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Artikel von Das Anlagemagazin der Börsen Zeitung | März 2019

Frank Fischer | CEO & CIO, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Frank Fischer ist CEO und Chief Investment Officer der Shareholder Value Management AG. Er managt den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen.

Herr Fischer, Sie sind bekennender Anhänger des US-Investors Warren Buffett. Warum sind Sie von seiner Investmentphilosophie überzeugt?

Permanentes Lernen, das fasziniert mich an ihm. Buffett hat das Value Investing weiterentwickelt. Angefangen hat es mit der Suche nach Unternehmen mit unterbewerteten Assets, zum Beispiel Grundstücken. Buffett hat gezeigt, dass es viel besser ist, in Firmen mit Preissetzungsmacht und hohen Kapitalrenditen zu investieren, die ich wie ein Miteigentümer verstehe und deren Märkte eine halbe Ewigkeit wachsen. Dafür muss man sich mit den Geschäftsmodellen und den adressierten Märkten beschäftigen.

Wie gehen Sie dabei vor?

Wir verwenden drei Value-Kriterien. Das A und O ist die Sicherheitsmarge. Typischerweise streben wir einen Abschlag von 40 % zum inneren Wert an. Dafür muss man kaufen, wenn es schwerfällt, weil Panik herrscht. Wenn Euphorie da ist, muss man verkaufen. Zweitens achten wir auf die Besitzverhältnisse. Wir lieben familien- oder eigentümergeführte Firmen, weil sie die richtigen Anreize für langfristiges und nachhaltig wirtschaftliches Investieren setzen. Drittes Kriterium ist der strukturelle Wettbewerbsvorteil. Wir sehen das Unternehmen als Burg, drum herum ein möglichst breiter und tiefer Burggraben in Form von Patenten, Lizenzen und Netzwerk- oder Skaleneffekten.

Gibt es weitere Punkte?

Den vierten Schritt nennen wir Mister Market. Diese Figur stammt von Benjamin Graham, dem Urvater des Value Investings. Sie steht für die Launen der Anleger. Wir haben eine Datenbank entwickelt, um die Stimmung zu ermitteln. Damit versuchen wir, die Volatilität zu verringern und permanente Kapitalverluste zu vermeiden. Hier unterscheiden wir uns von Buffett, der sich um den Markt so gut wie gar nicht kümmert.

Wie schätzen Sie die aktuelle Stimmung ein?

Wir befinden uns in einem moderaten Gier-Umfeld. Die Angst, die im vergangenen Herbst herrschte, ist abgearbeitet. Aus der Realwirtschaft kommen viele negative Signale. Die Einkaufsmanagerindizes schmieren ab. Investoren sichern sich stark ab – ein absolutes Warnsignal. Deshalb sind wir sehr vorsichtig. Unsere Aktienquote liegt bei 65 %, also unter dem langfristig angestrebten Durchschnitt von 70 %. Außerdem haben wir einen Hedge eingezogen.

Halten Sie Aktien der Buffett-Holding Berkshire Hathaway?

Immer mal wieder, aktuell aber nicht. Wir warten auf günstigere Kurse.

Was sollten Privatanleger von Buffett lernen?

Antizyklisch und langfristig zu investieren. Das Wichtigste ist, nicht zur Unzeit die Nerven zu verlieren. Wenn du in Panik bist, dich aber nicht traust, antizyklisch zu kaufen, dann verkauf wenigstens nicht, sondern halte die Schwankungen aus.

Das Interview führte Helmut Kipp





Artikel von e-fundresearch.com | 26. Februar 2019

Ronny Ruchay | Portfoliomanager, Shareholder Value Management AG | www.shareholdervalue.de

Es hat lange gedauert, aber am 1. Januar 2019 war es soweit: Der Frankfurter – Value Focus Fund der Shareholder Value Management AG (SVM) ist jetzt auch zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerte investiert, wurde bereits 2008 als Luxemburger AIF aufgelegt und 2010 um die Anteilklasse R (WKN: A1C XU7) erweitert. Diese ist steht jetzt auch deutschen Anlegern zur Verfügung. Ronny Ruchay, der zusammen mit Frank Fischer den Fonds berät, macht im Folgenden Ausführungen zur Strategie und den Chancen des Fonds.

Frage: Der Frankfurter – Value Focus Fund ist seit Jahresanfang zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. Der Fonds wurde aber bereits 2008 aufgelegt, ist also schon über 10 Jahre alt. Warum wurde er erst jetzt in Deutschland zum Vertrieb zugelassen?

RR: Der Fonds war bisher nur einem kleinen Kreis rund um das SVM-Management vorbehalten. Für „Friends & Family“, wenn man so will. Mit seinem Fokus auf Nebenwerten entspricht er einer der Kernkompetenzen von Frank Fischer und seinem Team. Er wird agil gemanagt. Damit meinen wir vor allem, dass er aufgrund der Strukur flexibler ist als ein OGAW / UCITS und  der Fonds mit einem konzentrierten Portfolio auf die besten Ideen setzt. Jetzt steht er auch anderen Anlegern zur Verfügung und rundet die Bandbreite der Shareholder Value Management-Mandate ab: Er kann als das sportlichste Vehikel bezeichnet werden, da flexibel ein konzentriertes Portfolio unterhalten wird. Vergleichbare Investmentstrategien haben sich allerdings bewährt und gehen auf Investmentlegenden wie Warren Buffett zurück.

Frage: Sie beraten den Fonds zusammen mit Frank Fischer, einem ausgewiesenen Value-Experten. Ist Value-Investing auch Ihre Investmentphilosophie?

RR: Ja, auf jeden Fall. Meine erste Bekanntschaft mit Value-Investing in der Praxis war zu Beginn meines Studiums, als ich einen klassischen „Cigar-Butt“ ausgegraben habe – die Hornschuch AG, die damals deutlich unter dem Wert der Immobilien notierte und sich in einer Übernahmesituation befand. Ich merkte schnell, dass allerdings das meiste Geld mit Unternehmen verdient werden kann, die Wettbewerbsvorteile, großes Wachstumspotenzial und ein Management haben, das signifikante Anteile am Unternehmen besitzt. Ich habe mich deshalb auch intensiv mit der Philosophie der Value-Legenden Warren Buffett und Charlie Munger beschäftigt. Ein Investmentstil, der einfach überzeugend ist.

Frage: Der Fonds ist ja ein reiner Aktienfonds, der mit einem konzentrierten Portfolio weltweit in Nebenwerten investiert. Nach welchen Kriterien suchen und finden Sie die Werte?

RR: Bei der SVM verfolgen wir eine Strategie, die stark an der Philosophie von Benjamin Graham und Warren Buffett angelehnt ist. Unternehmen müssen einen identifizierbaren ökonomischen Burggraben, einen sogenannten Moat, haben, der nachhaltig ist. Das können beispielsweise Kostenführerschaft oder auch Netzwerkeffekte sein, damit der Wettbewerb auf Abstand bleibt. Wichtig ist bei der Auswahl auch der sogenannte Business Owner, was nichts anderes bedeutet, als dass das Management das Unternehmen wie ein Eigentümer führt. Das heißt es maximiert den Unternehmenswert auf lange Sicht und nicht die eigene Vergütung oder kurzfristige Quartalsergebnisse. Bestenfalls hat das Management ‚Skin in the Game‘, was bedeutet, dass das Management signifikante Anteile am Unternehmen besitzt, die es mit eigenem Geld erworben hat. Die besten Erfahrungen haben wir mit Unternehmen gemacht, bei denen die Firmengründer noch an Bord sind, im Vorstand oder im Aufsichtsrat. Schauen Sie sich GRENKE, BECHTLE oder NEMETSCHEK in Deutschland an. Das sind Paradebeispiele für eigentümergeführte bzw. eigentümerkontrollierte sehr erfolgreiche Unternehmen, die zudem noch viele unsere anderen Kriterien erfüllen. Leider scheitern die Unternehmen, die die ersten beiden Tests erfolgreich bestanden haben, häufig am dritten Test. Und zwar die Frage nach dem Preis bzw. zu welchem Wert kann ich die Aktien des Unternehmens an der Börse kaufen. Der Preis muss eine ‚Margin of Safety‘ oder Sicherheitsmarge erlauben – das wahrscheinlich wichtigste Konzept vom Urvater des Value-Investing Benjamin Graham. Die Frage nach dem Preis ist allesentscheidend. An der Börse verliert man eben auch, wenn man super Unternehmen zu einem zu hohen Preis kauft. Bevor wir in ein Unternehmen investieren, muss das Unternehmen also alle drei Tests erfolgreich bestehen. 

Frage: Haben Sie ein spezielles Screening-System, mit dem Ihr Investmentuniversum zunächst durchleuchtet wird?

RR: Wir nutzen einige Screens – von ganz einfach bis hochkomplex -, die ständig weiterentwickelt werden. Screens sind allerdings nur eine Quelle von vielen, die wir für die Ideengenerierung nutzen. Bei meinem Screening schaue ich vor allem auf eine langjährige herausragende finanzielle Entwicklung. Mich interessieren ausschließlich Unternehmen, die schon bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell sehr erfolgreich ist und bei denen das Management wie ein Eigentümer agiert. Der Preis spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Hohe Kapitalrenditen, ein hoher freier Cashflow, hohes und vor allem konsistentes Wachstum sind beispielsweise Faktoren, die durch das Screening geprüft werden. Das war der einfache Teil. Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Dann gilt es herauszufinden, warum die Zahlen so waren wie sie waren und ob die Faktoren über die nächsten zehn Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit so bleiben. Das Screening selektiert fast 90 Prozent der Unternehmen aus. Nach dem eigentlichen Analyseprozesse hat sich die Anzahl nochmals stark reduziert. Der Auswahlprozess für die Unternehmen ist ziemlich tough.

Frage: Können Sie bitte mal einen Titel exemplarisch herausgreifen und daran Ihren Anlagestil erklären?

RR: Ich nehme mal einen Titel, der aktuell nicht im Portfolio ist und erkläre die Gründe dafür: GRENKE AG. Ich kenne das Unternehmen seit dem Börsengang. Bei GRENKE vereinen sich alle Kriterien, auf die wir hohen Wert legen: Wir haben ein seit Jahrzehnten bewiesen erfolgreiches Geschäftsmodell mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen, hohem und konsistenten Wachstum und mit Wolfgang Grenke einen Business Owner, aktuell in der Form eines eigentümergeführten Aufsichtsrats. Er selbst war 40 Jahre lang CEO der von ihm 1978 gegründeten Firma und ist heute noch mit über 40% am Unternehmen beteiligt.  Man kann sich keinen besseren Aufsichtsratsvorsitzenden wünschen. Das Unternehmen erfüllt unsere ersten beiden Test mit Bravour, aber der Preis an der Börse offeriert derzeit keine hohe Sicherheitsmarge. Und damit sind für uns nicht alle Kriterien erfüllt, leider. Fällt der Kurs, ist GRENKE auf jeden Fall wieder eine nähere Betrachtung wert.

Frage: Im Portfolio finden sich auch Titel wie Mears zum Beispiel. Die sind weniger bekannt als Qualitätstitel, bei denen alles super läuft.

RR: Da haben Sie absolut recht! Wir haben auch Titel im Portfolio, die – milde ausgedrückt – eine eher durchwachsene Unternehmenshistorie aufweisen oder bei denen es die Historie begrenzt verfügbar ist. Wir nennen diese Positionen „unternehmerische Investments“. Das sind Unternehmen, die noch nicht bewiesen haben, dass das Geschäftsmodell einen Burggraben hat und bei denen häufig das Management Defizite in der Unternehmensführung und der Kapitalallokation hat. Die britische Mears Group gehört beispielsweise zu diesen Unternehmen. Das Geschäftsmodell ist stabil und gut profitabel. Dabei benötigt es kaum Kapital, was wir generell sehr schätzen. Allerdings reinvestiert das Management die Cashflows in Projekte, bei denen unklar ist, wie viel am Ende herauskommt und ob überhaupt etwas verdient werden wird. Wir haben hier nicht den Eindruck, dass das Management zum Wohle der Aktionäre agiert. Die Finanzzahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Hier nehmen wir eine aktive Rolle ein und kommunizieren mit dem Management und dem Aufsichtsrat direkt, um erstens die Kapitalverwendung besser zu verstehen und um zweitens eine rentablere Kapitalverwendung herbeizuführen. Das Unternehmen wäre deutlich mehr wert, wenn die verdienten Cashflows ausgeschüttet oder noch besser, eigene Aktien zurückgekauft würden. Bis zum Erfolg einer solchen aktiven Strategie kann es allerdings Jahre dauern und viele Ressourcen verschlingen. Wir sind bereit, diesen Weg zu gehen und uns diese Arbeit zu machen, auch weil wir das Knowhow dafür haben sowie ein breites Netzwerk. Allerdings nur, wenn wir eine ausreichende Erfolgswahrscheinlichkeit sehen und die Aktionärsrendite im Erfolgsfalle sehr attraktiv ist. Zusammengefasst kann man sagen, dass wir im Value Focus Fund zwei bisher erfolgreiche Strategien miteinander verbinden. Mit der einen investieren wir in „Bewährte Gewinner“ – wie Grenke – und mit der anderen zielen wir auf „Unternehmerische Investments“ – wie bspw. Mears Group – ab. In der Vergangenheit waren wir tendenziell mehr in den Spezialsituationen unterwegs. In Zukunft konzentrieren wir uns vermehrt auf die Qualitätstitel.

Frage: Das Portfolio ist sehr konzentriert und enthält im Normalfall nur rund 15 bis 20 Werte. Warum diese „hohe“ Wette, gerade jetzt in diesen unruhigen Börsenzeiten?

RR: Das Portfolio soll nur die besten Investmentideen enthalten, die wir im Nebenwertebereich bei der SVM identifizieren. Naturgemäß gibt es davon nicht sehr viele. Damit können kurzfristig durchaus höhere Schwankungen auftreten – und das sollte jeder Anleger auch wissen. Wobei wir sehr genau darauf achten – und das ist uns sehr wichtig – dass wir den permanenten Kapitalverlust für unsere Investoren vermeiden wollen. Kurzfristige Schwankungen ja, aber einen permanenten Kapitalverlust auf keinen Fall!     

Frage: der Fonds ist also eher etwas für risikobewusste Anleger – vor allem auch deswegen, weil Sie ja vornehmlich Nebenwerte investieren, oder?

RR: Risikobewusst? Das kommt auf den Anlagehorizont an und was Anleger unter Risiko verstehen. Die meisten Anleger verwechseln Risiko mit Kursschwankungen. Wir sehen das Risiko vor allem in der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens – sprich, wie hoch werden die zukünftigen Cashflows sein und wie viel haben wir dafür bezahlt. Dagegen sind Schwankungen der Kurse für uns willkommene Chancen, uns in hervorragende Firmen günstig einzukaufen. Fondsinvestoren, die mindestens 5 Jahre, besser sogar 10 Jahre in unsere Anlagestrategie investieren, werden eine gewisse Volatilität aushalten müssen: Haben damit aber auch die Chance, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Nebenwerte haben auf der anderen Seite den Vorteil, dass sie bei den meisten Analysten weniger Beachtung finden. Sie segeln also unter dem Radar der meisten Investoren. Das genau ist unsere Chance, regelrechte Perlen im Markt zu finden. Manchmal finden wir auch sehr große Perlen und scheuen uns auch nicht, in diese zu investieren. Überwiegend Nebenwerte ja, aber wie schließen auch keine Large Caps aus. Entscheidend ist die relative Attraktivität. 14% jährliche Aktionärsrendite in einem Large Cap sind uns allemal lieber als 9% in einem Small Cap. Um es plastischer zu machen. Wenn die erwartete Aktionärsrendite stimmt, dann investieren wir auch in eine Novo Nordisk – eine prominente Position im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen. Dem Euro ist es egal, wo er verdient wird – uns auch. Da sind wir pragmatisch.

Frage: Hinzu kommt ja auch: Als alternativer Investmentfonds (AIF) ist der Frankfurter – Value Focus Fund hinsichtlich der Anlagemöglichkeiten flexibler als ein UCITS-Fonds. So können Einzelpositionen beispielsweise höher gewichtet werden. Wie setzen Sie das in der Praxis um?

RR: Bei Aktienfonds dürfen einzelne Werte im Normalfall die 10 Prozent-Grenze nicht überschreiten. Wir haben hier etwas mehr Freiheit, die wir im Einzelfall auch nutzen, wie derzeit etwa bei secunet Security Networks AG. 

Frage: Das klingt nach „Free-Style“ pur, oder täuscht der Eindruck?

RR: Die Freiheiten sind schon größer als im engen Korsett eines UCITS-Fonds. Aber für die Investmentstrategie, wie wir sie im Frankfurter – Value Focus Fund umsetzen, passt sie ideal.

Frage: Können Sie das Portfolio eigentlich auch absichern?

RR: Ja, das ist möglich und das haben wir auch schon gemacht, wie etwa im turbulenten letzten Quartal 2018. Die ist aber nicht der Regelfall.

Frage: Die Märkte haben im gerade angesprochenen letzten Quartal 2018 zum Teil stark korrigiert. War das genau die Zeit, in der Sie wieder unterbewertete Aktien für den Fonds gefunden haben?

RR: Ja, das war der Fall. In diesem Zeitraum haben einzelne Werte so stark korrigiert, dass sie unserer Sicherheitsmarge wieder entsprochen haben, wie etwa die britische Majestic Wine PLC. 

Frage: Wie schätzen Sie derzeit die Aktienmärkte ein? Wo liegen die Chancen, und wo die Risiken?

RR: Kurzfristige Schwankungen an den Märkten spielen für uns eher eine untergeordnete Rolle, da die meisten Unternehmen im Portfolio sowieso eher langfristig gehalten werden. Auf der anderen Seite kommt uns die Volatilität an den Märkten auch entgegen. Wir haben eine Liste von wirklich guten Unternehmen, in die wir gerne investieren würden. Fallen die Märkte, dann fallen auch deren Kurse – und das ist genau der Zeitpunkt, zu dem wir gerne „zuschlagen“.  

Frage: Werden beim Frankfurter – Value Focus Fund auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt?

RR: Ja, wie bei allen Fonds, die von der Shareholder Value Management AG beraten werden. Wir fühlen uns dem Nachhaltigkeitsgedanken sehr verbunden, ja sogar verpflichtet. Unser Anlageuniversum wird – bevor wir uns mit den einzelnen Unternehmen überhaupt beschäftigen – von der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics überprüft. Entsprechen die Unternehmen unserem ethischen Leitfaden, der sich an den der evangelischen Kirche anlehnt, dann sind sie für uns investierbar. Ist dies nicht der Fall, haben die Aktien keine Chance, jemals in unserem Portfolio zu landen.

Frage: Ist der Fonds bei allen Banken und Onlinebrokern zu kaufen?

RR: Ja, der Fonds ist über alle gängigen Plattformen in Deutschland kaufbar.

Klein, fein, agil und renditestark | Ronny Ruchay im Interview mit e-fundresearch.com: LINK ZUM ARTIKEL

Frankfurt, den 25. Juni 2018:

Der im Januar 2008 aufgelegte Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen darf ab sofort auch an qualifizierte und nicht qualifizierte Anleger in der Schweiz vertrieben werden. „Durch die neue Vertriebszulassung können wir unseren Flaggschiff-Fonds nun auch Investoren aus der Schweiz leichter zugänglich machen“, so Vertriebsvorstand Philipp Prömm. Die Schweiz ist neben Deutschland und Österreich das dritte Land in dem der nachhaltige und vermögensverwaltende Value-Aktienfonds zum öffentlichen Vertrieb angemeldet ist und komplettiert damit die D-A-CH-Region.

Der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen belegt bei Morningstar den ersten Platz über 10 Jahre in der Kategorie „Mischfonds EUR Flexibel“ (Stand 30.05.2018). Der Fondsberater, Frank Fischer, wurde für seine kontinuierlich gute Leistung von der Fondsexperten-Jury des Finanzen Verlag (€uro, €uro am Sonntag und BÖRSE ONLINE) als „Fondsmanager des Jahres 2018“ ausgezeichnet. Dabei folgt die Investmentphilosophie der Shareholder Value Management AG konsequent dem Gedanken des Value-Investing im Sinne von Benjamin Graham und Warren Buffett. Dazu werden Aktien mit Sicherheitsmarge, also unter ihrem inneren Wert erworben. Bevorzugt wird dabei in eigentümergeführte Firmen investiert, wo Aktionär und Management in einem Boot sitzen. Der sogenannte wirtschaftliche Burggraben, der nachhaltige strategische Wettbewerbsvorteil stellt das dritte Prinzip des Value Investing dar. Als viertes werden Erkenntnisse der Behavioral Finance zur aktiven Steuerung der Aktienquote genutzt.

Im Ergebnis sollen damit aktienmarktähnliche Renditen unter Vermeidung des permanenten Kapitalverlustes erzielt werden. Seit Auflage konnte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen eine durchschnittliche Rendite von 10,85% p.a. erzielen und seit März 2009 zweistellige Verluste vermeiden (Stand 30.05.2018)*. Frank Fischer ergänzt: „Ob institutionelle Investoren wie Stiftungen, Versorgungskassen und Versicherungen oder Privatanleger – das Ziel ist für alle gleich: auf Dauer kein Geld verlieren, und darüber hinaus eine mittel- bis langfristig überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Diesem Anspruch fühlen wir uns verpflichtet.“

*Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Die Angaben berücksichtigen nicht etwaige Ausgabeaufschläge oder Depotgebühren. Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb des Investmentfonds sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht.

Wichtiger Hinweis: Diese Pressemitteilung dient ausschließlich zur Information. Sie stellt kein Angebot dar, Fondsanteile zu erwerben. Diese Pressemitteilung ist lediglich eine Kurzdarstellung und ersetzen keine Anlageberatung. Sie wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann jedoch keine Gewähr übernommen werden. Allein verbindliche Grundlage für den Kauf von Fondsanteilen sind die aktuellen Verkaufsunterlagen: Verkaufsprospekt, Wesentliche Anlegerinformationen, Jahresbericht und Halbjahresbericht, falls dieser mit jüngerem Datum als der Jahresbericht vorliegt. Der Verkaufsprospekt enthält außerdem ausführliche Risikohinweise und nähere steuerliche Informationen. Die aktuellen Verkaufsunterlagen sind kostenfrei in digitaler Form unter www.axxion.lu erhältlich. Die Fondsanteile dürfen ausschließlich in Ländern zum Kauf angeboten oder verkauft werden, in denen ein solches Angebot zulässig ist. So dürfen Anteile dieses Fonds weder innerhalb der USA noch an oder für Rechnung von US-Staatsbürgern oder in den USA ansässigen US-Personen zum Kauf angeboten oder verkauft werden. Gleiches gilt für die Hoheitsgebiete oder Besitztümer, die der Gesetzgebung der USA unterliegen.

Kontaktinformationen

Shareholder Value Management AG

Neue Mainzer Straße 1

D-60311 Frankfurt am Main

www.shareholdervalue.de

 

Philipp Prömm
Vorstand
philipp.proemm@shareholdervalue.de
Tel. +49 69 66 98 30 18

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen:


Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – T

WKN: A0M8HD

Ertragsverwendung: Thesaurierung
Mindestzeichnungsbetrag: keiner

 

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – A

WKN: A1JSWP

Ertragsverwendung: zwei Ausschüttungen
Mindestzeichnungsbetrag: keiner

 

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – TI

WKN: A12BPP

Ertragsverwendung: Thesaurierung
Mindestzeichnungsbetrag: keiner

 

Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen – AI

WKN: A12BPQ

Ertragsverwendung: zwei Ausschüttungen
Mindestzeichnungsbetrag: keiner

 

Fondsvolumen (30.05.2018): 2,88 Mrd. EUR

Manchmal muss man sich als Investor von den täglichen Problemen an der Börse frei machen und sich einfach einen Blick in die Zukunft „gönnen“. Fernab vom täglichen twittern eines Donald Trump, des sich ausweitenden Handelskriegs, weg vom Geschehen rund um die Notenbanken. Die Zukunft liegt immer noch bei den Unternehmen selbst, ihren Plänen, Innovationen und strategischen Entscheidungen. Ein großer Teil unserer Zukunft wird von den großen Tech-Unternehmen gestaltet. Ob Amazon, Apple, Google, Netflix oder Facebook – all diese FAANG-Größen zeichnen sich vor allem durch eines aus: Ihrer Suche nach dem nächsten „Billion User Baby“! Soll heißen, nach der nächsten Innovation, die von mindestes einer Milliarde Menschen genutzt wird. Wir hatten das Glück, im Rahmen des „Frankfurter Diskurs“ (http://frankfurter-diskurs.de), den wir als Shareholder Value Management AG zusammen mit DJE und der Oddo BHF-Bank bereits zum vierten Mal veranstaltet haben, einen Blick in den Maschinenraum von Google geboten zu bekommen. Zu Gast war der Chief Innovation Evangelist von Google, Dr. Frederik G. Pferdt.

Chief Evangelist – ein Prediger für die Innovationen der Zukunft

Der ungewöhnliche Titel eines Evangelisten, also eines Predigers, trifft die Aufgabe von Pferdt ganz gut. Denn er ist mit seinem über 400 Mann-und-Frau-Team dafür zuständig, dass die mittlerweile über 80.000 Mitarbeitern im Konzern eine Atmosphäre vorfinden, in der sie frei, kreativ und innovativ arbeiten können. Der im oberschwäbischen Ravensburg geborene Pferd ist promovierter Wirtschaftspädagoge, lebt seit 2011 mit seiner Familie in den USA und entwickelt bei Google Konzepte und Leitlinien, die kreatives Arbeiten ermöglichen. Diese werden dann vom Top-Management bis hin zum Arbeiter in der Kantine umgesetzt. Kein leichtes Unterfangen. Doch Pferdt sagt, ohne diese Freiheit zu denken und zu arbeiten gebe es Stillstand, ein Zustand, den sich ein Unternehmen wie Google nicht leisten kann und will. Deshalb müsse auch das „Undenkbare möglich sein zu denken, sonst werden wir nie das Machbare erreichen“.
Und der Chief Evangelist brachte einige Beispiele mit, an denen Google derzeit arbeitet.
Jeder Mensch werde sich schon sehr bald sich mit anderen Menschen in 108 Sprachen unterhalten können. Per Handy wird dann das gesprochene Wort simultan übersetzt. Das heißt, während wir auf deutsch sprechen, übersetzt das Handy in der selben Sekunde unsere Worte in die Sprache unseres Gesprächspartners. Und wenn etwa auf Chinesisch antwortet, bekommen wir die Antwort in Echtzeit auf Deutsch. Man wird sich dann mit mehr oder weniger allen Menschen auf der Welt unterhalten können. Eine Revolution, wie Pferdt es nannte, die zum einen die Geschäftswelt verändern und die Menschen näher zusammenrücken lassen wird.
Unsere Handys werden bald selbstständig Emails für uns schreiben. Sie werden Vorschläge für die Beantwortung von Mails gegeben, die wir nur noch anpassen müssen. Dahinter steckt maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, die sich immer weiterentwickeln und uns helfen, das tägliches Leben einfacher zu machen.
Oder das vom Google-Schwesterunternehmen Waymo entwickelte, selbstfahrende Auto. Mittlerweile wurden mit diesem Auto schon über 7 Millionen Testkilometer zurückgelegt. „Das wird kommen, da sind wir schon sehr weit“, zeigte sich Pferdt begeistert.
Sieben Produkte mit mehr als einer Milliarde Usern
Google hat heute sieben Produkte, beziehungsweise Anwendungen, die von jeweils über einer Milliarde Menschen genutzt werden. Ob es die Suchmaschine selbst ist, Google Maps, Android, Youtube und wie sie alle heißen- alles Funktionen mit über einer Milliarde Usern. Und die nächsten „Billion User Babys“ sollen folgen.
Doch, wie schafft man eine Umgebung im Unternehmen, damit kreatives Denken auch eine Chance hat umgesetzt zu werden? Man müsse den Mitarbeitern Freiheiten und vor allem die Sicherheit geben, über das normale Denken hinaus kreativ zu sein, sagt Pferdt. Doch oft würden neue Ideen und Initiativen gleich im Keim erstickt. Das fange schon im Management an nach dem Motto: „Dann klappt doch nie! Das kostet zu viel Geld! Das ist nur eine Verschwendung von Ressourcen!“ Man müsse aber seinen Mitarbeitern das Vertrauen und die Chance geben, Neues auszuprobieren und innovativ zu sein. Angefangen im Kleinen bis hin zu neuen Produkten und Dienstleistungen.
Vom selbstfahrenden Auto zum selbstfliegenden Flugzeug für jedermann
Und Pferdt brachte auch ein Beispiel mit, das bei den meisten Unternehmen nie eine Chance bekommen hätte, das selbstfliegende Flugzeuge, die schon bald selbstfahrende Autos ersetzen soll. Das erste wurde bereits erprobt und von einer CNN-Reporterin „Probe geflogen“, wie Pferdt schmunzelnd erzählte. „Die normale erste Reaktion ist doch: Das wird sich nie durchsetzen, das ist ja nur eine halbe Stunde in der Luft, wo soll ich das denn zuhause oder in der Stadt parken? Ist ja außerdem nur für eine Person“, erklärte Pferd. „Aber, warum nicht das Positive sehen: es klappt, es fliegt. Der Anfang ist also gemacht.“
Der Blick in den Maschinenraum von Google war faszinierend. Als Investor stellt man sich da natürlich immer auch die Frage, ob eine Aktie wie die die der Google-Mutter Alphabet eine gute Investition ist und bleibt. Wir halten die Aktie sowohl im Portfolio unseres Mandats Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen wie auch im PRIMA – Globale Werte. Ich denke: Nach diesem Blick in die Zukunft, keine schlechte Entscheidung.Google und der Weg zum nächsten „Billion User Baby“ | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10648696-google-naechsten-billion-user-baby

Vorbildliche Kapitalanlage in einer Stiftung auszuzeichnen, ist seit Jahren schon das Anliegen des Portfolio Awards in der Kategorie Beste Stiftung. Rödl & Partner hat für diese Award-Kategorie den Jury-Vorsitz inne und prämiert in jedem Jahr aus dem Kreis der nominierten Stiftungen den Gewinner. In diesem Jahr wurden die Schmitz-Stiftungen prämiert. Gemeinsam mit deren Verantwortlichen und Vertretern anderer nominierter Stiftungen diskutierte Rödl & Partner in Kooperation mit dem Portfolio Verlag, was in der Kapitalanlage von Stiftungen heute zum Vorbild taugt.

Wie sollten Stiftungen ihre Kapitalanlage heute aufsetzen, und wer sollte es überhaupt noch selber machen. Zwei Fragen die derzeit die Stiftungslandschaft bewegen. Was antworten Sie darauf?

Frank Wieser: Also ich kann einer ganz klassischen Vorgehensweise, die 60% Renten mit 40% Aktien mischt, durchaus viel abgewinnen. Spannenderweise überlegen wir uns derzeit aber auch, uns mit komplett anderen Investmentlösungen auseinanderzusetzen, etwa Hedgefonds-Strategien. Die Diskussion um die ganz klassische Ausgestaltung der Kapitalanlage einer Stiftung hat uns zu dem Punkt gebracht, dass sich genau der Zyklus des ganz klassischen Ansatzes dem Ende nähert. Möglicherweise müssen Stiftungen künftig neue Wege gehen.

Reiner Sachs: Die Frage der Veranlagung des Stiftungsvermögens hängt in meinen Augen vom Stiftungszweck und auch von der Risikotragfähigkeit ab – und auch davon, ob sie fördernd oder operativ tätig ist. Unsere Share Value Stiftung ist fördernd tätig und legt ihr Kapital in Aktien an, wenn hier die Dividenden mal nicht so sprudeln, dann wird eben auch ein wenig weniger gefördert. Allerdings muss man wissen, dass die Dividenden weniger stark schwanken als die Kurse der Unternehmen, es also schon ein hohes Maß an Planungssicherheit für uns gibt. Wir haben aber seit 2003, seit also die Stiftung besteht, das Fördervolumen noch nie reduzieren müssen. Auch in der Finanzkrise nicht. Insofern ist die Aktienanlage für uns stimmig. Alternative Strategien machen wir nicht, aber ich sage auch: noch nicht. Optionsstrategien könnten spannend sein, setzen aber Knowhow voraus. Wer so etwas nicht kann, sollte es delegieren, und Delegation kann für viele Stiftungen ein Weg sein.

[…]

Vollständiger Artikel unter:
https://www.transparenzbericht.com/runder_tisch_portfolio_institutionell.html

Eins lässt sich vom Jahr 2018 aus Anlegersicht nicht behaupten: dass es langweilig ist. Im Januar schien es, als würde sich die Hausse aus dem Vorjahr ungebremst fortsetzen. Doch im Februar und März herrschte Katerstimmung an den Aktienmärkten. Die wichtigsten Indizes knickten ein und viele Anleger flüchteten. In erster Linie waren es Sorgen um einen beschleunigten Rückzug der US-Notenbank aus ihrer lockeren Geldpolitik, welche die Korrektur auslösten. Plötzlich erschien vieles nicht mehr so rosig wie noch einige Wochen zuvor. Knapp zwei Monate lang ging es an den Börsen abwärts, ehe sich die Kurse stabilisierten. Der deutsche Leitindex DAX markierte am 26. März sein Jahrestief — und seither entwickeln sich die Aktienmärkte wieder prächtig.

Das Auf und Ab an den Börsen stellt vor allem eine Fondsgattung vor Herausforderungen: Mischfonds. Von ihnen erhoffen sich Anleger, dass sie auf jedes Börsenwetter die richtige Antwort parat haben. In der Tat können Mischfonds, die sowohl Aktien als auch Anleihen kaufen und gelegentlich Rohstoffinvestments beimischen, sehr flexibel agieren. Denn ihr Instrumentarium ist groß. Es richtig — also gewinnbringend oder verlustmindernd — einzusetzen ist die hohe Kunst, der sich die Mischfondsmanager verschrieben haben.

€uro am Sonntag hat sich zwölf beliebte Produkte angesehen und ihre Leistung im laufenden Jahr begutachtet. Aus jeder der drei Mischfondskategorien (offensiv, ausgewogen, defensiv) wurden vier Flaggschiffe ausgewählt. Ihr Gewicht reicht von rund drei Milliarden Euro bis knapp 27 Milliarden.

Vollständiger Artikel unter:
https://shareholdervalue.de/wp-content/uploads/2018/06/2018.06.06-€uro-am-Sonntag-Navigation-in-schwerer-See.pdf

Es ist schwere Kost, die Anleger derzeit verdauen müssen. Und auch der Europäischen Union dürfte sie schwer auf dem Magen liegen. Da ist zum einen der Handelsstreit mit den USA und den von US-Präsident Trump verhängten Strafzöllen. Dann die neue Regierung in Italien, die alles andere als Europafreundlich daherkommt. Und – quasi als Dessert – die neue Regierung in Spanien. Der neue Ministerpräsident, der Sozialist Pedro Sánchez, versprach zwar eine „europafreundliche, sozialistische und auf Ausgleich bedachte“ Regierung. Doch man wird abwarten müssen, wie sich das im täglichen Politgeschäft darstellen wird. Dass Italien jetzt eine neue Regierung hat, konnte zumindest die Anleihemärkte für eine Weile beruhigen, ist damit doch die Gefahr von Neuwahlen – und damit die Befürchtung, dass die rechtspopulistische Lege noch stärker wird – erst einmal vom Tisch. Damit ist das Problem Italien aber bestimmt nicht vom Tisch. Die neue Regierung in Rom hat zwar für eine gestiegene Risikoneigung der Finanzmärkte gesorgt, denn nach drei Monaten politischem Chaos wurde die Koalitionsregierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega jetzt immerhin vereidigt. Deshalb reagierten die Märkte nach den Turbulenzen der vergangenen Woche auch irgendwie erleichtert. Doch wie lange?

Italien: Eine nie zuvor dagewesene Konstellation

Hier hilft ein Blick auf die neue Ministerriege. Staatspräsident Sergio Mattarella hatte sich ja zunächst geweigert, den greisen Euro-Kritiker Paolo Savona zum Finanzminister zu ernennen. Aus Angst vor Neuwahlen entschieden sich Lega und M5S jetzt einfach dafür, Savona auf einen unbedeutenderen Ministerposten abzuschieben. Was bleibt, ist ein schwachen Ministerpräsidenten Conte mit zwei populistischen Vizepremierministern. Zum einen Salvini, ein Putin- und Le Pen-Bewunderer, der nun das Thema Migration angeht. Und dann Di Maio, ein systemfeindlicher Mann des Volkes, der ab sofort neuer Arbeitsminister ist. Nicht zu vergessen: schaut man auf das Wahlprogramm der neuen Regierungsparteien, dann ist der Konflikt mit Brüssel unausweichlich. Das Bündnis plant nämlich eine Grundsicherung für Arbeitslose, das Rentenalter soll herabgesetzt und die Steuern drastisch gesenkt werden. Kommt es dazu, würde sich die jährliche Neuverschuldung Italiens verdoppeln oder verdreifachen. Damit würde Rom alle europäischen Vereinbarungen brechen. Das wird sich Brüssel kaum gefallen lassen.

Trump bleibt unbeeindruckt

Noch ein Wort zu Trumps neuen Strafzöllen. Die EU und Kanada wollen dem amerikanischen Präsidenten zwar die Stirn bieten und reichten Klage bei der Welthandelsorganisation WTO gegen die US-Sonderzölle ein. Außerdem will man Vergeltungszölle zum Beispiel auf Agrarprodukte erheben. Dies könnten insbesondere ländliche Regionen in den USA zu spüren bekommen, wo Trump viele Anhänger hat. Doch was macht Trump? Der zeigt sich wenig beeindruckt und nutzt sein Lieblingsmedium Twitter, seine Haltung zu untermauern, wonach die USA von anderen Ländern ausgenutzt würden. Wenn man ein Handelsdefizit von jährlich 800 Milliarden US-Dollar habe, könne man keinen Handelskrieg verlieren, so seine Logik. Klingt nicht nach einer schnellen Lösung.

Vorsicht und Absicherung des Portfolios sind die Gebote der Stunde

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Gemengelage einem Pulverfass gleicht, das einem als Anleger den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Als Fondsberater gehen wir deshalb sehr vorsichtig mit dem Geld unserer Anleger um und haben die Portfolios der von uns beratenen Mandate wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem Frankfurter Stiftungsfonds und dem PRIMA – Globale Werte weitestgehend wetterfest gemacht. Wir sind zwar in Italien investiert, wie etwa bei Telecom Italia oder der Gruppo Mutui, doch wir haben die Portfolios abgesichert. Schließlich wollen wir den permanenten Kapitalverlust für unsere Anleger vermeiden – und damit der Gefahr vorbeugen, dass sie zu Verlierern im Chaos um Trump, Brüssel und Rom werden.

Börse:: Die Gemengelage bleibt hochexplosiv | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10597095-boerse-gemengelage-bleibt-hochexplosiv

Warren Buffett und Charlie Munger, die beiden Altmeister und glühenden Verfechter des Value-Investing, haben ihre Zuhörer auch bei der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway wieder in ihren Bann gezogen. Es hat Spaß gemacht ihnen zuzuhören und von ihnen zu lernen. Aber es war auch mal wieder die Bestätigung dafür, dass es sich lohnt, sich ausgiebig mit ihrer Investmentphilosophie und ihrem Analagestil zu beschäftigen.

Natürlich war da zunächst die alljährliche Show wie bei einem Rockfestival für die etwas Betagteren. 42.000 Aktionäre waren nach Omaha gekommen, um Buffett (87) und Munger (94) zu erleben. So viele waren es noch nie. Man hatte den Eindruck, als wollten die meisten unbedingt in ihrem Leben noch einmal die Legenden live sehen. So wie ich meinen Kindern wohl nie werde erklären können, warum ich unbedingt noch einmal die Rolling Stones live in Concert erleben möchte. Legenden pur, Legenden live. Aber das ist eine andere Geschichte.
Das Glück, in der Halle zu sein
Schon morgens um vier Uhr waren die ersten vor der großen Veranstaltungshalle, um für sich die besten Plätze zu ergattern. Doch nicht alle passten rein ins CenturyLink Center, viele mussten sich die Hauptversammlung in Nebenräumen auf großen Monitoren anschauen, auf denen die Hauptversammlung live übertragen wurden. Nun, wir hatten Glück, alles live in der Halle direkt mitzubekommen. Da ist er, der Lohn für all die Mühen. Fünf Stunden dauerte das Frage- und Antwortspiel der beiden. Leider hatten wir Pech, dass die Fragen, die wir eingereicht hatten, nicht ausgelost wurden. Nun, das konnten wir verschmerzen. Aber auch so waren es eine bunte Vielfalt an Themen und Fragen, die von den beiden Altmeistern in gewohnt launigem Ton besprochen, bzw. beantwortet wurde: Die Zukunft der Beteiligungen Wells Fargo, TTI, Nebraska Furniture, See’s Candy (reines Hüftgold, aber immer wieder eine Sünde wert) und wie sie alle heißen. Die Vorliebe für Apple und den Fehler, das Potential von Amazon nicht erkannt zu haben. Aber es ging auch um die Zukunft von Berkshire Hathaway, wenn Buffett und Munger mal nicht mehr da sind. Hier hatte vor allem Charlie Munger die Zuhörer auf seiner Seite. Er riet besonders jungen Aktionären, ihre Anteilsscheine nicht zu verkaufen, „selbst wenn wir beiden mal nicht mehr da sein werden. Wenn ihr die Papiere verkauft, werdet ihr schlechter dastehen als wenn ihr sie behaltet. Ich ermutige euch, den Glauben zu behalten“, sagte Munger. Das Publikum danke es ihm mit stürmischem Beifall.
Die Zukunft von Berkshire Hathaway
Dann die Frage, wie man sich Berkshire Hathaway im Jahre 2068 vorstellen müsse. Natürlich kann man darauf keine seriöse Antwort geben. Und das haben auch die beiden Altmeister nicht getan. Aber ich glaube, dass es ihnen gelungen ist, so viele Investmenttalente für sich zu gewinnen, die ihre Werte und ihren Investmentstil in die Zukunft tragen. Dazu kommt, dass die Philosophie des Value-Investing so gut beschrieben und ausgereift ist, dass sie auch noch 2068 Bestand haben wird. Das ist das Wertvolle daran, dass man etwas hat, an dem man sich orientieren kann. Das gilt auch für mich als mittlerweile auch schon altgedienter Fondsmanager. Und wenn ich jetzt noch meine eigenen Emotionen aus Angst und Gier in den Griff bekomme, und das anwende, was Buffett und Munger vorgelebt haben, dann habe ich ein relativ einfaches Erfolgsrezept für eine gewinnbringende Geldanlage gefunden. Man muss halt nur den langfristigen Blick bewahren. Das versuchen wir auch bei unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, dem PRIMA – Globale Werte oder dem Frankfurter Stiftungsfonds immer zu beherzigen.
Ethik und Partnerschaft

Noch eines habe ich aus Omaha mitgenommen: Die unglaubliche Ethik, die hinter Buffetts Wirken steckt, nicht nur die Philosophie. Buffett gibt einem die Grundlage, von der man sagen kann: Es hilft einem, sich zu orientieren. Es geht dabei nicht nur um die Business-Ethik, und um die einzelnen Faktoren und die Logik zu einzelnen Entscheidungen, ob nun ge- oder verkauft wird. Es geht vielmehr um die Moral und die Einstellung dazu. Und dieses Gerüst ist es, das wir als Team der Shareholder Value Management AG von der Hauptversammlung mitgenommen haben. Buffett ist in erster Linie nicht ein erfolgreicher Investor, er ist zunächst ein Treuhänder des Geldes seiner Anleger. Er kümmert sich darum, wie man es sich nicht besser wünschen kann. Investoren sind für ich Partner – und diese Partner nimmt er mit auf seinen Weg. Dabei bemüht er sich immer, Gutes für diese Partner zu tun. Das war eines der wertvollsten Dinge, die man hier lernen konnte. Und die hat uns Buffett wieder mal plastisch vor Augen geführt hat.

Buffett & Co.: Weisheiten vom Rockfestival des Value-Investing | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
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