Volkskrankheit Diabetes: Pharmariese Novo Nordisk ist hier der Weltmarktführer

Volkskrankheit Diabetes: Pharmariese Novo Nordisk ist hier der Weltmarktführer

Diesen Artikel teilen

Share on xing
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email

Diabetes ist global eine der am stärksten wachsenden chronischen Krankheiten. Schon heute sind rund 465 Millionen Menschen weltweit davon betroffen. In 30 Jahren werden es nach Schätzungen von Experten wohl rund 50 Prozent mehr sein. Novo Nordisk ist in diesem Bereich Weltmarktführer und kann diese Position schon seit Jahren erfolgreich verteidigen. Hinzu kommt noch das Wachstumspotential beispielsweise durch Präparate gegen Übergewicht. Das sind zwei Aspekte, die uns überzeugt haben, diese Aktie im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen aufzunehmen.

Die Basis des Geschäfts bei dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk ist schon seit annähernd hundert Jahren der Kampf gegen Diabetes und andere chronische Erkrankungen. Diesem Ziel sind aktuell mehr als 45.000 Mitarbeiter in 80 Standorten weltweit verpflichtet. Dabei sind die Produkte von Novo Nordisk nach Angaben des Unternehmens in 169 Ländern erhältlich.

Diese Expertise zahlt sich aus: Obwohl viele andere Unternehmen in diesem lukrativen Pharmasegment aktiv sind, schafft Novo Nordisk es doch immer wieder, seine globale Vormachtstellung zu festigen. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit ist von Novo Nordisk.

Schaut man auf die weiteren Plätze im Ranking der größten Insulinhersteller, so fällt doch auf, dass die Namen auf den weiteren Plätzen in den vergangenen Jahren immer einmal wieder gewechselt haben. Derzeit rangiert mit Eli Lilly ein neuer Kandidat auf dem zweiten Platz. Sein Weltmarktanteil liegt bei rund 20 Prozent. Auf diesem Niveau rangierte auch einmal Sanofi – doch der französische Hersteller hat deutlich Marktanteile eingebüßt und erreicht jetzt nur noch rund 10 Prozent. Hieran wird die Stabilität des Geschäfts von Novo Nordisk erkennbar.

Speziell die GLP1-Produkte bieten für Novo Nordisk großes Potenzial. © Foto: novonordisk.com

Diabetes-Markt wird massiv wachsen – und Novo Nordisk davon profitieren

Diabetes ist eine chronische Krankheit mit globalen Dimensionen und enormem Entwicklungspotenzial bei der Behandlung. Nach Daten der international Diabetes Federation leben derzeit rund 465 Millionen Menschen weltweit mit dieser Krankheit. Experten gehen aber davon aus, dass nur rund 6 Prozent davon wirklich gut medizinisch versorgt sind. Bis zum Jahr 2045 soll die Zahl der Betroffenen auf dann 700 Millionen Menschen ansteigen. Das entspricht einem möglichen Anstieg um immerhin 51 Prozent. Noch drastischer ist das Bild bei Übergewicht. Hier sind weltweit rund 650 Millionen Menschen betroffen, doch nur 2 Prozent werden überhaupt medizinisch behandelt.

In beiden Sektoren ist Novo Nordisk weltweit führend. Die Märkte liegen sehr weit auseinander. Der deutlich größere Diabetesmarkt ist signifikant stärker gewachsen. In den vergangenen 5 Jahren ist das Marktvolumen für Diabetes-Produkte jährlich um knapp 10 Prozent angestiegen. Gleichzeitig hat es Novo Nordisk allerdings geschafft, seine führende Marktstellung mit einem Weltmarktanteil von 30 Prozent zu verteidigen.

Im Gegenzug befindet sich der Markt für medizinische Präparate gegen Übergewicht gerade erst im Aufbau. Doch durch die Expertise aus den Diabetespräparaten ist auch hier Novo Nordisk sehr gut aufgestellt und nimmt mit einem Weltmarktanteil von deutlich über 60 Prozent derzeit die führende Position ein.

Nun ist das Leben mit Diabetes eine Sache. So haben Diabetespatienten nach Angaben des Diabetes Care Reports von 2017 eine um 8 Jahre reduzierte Lebenserwartung. Gleichzeitig ist das Herzinfakt-Risiko nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation um 150 Prozent erhöht. Allein diese beiden Fakten verdeutlichen die große Bedeutung von effizienten Diabetesmedikamenten.

Die Therapie erfolgt dabei oft nach einem mehrstufigen Modell. Zunächst geht es darum durch eine Umstellung der Ernährung oder mehr sportliche Aktivitäten die Patienten in die Lage zu versetzen, ihren Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen. Bei der aktiven medizinischen Behandlung kommt als erstes Metformin zum Einsatz. Danach kommen dann weitere Wirkstoffe wie das noch relativ neue GLP1 an die Reihe. Dieses neue Medikament ist sehr lukrativ. So machen in maßgeblichen Diabetesmärkten wie den USA, Frankreich, Großbritannien und auch Deutschland die GLP1-Patienten nur 7 Prozent aller Patienten aus. Dieser geringe Anteil liefert jedoch 28 Prozent des Marktvolumens. In diesem Markt ist Novo Nordisk mit rund 50 Prozent Anteil ganz klar die weltweite Nummer 1.

In der Diabetestherapie können sich dann nach einigen Jahren weitere Veränderungen ergeben. Häufig wird dann direkt Insulin verabreicht, oft in Kombination mit GLP1-Präparaten. Im späten Stadium der Therapie bleibt bei der hohen Belastung der Nieren oft nur noch die Dialyse. All das ist ein langsamer Prozess und Diabetespatienten können mit der richtigen Medikation jahrzehntelang leben.

Die Vereinigten Staaten sind heute das entscheidende Land für den globalen Diabetesmarkt. Ihr Anteil betrug 2019 gemessen am Marktvolumen annähernd 50 Prozent. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC gibt es heute schon 35 Millionen Diabetespatienten – Tendenz steigend mit einem Wachstum von ungefähr 3 Prozent pro Jahr.

Das hohe Marktvolumen in den USA ergibt sich aus den sehr hohen Verkaufspreisen für die Präparate. Deswegen stehen Insulin-Hersteller wie Novo Nordisk dort besonders im Fokus. Es laufen offizielle Untersuchungen wegen möglicher Preisabsprachen. Das Unternehmen hat aber schon jetzt seine Bereitschaft erklärt, seine Diabetesprodukte weiterhin zu marktüblichen Preisen anzubieten. Zudem zeigt sich Novo Nordisk bereit, mit den US-Behörden zusammenzuarbeiten, um den Zugang zu Insulinpräparaten für die Patienten zu erleichtern. Sollte jedoch das US-Justizministerium eine offizielle Untersuchung einleiten, könnte das die rechtlichen Risiken bei Novo Nordisk deutlich erhöhen.

Die Nachhaltigkeits-Experten von Sustainalytics, auf deren Daten wir auch zurückgreifen bei der Beurteilung unserer Investments, hat in einem aktuellen Report zu Novo Nordisk die größten Risiken für das Unternehmen in diesem Bereich aufgelistet. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten schneidet Novo Nordisk in den allermeisten Feldern wie den Umweltaspekten oder auch der Governance sehr gut ab.

Forschung & Entwicklung ist bei Novo Nordisk ein wichtiger Pfeiler. © Foto: novonordisk.com

Novo Nordisk hat das Potenzial, die starke Marktstellung zu verteidigen

Doch wie hebt sich Novo Nordisk von der Konkurrenz ab? In der Pharmaindustrie basiert der wirtschaftliche Burggraben, der für uns im Investmentprozess so wichtig ist, hauptsächlich auf der Fähigkeit, innovative Medikamente mit überlegenen gesundheitlichen Vorteilen und geringen unerwünschten Nebenwirkungen zu entwickeln. In der Praxis gilt dabei: Nur wenn ein Medikament bestehenden oder neu eingeführten Medikamenten überlegen ist, kann das Pharmaunternehmen einen sehr hohen Preis ohne negative Auswirkungen auf die Nachfrage erzielen. Der regulatorische Rahmen schützt das innovative Medikament vor Vervielfältigung und damit vor Wettbewerb. Oft beträgt dieser Zeitraum 20 Jahre ab Beginn der Entwicklung des Medikaments. Aus kommerzieller Sicht relevant sind dabei aber nur 10 bis 12 Jahre.

Novo Nordisk verfügt über erstklassige Forschungs- & Entwicklungs-Assets und ein riesiges Netzwerk, da sich das Unternehmen seit fast 100 Jahren hauptsächlich auf Diabetes konzentriert. Die Produkt-Pipeline von Novo Nordisk sieht stark aus, da das Unternehmen sich in weitere therapeutische Bereiche wie Fettleibigkeit diversifiziert.

Zur Bewertung des Potenzials bei Novo Nordisk sind die immateriellen Vermögenswerte, die nicht nur mit zugelassenen Medikamenten verbunden sind, sondern auch mit Medikamenten, die sich noch in der Pipeline befinden, sehr wichtig. So verlieren bestehende Medikamente eines Tages den Patentschutz und die Einnahmen gehen dann zurück, weil Nachahmerpräparate des alten Medikaments auf den Markt kommen. Bei wichtigen Diabetes-Medikamenten wie Xultophy, Tresiba, Ryzodeg läuft der Patenschutz jedoch noch bis 2028 bzw. 2029. Bei vielen weiteren Novo Nordisk Produkten läuft der Patentschutz sogar erst nach 2031 ab. Das bietet Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Grundsätzlich hebt sich Novo Nordisk durch den wirklich tiefen wirtschaftlichen Burggraben und eine hohe Innovationskraft von den Mitbewerbern ab und wird auch auf Sicht der kommenden Jahre überdurchschnittliche Erträge liefern.

Diesen Artikel teilen

Share on xing
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email