ihr Prozess dieser Entwicklung Rechnung?

Frank Fischer: Wir bei Shareholder Value Management verstehen uns als Miteigentümer der Unternehmen in die wir investieren. Für uns ist wichtig, dass die Interessen von Unternehmensführung und Eigentümern deckungsgleich sind. Von daher spielen Governance-Aspekte bei der Titelauswahl für uns eine große Rolle und wir arbeiten in den Unternehmen auch aktiv daran, diese zu verbessern. Daneben haben wir für einige kontroverse Geschäftsfelder wie geächtete Waffen strikte Ausschlusskriterien. Bei anderen Themen wie Kernenergie oder Spirituosen gelten Beschränkungen, sie dürfen 10 Prozent des Gesamtumsatzes nicht überschreiten, sonst investieren wir nicht in dem Unternehmen.

e-fundresearch.com: Von den weiterhin ungelösten Handelsstreitigkeiten, dem bevorstehenden Brexit bis hin zu einer nachlassenden Wirtschaftswachstumsdynamik und vermehrt auftretenden Gewinnwarnungen: Auf welches Kapitalmarktumfeld sollten sich Investoren 2019 einstellen und welche Entwicklungen werden Sie in Ihrer Rolle als Marktteilnehmer besonders genau im Fokus behalten?

Frank Fischer: Vieles spricht dafür, dass 2019 ein Jahr mit hoher Volatilität werden wird. Das größte Sorgenkind bleibt China. Der Einbruch der Apple-Aktie Anfang Januar war unter anderem auf das schwächelnde China-Geschäft zurückzuführen. Hier machen sich die konjunkturellen Bremsspuren, auch durch den Handelskonflikt, bemerkbar. Eine Entwicklung, die an den sinkenden Umsätzen von diskretionären Konsumgütern wie Autos und eben Smartphones abzulesen ist. Das wird auch noch andere Unternehmen betreffen.

Zudem verschlechtern sich in Deutschland und Europa die Erwartungen der Unternehmen weiter: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist jetzt schon viermal hintereinander gesunken. Erstaunlich ist, dass die OECD eigentlich von einem Wachstum der Weltwirtschaft um 3,7 Prozent ausgeht. Diese Diskrepanz zwischen soliden Wachstumsaussichten und der zunehmenden Verunsicherung lässt sich am ehesten mit den anhaltenden Gefahren erklären, die die Weltwirtschaft bedrohen. Für die deutsche Wirtschaft spielen weiterhin europäische Faktoren wie der Brexit, die Europa-Wahl im Mai oder die Schuldensituation in Italien und Frankreich eine Rolle. Vor diesem Hintergrund dürfte 2019 eher ein ungemütliches Jahr werden.

e-fundresearch.com: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Fischer!

Zur Person

Frank Fischer ist CIO und CEO der Shareholder Value Management AG. Bis Ende 2005 war er als Geschäftsführer von Standard & Poor´s Fund Services (vormals Micropal GmbH) zuständig für Investmentfonds-Informationen und -Ratings. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Hessischen Landesbank absolvierte er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Frankfurt mit einem Abschluss als Diplom-Kaufmann. Frank Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung «Starke Lunge».

Interview mit fundspec.com | 9. Januar 2019

Frank Fischer. CEO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, vor ziemlich genau einem Jahr haben Sie auf dem «FONDS professionell KONGRESS» in Mannheim vor einer «Party auf dem Pulverfass» gewarnt. Ist die Party an den Börsen jetzt vorbei?

Ja, die Party ist unserer Meinung nach vorbei. Vor einem Jahr notierten DAX und EuroStoxx auf einem Hoch, seitdem geht es abwärts, der DAX befindet sich per Definition bereits in einem Bärenmarkt. Die US-Aktienmärkte und besonders die Technologiewerte haben im vierten Quartal und vor allem um den Jahreswechsel herum deutliche Rückschläge verzeichnen müssen. Es gibt eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren, die die Stimmung verdorben haben und nun für Katerstimmung sorgen, allen voran der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Hier können wir, abgesehen von einigen Tweets des US-Präsidenten, noch keine Zeichen für eine Entspannung ausmachen. Aber in der Wirtschaft werden die Schleifspuren des Konfliktes deutlich, wie man bei Apple gesehen hat. Auch die Brexit-Problematik und die Wahlen zum Europaparlament in diesem Jahr lasten weiterhin auf den Märkten.

Hinzu kommt: Mit knapp 2,5 Prozent beim Libor (1M) sind Anleihen für viele Investoren wieder zunehmend interessant. Galt bisher «There is no alternative», kurz «Tina», zeigen Umfragen unter institutionellen Investoren, dass ab einem Zins von 3,7 Prozent die Scheidung von «Tina» droht, damit würde weiter in Anleihen umgeschichtet werden. Das setzt die Märkte zusätzlich unter Druck.

Wie stellen Sie sich in Ihrem Fonds jetzt auf?

Die weltweiten Konjunkturerwartungen sind nur noch gedämpft, das bietet Raum für positive Überraschungen. Insofern nutzen wir Korrekturen zur Investition in attraktive, inhabergeführte Unternehmen. Wir haben die Cash-Quote im «Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen» auf 30 Prozent erhöht, um nun wieder zukaufen zu können. Durch den Kursrückgang sehen wir bereits erste Schnäppchen. Das Kunststück besteht darin, diese zu erkennen. Auf Dauer würden wir immer eine Übergewichtung von Aktien bevorzugen.

Stichwort «inhabergeführte Unternehmen». Warum ist Ihnen das so wichtig?

Wir glauben, dass ein Eigentümer ein Unternehmen immer verantwortungsvoller führt, als ein bezahlter Manager, weil er die langfristige, nachhaltige Unternehmensentwicklung im Blick hat und nicht nur nach Quartalszahlen agiert. Deshalb fordern wir auch, dass Management und Aufsichtsrat von Unternehmen sich stärker an den Unternehmen, die sie führen oder beaufsichtigen, beteiligen. Sie sollten «Skin in the Game» haben. Für uns ist das wichtig, denn auch wir verstehen uns als Miteigentümer der Unternehmen, in die wir investieren, deshalb ist es natürlich wichtig, dass die Interessen von Anteilseignern und Management deckungsgleich sind.

Sie verstehen sich als Value-Investor und suchen Unternehmen, die ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Welche sind das?

Das ist zum einen, wie erwähnt, die Führung des Unternehmens durch den Inhaber oder zumindest eine deutliche Beteiligung von Management und Aufsichtsrat am Unternehmen. Daneben sollten die Unternehmen über einen wirtschaftlichen Burggraben verfügen, darunter verstehen wir dauerhafte, strukturelle Wettbewerbsvorteile. So ein Burggraben besteht etwa, wenn für einen Kunden die Wechselkosten von meinem Unternehmen zu einem Wettbewerber sehr hoch wären oder mein Unternehmen deutliche Kostenvorteile hätte. Das dritte Merkmal unseres Value-Ansatzes betrifft den Kurs. Unternehmen, in die wir investieren, sollten deutlich unter ihrem inneren Wert notieren. Auf diese Weise bekommen wir eine Sicherheitsmarge, die uns einen Puffer gegen Marktschwankungen bietet.

Zur Person

Frank Fischer ist CIO und CEO der Shareholder Value Management AG. Bis Ende 2005 war er als Geschäftsführer von Standard & Poor´s Fund Services (vormals Micropal GmbH) zuständig für Investmentfonds-Informationen und -Ratings. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Hessischen Landesbank absolvierte er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Frankfurt mit einem Abschluss als Diplom-Kaufmann. Frank Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung «Starke Lunge».