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Kolumne von Frank Fischer, CEO & CIO der Shareholder Value Management AG | 06. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Der DAX ist mit Verlusten ins neue Jahr gestartet. Das ist nicht gerade erfreulich, aber durch die jüngsten politischen Ereignisse ausgelöst und zeigt natürlich noch keinen Trend für den weiteren Verlauf an den Börsen. Eines ist jedoch klar: Insgesamt ist die Stimmung an den Märkten positiv, wenn nicht sogar zu euphorisch. So zeigt die jüngste Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch, dass die Geldprofis aus Renditegründen so stark auf Aktien setzen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Auch die letzte Umfrage von Universal-Investment hat bezeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden eine höhere Aktienquote empfehlen, weil sie positiv für 2020 gestimmt sind. Und der aktuelle Stand des CNN Greed & Fear-Index wird sogar noch deutlicher: Bei einem Stand von 97 symbolisiert er eine extreme Gier unter den Marktteilnehmern. Vor einem Jahr stand er bei 3, also bei purer Angst! Daraufhin wurde 2019 ein sehr gutes Börsenjahr!

Und jetzt wo alle gierig sind? Mit dem Wahlsieg von Boris Johnson und der damit gesunkenen Unsicherheit bezüglich des Brexits sowie der Ankündigung aus Washington, dass eine Teileinigung im Handelsstreit mit China zur Unterschrift bereitliegt liegt, ist die Börsenstimmung deutlich in die Höhe geklettert, auch wenn der USA-Iran-Konflikt derzeit belastet. Aber das aktuelle Niveau ist vergleichbar mit der Stimmung Ende 2017, als Konsens am Markt darüber herrschte, dass die Zinsen für lange Zeit nicht steigen werden, die Volatilität sinken wird und alle Portfolien auf Risiko ausgerichtet waren. Was folgte? Die Sorglosigkeit der Marktteilnehmer wurde nur wenig später hart bestraft. 2018 wurde das schwächste Börsenjahr seit der Finanzkrise.

Das erste Quartal wird äußerst spannend

Wir wollen jetzt nicht schwarzmalen. Auch wir gehen davon aus, dass 2020 durchaus ein gutes Aktienjahr werden könnte. Allein schon deshalb, weil Donald Trump wiedergewählt werden möchte und sich ja an der Entwicklung an der Wall Street messen lassen will. Aber vor allem im ersten Quartal kann es durchaus zu Rücksetzern kommen, denn man sollte sich von den jüngsten Rekorden der großen Indizes nicht täuschen lassen. Es braucht in der jetzigen Euphorie nur geringe Enttäuschungen, um eine Korrektur auszulösen. Und mögliche Risiken gibt es genug: Der USA-Iran-Konflikt, der Handelskonflikt USA – EU gewinnt möglicherweise an Fahrt, die Notenbankpolitik bleibt nicht so expansiv wie bisher oder die Umsetzung der Nach-Brexit-Zeit klappt in Bezug auf das geplante Freihandelsabkommen nicht wie gewünscht. Dies sind nur einige mögliche Gefahrenherde. Die Risiken sollte man im Auge behalten.

Nebenwerte – die Risiken sind relativ überschaubar

Genau so verfahren wir bei den von uns betreuten Aktienfonds wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen oder dem „Frankfurter – Value Focus Fund“, in denen man Werte wie etwa Naked Wines, Mears Group, Secunet Security, oder den neuseeländischen Altersheimbetreiber Ryman Healthcare findet. Der Frankfurter – Value Focus Fonds konnte in den letzten 9 Jahren einen Wertzuwachs von rund 190 Prozent erwirtschaften. Das sind mehr als 20 Prozent per anno. Das hat kaum ein Large Cap-Fonds geschafft. Aber mit Small- und Midcaps kann man nun mal bessere Renditen als mit Large Caps erzielen. Das hat die Historie vielfach bewiesen. Bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren kam etwa der Russell 2000 US Small Cap-Index auf eine mehr als doppelt so hohe Rendite als beim Russel Large Cap-Index. Der US-Ökonomen Rolf W. Banz hat dies als „Small-Cap-Effect“ beschrieben, der zeigte, dass langfristig die Renditen kleinerer Gesellschaften signifikant über denen großer Gesellschaften liegen, wie sie etwa im Dow Jones oder S&P 500 zu finden sind. Man muss als Kehrseite aber auch eine höhere Volatilität in Kauf nehmen. Bei einem langen Anlagehorizont sollte das aber kein Problem sein, denn dann ist auch das Risiko relativ gering. Denn Volatilität ist nicht nur Risiko sondern auch Chance oder anders gesagt: Für uns ist Volatilität das Lebenselixir des Investierens.





Shareholder Value Management AG | 02. Januar 2020 | www.shareholdervalue.de

Rückblick 2019

Das Jahr 2019 bot von der Börsenentwicklung her einige Überraschungen und sorgte für ein Wechselbad der Gefühle. Wie kaum ein anderer Faktor prägte der Handelsstreit zwischen den USA und China das Geschehen an den Börsen. Aus Investorensicht war der Konflikt lange Zeit das „biggest tail risk“ und belastete die sich eintrübende Weltkonjunktur zusätzlich. Der Welthandel brach zwischenzeitlich so stark ein wie in den vergangenen Rezessionen nach dem 11. September 2001 und nach der Finanzkrise 2007/2008. Dabei bleibt das konjunkturelle Bild weltweit uneinheitlich.

Während sich die USA beim Verbrauchervertrauen und den Beschäftigungszahlen noch vergleichsweise stabil halten konnten, wird das Wachstum in Europa durch die Schwäche der Industrie belastet. In Deutschland wirkt der Transformationsprozess der Automobilindustrie erschwerend. Demgegenüber stand eine akkommodierende Politik der Notenbanken, die für eine anhaltende Liquiditätsflut sorgte. Der Mangel an attraktiven Anlagealternativen stützte die Aktienmärkte. In Folge dessen kam es nach dem schwachen Jahresende 2018 in den ersten vier Monaten des neuen Jahres zu einer deutlichen Erholung an den Kapitalmärkten. Politische Störfeuer, wie der ungeklärte Brexit oder eben der Handelsstreit, waren zwar weiter vorhanden, gerieten zwischenzeitlich aber etwas in den Hintergrund. Trotzdem blieb die Nervosität und entlud sich im Mai und im August in deutlichen Korrekturen an den Börsen; diese erholten sich allerdings in den Folgemonaten im Zuge der immer wieder aufkeimenden Entspannung wieder. Letztendlich konnten wichtige Indizes wie der S&P500, der Dax und der EuroStoxx 50 das Jahr auf Jahreshoch oder sogar auf neuen Höchstständen abschließen.

Die Positionierung des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen spiegelte die Schwankungen und Unsicherheiten Im Jahresverlauf wider. Im ersten Quartal 2019 war der Fonds mit einer Nettoaktienquote von bis zu 56 Prozent eher defensiv aufgestellt, zu unberechenbar erschien uns vor allem die wirtschaftspolitische Situation. Die konstruktive Berichtsaison sowie eine Stabilisierung der Konjunktur führten ab dem zweiten Quartal zu einer Erhöhung der Bruttoaktienquote, die wir im Jahresverlauf, vor allem nach den Rückschlägen im Mai und August, immer wieder abgesichert haben. Aufgrund der anhaltenden Unterstützung der Notenbanken, einem sich abzeichnenden Kompromiss im Handelskonflikt sowie der sich aufhellenden Konjunktur im Euroraum lag die ungesicherte Bruttoaktienquote im letzten Quartal bei über 80% Prozent – der historische Durchschnitt beträgt ca. 70 Prozent seit Auflage. Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen beendete das Jahr 2019 mit einer positiven Performance von 7,83 Prozent und lag damit leicht unter seiner durchschnittlichen Rendite von 8,58 Prozent p.a. seit Auflage vor der Finanzkrise 2008.





Artikel von Frank Fischer, CEO Shareholder Value Management AG | 13. Dezember 2019 | www.shareholdervalue.de

Gute Chancen für eine Fortführung der Rally

Für Vermögensverwalter ist es nichts Besonderes sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Schließlich versucht die Börse immer schon die Entwicklung der kommenden Monate vorwegzunehmen. Und hier muss man immer auf der Hut sein, egal zu welcher Zeit. Aber, wenn ein Jahr zu Ende geht und die Tage länger werden, beginnt immer wieder das schöne Spiel „Wie geht es mit den Börsen im kommenden Jahr weiter?“ Wo steht der DAX in 12 Monaten? Wo der Dow Jones? Der S&P 500? Die ehrliche Antwort: Keine Ahnung! Niemand hat eine Glaskugel.

Auf der anderen Seite ist ein Blick nach vorne natürlich immer auch wichtig für unsere Mandate wie den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, den Frankfurter Stiftungsfonds, den Frankfurter Value Focus Fund, sowie den PRIMA – Globale Werte. In diesem Zusammenhang gibt ein paar spannende Überlegungen, die man fürs kommende Jahr anstellen kann. Wie wird das „Jahr 1“ nach dem Brexit? Wie geht es weiter im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt, vor allem natürlich zwischen Washington und Peking? Wird sich die Konjunktur in diesem Zusammenhang weiter verdüstern, oder können sich die ersten Hoffnungsschimmer am Horizont verfestigen?

Eines ist klar: Das Jahr 2020 hat hohes Überraschungspotential! Wie ja schon das abgelaufene. Wer hätte gedacht, dass sich DAX, Dow Jones & Co. in diesem Jahr so überaus gut entwickeln würde? Wohl kaum jemand angesichts von Handelsstreit, Brexit, den diversen geopolitischen Spannungen und der sich eintrübenden Konjunktur.

Trump muss im Wahljahr einen Deal mit Peking präsentieren

Angesichts der Ausgangslage ist davon auszugehen, dass wir auch 2020 wieder viel Überraschendes erleben werden. Doch rational betrachtet, spricht einiges dafür, dass sich die Aktienrally auch 2020 fortsetzen wird. Da sind zum einen die konjunkturellen Aussichten. Derzeit schwächelt die globale Wirtschaft, aber die Konjunkturerwartungen drehen schon wieder nach oben. Dann der Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump muss im kommenden Jahr einen Deal präsentieren. Schließlich will er am 3. November wiedergewählt werden. Doch ohne eine florierende Wirtschaft wird ihm das nicht gelingen. Auch wenn Trump selten logisch denkt und handelt, so ist auch ihm klar, dass er einen Deal mit Peking präsentieren muss – ob einen richtigen Deal, oder einen Fake-Deal sei mal dahingestellt. Doch wie auch immer dieser aussehen wird, er wird ausreichen, damit an den Börsen wieder ein Risk-on-Spirit in den Vordergrund tritt. Das heißt, die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer nimmt ab und es wird wieder verstärkt in Aktien investiert.

Lockere Geldpolitik unterstützt weiterhin den Aufschwung

Außerdem leben wir in einem liquiditätsgetriebenen Umfeld. Die FED, die im kommenden Jahr die Zinsen unverändert lassen will, und die EZB versorgen die Märkte mit Liquidität. Und Japan hat gerade ein Ausgabenpaket in Höhe von umgerechnet gut 100 Milliarden Euro bis 2023 verabschiedet. Ob Europa, die USA, Japan oder auch China: Liquidität ist genügend vorhanden. Und wenn sich dann die Perspektiven hier und da wieder aufhellen, steht einem weiteren Aufschwung an den Börsen nichts mehr im Wege. Hinzu kommt: Trump hat gesagt,  er wolle sich an der Entwicklung an der Wallstreet messen lassen. Deshalb stehen auch unter diesem Aspekt die Chancen für eine Fortführung der Aktienmarktrally sehr gut.

Wiederentdeckung der Nebenwerte und der  Value-Aktien

Wir erwarten zwar eine Pause des Aufschwungs im ersten Quartal des kommenden Jahres, aber danach sollte es weiter bergauf gehen. Und dann kann der DAX durchaus auf 16.000 Punkte klettern, der Eurostoxx 50 deutlich über 4.000, vielleicht sogar bis 4.500 Punkte. Doch es geht nicht nur um die Blue Chips. Wir sehen beim Stoxx 600 seit Jahren einen Deckel, den man fast schon als Sargdeckel bezeichnen kann. Sollte sich die Entwicklung an den Märkten aber wie erwartet fortsetzen, dann kann dieser Deckel regelrecht weggeblasen werden. Eine Wiederentdeckung der Nebenwerte wäre die Folge, die mit ihren hohen Dividendenrenditen locken, und das in einem Umfeld von immer noch sehr niedriger Zinsen. Hinzu kommt: Viele Konzerne weltweit haben umfangreiche Aktienrückkaufprogramm aufgelegt, die den Anlegern zu Gute kommen und den Markt stützen.

Und dies käme dann wieder unseren Aktienfonds wie dem Frankfurter Value Focus Fund und dem PRIMA – Globale Werte zu Gute. Aber auch dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, wobei man bedenken muss, dass all diese Fonds grundsätzlich weltweit investieren können und nicht auf den europäischen Markt beschränkt sind. Außerdem kommt positiv hinzu, dass sich Value-Aktien, die gegenüber Growth-Papieren lange Zeit vom Markt vernachlässigt wurden, langsam wieder in den Fokus der Investoren geraten. Das würde den Fonds einen weiteren Schub nach vorne geben.   

Aber – wie immer im Leben – werden wir auch im kommenden Jahr Überraschungen erleben, an die heute noch niemand zu denken vermag. Wir werden Korrekturen an den Märkten erleben und mit unvorhergesehenen Situationen, den sogenannten „Schwarzen Schwänen“, klarkommen müssen. Hoffen wir, dass es davon nicht so viele gibt.

 





Artikel von Börsen-Zeitung | 9. Dezember 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, wann und womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient?
Ich habe mit sieben Jahren an der Endhaltestelle der Linie 23 in Frankfurt selbstgemalte Bilder verkauft, was meinem Vater äußerst unangenehm war.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Damit konnte ich mir dann selbst ein Gokart kaufen.

Was war Ihr erstes Investment an den Märkten?
Natürlich eine Aktie, lustigerweise ein Large Cap, und zwar BASF.

Was war Ihr erfolgreichstes Investment?
Ich denke, das war die Secunet. Wir sind bis heute investiert und nach wie vor überzeugt von dieser Firma.

An welches Fehlinvestment erinnern Sie sich?
Ehrlich gesagt gibt es da leider einige. Eines davon war Rosenthal Porzellan, denn das hat mir privat richtig wehgetan, denn es sah eigentlich zu sicher aus.

Treffen Sie Ihre private Anlageentscheidungen allein, oder beraten Sie sich mit jemandem?
Anlageentscheidungen treffe ich selbst, sonst hat meine Frau in vielen Dingen die Hosen an!

Gibt es eine bestimmte Anlagestrategie, die Sie verfolgen?
Wir sind Value-Investoren. Wir versuchen, den realen wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Wenn der Preis für das Unternehmen an der Börse unter dem von uns ermittelten Wert liegt, prüfen wir anhand unserer Kriterien, ob sich ein Investment lohnt.

Welche Kennzahlen sind für Sie wichtig, wenn Sie sich ein Wertpapier näher anschauen?
Zu den Kennzahlen, die wir uns zunächst anschauen gehören, die Cash-flows und der Total Shareholder Return, also was dem Aktionär schließlich zufließt. Daneben gibt es ein paar Kriterien, die für uns wichtig sind. Der Kurs der Aktie sollte eine Sicherheitsmarge bieten, wir wollen höchstens 60 Cent für einen Euro zahlen. Das Unternehmen sollte eigentümergeführt sein und über strukturelle Wettbewerbsvorteile verfügen. Das können zum Beispiel Patente oder Kostenvorteile sein.

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit beim Investieren?
Das Thema ist für uns sehr wichtig und hat unterschiedliche Facetten. Zum einen ist uns eine gute Corporate Governance sehr wichtig. Gut geführte, inhabergeführte Unternehmen sind nachhaltiger ausgerichtet als Firmen mit einem externen Manager. Daneben wollen wir bestimmte Themen wie Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit nicht unterstützen.

Haben Sie bei der Geldanlage ein Vorbild?
Definitiv Warren Buffett. Er hat das Value Investing weiterentwickelt. Gleichzeitig ist er bei vielen ethischen, philosophischen und Governance-Themen ein Vorbild. Eines unser wichtigsten Auswahlkriterien für ein Unternehmen ist, dass das Management „skin in the game“ hat, also signifikant am Unternehmen beteiligt ist. Dieses Kriterium geht auf Warren Buffett zurück.

Ihr Motto beim Investieren lautet?
Als Value Investor braucht man Sitzfleisch und Demut vor den Märkten.

Welches Buch sollten Anleger gelesen haben?
„The intelligent investor“ von Benjamin Graham. Einfacher ist aber „Buffettology“ von Mary Buffett.

Welches Wertpapier oder welche Assetklasse würden Sie auf Jahressicht empfehlen?
Anleger haben angesichts der niedrigen Zinsen eigentlich keine Wahl, als in Aktien zu investieren. Zwar sind die Konjunkturerwartungen im Moment in einigen Bereichen sehr schwach, gleichzeitig schiebt aber die ansteigende Liquidität die Börsen an. Hinzu kommt, dass die ersten konjunkturellen Indikatoren sich wieder aufhellen. Wenn wir jetzt noch eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China sehen, kann das der Börse weitere Impulse geben.

Sie haben eine Million Euro und müssen diese mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren investieren. Wie würden Sie das Geld anlegen bzw. aufteilen?
Immer zu 100 % in Aktien. Besser noch mit Sicherheitsmarge und konzentriert in eigentümergeführte Firmen mit wirtschaftlichem Burggraben. Als Privatinvestor kann man natürlich auch über mehrere Aktienfonds streuen.

Vita von Frank Fischer:
Frank Fischer, Jahrgang 1964, ist Vorstandsvorsitzender (CEO) der Shareholder Value Management AG undübt dort die Funktion des Chief Investment Officers (CIO) aus. Der Diplom-Kaufmann managt den 1,7 Mrd. Euro schweren Frankfurter Aktien fonds für Stiftungen. Fischer ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Stifter und Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Starke Lunge.

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Artikel von wallstreet-online | 10. Dezember 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Böse 2020

DAX bei 16.000? Die Logik spricht dafür!

Das Geschehen an den Börsen ist nicht immer logisch. So spricht einiges dafür, dass wir auch 2020 wieder viel Überraschendes erleben werden. Doch logisch betrachtet, spricht vieles dafür, dass sich die Aktienrally 2020 fortsetzen wird.

Da sind zum einen die konjunkturellen Aussichten. Derzeit schwächelt die globale Wirtschaft, aber die Konjunkturerwartungen drehen schon wieder nach oben. Und die Börse nimmt ja immer die Entwicklung schon vorweg.

Trump muss einen Deal präsentieren – Fake hin, Fake her

Auf der anderen Seite zeigt sich, dass der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China die Unternehmenslenker daran hindert, nachhaltig zu investieren. Aber auch dies nimmt zunehmend ab. Denn jedem Marktteilnehmer ist klar: US-Präsident Donald Trump will am 3. November kommenden Jahres wiedergewählt werden. Doch ohne eine florierende Wirtschaft wird ihm das nicht gelingen. Auch wenn Trump selten logisch denkt und handelt, so ist auch ihm klar, dass er einen Deal mit Peking präsentieren muss – ob einen richtigen Deal, oder einen Fake-Deal sei mal dahingestellt. Doch wie auch immer dieser aussehen wird, er wird ausreichen, dass im Markt wieder ein Risk-on-Spirit in den Vordergrund tritt. Das heißt, die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer nimmt ab und es wird wieder verstärkt in Aktien investiert.

Lockere Geldpolitik unterstützt weiterhin den Aufschwung

Außerdem leben wir in einem liquiditätsgetriebenen Umfeld. Die FED und die EZB versorgen die Märkte mit Liquidität. Japan hat gerade ein riesiges Ausgabenpaket in Höhe von umgerechnet gut 100 Milliarden Euro bis 2023 verabschiedet. Ob Europa, die USA, Japan oder auch China: Liquidität ist genügend vorhanden. Und wenn sich dann die Perspektiven hier und da wieder aufhellen, steht einem weiteren Aufschwung an den Börsen nichts mehr im Wege.

Hinzu kommt: Trump hat gesagt, dass er sich an der Entwicklung an der Wallstreet messen lassen will. Deshalb stehen auch die Chancen für eine Fortführung der Aktienmarktrally sehr gut. Wir erwarten zwar eine Pause des Aufschwungs im ersten Quartal 2020, aber danach sollte es weiter bergauf gehen. Und dann kann der DAX durchaus auf 16.000 Punkte klettern, der Eurostoxx 50 deutlich über 4.000, vielleicht sogar bis 4.500 Punkte. Doch es geht nicht nur um die Blue Chips. Wir sehen beim Stoxx 600 seit Jahren einen Deckel, den man fast schon als Sargdeckel bezeichnen kann. Sollte sich die Entwicklung an den Märkten aber wie erwartet fortsetzen, dann kann dieser Deckel regelrecht weggeblasen werden. Eine Wiederentdeckung der Nebenwerte wäre die Folge, die mit ihren hohen Dividendenrenditen locken, und das in einem Umfeld, immer noch sehr niedriger Zinsen.

Qualität und Value

Mit unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen wollen wir aber nicht unbedingt diese Welle reiten. Wir suchen nach Titel, die sich auch unabhängig von konjunkturellen Phasen und präsidialen Tweets gut entwickeln. Das gilt zum Beispiel für Ryman Healthcare, einen neuseeländischen Entwickler und Betreiber von Altersheimen. Diese sind von zyklischen Entwicklungen nicht besonders abhängig. Hier geht es mehr um Demographie. Ryman Healthcare ist gut aufgestellt und expandiert derzeit nach Australien und einigen Regionen in Asien. Und das mit einem Konzept, mit dem das Unternehmen noch über viele Jahre hin weiterwachsen kann. Das ist eine Aktie, die gut ins Portfolio des Fonds passt.

Aber es gibt auch in Deutschland gute Titel, die uns gefallen und die sich gut entwickeln. Dazu gehören etwa Washtec, Betrandt oder auch Sixt Leasing. Aktien, die unterbewertet sind und die jetzt wieder Leben zeigen. Auch der Bankensektor kann wieder interessant werden.

Logisch betrachtet spricht also vieles dafür, dass sich die Aktienmärkte auch 2020 gut entwickeln werden. Wenn da nicht die eigene Logik der Börse wäre. Und die kann manchmal ganz schön irrational sein.

Börse 2020: DAX bei 16.000? Die Logik spricht dafür! | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11966984-boerse-2020-dax-16-000-logik-spricht-dafuer





Artikel von wallstreet-online | 28. November 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Nachhaltige Überzeugungstäter

Wenn es um die Megatrends an der Börse geht, werden immer zuerst die Digitalisierung, die Industrialisierung 4.0, Künstliche Intelligenz oder auch maschinelles Lernen genannt. Das ist alles richtig, auch wenn man nicht immer genau weiß, wann und wie sich das auf die Kurse der einzelnen Unternehmen auswirken wird. Dagegen ist eines klar: Nachhaltiges Investieren ist und bleibt auf lange Zeit einer der absolut bestimmenden Zukunftsfaktoren an den Märkten. Nicht nur institutionelle Investoren investieren Milliarden in die nachhaltige Geldanlage, auch Privatanlagern wird immer mehr bewusst, dass der Klimawandel und der Umweltschutz neben sozialen Aspekten die Themen unserer Zeit sind.

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen: Auszeichnung mit Stern

Strikten Nachhaltigkeitskriterien fühlen auch wir uns verpflichtet – und das aus Überzeugung. So haben wir den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen schon seit Jahren ganz darauf ausgerichtet. Zum einen haben wir einen eigenen Analysten, der die Einhaltung der Kriterien genau überwacht. Doch damit nicht genug: So überprüft das Nachhaltigkeitsratinghaus Sustainalytics bis ins Kleinste hinein das Anlageuniversum des Fonds. Deshalb investieren wir nicht in Unternehmen, denen kontroverse Geschäftspraktiken wie Korruption und Kinderarbeit nachgewiesen wurde. Aber auch die Bereiche Rüstung, Pornographie und Tabak sind ausgeschlossen, wie auch die Produzenten von Kohle, Fracking, Schiefer und Nuklearenergie, um nur einige Sektoren zu nennen. Und, um dem Ganzen noch einen für uns entscheidenden Punkt hinzuzufügen, orientieren wir unsere ESG-Kriterien ganz nach denen der Evangelischen Kirche aus. Dafür wurde der Fonds nun mit dem „FNG-Siegel mit Stern 2019“ des Forums Nachhaltige Geldanlagen ausgezeichnet. Dabei wurde vor allem die institutionelle Glaubwürdigkeit herausgestellt, wie auch der hohe interne Beitrag zur SRI-Researchqualität und die „besonders anspruchsvolle und umfassende Nachhaltigkeitsstrategie“. Damit hat der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen eine Auszeichnung erhalten, auf die wir sehr stolz sind.

Nachhaltiges Wirtschaften ist mittlerweile in den Köpfen der Vorstände verankert

Das Bewusstsein, nachhaltig wirtschaften zu müssen, ist mittlerweile aber auch in den Vorstandsetagen der Unternehmen angekommen. Denn die Verantwortlichen wissen: Wenn wir uns nicht den Nachhaltigkeitskriterien unserer Zeit anpassen, bekommen wir von den Investoren kein Geld mehr. Denn mittleiweile kann man sagen: Nachhaltigkeit treibt die Kurse.

Dafür gibt es viele Beispiele, etwa bei neuen Produktentwicklungen wie dem Kaltwasserwaschmittel von Procter & Gamble, das den Energieverbrauch beim Waschen um 90 Prozent reduziert – mittlerweile ein großer wirtschaftlicher Erfolg, wie auch der Adidas-Sportschuh, der aus im Ozean gesammelten Plastik hergestellt wird. Mehr als eine Million dieser Schuhe wurden schon verkauft. Oder die niederländische Bank ING, die den Zinssatz für einen Milliardenkredit an den Elektronikkonzern Phillips an das Erreichen von ESG-Zielen geknüpft hat. Derweil hat der Onlinehändler Amazon 100.000 Elektro-Vans beim amerikanischen Start-up Rivian bestellt und will sich als Klima-Pionier neu zu erfinden. Gleiches gilt für Google, das verstärkt in Ökostrom investiert. Die Beispiele ließen sich endlos fortführen.

Aktiver Kampf gegen den Klimawandel treibt die Aktienkurse

Und es lohnt sich, wie eine Untersuchung der Deutschen Bank zur Auswirkung der Klimadebatte auf die Entwicklung der Aktienkurse jüngst ergeben hat. Weltweit wurden fünf Millionen Seiten Geschäftsberichte von 1.600 Unternehmen sowie alle veröffentlichten Nachrichten-Artikel von Dow Jones der vergangenen zwei Jahrzehnte analysiert. Ergebnis: Die Aktienkurse von Unternehmen, bei denen die positive Berichterstattung zum Thema Klimawandel besonders zunahm, schnitten über die vergangenen 20 Jahre im Schnitt 26 Prozent besser ab als die Masse der im Weltaktienindex MSCI World gelisteten Unternehmen.

Wir haben uns als Asset Manager schon sehr lange strikten Nachhaltigkeitskriterien verschrieben und bekennen uns aktiv zu den 17 Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung. Wie auch beim Value-Investing, so sind wir auch im Bereich nachhaltiger Geldanlage Überzeugungstäter.

Börse: Nachhaltige Überzeugungstäter | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11941883-boerse-nachhaltige-ueberzeugungstaeter





Artikel von wallstreet-online | 12. November 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Geht die Rally an den Börsen weiter? Es spricht einiges dafür, dass DAX, Dow Jones & Co. noch nicht ihr volles Potential ausgeschöpft haben. Da sind zum einen die deutlich verbesserten Konjunkturerwartungen – insbesondere in China und Deutschland. Zum anderen ist mit Blick auf den Brexit und den Handelskonflikt zwischen den USA und China besonders von institutionellen Investoren sehr viel Cash aufgebaut worden, der potentiell investiert werden kann. Aber auch die meisten Privatanleger haben sich erst zuletzt wieder aus der Reserve locken lassen. Der Brexit, aber vor allem der Handelsstreit, haben zuletzt stark auf dem Sentiment der Marktteilnehmer gelastet. In diesem Umfeld wurde kaum investiert. Daher gibt es am Markt eine Überinvestition bei Anleihen, REITs und defensiven Aktien. Gleichzeitig sind zyklische Aktien historisch gesehen unterinvestiert. Die verbesserten Sentix Konjunkturerwartungen zeigen aber, dass sich dieser Pessimismus langsam auflöst. Auf der anderen Seite sind sich vor allem die institutionellen Investoren darüber im Klaren, dass die fundamentalen Differenzen zwischen Peking und Washington grundsätzlich noch eine ganze Weile anhalten dürften, auch wenn sich erste Annäherungen immer deutlicher abzeichnen.

Als wesentlicher Treiber für die positiveren Aussichten an den Börsen ist aber auch die erneute Bilanzausweitung der Notenbanken zu nennen. Für die Anlage der Liquidität bietet die Bondseite aufgrund der Bewertungen keine zufriedenstellende Alternative. Von daher bieten nur noch Aktien eine vernünftige Rendite.

Value-Werte deutlich unterbewertet

Bei der Liquidität gibt es also kaum Probleme. Wir als Value Investoren sehen aber auch noch andere Chancen. In Bezug auf Value-Titel waren wir in den letzten Jahren ja nicht gerade von Erfolg verwöhnt. Seit knapp zehn Jahren hält die Underperformance von Value- gegenüber Growth-Aktien inzwischen schon an. Derzeit spricht aber aus unserer Sicht einiges dafür, im Value-Bereich engagiert zu sein, denn der Spread beim Kurs-Buchwert-Verhältnis zwischen europäischen Value- und Growth-Aktien zeigt, dass Value deutlich unterbewertet ist. Gleichzeitig bieten europäische Value-Aktien mit rund vier Prozent eine attraktive Dividendenrendite. Deshalb finden wir mit Blick auf die insgesamt niedrigere Verschuldung klassische Value-Titel eher in Europa als in den USA.

Qualität und „economic moat“

Neben den häufig auch zyklischen, klassischen „Benjamin Graham Style“ Value Titeln mit hoher Dividendenrendite, wie etwa der Freenet AG, liegt der Fokus bei unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zunehmend auf den eigentümergeführten Qualitätstiteln mit strukturellem Wettbewerbsvorteil. Diese Qualitätsaktien zeichnen sich durch hohe Kapitalrenditen und einen stetig wachsenden Free Cash Flow aus. Zu solchen Titeln gehört z.B. auch die im Fonds hoch gewichtete Novo Nordisk Aktie, ein globaler Marktführer im Diabetesbereich. Novo Nordisk ist – unabhängig von der Bewertung – für uns übrigens ein Musterbeispiel für einen Value-Qualitätstitel. Denn die Anzahl der Diabetespatienten steigt aufgrund der Ernährungsgewohnheiten und dem Bewegungsmangel vieler Menschen weiter deutlich an. Novo Nordisk hat einen Marktanteil von knapp 50 Prozent bei Insulin und verfügt mit seinen Patenten über strukturelle Wettbewerbsvorteile. Die Dänen haben also einen sogenannten „economic moat“, das heißt  einen Burggraben um Ihr Geschäftsmodell aufbauen können, um es  vom Wettbewerb zu schützen.

Alibaba mit doppeltem Netzwerkeffekt

Auch beim chinesischen Internetgiganten Alibaba, ein Titel, der im Fonds ebenfalls vergleichsweise hoch gewichtet ist, steht dieser Wettbewerbsvorteil im Vordergrund. Dabei geht es vor allem um den seltenen doppelten Netzwerkeffektes. Sowohl die Produktanbieter und Händler wie auch die Kunden nutzen die Plattform. Dieser doppelte Netzwerkeffekt führt damit zu einem besonders breiten und tiefen Burggraben. Aufgrund des China/US Handelskrieges wurde bei Alibaba das zukünftige Wachstum im dynamischen chinesischen E-Commerce-Markt unserer Meinung nach in der Vergangenheit nicht richtig vom Markt eingepreist. Und genau das ist es ja, wonach wir beim Value-Investing suchen.

Börse: Geht die Rally weiter? | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11895494-boerse-rally-weiter/all





Artikel von wallstreet-online | 14. Oktober 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Da war er wieder: Kaum hatte sich US-Präsident Donald Trump positiv über den Verlauf der neuen Verhandlungen im Handelsstreit zwischen den USA und China geäußert, schossen die Kurse an den Börsen weltweit in die Höhe. Die Gespräche seien „wirklich gut“, sagte Trump. Und ein erstes, kleines Teilabkommen konnte auch vereinbart werden. Allein diese kleine Annäherung im Zollstreit geben Dow Jones, S&P 500, DAX & Co. neuen Auftrieb. Stellt sich nur die Frage: Ist das Ganze auch verlässlich? Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt: Nein!

Hoffen und Bangen gehören mit zur Börse. Aber ein vernünftiges Risikomanagement kann nicht auf täglich neuen Tweets basieren. Was passiert, wenn sich Trump mal wieder über irgendetwas ärgert, oder es nicht genau so läuft, wie er sich das verstellt. Dann folgt der nächste Wutausbruch – und alle Kursgewinne sind wieder dahin. Natürlich darf man die Stimmung an den Märkten nicht außer Acht lassen. Dafür ist „Mr. Market“ zu wichtig. Sich aber allein auf den Wankelmut des Marktes zu verlassen, ist auch nicht die Lösung.

Risikomanagement in unruhigen Börsenphasen

Zumindest für uns nicht. Klar gibt es Momentum-Strategien, die funktionieren. Gleiches gilt für einige Trendfolgemodelle. Wir setzen aber auf die fundamentale Analyse der einzelnen Werte im Portfolio unseres Mandats, dem ‚Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen‘. Und hier halten wir weiterhin an den Prinzipien des Value Investing fest: Wir achten auf die Unterbewertung der einzelnen Titel, die sogenannte Sicherheitsmage, dass also das Risiko für einzelne Aktien nach unten hin begrenzt ist. Dann darauf, dass die Geschäftsmodelle der Unternehmen einen ‚Burggraben‘ gewährleisten, also einen strategischen Wettbewerbsvorteil haben. Schließlich auf einen disziplinierten Investmentprozess und dass unsere strengen Nachhaltigkeitsprinzipien eingehalten werden. Natürlich auch auf „Mr. Market“, denn es ist und war schon immer töricht, sich komplett gegen den Markt zu stellen, auch wenn wir lieber antizyklisch investieren. Hinzu kommt eine aktive Absicherungs- und Derivatestrategie, schließlich wollen wir die Einlagen unserer Kunden mehren und sie langfristig vor einem Vermögensverlust schützen.

Aktien, die stürmischen Zeiten standhalten

Dass Value-Aktien in letzter Zeit nicht gut gelaufen sind ist bedauerlich, aus unserer Sicht aber eine temporäre Angelegenheit, die (hoffentlich) bald wieder überwunden ist. Dieser Ansicht ist übrigens auch das ‚Wall Street Journal‘, das vor Kurzem titelte: „Die Jagd auf billige Aktien liegt wieder im Trend“. Wir würden sagen, in unterbewertete Aktien. Und dafür gibt es gute Gründe. Lange Zeit waren Wachstumstitel die Lieblinge der Anleger. Doch in Zeiten wachsender Unsicherheit, einer konjunkturellen Abschwächung rund um den Globus, dazu die schon angesprochenen Handelsbeschränkungen – all das treibt die Volatilität. In solchen Zeiten werden wieder unterbewertete Substanzwerte gesucht, die stürmischen Zeiten zumeist besser standhalten, als reine Wachstumswerte. Wenn solche Substanzwerte dann auch noch eigentümergeführt sind, bzw. das Management stark am Unternehmen beteiligt ist, dann sind das aus unserer Sicht die besten Voraussetzungen. Denn dann werden die Unternehmen nicht nur von Quartal zu Quartal gemanagt, sondern mit einer langfristigen Perspektive. Das minimiert das Risiko eines permanenten Vermögensverlustes. Deshalb halten wir auch an Unternehmen wie Novo Nordisk, Berkshire Hathaway oder Rayman Healthcare fest. Alles Werte, die eine solide Performance liefern. Dass für die Anlagephilosophie des Value Investing manchmal etwas Geduld nötig ist, muss man als Anleger leider in Kauf nehmen.

Börse: Trump und das gebremste Risiko | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11811010-boerse-trump-gebremste-risiko





Artikel von wallstreet-online | 3. September 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Börsenweisheiten haben sich schon oft als richtig erwiesen, schließlich beruhen die meisten auf statistischen Erfahrungen. Ob es in diesem Jahr aber richtig ist, dem Spruch „Sell in May and go away, but remember to come back in September“ zu folgen, muss sich erst noch erweisen. Denn die Zeichen stehen für die globalen Aktienmärkte nicht gerade gut. Und ganz abgesehen davon ist gerade der September speziell für den DAX der – laut Statistik – schlechteste Monat des Jahres. Seit 1959 hat der Index in diesem Monat im Schnitt immer knapp zwei Prozent an Wert eingebüßt. Abergläubische Anleger bleiben also in Deckung.

Neue Strafzölle dämpfen die Stimmung

Es gibt aber auch genügend Grund zur Vorsicht. Gleich mit dem ersten Tag haben sich die USA und China gegenseitig mit weiteren Strafzöllen belegt. Und die nächste Eskalationsstufe ist für Dezember schon geplant. Auch wenn US-Präsident Donald Trump nicht einsehen mag: China ist nicht Mexiko, welches man mit einem Handelskrieg schnell in die Knie zwingen kann. Peking ist ein ganz anderes Kaliber. Und da auch Trump langsam merkt, dass die eigene Wirtschaft unter dem Konflikt leidet, hat er schnell schon einen Sündenbock auserkoren, der im Zweifelsfall für die Folgen seiner Politik verantwortlich ist: die amerikanische Notenbank FED, die er zu weiteren Zinssenkungen zwingen will. Ob das gelingt?

Belastung durch Boris Johnson und die AfD

Es gibt aber noch andere Faktoren, die auf den Märkten liegen. So steht der Brexit vor der Tür. Doch wie das Schauspiel ausgeht, ist weiterhin fraglich. Premierminister Boris Johnson will zwar das britische Parlament „aussperren“, um seinen No-Deal nicht zu gefährden. Doch der Widerstand – selbst in seiner eigenen Partei – wächst. Vielleicht wird am 14. Oktober ja nochmals gewählt. Auch hier bleibt das Ende offen. Und in Deutschland? Bei den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg konnten die etablierten Parteien gerade noch abwenden, dass die AfD in einem der beiden Parlamente zur stärksten Fraktion wurde. Der Warnschuss für die Berliner Koalition war laut und deutlich. Ob und ggf. wie man an der Spree darauf reagiert ist fraglich. Bleibt die Konjunktur. In Deutschland droht eine technische Rezession. Es wäre die erste seit 2013. Im produzierenden Gewerbe ist die Rezession bereits da. Der Branchenverband VDMA berichtet seit sieben Monaten sinkende Auftragseingänge, die Industrieproduktion war seit November jeden Monat rückläufig. Die Wirtschaft schrumpf also und die Exporte gehen zurück. Das Ende des zehnjährigen Booms ist damit eingeläutet. Auch international sieht es nicht besser aus. Der Handelskrieg hinterlässt überall seine Spuren.

Die Hoffnung liegt wieder mal auf der EZB

Bleibt mal wieder nur die Hoffnung auf eine weitere, geldpolitische Lockerung durch die EZB. Auf die konnten sich die Anleger in der Vergangenheit immer verlassen. Auch jetzt scheint es wieder so, dass die Zinsen noch weiter sinken werden und das nächste Ankaufprogramm der EZB nur noch auf seinen Startschuss wartet. Auch wenn die Kritik an der EZB lauter wird, scheinen die Zentral-Banker ihren einmal eingeschlagenen Kurs nicht ändern zu wollen. Das wiederum erfreut die Anleger in DAX, MDAX & Co.

Defensive Ausrichtung unserer Mandate

Uns ist das ganze Szenario weiterhin nicht geheuer. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten sind wir weiter leicht defensiv positioniert und haben im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen derzeit eine Absicherung von ca. 25 Prozent, wobei auch die Aktienquote insgesamt zurückhaltend ausgerichtet ist. Denn man sollte nicht vergessen: Nach dem September folgt der eigentlich als Crashmonat verschriene Oktober! Doch statistisch gesehen, ist das ein Fehlurteil, denn der DAX verbuchte im Schnitt der letzten Jahre ein Plus von o,4 Prozent. Und für den Dow Jones sind es immerhin noch 0,2 Prozent. Auch Börsenweisheiten haben so ihre Tücken.

Börse: Verkehrte Welt? Weisheiten auf dem Prüfstand | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:

Interview mit Fundplat | 13. August 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Herr Fischer, in den vergangenen Tagen konnte man in den Zeitungen lesen, dass die Value-Ikone Warren Buffett Schwierigkeiten habe, im derzeitigen Umfeld attraktive Investment­gelegen­heiten zu finden. Auch Sie sind überzeugter Value-Investor. Stehen Sie vor ähnlichen Schwierigkeiten?
Man muss das präzisieren. Es ist nicht so, dass es schwierig ist, attrak­tive Unter­nehmen zu finden. Ich würde sagen, eher im Gegen­teil. Die Unter­nehmen sind da, wir haben einige inte­ressante Namen auf unserer Watch­list. Was uns aber zurück­haltend agieren lässt, ist der Preis. Der Mangel an Alter­nativen hat die Bewer­tungen vieler Aktien nach oben getrieben. Da liegt die Heraus­forderung, auch bei Warren Buffett. Ich sehe das allerdings weniger als Problem, denn Geduld und das Warten auf den richtigen Moment gehören beim lang­fristigen Inves­tieren dazu.

Als Value-Investor investieren Sie mit einer Sicherheits­marge, einem möglichst hohen Abstand zum inneren Wert einer Aktie. Die hohen Bewertungen drücken also auf diese Marge?
Die Sicherheitsmarge ist neben dem wirtschaft­lichen Burg­graben, dem «economic moat», über den unsere Unter­nehmen verfügen sollten und der Führung durch den Eigen­tümer eines der drei Kern­elemente unserer Value-Philo­sophie. Die klassische Value-Aktie nach den Kriterien von Benjamin Graham hat vielleicht nur einen kleinen Burg­graben, aber sie ist vor allem günstig und bietet eine hohe Sicher­heits­marge. Graham selber hat die Sicher­heits­marge bei rund 33 Prozent ange­setzt, sie dient als Puffer gegen Kurs­rück­schläge. Aktien, die aktuell eine Sicher­heits­marge bieten, sind beispiels­weise eine Freenet AG mit einer wunder­baren Divi­denden­rendite, oder eine Metro, bei der sich die Bilanz durch die Verkäufe von Immo­bilien und anderen Werten verbessern lässt. Wenn in vergleich­baren Fällen auch unsere übrigen Kriterien erfüllt sind, ist die Wahrschein­lich­keit, dass wir in diese Titel inves­tieren, hoch.

Daneben gibt es Unter­nehmen, bei denen die gute Qualität eine niedrige Sicher­heits­marge recht­fertigt. Wir nennen das «growth at a reasonable value». Unter­nehmen wie Ryman Health­care, Alibaba oder Alphabet zeichnen sich durch ein erhöhtes Umsatz­wachstum und eine starke Preis­setzungs­macht aus, haben aber auch ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Auch hier müssen dann die weiteren Kriterien erfüllt werden, es hängt also immer vom einzelnen Unter­nehmen in seiner Gesamt­heit ab.

Das hohe Kursniveau dürfte nicht anhalten, wir haben in den vergangenen Tagen erste Erschütterungen gesehen. Das sollte doch Chancen schaffen?
Die Frage ist wann. Das konjunkturelle Umfeld trübt sich in Folge des Handels­konflikts zwischen den USA und China stark ein. Der Welt­handel ist so stark einge­brochen wie zuletzt in den Rezessions­phasen Anfang der 2000er Jahre und nach der Finanz­krise. Die Einkaufs­manager­indizes des verarbei­tenden Gewerbes haben den Rück­wärts­gang eingelegt. Das zweite Quartal 2019 hat uns die schwächste Berichts­saison seit langem beschert. Das sind alles Faktoren, die für eine Korrektur am Aktien­markt sprechen.

Auf der anderen Seite haben wir aber die Noten­banken. Die Fed senkt möglicher­weise die Zinsen weiter, die EZB begibt neue TLTROs, senkt wahr­scheinlich den Einlagen­satz abermals und nimmt womöglich auch die Käufe von Anleihen wieder auf. In Deutschland wird über die Ausweitung von Negativ­zinsen der Geschäfts­banken diskutiert. Das macht Aktien aus Inves­toren­sicht grund­sätzlich attrak­tiver. Nicht zuletzt sollte US-Präsident Trump, der in den vergan­genen Monaten einer der grössten Unsicher­heits­faktoren für die Börsen war, mit Blick auf seine Wieder­wahl eigentlich ein grosses Interesse daran haben, das der Handels­konflikt nicht weiter eskaliert. Auch das wäre für die Aktien­märkte eine Unter­stützung. Die Frage ist jetzt, welches Szenario sich durch­setzt. Bis das Bild klarer wird, ist unserer Ansicht nach Vorsicht geboten.

Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld?
Bei uns kommt noch der eine oder andere Sonderfaktor hinzu. Unsere DNA liegt von Haus aus bei deutschen und euro­päischen Value-Neben­werten. Dieses Segment hat seit Mitte vergan­genen Jahres deutlich schwächer performed als etwa Standard- oder gar Growth-Werte aus den USA. Wir haben deshalb in den vergan­genen Monaten unseren Blick­winkel verbreitert und zum einen ausge­wählte Large Caps hinzu­gefügt, gleich­zeitig den geogra­phischen Horizont auf Länder wie die USA, Kanada oder Neu­seeland ausge­weitet. Ryman Health­care ist dafür ein Beispiel. Das Unter­nehmen betreibt Senioren-Resi­denzen und Alten­pflege­heime in Neu­seeland und nun auch in Australien. Rymann Health­care hat eine einzig­artige Kultur und geniesst in der Branche einen hervor­ragenden Ruf. Entsprechend lang sind die Warte­listen. Die Gewinne wachsen mit 15 Prozent pro Jahr. Wenn dann eine hinrei­chende Sicher­heits­marge gegeben ist, sind das typische Unter­nehmen, die wir suchen.

Aktuell sind wir allerdings eher zurück­haltend posi­tioniert, da wir aus unseren Indi­katoren heraus entspre­chende Warn­signale bekommen haben. Die hohe Cash-Quote resultiert unter anderem daraus, dass wir im Lauf der vergan­genen Monate Posi­tionen aufgelöst haben, die ihre Ziel­kurse erreicht hatten. Jetzt dient sie uns als Puffer gegen Rück­schläge, gleich­zeitig wollen wir natürlich auch unser Pulver trocken halten. Denn wie eingangs gesagt, haben wir einige inte­ressante Unter­nehmen im Fokus. Wenn deren Kurse wieder auf ein attrak­tives Niveau zurück­gehen, kaufen wir.